Dioxin-Monitoring

Regelmäßig alle 4 Jahre wird Rohmilch im Auftrag des Landes NRW im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) in Münster in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen auf Dioxine untersucht.

Die Probenziehung erfolgt viermal pro Jahr in den Monaten März, Mai, Juli und Oktober.

Die derzeit geltenden EU-Höchstwerte für Milch und Milchprodukte liegen bei:
- 2,5 pg WHO2005-TEQ/g Fett für Dioxine
- 5,5 pg WHO2005-TEQ/g Fett für die Summe aus Dioxinen und dl-PCB.

Die Auslösewerte, bei deren Überschreitung Untersuchungen zur Ermittlung der Kontaminationsquellen eingeleitet sowie Maßnahmen zur Beschränkung oder Beseitigung der Kontaminationsquelle ergriffen werden, liegen bei:
- 1,75 pg WHO2005-TEQ/g Fett für Dioxine
- 2,00 pg WHO2005-TEQ/g Fett für dl-PCB
Die Auslösewerte werden selbst von den Proben mit den höchsten Gehalten nicht erreicht.

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Milch und Milchprodukte sind nicht von Dioxin betroffen

Die im Januar 2011 verfügten Sperren für alle milcherzeugende Betriebe in Nordrhein-Westfalen wurden wieder aufgehoben. Die Betriebe waren vorsorglich gesperrt worden, weil der Verdacht bestand, dass die aus Niedersachsen bezogenen Futtermittel mit Dioxin belastete Mischfettsäuren enthalten.

Die Milchproben aus diesen Beständen, die im CVUA MEL (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe) untersucht wurden, lagen nicht nur weit unter dem gesetzlichen Grenzwert von 3 pg TEQ/kg Fett, sondern ausnahmslos alle auch unter dem angestrebten Zielwert von 0,9 pg TEQ/kg Fett. Die zusätzlichen Kontrollmaßnahmen bei den Milchviehbetrieben wurden ausschließlich aus Gründen der Vorsorge durchgeführt.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wurden auf Länderebene Proben von Eiern, Fleisch und Milch untersucht. Die dabei festgestellten Dioxingehalte stellten jedoch keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar.

Nach jetzigem Kenntnisstand kann davon ausgegangen werden, dass bei Milch und Milchprodukten auch weiterhin keine erhöhten Dioxingehalte festgestellt werden, da Milchviehfutter eine andere Zusammensetzung aufweist als Futter für andere Tierarten.

 

Zusammenfassung aus dem Monitoring von 2014

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Dioxinbelastung von Rohmilch aus Nordrhein-Westfalen seit 1990 um etwa 75 % abgenommen hat. Im Vergleich zum Messprogramm 1998, in dem erstmalig die dl-PCB einbezogen wurden, liegen die entsprechenden mittleren Gehalte in den Rohmilchproben des Jahres 2014 um etwa 70 % niedriger. Für die Summe der 6 ndl-PCB in Rohmilch aus NRW ist seit 1990 ein Rückgang von 90 % zu beobachten. Alle aktuell gemessenen Konzentrationen liegen deutlich unter den betreffenden EU-Höchstgehalten für Dioxine, die Summe aus Dioxinen und dl-PCB, die Summe der 6 ndl-PCB sowie auch deutlich unter den EUAuslösewerten für Dioxine und dl-PCB. Während die Höhe der Dioxinbelastung in Rohmilch seit 2010 stagniert, und damit den kaum zu unterschreitenden Stand der ubiquitären Hintergrundbelastung in einer industrialisierten Region widerspiegeln dürfte, hat sich der Rückgang der PCB-Belastung von Rohmilch erfreulicherweise weiter fortgesetzt.

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