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Käseimitate

Käseimitat oder Analogkäse, viele Begriffe werden synonym verwendet, um Ersatzprodukte für Käse zu beschreiben. Das Wort "Analogkäse" polarisiert und hat eine emotionale Diskussion entfacht. 

Hier eine Darstellung der Sachlage:

Hintergründe

  • ZDF-Sendung Frontal 21 vom 7. April 2009: "Ahnungslose Verbraucher - Hersteller täuschen mit Kunstkäse"
  • Großes Medieninteresse ab dem 8. April 2009: "Ahnungslose Verbraucher werden hinter‘s Licht geführt", "Verbraucherbetrug",
  • Anschließend Forderungen von allen politischen Parteien und vielen Verbänden nach einem "Reinheitsgebot" für Milch und Milchprodukte

EU-Bezeichnungsschutz-Verordnung

  • VO (EWG) Nr. 1898/87 des Rates vom 2. Juli 1987 über den Schutz der Bezeichnung der Milch und Milcherzeugnisse bei ihrer Vermarktung
  • zuletzt geändert durch:
  • VO (EG) Nr. 1234/2007 des Rates vom 22. Oktober 2007 über eine gemeinsame Organisation der Agrarmärkte und mit Sondervorschriften für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse
  • Folgende Bezeichnungen sind ausschließlich Milcherzeugnissen vorbehalten: Molke, Rahm, Butter, Buttermilch, Butteroil, Kaseine, wasserfreies Milchfett,  Käse, Joghurt, Kefir, Kumys, viili/fil, smetana, fil;
  • Auch die Bezeichnung "Analogkäse" ist falsch und rechtlich nicht zulässig. Richtiger ist die Bezeichnung "Käseimitat"

Herstellung von Käseimitaten

Käseimitate lassen sich sowohl mit als auch ohne die Verwendung von Milchinhaltsstoffen herstellen. Nachfolgende Grafiken stellen beide Herstellungswege schematisch dar. Auf Klick bekommen Sie die Grafiken größer angezeigt.

Deklaration von Käseimitaten

  • Molkereien deklarieren die Produkte nicht als "Käse" sondern z. B. als "Pizza-Mix","Gratin-Mix" oder "Gastro-Mix"
  • Die Weiterverarbeiter, v. a. in der Gastronomie schreiben z. B. auf Speisekarten "Käse"
  • Unternehmen, die nicht aus der Molkereiwirtschaft, stammen (vor allem im Bereich Naturkost auf Sojabasis), versuchen durch falsche Aufmachung vom positiven Image zu profitieren.

Fazit:

Käseimitate sind nicht verboten oder rechtswidrig, sie müssen nur korrekt deklariert werden und dürfen nicht den Anschein erwecken, dass es sich um "echten" Käse handelt.


Ausführliche Informationen finden Sie in einem Artikel von Dr. Jörg Rieke, erschienen in der Deutschen Molkerei Zeitung 16/2009 vom 6.8.2009.

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