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Presse-Mitteilungen

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Frank Maurer, Tel.: 02151 4111-410, Mail: maurer~milch-nrw.de


ESL-Milch in der Wahrnehmung des Verbrauchers

18.05.2010

Sind Verbraucher in der Lage den Geschmack „länger haltbarer“ (ESL) Frischmilch von dem „traditionell hergestellter“ zu unterscheiden oder basiert die Kritik aus den Medien bloß auf Vorwürfe Einzelner? Stößt ESL-Milch bei Konsumenten auf Ablehnung oder Akzeptanz und was verstehen Verbraucher unter Frische bei Frischmilch? Diese und weitere Fragen bildeten das Grundgerüst einer Projektarbeit im Studiengang „Food Science“ an der Hochschule Hamburg.

Im Auftrag der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. und unter der Betreuung von Frau Prof. Dr. Mechthild Busch-Stockfisch wurde an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg von der Ernährungswissenschaftlerin Janine Wirth eine Forschungsstudie mit beinahe 200 Teilnehmern durchgeführt. Im Rahmen des Projektes wurden vier Verbraucherstichproben (drei in NRW, eine in Hamburg) hinsichtlich ihrer Konsumgewohnheiten, ihres Hintergrundwissens und ihrer Meinung über ESL-Milch befragt. Zudem wurden die drei Milchsorten ESL-Milch „mikrofiltriert“, ESL-Milch „hocherhitzt“ und „traditionell hergestellte“ Frischmilch in einer sensorischen Unterschiedsprüfung gegeneinander getestet. Einen weiteren Teil der Projektarbeit machte ein Fokusgruppeninterview aus, in dem einzelne Verbraucher die Frische von Milch beurteilten.

Zentrale Aussagen der Projektarbeit:

  • Die Frage nach der Akzeptanz der länger haltbaren Frischmilch lieferte deutlich widersprüchliche Aussagen. Diese bauen eher auf einer emotionalen als auf einer sachlichen, rationalen Argumentation auf.
  • Für 96 % der Befragten ist Frischmilch „nicht länger als zehn Tage haltbar“! Das Meinungsbild der Verbraucher bezüglich der Frische weicht somit von der Auszeichnung auf den Verpackungen ab.
  • Während die Studienteilnehmer keinen Geschmacksunterschied zwischen mikrofiltrierter ESL-Milch und traditionell hergestellter Frischmilch erkannten, wurde die hocherhitzte ESL-Milch deutlich herausgeschmeckt. Die erkannten Geschmacksunterschiede beziehen sich daher nicht grundsätzlich auf ESL-Milch und traditionell hergestellte Frischmilch, sondern sind bedingt durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren bei ESL-Milch.

Im Jahr 2009 legten Politik, Milchindustrie und Einzelhandel in einer gemeinsamen Erklärung fest, dass klassisch hergestellte Konsummilch mit dem Zusatz "traditionell hergestellt" und ESL-Milch mit dem Zusatz "länger haltbar" zu kennzeichnen ist. Die vorliegende Studie bringt zum Ausdruck, dass trotz entsprechender Deklaration und den häufig aufgeführten Zusatzinformationen bezüglich des angewandten Verfahrens zum Haltbar machen der Milch, noch immer ein ambivalentes Meinungsbild beim Verbraucher zum Thema Frischmilch insgesamt vorherrscht. Es besteht Handlungsbedarf in puncto Verbraucherkommunikation.

 


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