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Presse-Mitteilungen

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Frank Maurer, Tel.: 02151 4111-410, Mail: maurer~milch-nrw.de


Forum Milch NRW 2013 in Werl

04.09.2013

„Vom Schneeball zur Lawine – Wie mutiert ein Thema zum Skandal?“ Diese Frage diskutierten die Teilnehmer beim 7. „Forum Milch NRW“ der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (LV Milch NRW) am 5. September 2013. Dioxin in Bioeiern, Pferdefleisch in Lasagne oder Aflatoxin im Futtermittel. Themen, die die Verbraucher beunruhigen, die schnell von Medien aufgenommen und oftmals skandalisiert werden. Ist die Milchwirtschaft für eine Krisenkommunikation gut aufgestellt? Wie kann sie den Diskussionen um mehr Lebensmittelsicherheit begegnen? Hans Stöcker, rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW, unterstrich die Chance, im Forum Milch NRW unterschiedliche Perspektiven und Ansichten zu bündeln und einen Meinungsaustausch für die gesamte Branche zu realisieren.

In seinem Grußwort hob Dr. Ludger Wilstacke vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW die Bedeutung der nordrhein-westfälischen Milchwirtschaft als wichtige Einkommensquelle und für den Erhalt der Kulturlandschaften und des Grünlandes hervor. Durch hohe gesetzliche Hygieneanforderungen und eine Reihe zusätzlicher freiwilliger Maßnahmen würde die Milch auf ihrem Weg vom Euter der Kuh bis zum Tisch des Verbrauchers umfangreich geprüft. Daher würden Milch und Milchprodukte zu Recht ein gutes Image genießen und seien in den vergangenen Jahrzehnten gottlob von Skandalen verschont geblieben. Es sei jedoch richtig und wichtig, sich ständig mit weiteren Verbesserungen der Qualitätssysteme einschließlich dem Management einer trotz aller Vorsorgemaßnahmen eingetretenen Krise zu beschäftigen. Daher sei das Thema der Veranstaltung gut gewählt.

Vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz referierte Dr. Robert Schaller zum Thema „Wenn Lebensmittel in den Verruf geraten: Über gesundheitliche Gefahren, betrogene Verbraucher und behördliche Kontrollstrategien“. Die Zuständigkeiten seien klar verteilt. Lebensmittelhersteller seien für Sicherheit und Qualität verantwortlich. Die amtliche Überwachung sei Ländersache und der Bund setze den rechtlichen Rahmen. Für Bund und Länder sei im Krisenfall ein enger Austausch wichtig, um gemeinsam eine rasche Aufklärung und Information der Verbraucher zu realisieren. Hier werde mit jedem neuen individuellen Fall Prozessoptimierung weiterentwickelt. Gute Ergebnisse seien bereits spürbar.

Als internationaler Krisenmanager und Medientrainer ging Prof. Dr. Ulrich Nöhle in seinem Vortrag auf „Lebensmittelwerbung und Verbraucherverhalten – doppelte Moral der Hersteller oder der Verbraucher?“ ein. Die kommende Generation werde höchste Ansprüche an die Branchenkommunikation stellen. Hierdurch werde der Grundstein gelegt entweder für Fachkenntnis und Verständnis auf der einen Seite oder für Verklärung und nicht reale „gefühlte Ethikskandale“ auf der anderen. Die Milchwirtschaft sollte jetzt ihr gutes Image nutzen und medial ausbauen.

Über „Risikomanagement im Handel: Zwischen Prävention und Krisenbeherrschung“ berichtete Hans-Jürgen Matern, Vice President and Head of Corporate Sustainability and Regulatory Affairs der METRO AG. In der Metro Group und ihren Vertriebslinien würden in rund 2200 Märkten in 32 Ländern etwa 4 Mio. Artikel angeboten. Wichtig für ein reibungsfreies Geschäft und die Gewinnung von Verbrauchervertrauen sei ein umfassendes und funktionierendes Krisenmanagement. Das Rezept: Prävention, Transparenz und gute Rückverfolgungsstrukturen.

Moderiert von LZ-Rheinland Chefredakteur Stefan Sallen nutzten die rund 100 Teilnehmer die Gelegenheit, die angesprochenen Aspekte eingehend mit den Referenten zu diskutieren und zu vertiefen.<xml></xml>


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