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Presse-Mitteilungen

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Frank Maurer, Tel.: 02151 4111-410, Mail: maurer~milch-nrw.de


Forum Milch NRW 2014 in Werl

04.09.2014

„Der Markt: Veränderungen auf allen Ebenen – Verbraucher von morgen; Unternehmen im Wandel; Kommunikation der Zukunft“ Dieses Thema diskutierten die Teilnehmer beim 8. „Forum Milch NRW“ der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (LV Milch NRW) am 4. September 2014. Die Zunahme der weltweiten Milch-Nachfrage werfe viele neue Fragen auf. Hochwertige Milch und Milcherzeugnisse werden weltweit wegen ihrer Qualität und Sicherheit geschätzt, die Produktion vor Ort durch Verbraucher jedoch zunehmend kritischer betrachtet, so Wilhelm Brüggemeier, westfälischer Vorsitzender der LV Milch NRW. Er unterstrich die Wichtigkeit, unterschiedliche Perspektiven und Ansichten ernst zu nehmen, zu beleuchten und einen Kommunikationsprozess für die gesamte Branche aktiv anzugehen.

Vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW stellte Hans Leser in seinem Grußwort fest, dass es richtig und wichtig ist, dass sich die Branche immer wieder intensiv mit aktuellen Themen und Fragen auseinandersetzt und nach Antworten sucht. Dazu trage das Milchforum vorbildlich bei. Neben einer Stärkung der Stellung der Milcherzeuger in der Marktkette seien für sein Haus Fragen des Umwelt- und Tierschutzes sowie Regionalität wichtige Themen, für die Antworten gefunden werden müssen.

Über Trends im Einkaufs- und Konsumverhalten referierte Dietmar Pech-Lopatta von der GFK – Gesellschaft für Konsumforschung. Der Verbraucher von heute achte verstärkt auf Werte. Es werde immer stärker versucht, „moralisch ethischen Konsum“ umzusetzen. Allerdings immer einhergehend mit Genuss, Ästhetik und Lifestyle. „Gute Zeiten für Bio, Regionalkonzepte und Fair Trade, gerne auch laktosefrei“ so der Konsumforscher. Reaktionen der Verbraucher auf Lebensmittelskandale seien – analog zum Ereignis in den Medien – zwar heftig, aber kurz. Die Zielgruppen der Zukunft anzusprechen verlange mehrdimensionale Ansätze. Denn der Kunde von morgen verbinde vermeintlich Unvereinbares: Genuss und Verantwortung, Heimat und Internationalität, soziale Verantwortung und Inszenierung.

Aus der Perspektive eines Molkereiunternehmens griff der Aufsichtsratsvorsitzende der Royal Friesland Campina N.V., Piet Boer, Aspekte auf, bei denen sein Unternehmen zur Lösung weltweiter Herausforderungen beitrage. Ein Unternehmen mit fast 20 Tsd. Milcherzeugern müsse auf gesellschaftliche Anforderungen reagieren. Es sei wichtig und richtig, Konsumenten auch über das Thema Nachhaltigkeit mit der natürlichen Nahrungsquelle Milch zu verbinden. Das Aufgreifen von traditionellen Werten in Kombination mit moderner und nachhaltiger Innovationskraft sei ein Schlüssel der globalen Unternehmensstrategie.

Von der Marketingagentur Scholz&Friends erläuterte Brigitte Fuchs, wie moderne Branchenkommunikation funktioniert. Das Aussitzen und Ignorieren von gesellschaftlichen und medial-kritischen Themen sei eine große Gefahr im Zeitalter des mündigen Konsumenten. Unternehmen sollten selbstbewusst aber auch selbstkritisch Stellung beziehen und sich gesellschaftlichen Diskussionen stellen. Sie unterstrich die dringende Notwendigkeit, stärker im Bereich Milch aktiv zu werden, ansonsten verliere man die Meinungshoheit über sein Produkt.

Moderiert von Wochenblatt Chefredakteur Anselm Richard nutzten die rund 100 Teilnehmer die Gelegenheit, die angesprochenen Aspekte eingehend mit den Referenten zu diskutieren und zu vertiefen.


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