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Presse-Mitteilungen

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Frank Maurer, Tel.: 02151 4111-410, Mail: maurer~milch-nrw.de


Milchmarkt - Marktmacht

04.07.2012

Der NRW-Milchmarkt in der ersten Jahreshälfte 2012

Dortmund. Auf der Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. beim Bubi Frischdienst eG erläuterte der Geschäftsführer, Dr. Rudolf Schmidt, die Lage auf dem NRW-Milchmarkt.

Das erste Halbjahr sei durch eine überwiegend angespannte Situation bei Preisen und Mengen geprägt. Erneut hinter den Erwartungen zurück geblieben seien die Kontrakte der weißen Linie, vor allem im Bereich Trinkmilch und Butter. Bei der Inlandsnachfrage für Konsummilch, Quark und Joghurt seien nach wie vor Rückgänge zu verzeichnen. Gegen Ende des ersten Halbjahres 2012 deute sich jedoch eine Markterholung bei der Auslandsnachfrage an. Dies spiegele auch den Zusammenhang des Milchmarktes im verbraucherstärksten Bundeslandes NRW mit dem globalen Wirtschaftsgeschehen wieder. Der Tiefpunkt der Preise für exportrelevante Produkte wie Butter und Milchpulver scheint bereits erreicht. Für Käse sei eine Trendwende noch ausstehend. Ein Anstieg des Preisniveaus der
Auszahlungspreise für die Milcherzeuger sei nur einhergehend mit einer Exportausweitung im weiteren Verlauf des Jahres zu erwarten. Das Auszahlungspreisniveau sei zwar deutlich über dem des Krisenjahres 2009, jedoch im Vorjahresvergleich, auch als Ergebnis der Preisrunden im LEH und bedingt durch eine insgesamt verhaltene Marktentwicklung, um rund 4,5 % gesunken. Den insgesamt gestiegenen Betriebsmittelkosten Rechnung tragend, sei eine Anhebung des Auszahlungspreisniveaus für die Milcherzeuger notwendig.
Seit Beginn des Jahrtausends sei die Menge der in NRW erzeugten Milch um 16,5 % angestiegen. Die Zahl der Betriebe sei mit 7793 Betrieben um 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Die durchschnittliche Anzahl von 51 Kühen pro Betrieb sei im Vorjahresvergleich
um 2 % angestiegen. Deutschlandweit seien regionale Verschiebungen der Milcherzeugungsgebiete erkennbar. Die Milchquote wandere tendenziell von Süd- nach Nord- und Ostdeutschland. Innerhalb von NRW sei eine deutliche Ausweitung der Milcherzeugung am Niederrhein um 32 % seit dem Jahr 2000 erkennbar. Im Regierungsbezirk Detmold hätte sich im gleichen Zeitraum die Anzahl der Milchviehbetriebe beinahe halbiert. Obwohl mehr als die Hälfte der Milchprodukte in Deutschland in Discountern vertrieben werde, würden Marktpartner der NRW-Molkereien verstärkt auch auf regionale Vermarktungsstrategien setzen. Trotz zum Teil moderater Anteile an der Gesamtmenge, hätten auch solche einzelnen Produktsegmente eine wachsende Bedeutung für die Steigerung der Wertschöpfung. Um den Bedürfnissen eines insgesamt nachhaltigen Milchmarktes
gerecht zu werden, sei der Handel jedoch nach wie vor gefordert.


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