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Frank Maurer, Tel.: 02151 4111-410, Mail: maurer~milch-nrw.de


NRW-Milchmarkt zuversichtlich ins neue Jahrzehnt

11.01.2011

Der Milchmarkt zeigte sich in 2010 von einer deutlich freundlicheren Seite als in den Jahren zuvor. Die Hintergründe für eine stabile Marktlage mit jeweiligem Blick auf die Erzeuger, Molkereien und Verbraucher erläuterte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e.V. (LV Milch NRW) auf ihrer Jahrespressekonferenz am 11. Januar 2011 im Zentrum Agrar- und Milchwirtschaft NRW in Krefeld.

Geschäftsführer Dr. Rudolf Schmidt stellte Ursachen und Auswirkungen einer guten Marktsituation vor und erläuterte die Perspektiven für 2011

Der Milchmarkt habe sich durch Ausgeglichenheit zwischen Angebot und Nachfrage ausgezeichnet. Trotz einer Ausdehnung der Milcherzeugung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr habe die Mehrproduktion problemlos dem Markt zugeführt werden können. Die Nachfrage auf der Verbraucherseite sei konstant, in den Segmenten Joghurt und Käse ansteigend. Durch negative Wettereinflüsse sei außerhalb Europas die Exportnachfrage aus Russland und Asien deutlich höher als in 2009 gewesen – vor allem bei Käse und Vollmilchpulver - und habe zu einer zeitweiligen Verknappung bei Sahne geführt. Interventionsbestände seien bei Butter komplett abgebaut und bei Magermilchpulver drastisch reduziert worden. Eine dadurch angemessene Anpassung des Preisniveaus sei jedoch ausgeblieben. Trotz des Nachfrageanstiegs nach Butter hätten die Discounter zum Ende des Jahres 2010 die Preise um 6 Prozent gesenkt. Insgesamt, so Dr. Schmidt, hätte eine Preisanpassung innerhalb der gesamten weißen Linie erfolgen müssen, um die Verwertungsdifferenz zur gelben Linie auszugleichen: Potenziale für das neue Jahrzehnt. Auf der Erzeugerseite sei im Laufe des Jahres zwar eine merkliche Steigerung der Auszahlungspreise festzustellen, der Strukturwandel habe sich jedoch unverändert fortgesetzt. Das zeige: Die wirtschaftlichen Bedingungen vieler Milcherzeugerbetriebe seien nach wie vor verbesserungswürdig, denn trotz eines Preisanstiegs um 22 Prozent habe man hiermit erst wieder das Niveau vom Beginn der 80er Jahre erreicht: Zu wenig für das neue Jahrzehnt. Die Bevölkerungsentwicklung bis 2030 werde zu einer deutlichen Ausweitung des Anteils der Generation der über 60jährigen führen - von derzeit rund 25 Prozent auf etwa 35 Prozent. Insgesamt schrumpfe dabei die Bevölkerungsanzahl um 4 Prozent. Für die Molkereien gelte es nun, diese Entwicklung genau zu beobachten um rechtzeitig alternative Marktsegmente zu generieren: Herausforderungen und Chancen für das neue Jahrzehnt. Die acht Molkereiunternehmen in NRW versorgten auf kurzen Wegen die rund 18 Mio. Verbraucher überwiegend mit Frischprodukten in einem der größten Ballungsräume Europas. Etwa die Hälfte der in NRW verarbeiteten Milch werde zu frischer oder haltbarer Konsummilch veredelt. Die kurzen Transportwege zum Verbraucher seien in Zusammenhang mit der aktuellen Klimadiskussion ein Standortvorteil, welcher zukünftig an Bedeutung zunehmen werde: Gut gerüstet für das neue Jahrzehnt.


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