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Archivierte Pressemitteilung

Butter, Margarine oder Mischstreichfette – was streicht der deutsche Verbraucher auf sein Brot?


Seit der Einführung des ersten Mischstreichfetts im Jahr 2006 auf dem deutschen Lebensmittelmarkt verzeichnet die Gruppe zweistellige Wachstumsraten, wogegen der Absatz vor allem von Margarine - aber auch der von Butter – in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken ist. Zeigt sich diese Entwicklung auch in den Vorlieben des deutschen Verbrauchers? Nehmen die Verbraucher Mischstreichfette als eigenständiges Produkt wahr? Gibt es den typischen Konsumenten von Mischstreichfetten und wenn ja, aus welchen Gründen bevorzugt er sie? Diese und weitere Fragen bildeten den zentralen Teil der Bachelorarbeit von Galyna Schell, Oecotrophologie-Studentin an der Hochschule Niederrhein.

Unter der Betreuung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. und Herrn Prof. Dr. Detlef Hebel von der Hochschule Niederrhein, Abteilung Mönchengladbach, untersuchte die Oecotrophologie-Studentin Galyna Schell die „Konsumgewohnheiten und Trends im Streichfettmarkt – insbesondere im Segment der Mischstreichfette“. Basis ihrer Arbeit bildete eine Verbraucherbefragung von insgesamt 109 Personen, davon 60 in einem Real-Markt in Krefeld und 49 in einem Rewe-Markt in Dortmund.

Aus der Analyse der Befragungsergebnisse lassen sich folgende zentrale Aussagen ableiten:

•    Der Bekanntheitsgrad von Mischstreichfetten ist unter den Konsumenten gering. Mischstreichfette werden bei vielen Verbrauchern nicht als eigenständiges Produkt wahrgenommen, sondern eher als Produktvarianten von Butter bzw. Margarine.
•    Ein „typischer“ Mischstreichfettkäufer ist nicht eindeutig definierbar. Anders verhält es sich beim Butter und Margarinekäufer: Die „gute“ Butter wird tendenziell stärker von Älteren konsumiert, beim Margarinekäufer handelt es sich eher um preisbewusstere Verbraucher.
•    Als wichtige Einflussfaktoren für den Kauf von Streichfetten haben sich die drei Variablen „Natürlichkeit“, „Streichfähigkeit“ und „Preis“ herauskristallisiert. Am wenigsten bedeutend sind für den Verbraucher in diesem Zusammenhang die Verpackung und Marke.
•    Bezüglich der Mischstreichfettkäufer konnte die Annahme bestätigt werden, dass für sie der Convenience-Faktor (Streichfähigkeit und wiederverschließbare Kunststoffverpackung) wichtiger ist als für die Butterkäufer.
•    Butter wird als das gesündestes Streichfett beurteilt und ist mit den Attributen „Natürlichkeit“ und „mit guten Inhaltstoffen“ belegt. Dagegen kann Margarine mit den Attributen „pflanzliche Fette“, „cholesterinfrei“ und irrtümlich „mit einem reduzierten Fettgehalt“ punkten. Bei Mischfetten können die Probanden relativ selten deren Gesundheitswert begründen.
•    Bevorzugt wird von den Verbrauchern Butter im Haushalt eingesetzt und zwar in allen drei zur Auswahl stehenden Bereichen „Brotaufstrich“, „Backen“ und „Kochen“. Mischstreichfette werden fast nur als Brotaufstrich verwendet.
•    Traditionelle Butter- und Margarinekäufer konsumieren nur selten parallel Mischstreichfette.

Um die Wachstumspotenziale der Mischstreichfette noch mehr auszuschöpfen, sollten die Hersteller nach Meinung der Autorin noch intensiver mit dem Verbraucher kommunizieren und die Vorzüge des Produktes bewerben. Vor allem die bessere Streichfähigkeit und die ernährungsphysiologischen Vorteile sollten bei der Bewerbung der Mischstreichfette in den Vordergrund gesetzt werden.


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Frank Maurer

Tel. 02151 4111-410
Mail maurer(at)milch-nrw(dot)de

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