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Archivierte Pressemitteilung

Der NRW-Milchmarkt in der ersten Jahreshälfte 2015

Milchmarkt in NRW – Zwischen Zukunftsorientierung und Standortakzeptanz


Passend am „Ort des Geschehens“ fand die Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. auf dem Milchviehbetrieb Wellie mit Hofeigener Käserei in Fröndenberg-Warmen statt. Der Geschäftsführer, Dr. Rudolf Schmidt, erläuterte die Lage auf dem NRW-Milchmarkt:

Eine Abschwächung der hohen internationalen Nachfrage habe sich bereits im Vorjahr abgezeichnet, am Milchmarkt seien zu Jahresbeginn 2015 deutlich rückläufige Tendenzen zu verzeichnen. Obwohl die für den Wegfall der Quote vielfach prognostizierte Milchmengenexplosion im ersten Quartal ausblieb, gaben die Märkte für Milch und Milchprodukte drastisch nach. Kaufzurückhaltung auf den asiatischen Märkten, das nach wie vor bestehende Russland-Embargo und eine expansive Milchmengenentwicklung in Ozeanien und den USA führten dazu, dass das Milchangebot weiterhin größer ist als die Nachfrage. Ein derzeit anziehender Euro komme erschwerend hinzu. Eine verhaltene und abwartende Einkaufsorientierung am Pulvermarkt führe dazu, dass Kontrakte mit kurzen Laufzeiten den Druck im Markt erhöhen.

Durch Preisreduzierungen im Lebensmitteleinzelhandel sei die Erlössituation im Segment Milchfrischprodukte weiter rückläufig. Dies sei auch auf der Erzeugerseite verstärkt spürbar. Die Durchschnittsauszahlungspreise seien von rund 40 Cent im Vorjahr auf derzeit etwa 30 Cent deutlich gefallen.

Die Herausforderungen für die Erzeuger hätten sich nach Wegfall der Quote nicht nur in Bezug auf die Mindereinnahmen verschärft. Auch gesellschaftlich wachsende Anforderungen nehmen zunehmend Einfluss auf die milchwirtschaftliche Erzeuger- und Molkereiebene. Neben der Verbesserung von Haltungsformen, erhöhten Tierwohlstandards und speziellen Anforderungen des Handels, müsse die Branche Kommunikationsstrategien entwickeln, um weiterhin das gute Image und die damit verbundene Akzeptanz sicherstellen zu können. Im begrenzten Maße ist aufgrund niedriger Verbraucherpreise Belebung im Handel erkennbar. Nachfrageimpulse seien auf der Verbraucherseite im Besonderen bei Bio-Trinkmilch, Käse und Mischstreichfetten zu verzeichnen. „Ungebrochen ist auch der Trend nach regionalen Produkten“ ergänzt Annette Wellie in Bezug auf die Nachfrage beim hofeigenen Käse. „Der Hof Wellie sei ein sehr gutes Beispiel für einen der vielen Milchviehbetriebe, bei denen Kuhkomfort im Fokus steht“, so Julia Glatz von der LWK NRW. Der mit der Direktvermarktung einhergehende praktizierte Dialog stärke effektiv Verbrauchervertrauen.


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Frank Maurer

Tel. 02151 4111-410
Mail maurer(at)milch-nrw(dot)de

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