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Archivierte Pressemitteilung

Milchwirtschaftliche Herbsttagung 2015 des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe e.V. in Gütersloh


Gütersloh Die feierliche Auszeichnung von 54 Molkereifachleuten und die Prämierung der Molkereien durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) unter Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste war Höhepunkt der diesjährigen Milchwirtschaftlichen Herbsttagung des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe e.V. am 14. November 2015 in der Tanzschule Stüwe-Weissenberg in Gütersloh.

Der Vorsitzende des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe e.V. und Inha-ber der gleichnamigen Molkerei im münsterländischen Velen, Herr Claus Wiegert, gratu-lierte in seinen Ausführungen im Namen des Berufsstandes allen geehrten Mitarbeiterin-nen und Mitarbeitern sowie den prämierten Molkereien zu ihren Auszeichnungen.

Im März 2015 endete das EU-Milchquotensystem nach 31 Jahren. Diese hätte weder dazu geführt, dass der Milchpreis für die Milcherzeuger stabil blieb, noch dazu, dass bäuerliche Familienbetriebe für den Wettbewerb besser gerüstet waren. In einer Veröffentlichung des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden die Gesamtkosten der Quotenregelung für Deutschland mit 15 Milliarden Euro beziffert. In der „Quotenzeit“ sei die Zahl der Milcherzeugerbetriebe von 369.000 auf 77.000 gesunken, was einem Rückgang von 79% entspricht. In diesem Zeitraum sei das Unternehmen Fonterra aus Neuseeland mit 13,9 Milliarden Euro zur größten Molkereigenossenschaft der Welt herangewachsen. In der gleichen Zeit sei die Zahl der Molkereien in Deutschland von 661 auf 149 zurückgegangen. Diese Entwicklung, so Wiegert, verdeutliche eindrucksvoll, dass der Milchmarkt ein Weltmarkt sei und die „global player“ überall auf der Welt auf allen Wertschöpfungsstufen präsent seien und mit denselben Problemen zu kämpfen hätten wie die deutsche Milchbranche. Auch laufe die demografische Entwicklung ohne Rücksicht auf Boom- oder Krisenzeiten ungebremst weiter. Auch wenn im letzten Jahr wieder mehr als 700.000 Kinder geboren wurden und zahlreiche Menschen als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und noch kommen werden, fehlen den Molkereien Mitarbeiter. Um genügend Fachkräfte gewinnen zu können, sei die gesamte Branche gefordert. Mit einer zielgruppenaffinen Informationsarbeit, mit Programmen zur Ausbildungsförderung wie z.B. der Kampagne „Milch im Blut“ und der Auszeichnung der besten Ausbildungsbetriebe arbeite man hier an positiven Impulsen.

Der DLG-Landesbevollmächtigte, Markus Stamos, unterstrich die Bedeutung der DLG-Auszeichnung im Rahmen der Wertschöpfungskette für Milch und Milchprodukte. In diesem Jahr hätten die DLG-Experten die Qualität von 3.653 Molkereiprodukten bewertet. Insgesamt nahmen 230 Betriebe aus allen Regionen Deutschlands und 14 europäischen Nachbarländern an Europas führendem Qualitätswettbewerb teil. Aus der Region Westfalen beteiligten sich 6 Molkereistandorte mit ihren Produkten an der Prüfung. Mit 260 DLG-Preisen in Gold, 98 Auszeichnungen in Silber, 10 in Bronze und einer Prämierungsquote von 89,1% konnten nahezu alle zur Prüfung vorgestellten Produkte die hohen Anforderungen des DLG-Tests erfüllen und gehören somit zu Deutschlands Qualitätsführern.


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Frank Maurer

Tel. 02151 4111-410
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