
15.01.2026 (AMI) – Im November 2025 war bei der Viehbestandserhebung die Anzahl der Rinder in Deutschland ein weiteres Jahr in Folge gesunken, die Zahl der Milchkühe trotzte allerdings dem Abwärtstrend und nahm leicht zu. Der Strukturwandel zu wenigeren und größeren Betrieben setzte sich nahezu bundesweit fort.
Im November 2025 wurden bei der Viehzählung, laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), rund 10,4 Mio. Rinder erfasst. Im Vergleich zur Novemberzählung im Jahr 2024 ist die Anzahl an Rindern damit um 0,4 % zurückgegangen. Damit hat sich der seit Jahren vorherrschende Abwärtstrend deutlich abgeschwächt. Die Rückgangsrate von 2023 auf 2024 lag noch bei 3,5 %. Die Entwicklung der bundesweiten Anzahl an Milchkühen hat zu der Verlangsamung deutlich beigetragen. Denn diese nahm erstmalig seit der Zählung im November 2014 wieder zu. Mit einer Kuhzahl von knapp 3,6 Mio. wurden 0,2 % mehr Milchkühe in Deutschland gehalten als zwölf Monate zuvor.
Die Anzahl an Rinder haltendenden Betrieben hat sich dagegen weiter verkleinert. Innerhalb des betrachteten Jahres haben 1.762 Betriebe oder 1,4 % in Deutschland ihre Haltung aufgegeben, sodass im November 2025 noch 122.430 Betriebe mit der Bewirtschaftung von Rindviehbetrieben beschäftigt waren. Gleichzeitig entwickelte sich die Zahl an Milchviehbetrieben ebenfalls rückläufig. Davon existierten im November 2025 bundesweit 47.157 Stück und damit 3,1 % weniger als im Jahr zuvor zur gleichen Zeit.
Strukturwandel setzt sich fort
Bei den in Produktion verbleibenden Milchviehbetrieben stieg die durchschnittliche Bestandsgröße weiter an. Deutschlandweit lebten zum Stichtag im November 2025 im Durchschnitt 76,3 Kühe auf einem Milchviehbetrieb, das waren im Schnitt 2,5 Tiere mehr als bei der Zählung im November 2024. Laut den aktuellen Statistiken lebten außerdem mehr Kühe in größeren Herdenverbänden als auf kleineren Betrieben.
Quelle: AMI
Im Großhandel waren 2025 vor allem Fleisch, Milch, Eier und Fette deutlich teurer. Gegenüber dem Dezember sind außer Fleisch aber alle wieder günstiger geworden.
Im Jahresdurchschnitt 2025 stiegen die Großhandelsverkaufspreise gegenüber 2024 um 1,0 %. Im Jahresdurchschnitt 2024 hatten sie noch 1,3 % unter denen des Vorjahres gelegen. Das teilt Destatis mit.
Insbesondere die gestiegenen Preise im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+3,9 %) hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene im Jahr 2025 deutlich teurer als im Vorjahr (+26,2 %).
Zucker, Süßwaren und Backwaren kosteten ebenfalls erheblich mehr als im Vorjahresdurchschnitt (+14,7 %). Auch merklich mehr bezahlt werden musste 2025 für Fleisch und Fleischwaren (+7,4 %) sowie für Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+5,7 %).
Dezember zu Januar
Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Dezember 2025 um 1,2 % höher als im Dezember 2024. Im November 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +1,5 % gelegen, im Oktober 2025 bei +1,1 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat November 2025 um 0,2 %.
Einen deutlichen Anstieg der Preise gegenüber dem Vorjahresmonat gab es im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+2,4 %). Insbesondere Zucker, Süßwaren und Backwaren kosteten erheblich mehr als im Vorjahresmonat (+12,8 %). Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene ebenfalls deutlich teurer als ein Jahr zuvor (+7,4 %). Merklich mehr bezahlt werden musste binnen Jahresfrist ebenfalls für Fleisch und Fleischwaren (+5,0 %).
Niedriger als im Dezember 2024 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-7,3 %) sowie im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-3,3 %).
Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren auf Großhandelsebene Mineralölerzeugnisse (-3,1 %). Auch gegenüber November 2025 wurden diese Produkte billiger (-2,7 %).
Quelle: topagrar
15.01.2026 (AMI) – Der Absatz von Formbutter hat sich bei stabilen Preisen im Januar anhaltend auf einem hohen Niveau bewegt. Die Notierung wurde auf dem Vorwochenniveau fortgeschrieben.
Am Markt für abgepackte Butter hat sich Mitte Januar die belebte Nachfrage fortgesetzt. In der Berichtswoche haben sich die Abrufe im Vergleich zu den außergewöhnlich hohen Dezemberabrufen zwar beruhigt, aber das Niveau war nach wie vor hoch. Auch laut nationaler Verkaufsstatistik wurde der Absatz der Vorjahreswoche zuletzt deutlich übertroffen. Die Hersteller zeigten sich mit der Nachfrage zufrieden, es wurde mehr Ware nachgefragt als sonst um diese Zeit.
Die Molkereiabgabepreise bewegten sich Mitte Januar stabil auf dem seit Ende letzten Jahres geltenden Niveau. An der Butter- und Käse-Börse in Kempten wurde abgepackte Butter am 14.01.26 in einer zur Vorwoche unveränderten Spanne von 3,65 bis 4,85 EUR/kg notiert. Im Lebensmitteleinzelhandel lag der Preis für das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment fortgesetzt bei 0,99 EUR. Damit haben die Verbraucher für den Butterziegel genau so viel bezahlt wie seit Anfang Dezember und gleichzeitig 1,40 EUR weniger als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
Quelle: AMI
09.01.2026 (AMI) – Der internationale Preisindex für Milchprodukte ist beim ersten GlobalDairyTrade-Tender des Jahres erneut angestiegen, nachdem er seit Mitte August 2025 stetig zurückgegangen war. Es kam produktübergreifend zu Preisanstiegen.
Beim ersten GlobalDairyTrade-Tender (GDT) in Neuseeland im Jahr 2026 haben die Weltmarktpreise für Milcherzeugnisse wieder zugenommen. Der vorherrschende Abwärtstrend des vergangenen Jahres wurde damit erstmalig seit August 2025 unterbrochen. Am 06.01.26 stieg der Preisindex für Milchprodukte gegenüber dem letzten Tender im Dezember 2025 um 6,3 % an. Der Durchschnittspreis über alle gehandelten Produkte nahm um 192 USD auf 3.533 USD/t oder umgerechnet 3.029 EUR/t zu. Auch auf Produktebene waren, nach teils deutlichen Rückgängen in der zweiten Jahreshälfte von 2025, zu Jahresbeginn ausschließlich Preisanstiege zu beobachten.
Quelle: AMI
08.01.2026 (AMI) – Im Dezember befanden sich die Milchmengen in Deutschland weiterhin auf einem für diese Jahreszeit hohen Niveau. Das umfangreiche Rohstoffangebot setzte die Preise über den Jahreswechsel unter Druck. Mit Beginn des neuen Jahres ist mit einer Belebung des Marktes und wieder anziehenden Preisen zu rechnen.
Das bundesweite Milchaufkommen stieg im Dezember weiter an und lag dabei anhaltend über dem Niveau der Vorjahre. Laut Schnellberichterstattung der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wurde in der 52. Kalenderwoche rund 0,4 % mehr Rohstoff an die Molkereien geliefert als in der Woche zuvor. Die Menge der Vorjahreswoche wurde dabei um 6,8 % übertroffen. Insgesamt ergab sich dadurch in der Jahresbetrachtung für 2025 eine Mehrmenge von 1,2 % gegenüber dem Jahr 2024. In Frankreich stieg die Milchanlieferung im Verlauf des Dezembers ebenfalls an. In der 52. Kalenderwoche fiel der Zuwachs allerdings gedämpfter aus als in den Wochen zuvor. Die erfassten Milchmengen lagen in der letzten Woche des Jahres lediglich um 0,1 % über denen der Vorwoche. Gleichzeitig wurde die Vorjahreslinie um 5,7 % anhaltend deutlich übertroffen.
Quelle: AMI
2026 beginnt mit einer guten Nachricht für Rinderhalter: Die Rinderpreise steigen in der ersten Januarwoche leicht. Der Grund dafür ist das weiterhin knappe Angebot.
Das neue Jahr startet mit neuen Höchstpreisen für Rinderhalter. Der Vereinigungspreis für Jungbullen, den die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) jeden Montag veröffentlicht, steigt am 5. Januar auf ein neues Rekordhoch: 7,05 Euro/kg bekommen Landwirte für Jungbullen der Klasse R3. Das ist zwar nur ein leichter Anstieg von 5 Cent/kg zur vergangenen Notierung, verdeutlicht aber die knappe Versorgung am Markt.
Im vergangenen Jahr waren die Jungbullenpreise immer wieder in neue Höhen geschossen, der Vereinigungspreis hatte aber die 7-Euro-Marke nie überschritten. Das hat sich nun geändert.
Rinderpreise steigen Anfang 2026: 5 Cent mehr für Bullen und Kühe
Für Schlachtkühe ist der Vereinigungspreis ebenfalls um 5 Cent/kg SG angestiegen und liegt nun bei 5,75 Euro/kg SG für Kühe der Klasse O3. Anders als bei den Jungbullen kann hier die Preisspitze von 6,35 Euro/kg SG aus 2025 nicht übertroffen oder gar erreicht werden. Denn in den vergangenen Monaten sind die Preise auf hohem Niveau immer wieder gefallen.
Das erste Mal nachgegeben haben die Schlachtkuhpreise Ende Juli. Im Herbst sanken sie dann deutlicher auf bis zu 5,5 Euro/kg im November. Das dürfte auch mit der Trendwende am Milchmarkt im Spätsommer zusammenhängen. Die veranlasste Milchviehhalter dazu, verstärkt Kühe zu selektieren und zum Schlachter zu bringen. Infolge des höheren Angebots fiel daher der Kuhpreis. Dennoch konnte er auf Jahressicht 2025 ein Plus verzeichnen (s. Grafik).
Der Grund für die Preisanstiege bei Jungbullen und Kühen Anfang Januar 2026 ist das knappe Angebot. Die VEZG schreibt: „Am deutschen Schlachtrindermarkt hält sich das Angebot zu Jahresbeginn in engen Grenzen und fällt nur knapp bedarfsdeckend aus. Die Preise für Jungbullen und weibliche Schlachtrinder steigen entsprechend an.“
Rinderbestand schrumpft - trotz hoher Preise
Marktbeobachter erwarten, dass das Angebot an Rindern knapp bleiben und langfristig die Rinderpreise stützen wird. Denn nicht nur in Deutschland, auch in der EU sinkt die Rinderproduktion aufgrund der immer geringeren Verfügbarkeit von Schlachtrindern.
Von Januar bis September 2025 ging die deutsche Rinderproduktion laut Daten der EU-Kommission um 6,8 % zurück. Auch die anderen wichtigen Erzeugerländer wie Frankreich und Spanien verzeichneten deutliche Rückgänge. Laut den Analysten der Kommission ist das auf ein strukturelles Angebotsdefizit an Schlachttieren auf dem Rindermarkt zurückzuführen.
Die Ergebnisse der November-Viehzählung 2025 zeigen: Zum Stichtag 3. November 2025 hielten die Betriebe in Deutschland 10,5 Mio. Rinder, darunter 3,6 Mio. Milchkühe. Verglichen mit dem Vorjahr gab es damit rund 0,4 % Rinder weniger (- 41.000 Tiere). Allerdings hat der Bestand im Vergleich zum Mai wieder etwas zugenommen (s. Grafik). Im Zehn-Jahres-Vergleich hat der Rinderbestand um 17,5 % oder um 2,2 Mio. Tiere abgenommen.
Quelle: agrarheute
Im Schnitt mussten Käufer 2024 35.300 € je Hektar ausgeben, gut 5 % mehr als im Jahr 2023. In folgender detaillierter Aufstellung erfahren Sie alles zum deutschen Bodenmarkt.
Der seit fast zwei Jahrzehnten zu beobachtende Trend deutlich steigender Preise für Agrarland setzt sich fort. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch im Jahr 2024 weiter angestiegen, stellt der neue DBV-Situationsbericht fest.
Im Bundesdurchschnitt mussten Käufer 2024 35.300 € je Hektar ausgeben, gut 5 % mehr als im Jahr 2023. In 2023 waren die Bodenpreise gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 % gestiegen. Mit der grundlegenden Überarbeitung der Kaufwertestatistik durch das Statistische Bundesamt sind Vergleiche mit Kaufwerten vor 2021 nur eingeschränkt möglich.
Preissprung im Saarland, in Sachsen und SH
Im westlichen Bundesgebiet lag der durchschnittliche Kaufpreis für Agrarland 2024 bei 53.500 € je Hektar (gegenüber Vorjahr + 7 %), im östlichen Bundesgebiet bei 16.800 € je Hektar (– 1 %). Überdurchschnittlich fielen die Preissteigerungen in Bundesländern mit relativ niedrigem Preisniveau wie im Saarland und Sachsen aus, aber auch in Schleswig–Holstein stiegen die Bodenpreise stark an.
Rückläufig gegenüber dem Vorjahr waren dagegen die Bodenpreise vor allem in Mecklenburg–Vorpommern, Nordrhein–Westfalen und Sachsen–Anhalt.
Flächenumsatz nur bei 0,4 % der Agrarfläche
Wie aus den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen hervorgeht, wechselten 2024 63.100 ha landwirtschaftliche Flächen den Eigentümer. Das sind gegenüber dem Vorjahr 2 % mehr. Gemessen an der gesamten Agrarfläche Deutschlands macht die Verkaufsfläche weniger als 0,4 % aus.
Während die Verkaufsfläche im früheren Bundesgebiet 2024 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 31.800 ha anstieg, nahm sie in Ostdeutschland mit 31.300 ha nur um 1 % zu.
An der Spitze in Sachen Bodenmobilität lag im Jahr 2024 Niedersachsen mit einer verkauften landwirtschaftlichen Fläche von 10.200 ha, gefolgt von Brandenburg mit 9.800 ha. Mit 2,91 ha lag die durchschnittliche Fläche je Veräußerungsfall im Osten Deutschlands wesentlich höher als im Westen mit 1,40 ha. Der Umsatz aller Agrarlandverkäufe machte 2024 2,228 Mrd. € aus. Das sind gegenüber dem Vorjahr fast 8 % mehr.
Stark differierende Bodenpreise
Je nach Bodengüte, Nutzungsart oder regionaler Lage sind die Preisunterschiede beim Kauf von Agrarflächen erheblich. Für den relativ hohen Preisstand in Bayern (besonders Regierungsbezirke Nieder– und Oberbayern mit 148.700 bzw. 124.100 € je ha oder in den Regierungsbezirken Münster und Düsseldorf (119.600 bzw. 100.700 € je ha) sind vor allem die starke Nachfrage nach Bebauungs–, Verkehrs– und Ausgleichsflächen nach dem Bundesnaturschutzgesetz maßgebend.
Für eine Knappheit am Bodenmarkt sorgen in vielen Regionen auch die Fördermöglichkeiten nach dem Erneuerbare–Energien–Gesetz, Aktivitäten der Kommunen zur Bodenbevorratung sowie von privaten Stiftungen, Fonds und speziellen Banken betriebene Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen für Naturschutzzwecke.
Die niedrigsten Durchschnittskaufwerte je Hektar finden sich im Regierungsbezirk Trier (12.700 €), in Brandenburg und im Regierungsbezirk Dresden (jeweils 13.200 €) sowie im Regierungsbezirk Gießen und im Saarland (jeweils 13.300 €).
Große Unterschiede auch zwischen Ackerland und Grünland
Auch zwischen Ackerland und Grünland bestehen große Kaufpreisunterschiede. Im Bundesdurchschnitt erzielte Ackerland im Jahr 2024 einen Kaufpreis von 42.800 € je Hektar (gegenüber Vorjahr + 6 %). Mit 26.800 € je Hektar lag der durchschnittliche Kaufpreis für Grünland deutlich darunter (gegenüber Vorjahr ebenfalls + 6 %).
Die höchsten Ackerlandpreise verzeichneten 2024 Nordrhein–Westfalen mit 97.700 € je Hektar und Bayern mit 94.400 € je Hektar. Am günstigsten war das Ackerland in Brandenburg und Thüringen mit durchschnittlichen Werten von jeweils 14.900 sowie im Saarland mit 15.000 € je Hektar. Ähnlich groß sind die Unterschiede beim Kauf von Grünland.
Mehr Pacht– als Eigenflächen
Von den über 16,6 Mio. ha landwirtschaftlich genutzter Fläche Deutschlands sind nach Ergebnissen der zuletzt vorliegenden Agrarstrukturerhebung 2023 gut 60 % Pachtflächen, rund 38 % selbst bewirtschaftete Eigenflächen und knapp 2 % Flächen, die den Nutzenden unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.
Im Vergleich zum Stand vor 10 Jahren (2013) sind die Flächenanteile unverändert geblieben. Auf Grund der historischen Entwicklung gibt es allerdings Unterschiede zwischen dem früheren Bundesgebiet und Ostdeutschland.
Pachtflächenanteil steigt im Westen und geht im Osten zurück
Während der Anteil gepachteter Flächen in Westdeutschland zwischen 2013 bis 2023 von knapp 55 auf 57 % anstieg, verringerte er sich in Ostdeutschland deutlich von 71 auf rund 66 %. In den einzelnen Bundesländern variierte der Pachtflächenanteil 2023 zwischen 52 % (Bayern) und 75 % (Thüringen).
Für kleinere Betriebe mit weniger als 20 ha ergab sich 2023 ein Pachtanteil von 30 % an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche, bei mittleren Betrieben (50 bis 100 ha) waren es zuletzt 57 % und bei größeren Betrieben mit z. B. über 500 ha sind 67 % der gesamten Fläche gepachtet.
Guter Boden, hohe Pachtpreise
Pachtpreise werden gleichzeitig von einer Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst. Für Böden mit überdurchschnittlichem Ertragspotenzial müssen vergleichsweise hohe Pachtpreise gezahlt werden. Deshalb liegen die Pachtentgelte beispielsweise im Bereich der Kölner Bucht, der Magdeburger Börde oder des Thüringer Beckens deutlich über dem Durchschnittswert des jeweiligen Bundeslandes. Erheblich niedriger ist der Pachtpreis für Flächen mit leichten Böden und geringer Ertragsfähigkeit, wie beispielsweise in Südbrandenburg.
Dauerkulturflächen deutlich teurer
Der Pachtpreis für Ackerland lag in Deutschland nach zuletzt für 2023 vorliegenden Angaben bei durchschnittlich 407 € je Hektar, während er bei Dauergrünland nur 212 € je Hektar betrug. Hohe Pachtpreise werden für Flächen erzielt, die für den Wein– oder Obstanbau genutzt werden. Für Rebflächen wurde 2023 ein durchschnittlich Pachtentgelt von 1.122 € je Hektar gezahlt.
Auch die regionale Lage der landwirtschaftlichen Flächen spielt bei der Pachtpreisfindung eine wichtige Rolle. In marktnäheren Regionen oder in Gegenden mit einer Konzentration an Veredlungsbetrieben werden häufig höhere Pachten gezahlt. Veredlungsbetriebe in Niedersachsen z. B. zahlten 2023 für Ackerland durchschnittlich 866 € je Hektar, bei Neupachten von Ackerland sogar 981 € je Hektar.Ebenfalls überdurchschnittlich hohe Pachtentgelte sind in Gebieten mit intensiver gärtnerischer Nutzung – wie z. B.
in der Nähe von Großstädten und ihrem Umland – zu verzeichnen. In den ostdeutschen Bundesländern liegt das Pachtpreisniveau meist niedriger als in den westdeutschen, näherte sich diesem in den letzten Jahren allerdings deutlich an.
Kräftiger Anstieg der Pachtpreise
2023 betrug der durchschnittliche Pachtpreis in Deutschland 357 € je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Im Vergleich zu 2003 haben sich die Pachtpreise mehr als verdoppelt (+ 105 %). Bei Ackerland sind die Pachtentgelte um 111 % auf 407 € je Hektar stärker gestiegen als bei Dauergrünland mit plus 75 % auf 212 € je Hektar.
Pachtpreise in Nordrhein–Westfalen am höchsten, Schlusslicht das Saarland
Die höchsten durchschnittlichen Pachtentgelte zahlen Landwirte im Westen und Norden Deutschlands. Spitzenreiter mit 659 € je Hektar Ackerland war im Jahr 2023 Nordrhein–Westfalen, knapp gefolgt von Niedersachsen (643 € je ha) und dann Schleswig–Holstein (571 € je ha).
Mit Abstand am geringsten waren die Pachtentgelte für Ackerland im Saarland (116 € je ha). Aber auch Brandenburg lag mit 198 € je Hektar Ackerland deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die genannte Rangfolge der Pachtpreise zeigt sich auch bei den Neupachten der letzten zwei Jahre: Nordrhein–Westfalen mit 781 € je Hektar, gefolgt von Niedersachsen mit 755 €. Schlusslicht im Bundesländervergleich ist das Saarland mit 132 € je Hektar Ackerland. Aber auch Brandenburg (215 € je ha), Thüringen (257 € je ha) und Sachsen (260 € je ha) bleiben bei der Neupacht deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt (511 € je ha) zurück.
Pachtausgaben bei jährlich etwa 4,0 Milliarden Euro
Die Pachtausgaben der deutschen Landwirtschaft sind von 2,8 Mrd. € im Jahr 2013 auf 4,0 Mrd. € im Jahr 2023 angestiegen. Wird die Eigentumsfläche der Landwirte mit dem kapitalisierten durchschnittlichen Pachtpreis multipliziert, beläuft sich der Bodenkapitalstock der deutschen Landwirtschaft auf 46,5 Mrd. €.
Landwirtschaftlicher Pachtmarkt unterliegt vielfältigen Einflüssen
Die jährlichen Pachtausgaben der Landwirte betragen mit rund 4,0 Mrd. € (2023) das 2,9–fache der Pachtzahlungen vor Einführung der Direktzahlungen im Jahr 1992 (1,4 Mrd. €). Sie orientieren sich offensichtlich vornehmlich an den Renditen und sind damit auf verbesserte Bodenfruchtbarkeit, höhere Erlöserwartungen, Flächenknappheit durch Flächenverbrauch und Ausgleichsflächen sowie auf Notwendigkeiten zur Wirtschaftsdüngerverwertung zurückzuführen.
Auch die Renditeerwartungen von außerlandwirtschaftlichen Investoren dürften eine Rolle spielen. Der Einfluss landwirtschaftlicher „Direktzahlungen“ und ein „Durchreichen“ an die Verpächter der Flächen spielen dagegen im Bundesdurchschnitt offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle.
Die landwirtschaftlichen „Direktzahlungen“ betragen 4,4 Mrd. € (2023) und sind mittlerweile in hohem Maße an kostenträchtige Bewirtschaftungsauflagen geknüpft. Zudem sind sie im langjährigen Vergleich rückläufig. Der stete Anstieg der Pacht– und Bodenpreise hat sich gegenläufig und unabhängig davon entwickelt. Von den 4,4 Mrd. € „Direktzahlungen“ entfallen knapp 1,8 Mrd. € auf die Eigentumsflächen der Landbewirtschafter.
Quelle: topagrar
Der Strukturwandel hat sich besonders in der tierischen Erzeugung beschleunigt. Mit Ausnahme des Geflügelfleischerzeugung sind die erzeugten Fleischmengen der EU deutlich zurückgegangen.
Die Landwirtschaft und die Agrarstruktur befindet sich im fortwährenden Wandel. Zwischen 2010 und 2020 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU–27 von 12,1 auf 9,1 Mio. oder um 25 % zurück.
Besonders stark ging die Zahl der Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) von weniger als 5 ha zurück. Sie schrumpfte in diesem Jahrzehnt um fast ein Drittel, macht damit aber immer noch 64 % aller landwirtschaftlichen Betriebe der EU aus. Mit diesem Strukturwandel einher ging ein Rückgang der LF um 1 % und der gehaltenen Tiere (GVE) um 7 %, schreibt der DBV in seinem aktuellen Situationsbericht.
Deutlicher Rückgang der EU–Eigenversorgung mit Fleisch
Im Fünfjahreszeitraum zwischen 2020 bis 2025 hat sich der Strukturwandel besonders in der tierischen Erzeugung beschleunigt. Mit Ausnahme des Geflügelfleischerzeugung, die in diesem Zeitraum um 5,6 % angestiegen ist, sind die erzeugten Fleischmengen der EU–27 in allen anderen Bereichen deutlich zurückgegangen.
Die Fleischerzeugung insgesamt ging in diesem Fünfjahreszeitraum um knapp 4 % zurück. Da der Verbrauch in der EU zugleich um 2,6 % angestiegen ist, ist der Selbstversorgungsgrad der EU bei Fleisch stark zurückgegangen. Bei Milchprodukten ist der EU–Selbstversorgungsgrad weniger stark gesunken. Der Selbstversorgungsgrad stellt das Verhältnis inländischer Erzeugung zum inländischen Verbrauch dar.
Besonders starker Rückgang der deutschen Agrarerzeugung
Überdurchschnittlich trägt die deutsche Landwirtschaft zum Rückgang der Nahrungsmittelversorgung in der EU bei. Im Zehnjahresvergleich hat Deutschland in allen wichtigen Produktbereichen mit Ausnahme von Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Zucker und Eiern zum Teil erhebliche Anteile an der EU–Agrarerzeugung verloren.
Unzureichende Perspektiven zur Wirtschaftlichkeit von Investitionen
Im Zehnjahresvergleich ist der Anteil des deutschen Schweinebestandes am EU–Schweinebestand von 19,8 % im Jahr 2013 auf 16,0 % in 2023 zurückgegangen, bei Zuchtsauen entsprechend von 17,1 auf 13,3 %.
Beim Rinderbestand fällt der Rückgang des deutschen Anteils zwar auch deutlich aus, aber nicht so stark wie bei den Schweinen.
Obwohl die deutsche Geflügelerzeugung zwischen 2013 und 2023 zugelegt hat, aber in anderen Mitgliedstaaten wie Polen und Spanien wesentlich stärker zugenommen hat, ist auch hier der deutsche Produktionsanteil deutlich zurückgegangen, von 13,4 % in 2013 auf 11,8 % in 2023.
Gründe für die besonders starken Produktionsrückgänge in Deutschland sind nationale Rahmenbedingungen, die zum einen das EU–Recht besonders eng auslegen und im Hinblick auf die Zukunft viele Fragen über eine rechtssichere Weiterentwicklung der Tierhaltung offenlassen. Den wirtschaftenden Betrieben fehlen damit die notwendigen Perspektiven einer hinreichenden Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit ihrer Investitionen.
Dennoch ist Deutschland größter Milch–, Zuckerrüben– und Kartoffelproduzent der EU
Im Vergleich der europäischen Länder gehören die deutschen Landwirte immer noch bei acht wichtigen Agrarprodukten zum Spitzentrio. Bei Zuckerrüben, Milch und Kartoffeln ist Deutschland sogar der größte europäische Produzent. Bei Getreide, Raps, Rindfleisch und Eiern produzieren die französischen Landwirte die größte Menge. Gut ein Fünftel der gesamten europäischen Raps–, Kartoffel–, Milch– und Schweineerzeugung erbringen die deutschen Landwirte.
Selbstversorgungsgrade Deutschlands sind rückläufig
Bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind die deutschen Selbstversorgungsgrade deutlich rückläufig. Bei pflanzlichen Erzeugnissen schwanken die Selbstversorgungsgrade in Abhängigkeit von Witterung und Ernte von Jahr zu Jahr relativ stark. Bei einer Reihe von Agrarprodukten übersteigt die Produktion noch den Inlandsbedarf. Die Mehrmengen werden in andere europäische Länder oder am Weltmarkt abgesetzt. Bei Obst, Gemüse, Eiern, Rind–, Geflügel– und Schaffleisch dagegen liegt der Selbstversorgungsgrad bei etwa 100 Prozent oder zum Teil erheblich darunter.
Quelle: topagrar
Der deutsche Rinderbestand war zuletzt weiter rückläufig, ebenso wie die Zahl der Rinderhalter. Die Zahl der Milchviehhalter sank sogar um 36 % binnen 10 Jahren.
Die Tierhaltung erfolgt in den verschiedenen Regionen Deutschlands mit unterschiedlicher Intensität. Im Bundesländervergleich relativ hohe Werte weisen Niedersachsen und Nordrhein–Westfalen (1,5 bzw. 1,6 GVE je ha LF) auf. Auch Bayern (1,1 GVE je ha LF) liegt noch über dem Bundesdurchschnitt von 1,0 GVE je ha LF, berichtet der aktuelle Situationsbericht des DBV.
Die Tierhaltung wird in den einzelnen Bundesländern von unterschiedlichen Tierarten bestimmt. In Niedersachsen und Nordrhein–Westfalen werden 62 % aller Schweine in Deutschland gehalten. Die Geflügelhaltung ist mit 46 % der gesamten Haltungsplätze besonders auf Niedersachsen konzentriert.
Spitzenreiter bei der Rinderhaltung ist weiterhin Bayern – hier stehen 26 % des Gesamtbestandes, gefolgt von Niedersachsen (22 %) und Nordrhein–Westfalen (12 %). Insgesamt nahm die Zahl der Tierhalter zwischen 2013 und 2023 mit 19 % stärker ab als die Viehbestände (in GVE) mit 13 %.
Weniger Rinder, noch weniger Rinderhalter
Nach den Ergebnissen der Mai-Zählung 2025 lag die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder bei 10,3 Mio. Stück. Damit ist der deutsche Rinderbestand gegenüber Mai 2024 weiter rückläufig gewesen (– 2,7 %). Die Zahl der Rinderhalter verringerte sich auf 122.600 (– 1,6 %). Im Zehnjahresvergleich ist der Rinderbestand in Deutschland um rund 2,3 Mio. Tiere oder gut 18 % zurückgegangen. Die Zahl der Rinderhalter ging um 28.800 oder 19 %zurück.
Das hat sich zur November-Zählung dann aber geändert: Zum Stichtag 3. November stieg die Zahl der gehaltenen Rinder auf 10,5 Mio., darunter 3,6 Mio. Milchkühe. Verglichen mit dem Vorjahr gab es damit rund 0,4 % Rinder weniger (-41.000 Tiere).
Der Milchkuhbestand hingegen stieg innerhalb eines Jahres um 0,2 % (+7.200 Tiere) an. Im Zehnjahresvergleich war ein Rückgang von 16,0 % (-688.000 Tiere) zu verzeichnen. Die Zahl der Milchviehbetriebe sank im Vergleich zum 3. November 2024 um 10,9 % (- 5.400 Haltungen) auf rund 43.000. Im Zehnjahresvergleich waren es 40,8 % (-29.900 Haltungen) weniger Milchkuhhaltungen.
77 % der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern
Der Anteil der Betriebe mit 100 und mehr Rindern liegt zwar nur bei 25,7 %, sie halten aber drei Viertel aller Tiere (76,7 %). Dabei treten deutliche regionale Unterschiede auf. Während in Mecklenburg–Vorpommern und Brandenburg der Anteil der Tiere in den Größenklassen ab 100 Rinder um die 90 % liegt, werden in Bayern und Baden–Württemberg weniger als zwei Drittel der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern gehalten.
Rund ein Drittel auf die Weide
Nach zuletzt für das Jahr 2019 vorliegenden Angaben aus der Landwirtschaftszählung 2020 konnten 3,6 Mio. Rinder und damit rund 31 % aller Rinder in Deutschland auf Weiden grasen. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich ein Rückgang der Weidehaltung, da 2009 noch 37 % der Rinder die Möglichkeit zum Weidegang hatten.
Regional gibt es große Unterschiede in der Weidehaltung. In Bayern lag der Anteil der Weidenutzung 2019 bei 17 %. In Niedersachsen hatten 34 % der Rinder eine Möglichkeit zur Weidenutzung. Was die Weidehaltung in der Milchviehhaltung angeht, sind Nordrhein–Westfalen und Schleswig–Holstein die Spitzenreiter. Hier hat etwa die Hälfte der Milchkühe Zugang zur Weide.
36 % weniger Milchviehhalter binnen 10 Jahren
2025 ist die Zahl der Milchkuhhalter in Deutschland weiter stark zurückgegangen. Im Mai 2025 wurden 47.700 Milchviehhalter und damit im Jahresvergleich 3,6 % weniger gezählt. Bereits in den vergangenen zehn Jahren war die Zahl der Milchviehhalter jährlich zwischen 4 und 5 % geschrumpft. So hat sich die Zahl der Milchviehhalter zwischen Mai 2015 und Mai 2025 um 36 % verringert.
Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich gegenüber Mai 2024 um 2,5 % auf 3,6 Mio. Tiere. Im Zehnjahresvergleich fällt das Tierbestandsminus mit 16,5 % geringer aus als der prozentuale Rückgang der Milchviehhalter (– 36 %).
Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein–Schwarzbunt“ mit rund 3,9 Mio. Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,0 Mio. Tieren.
60 % der Milchkühe in Beständen mit 100 und mehr Milchkühen
In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen – das sind 21,6 % aller Milchviehhaltungen – standen im Mai 2025 rund 60 % der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen mit über 500 Milchkühen lag 2025 bei 583. Deren Milchviehherden machen mit 486.000 Tieren gut 13,6 % des deutschen Milchviehbestandes aus.
Im Mai 2025 wurden in Deutschland 621.100 Ammen– und Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an diesen Kühen im Jahresvergleich um 1,2 % angestiegen. Auch die Zahl ihrer Halter nahm gegenüber dem Vorjahr mit plus 0,7 % leicht zu. Die insgesamt 50.700 Ammen– und Mutterkuhhalter hielten zuletzt im Durchschnitt 12 Ammen– und Mutterkühe. Der Schwerpunkt dieser Art von Rinderhaltung liegt in Ostdeutschland, wo 37 % aller deutschen Ammen– und Mutterkühe gehalten werden.
Quelle: topagrar
22.12.2025 (AMI) – Der Milchmarkt zeigte im Jahr 2025 zwei Seiten: Rohstoffknappheit und eine stabile Marktlage in der ersten Hälfte, in der zweiten hingegen Angebotsüberschüsse und Preisrückgänge.
Die Molkereien in Deutschland haben im Zeitraum von Januar bis Oktober insgesamt 27,0 Mio. t Kuhmilch erfasst. Das war, bereinigt um den Schalttag, in etwa genauso viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei ergab sich für die ersten sieben Monate ein Minus, das durch die umfangreichen Mengen im Herbst überkompensiert wurde. Die Ursachen hierfür waren vielfältig: Die Spätfolgen der Blauzungenkrankheit hatten zu Fruchtbarkeitsstörungen geführt. Dadurch kam es in der zweiten Jahreshälfte zu verspäteten Kalbungen mit entsprechend erhöhter Milcherzeugung. Grundfutter war in guter Qualität und ausreichender Menge vorhanden. Auch die hohen Milcherzeugerpreise, die bis September über der 50-Cent-Marke lagen, wirkten stimulierend auf die Erzeugung. Zudem wurden weniger Kühe geschlachtet. All diese Faktoren zusammen führten dazu, dass den Molkereien ab Spätsommer ungewöhnlich viel Milch angedient wurde und das übliche Saisontief ausblieb. Nach ersten Schätzungen der AMI liegt die Milchanlieferung in Deutschland im Jahr 2025 um knapp 1 % höher als im Jahr zuvor. Auch EU-weit und international übertrafen die Milchmengen das Vorjahresniveau.
Hohes Angebot führt zu Preisdruck
Dem umfangreichen Angebot stand hingegen eine in weiten Teilen des Jahres gedämpfte Nachfrage gegenüber. Die zu Jahresbeginn noch hohen Preise hatten zu Kaufzurückhaltung geführt. Dementsprechend kam es ab dem Spätsommer zu einem Preisverfall. Dieser war an den Spotmärkten im Handel mit Rahm, Magermilchkonzentrat und Magermilch besonders ausgeprägt. Aber auch Butter, Mager- und Vollmilchpulver sowie Käse gaben merklich nach. Einzig Molkenpulver konnte sich gegen die rückläufigen Tendenzen behaupten. Hierzu hat auch die rege Nachfrage nach Molkenderivaten beigetragen.
Quelle: AMI
19.12.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Dezember 2025 weiter nach. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.
Die Milchanlieferung in Deutschland ist im Dezember, auch saisonal bedingt, weiter gestiegen und lag dabei anhaltend über dem Vorjahresniveau. Die außergewöhnlich hohen Milchmengen und die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage übten Druck auf die Rohstoff- und Produktmärkte aus. Die Erzeugerpreise für Kuhmilch werden im Zuge der anhaltend schwächeren Preisentwicklungen an den Verarbeitungsmärkten in den kommenden Monaten weiter deutlich zurückgehen.
Im Dezember war der Schlachtschweinemarkt einerseits durch ein großes Angebot und andererseits durch eine rege Nachfrage gekennzeichnet. Die Auszahlungspreise konnten sich zuletzt auf niedrigem Niveau behaupten. Bei Schlachtrindern war das Angebot im Verhältnis zur Nachfrage ausreichend.
Der Getreidemarkt entwickelte sich weiter zweigeteilt. Am Brotgetreidemarkt gaben die Preise im Monatsvergleich nach. Dagegen war Futtergetreide gefragter und die Preise konnten sich behaupten. Gleiches galt auch für den Rapsmarkt. Hier konnten sich die Preise leicht befestigen.
Quelle: AMI
China erhebt auf die Einfuhr von EU-Milchprodukten ab sofort hohe Strafzölle. Die EU-Kommission spricht von einer „sehr schlechten Entwicklung“. Diese Molkereien sind besonders betroffen.
China führt auf den Import von Milchprodukten aus der Europäischen Union hohe Strafzölle ein. Sie sollen bereits ab dem 23. Dezember 2025 gelten. Das berichten mehrere Presseagenturen mit Verweis auf eine Ankündigung des Handelsministeriums in Peking.
Die Einfuhrzölle betreffen unter anderem verschiedene Käsesorten. Sie sollen sich je nach Produkt und Hersteller zwischen 21,9 Prozent und 42,7 Prozent bewegen.
Ein Sprecher der EU-Kommission bezeichnete den Schritt heute (22.12.) in Brüssel als ungerechtfertigt. Die Brüsseler Behörde will zum Schutz der europäischen Landwirte und Milchindustrie umgehend auf die aus ihrer Sicht unfairen Handelshemmnisse reagieren.
China übt Vergeltung für den E-Autostreit
Die chinesische Regierung hatte bereits vor mehr als einem Jahr angekündigt, Importbeschränkungen für Molkereiprodukte von FrieslandCampina aus den Niederlanden und Belgien, von Elvi in Frankreich und Sterilgarda in Italien zu untersuchen. Die Wahl fiel auf diese Molkereien aufgrund ihrer Exportmengen und ihres Produktportfolios.
Insgesamt exportierten europäische Molkereien im Jahr 2023 Milchprodukte wie Käse und Milchpulver im Wert von 1,8 Mrd. Euro nach China. Dass Peking die Importe jetzt mit hohen Wertzöllen belegt, ist eine Vergeltungsmaßnahme für den anhaltenden Streit um den Import von Elektroautos aus der Volksrepublik.
Deutsche Molkereien von Strafzöllen betroffen
Nach einem Bericht des Senders ntv gilt der niedrigste Zollsatz von 21,9 Prozent für Lieferungen des italienischen Unternehmens Sterilgarda Alimenti. Die Genossenschaft FrieslandCampina muss hingegen den Höchstsatz von 42,7 Prozent bezahlen.
Dieser Tarif gilt auch für alle anderen EU-Molkereien, die bei der Untersuchung Chinas nicht kooperierten. Ein Dutzend französischer Unternehmen wird mit 29,7 Prozent belegt, während für rund 50 weitere Milchverarbeiter, darunter auch deutsche Molkereien, ein Zoll von 28,6 Prozent gilt.
Auch für Schweinefleisch muss Zoll gezahlt werden
Vorige Woche hatte China bereits Zölle auf Schweinefleisch aus der EU für die Dauer von fünf Jahren eingeführt. Diese fielen allerdings geringer aus als die zunächst nur vorläufig festgelegten Importgaben. Je nach Unternehmen werden zwischen 4,9 und 19,8 Prozent fällig, und zwar mit Wirkung seit dem 17. Dezember.
Betroffen sind vor allem Lieferungen aus Spanien, den Niederlanden und Dänemark. Nach Darstellung des Handelsministeriums (MOFCOM) in Peking ergab eine Untersuchung, dass sowohl Schweinefleisch als auch Nebenprodukte zu Dumpingpreisen aus der EU nach China exportiert worden seien. Dadurch sei der chinesischen Schweinebranche ein erheblicher Schaden entstanden. Ähnlich argumentiert Peking auch bei den Molkereiprodukten.
EU-Kommission spricht von fragwürdigen Vorwürfen
Die EU-Kommission reagierte auf die neuen Strafzölle für Milchprodukte mit deutlichen Worten. Ein Kommissionssprecher sagte, die Maßnahmen Pekings beruhten auf fragwürdigen Vorwürfen und lückenhaften Belegen. Die Brüsseler Behörde will kurzfristig eine Stellungnahme in Richtung der chinesischen Regierung senden.
Eine endgültige Antwort und gegebenenfalls konkrete Maßnahmen sollen bis zum 21. Februar feststehen. Der Sprecher verwies darauf, dass die Kommission die Welthandelsorganisation (WTO) bereits bei der Ankündigung der Untersuchungen der europäischen Milchwirtschaft durch China eingeschaltet habe. Die Einführung der Strafzölle bezeichnete er als „sehr schlechte Entwicklung“ in den komplexen und vielschichtigen Handelsbeziehungen.
Quelle: agrarheute
18.12.2025 (AMI) – Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen bewegte sich der Absatz von Formbutter weiterhin auf überaus hohem Niveau. Beim letzten Notierungstermin dieses Jahres wurde die Preisspanne am unteren Ende ein weiteres Mal gesenkt.
Die Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels von Formbutter bewegten sich Mitte Dezember weiterhin auf hohem Niveau und stiegen auch im Vergleich zur Vorwoche nochmals deutlich an. Laut nationaler Verkaufsstatistik lagen die Auslieferungsmengen zudem auf dem höchsten Niveau der vergangenen zehn Jahre. Einige Hersteller berichteten davon, dass der Handel das 3- bis 4-fache der üblichen Menge bestellt hat. Angebotsseitig war zwar mehr als ausreichend Rohstoff verfügbar, allerdings kamen die Produktionen nicht immer hinterher. Diese liefen zwar anhaltend auf Volllast, konnten aber dennoch die hohe Nachfrage teils nicht erfüllen. Unter anderem das nochmals abgesenkte Preisniveau im Lebensmitteleinzelhandel dürfte zu einem weiteren Nachfrageschub geführt haben. Teils wurde davon gesprochen, dass sich die privaten Haushalte bei dem niedrigen Preisniveau mit Butter bevorraten und diese im heimischen Tiefkühlschrank lagern. Der Verbraucherpreis für das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment ist Anfang Dezember auf 0,99 EUR gesenkt worden. Konsumenten zahlten dementsprechend 1,40 EUR weniger als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
Bei der letzten Notierung der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse im laufenden Jahr wurde die Spanne für Formbutter vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen nochmals gesenkt. Am 17.12.25 stellte die Notierungskommission in Kempten eine Spanne von 3,65 bis 4,85 EUR/kg fest.
Quelle: AMI
19.12.2025 (AMI) – Im Oktober wurden deutschlandweit wieder mehr Kühe geschlachtet als im September. Gleichzeitig wurde das Vorjahresniveau nur knapp verfehlt.
In Deutschland näherten sich die Schlachtzahlen von Kühen, nach den teilweise deutlichen Rückgängen im bisherigen Jahresverlauf, im Oktober wieder dem Vorjahresniveau an. Bereits seit Februar 2025 lagen die Kuhschlachtungen stetig unterhalb der Vorjahreslinie. Besonders deutlich wurde das Niveau des Vorjahresmonats im Februar, Mai, Juni und August verfehlt. Der deutlichste Rückstand ergab sich im August 2025, hier gingen 18,0 % weniger Kühe über die Schlachtbank als zwölf Monate zuvor. Im September verkleinerte sich der Abstand bereits auf 6,6 %, während im Oktober das Vorjahresergebnis lediglich um 1,1 % verfehlt wurde. Damit wurden, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis), im Oktober 2025 bundesweit 98.831 Kühe geschlachtet. Das waren 1.130 Kühe weniger als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig war der Oktober damit der Monat mit dem größten Schlachtaufkommen seit Beginn des Jahres. In der Kumulation von Januar bis Oktober belief sich der Rückstand im Vorjahresvergleich auf 7,1 %.
Quelle: AMI
Im November haben die meisten Molkereien ihre Milchpreise deutlich gesenkt. Teilweise um 5 Cent und mehr. Rohstoffwert und Börsenmilchwert liegen noch weit unter den aktuellen Milchpreisen. Am Spotmarkt kostet Milch so wenig wie seit Ewigkeiten nicht. Gleichzeitig ist die Milchanlieferung erheblich größer als im vorigen Jahr.
Im November haben die Molkereien die Milchpreise drastisch gesenkt. Vor allem im Norden zahlten die Molkereien deutlich wenig Milchgeld, aber auch im Süden, im Westen und im Osten Deutschlands haben die Molkereien ihren Milchbauern deutlich weniger Milchgeld ausgezahlt. Dabei liegen die Milchpreise bei vielen Molkereien nur noch knapp über 40 Cent je kg.
Für die nächsten Monate sieht es derzeit nach weiter fallenden Milchpreisen aus, denn die ökonomische Verwertung der Milch und die Auszahlungspreise liegen noch immer deutlich auseinander. Das machen jedenfalls die wichtigsten Marktindikatoren deutlich.
So liegen Rohstoffwert der Milch und der Börsenmilchwert weit unter den Auszahlungspreisen der Molkereien und die Spotmilchpreise sind so niedrige wie seit Ewigkeiten nicht. Nach den vorliegenden Daten haben im Norden mindestens 16 Molkereien ihre Auszahlungspreise (Grundpreise, ohne Zu- und Abschläge) um 4 bis 5 Cent gesenkt. Dabei sind im Norden mehrere Molkerei mehr zu finden, wo die Milchpreise jetzt nur noch bei 40 Cent liegen.
Ganz überwiegend liegen die norddeutschen Auszahlungspreise im Juni zwischen 40 und 43 Cent je kg. Eine Molkerei zahlt im Norden bereits weniger als 40 Cent. Nach den bislang vorliegenden Daten gab es nur eine norddeutsche Molkerei, die ihre Grundpreise im November nicht gesenkt hat. Die größte norddeutsche Molkerei (DMK) hat ihre Preise um 5 Cent gesenkt, und zahlt einen Grundpreis von 41 Cent.
Im Süden sind Milchpreise noch am höchsten – Druck im Westen und Osten
Im Süden Deutschlands haben die allermeisten Molkereien das Milchgeld im November ebenfalls gesenkt. Allerdings ist das Preisniveau insgesamt noch höher und die Preissenkungen lagen ganz überwiegend zwischen 3 und 4 Cent. Einige süddeutsche Molkereien weisen für November sogar noch Grundpreise von mehr als 50 Cent aus.
Die meisten süddeutschen Molkereien zahlen ihren Milchbauern im November Milchpreise zwischen 43 und 50 Cent und liegen damit deutlich höher als die Unternehmen im Norden. In der Spitze liegen die Auszahlungspreise (Grundpreise) im Süden immer noch bei gut 54,5 Cent.
Im Westen Deutschlands haben die Molkereien nach den vorliegenden Daten ihre Auszahlungspreise ebenfalls deutlich um 4 bis 5 Cent gesenkt. Insgesamt bekamen die Milchbauern für ihre Milch im Westen nach den bislang vorliegenden Daten zwischen knapp 41 und etwa 46 Cent.
In Ostdeutschland haben die Molkereien die Milchpreise nach den vorliegenden Daten ebenfalls kräftig nach unten gedrückt – um etwa 3 bis 5 Cent. Insgesamt bekamen die Milchbauern für ihre Milch im Osten etwa 39 bis 47 Cent je kg.
Rohstoffwert und Börsenmilch fallen – Spotmilch stürzt auf 15 Cent
Der vom ife-Institut errechnet Rohstoffwert der Milch – ein aus den wirklichen Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver ermittelter theoretische Milchpreis – ging ist im November um 3,4 Cent auf 35,7 Cent nach unten. Das ist der fünfte Rückgang seit Juni 2025 als der Rohstoffwert noch bei 49,8 Cent lag. Danach ging es mit dem Rohstoffwert kontinuierlich nach unten.
Gleichzeitig zeigt der Markt für die kommenden Monate keine Verbesserung der Marktlage - im Gegenteil an. Die Börsenmilchwerte, die die Entwicklung der Rohstoffwerte für die nächsten Monate aus den Börsenpreisen von Butter und Magermilchpulver ableiten, zeigen für Dezember und die kommenden Monate noch niedrige Milchpreise. Dabei notiert der Dezembertermin 2025 nur noch bei 31,7 Cent und damit nochmals 4 Cent niedriger als der Rohstoffwert.
Der Januar 2026 fällt dann sogar auf 30,7 Cent und der Februar notiert dann bei 30,5 Cent. Erst danach geht es mit den Börsenmilchwerten wieder leicht nach oben.
Die katastrophale Marktlage spiegelt sich auch in den Preisen für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch wider. Dort zahlen die Molkereien aktuell im Süden Deutschlands nur noch 16 Cent und im Norden gerade einmal 13,50 Cent. Das sind 10 Cent weniger als Anfang Dezember, und so niedrige Preise wie seit Ewigkeiten nicht.
Die Anlieferungsmenge liegt nach den Daten des Milchindustrieverbandes Anfang Dezember zudem mit 7,4 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Das drückt die Milchpreisen ebenfalls kräftig nach unten.
Quelle: agrarheute
Die neuen Zahlen der Viehzählung sind da: Der Rinderbestand ist demnach leicht gesunken. Dafür gibt es mehr Milchkühe - allerdings auf deutlich weniger Höfen.
Zum Stichtag 3. November 2025 hielten die Betriebe in Deutschland 10,5 Mio. Rinder, darunter 3,6 Mio. Milchkühe. Verglichen mit dem Vorjahr gab es damit rund 0,4 % Rinder weniger (-41.000 Tiere).
Der Milchkuhbestand hingegen stieg innerhalb eines Jahres um 0,2 % (+7.200 Tiere) an. Im Zehnjahresvergleich war ein Rückgang von 16,0 % (-688.000 Tiere) zu verzeichnen.
Die Zahl der Milchviehbetriebe sank im Vergleich zum 3. November 2024 um 10,9 % (- 5.400 Haltungen) auf rund 43.000. Im Zehnjahresvergleich waren es 40,8 % (-29.900 Haltungen) weniger Milchkuhhaltungen.
Quelle: topagrar
11.12.2025 (AMI) – Die Milchanlieferung in Deutschland verharrt seit einigen Wochen auf einem für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Niveau. Ende November stieg sie erneut leicht an. Das umfangreiche Angebot bei eher verhaltener Nachfrage ließ die Rohstoffpreise weiter sinken.
Ende November stand den Molkereien etwas mehr Milch zur Verfügung als in der Woche zuvor. Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) lieferten die Landwirte in der 48. Kalenderwoche bundesweit 0,5 % mehr Milch an als in der Vorwoche. Damit wurde das Vorjahresniveau nach wie vor sehr deutlich um 7,1 % übertroffen. In der kumulierten Betrachtung seit Beginn des Jahres hat sich der Vorsprung auf die Vorjahresmengen durch das anhaltend hohe Milchaufkommen weiter vergrößert. Insgesamt wurden von Januar bis November in Deutschland 0,7 % mehr Rohstoff erfasst als im Vorjahreszeitraum.
An den Rohstoffmärkten stellte sich das Preisgefüge für die aktuelle Berichtswoche abermals schwächer dar. Vor allem das umfangreiche Angebot setzte die Preise weiter unter Druck. Auch ein hohes Milchaufkommen in Nachbarländern von Deutschland und anderen wichtigen Exportnationen hat zu dieser Entwicklung beigetragen.
Quelle: AMI
12.12.2025 (AMI) – Insgesamt stand in der EU-27 in den ersten drei Quartalen des Jahres mehr Milch zur Weiterverarbeitung zur Verfügung als im Vorjahr. Auf Produktebene kam es bei den Herstellungsmengen der verschiedenen Molkereierzeugnissen zu Verschiebungen. Vor allem Butter wurde umfangreicher hergestellt. Die größten Rückgänge verzeichneten Kondensmilch und Vollmilchpulver.
Nachdem im ersten Halbjahr von 2025 in der EU-27 in etwa so viel Milch angeliefert wurde wie im Vorjahreszeitraum, holten die Milchmengen im dritten Quartal des Jahres auf. Von Januar bis September wurden in der Summe knapp 111,9 Mio. t Milch erfasst und damit schalttagsbereinigt 0,8 % mehr als in den ersten neun Monaten von 2024. Mengenmäßig bedeutende Zuwächse waren dabei unter anderem in Irland, Polen und Frankreich zu beobachten. Aber auch in Ungarn, Schweden, Österreich und Slowenien lagen die Anlieferungsmengen in der Kumulation der ersten drei Quartale deutlich über dem Vorjahresniveau. Dagegen holten die Milchmengen in Deutschland, Belgien und Spanien zuletzt zwar auf, verfehlten in der aggregierten Betrachtung der ersten neun Monate allerdings weiterhin das Niveau des Referenzzeitraums.
Butterproduktion weiter ausgeweitet
Nach Veröffentlichungen der EU-Kommission kam es bei der Herstellung von Milcherzeugnissen auf der Produktebene zu Verschiebungen. Die Herstellung von Butter wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgeweitet. Mit einem Produktionsumfang von knapp 1,66 Mio. t wurde EU-weit 4,7 % mehr Butter hergestellt als von Januar bis September 2024. Auch auf der Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten überwogen Zuwächse. In den erzeugungsstärksten Ländern dieses Teilmarktes - Deutschland, Frankreich, Irland und Polen – wurde zwischen 4,1 % und 7,7 % mehr Rohstoff in diese Verwertungsrichtung gelenkt als im Referenzzeitraum. Den größten prozentualen Anstieg verzeichnete Spanien mit 37,7 %. Bei einem produzierten Gesamtvolumen von knapp 0,02 Mio. t fielen die Mehrmengen allerdings etwas weniger ins Gewicht. In Belgien, Portugal, Ungarn und den Niederlanden verfehlte die Butterherstellung dagegen das Vorjahresniveau.
Quelle: AMI
Die Prognosen für die Einkommen der Landwirte im laufenden Wirtschaftsjahr sind schlecht. Sinkende Preise und steigende Kosten machen vielen Bauernhöfen zu schaffen.
Die Erzeugerpreise fallen und fallen, die Kosten steigen und steigen. So schildert Bauernpräsident Joachim Rukwied die aktuelle wirtschaftliche Lage der Landwirte. Die Prognosen für die Bauerneinkommen im laufenden Wirtschaftsjahr schätzt der DBV-Präsident daher mehr als schlecht ein, und zwar für alle Betriebsformen. „Dunkle Wolken stehen über den Bauernhöfen“, so Rukwied. Er erwartet aufgrund der höheren CO2-Besteuerung weiter steigende Energiekosten für die Bauern. Auch der höhere Mindestlohn, der von im kommenden Jahr auf 13,9 € und 2027 auf 14,6 € steigt, mache vor allem Obst-, Gemüsebauern und Winzern schwer zu schaffen. Und mit jeder Tonne Weizen und mit jedem Kilo Schweinefleisch, das Landwirte verkaufen, verliere man Geld, so der Bauernchef.
Rukwied fordert Butter-Verramschen zu stoppen
Klare Worte fand er zu den aktuellen Butterdumpingpreisen von 99 Cent für die 250-g-Packung Butter des Discounters Lidl. „So kann man kein hochwertiges Produkt verramschen.“ Er verlangt vom Discounter den sofortigen Stopp der Lockangebote. Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat daher schon das Bundeskartellamt eingeschaltet. Bei einem derart kräftigen Preisverfall warnt Rukwied im laufenden Wirtschaftsjahr 2025/26 vor einem Gewinneinbruch bei den Milchbauern.
Dabei konnten sich die Milchbauern im Bundesschnitt im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2024/25 noch über ein Plus bei den Unternehmensergebnissen von knapp 48 % auf 78.551 € je nicht entlohnter Familienarbeitskraft freuen. Das war im Vergleich der Betriebsformen das höchste Ergebnis. Ein kräftiges Minus mussten Ackerbauern verzeichnen. Ihr Einkommen brach um über 35 % auf 40.665 € je AK ein. Ein Minus gab es für Schweinehalter. Mit knapp 74.000 € verdienten sie je Arbeitskraft gut 27 % weniger als in 2023/24. Mit minus 15 % fiel der Gewinnrückgang bei den Winzern zwar gering aus. Doch das Niveau von 31.219 € ist laut Rukwied mehr als unbefriedigend. Dagegen konnten die Ökobauern mit 64.568 € je nicht entlohnter Fam-AK ein leichtes Plus von vier Prozent erzielen. Im Durchschnitt aller Betriebe reicht damit das Einkommen nicht aus, um Arbeit, Kapital und Boden angemessen zu vergüten, weder in Bayern noch in Deutschland.
Landwirtschaft braucht Politikwechsel
Bauernpräsident Rukwied erwartet daher von der neuen Regierung eine „echten Politikwechsel“. Ohne weitere entschlossene politische Reformen drohe ein beschleunigter Strukturwandel, der die Wertschöpfung im ländlichen Raum schwächt und dringend notwendige Zukunftsinvestitionen ausbremse. Daher hat Rukwied klare Forderungen an die Regierung, nicht nur an Bundesagrarminister Alois Rainer.
Gesamtpaket beim Stallumbau nötig
Gerade beim letzten Punkt wurde der Bauernpräsident mehr als deutlich. „Die Politik muss jetzt liefern, sie steht in der Pflicht“. Er erwartet für den Umbau ein Gesamtpaket. Dazu zählt er finanzielle Ausstattung der Förderung von mindestens 4 Mrd. € pro Jahr, wie es die Borchert-Kommission vorgeschlagen hatte. Erleichterungen im Bau- und Emissionsschutzrecht sowie die Kennzeichnungspflicht für die Haltungsformen sind laut Rukwied wesentliche Bestandteile des Paketes. Sollte der Bund das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zum 1. Januar 2027 nicht, wie von der Branche gefordert, umsetzen, ist es nach Meinung des Bauernpräsidenten „unnötig wie ein Kropf“. Rukwied pocht auf Ehrlichkeit. „Die Politik muss offen zugeben, wenn sie das Gesamtpaket nicht hinbekommt“, fordert der Bauernpräsident. Der Schwarze Peter dürfe nicht auf die Tierhalter geschoben werden. „Das akzeptieren wir nicht“, stellt Rukwied klar.
Quelle: agrarheute
Das ändert sich 2026 für Rinderhalter: Biosicherheit, Tierschutz und ITW im Fokus.
Ab dem 1. Januar 2026 treten für Rinderhalter wichtige Neuerungen in Kraft, die sowohl die Biosicherheit als auch den Tierschutz betreffen. Diese Änderungen sollen nicht nur die Tierhaltung optimieren, sondern auch den Gesundheits- und Tierschutzstandard auf den Betrieben verbessern.
Individuelle Risikobewertung der Biosicherheit im QS-System
Ab Januar 2026 sind Rinderhalter verpflichtet, eine individuelle Risikobewertung der Biosicherheit ihres Betriebs vorzunehmen. Diese Maßnahme dient der Prävention von Krankheiten und einer verbesserten Hygiene. Ab dem 1. Juli 2026 müssen Rinderhalter im QS-Audit nachweisen, dass diese Risikobewertung durchgeführt wurde. Zur Unterstützung können sie auf kostenlose Online-Risikoampeln zurückgreifen, die eine einfache und praxisorientierte Einschätzung ermöglichen.
ITW Rind bleibt stabil
Im Rahmen des ITW-Rinderprogramms bleiben die Anforderungen ab dem 1. Januar 2026 unverändert. Es gibt keine neuen Kriterien, die Prüfsystematik bleibt gleich und die Preisaufschläge sind weiterhin stabil. Erst ab 2027 treten Änderungen in Kraft, darunter eine längere Haltungsperiode und überarbeitete Anforderungen.
2026: Neue Tierschutzvorgaben für Milchkühe
Für die Milchkühe gelten ab Januar 2026 neue Anforderungen im Rahmen der Initiative Tierwohl (ITW). Alle Kühe müssen Zugang zum Außenklima haben, und auf jedem Betrieb muss jährlich eine Eigenkontrolle durchgeführt werden. Bei den Audits wird überprüft, ob alle Anforderungen des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ erfüllt werden. Diese Änderungen sollen den Tierschutz weiter verbessern und die Tierhaltung auf den Betrieben optimieren.
Quelle: agrarheute