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Marktentwicklung

EU: Uneinheitliche Entwicklungen beim Rohstoffangebot

21.10.2020 (AMI) – In der EU haben die Molkereien im August mehr Milch erfasst als vor Jahresfrist. Der Zuwachs hat sich jedoch verlangsamt. Die beiden größten Erzeugungsländer, Deutschland und Frankreich, sind sogar unter das Vorjahresniveau gerutscht.
Im August 2020 haben die Molkereien in der EU-28 nach teils noch vorläufigen Ergebnissen rund 0,3 % mehr Milch erfasst als zwölf Monate zuvor. Mit knapp 13,1 Mio. t, bezogen auf Standardmonate, bedeutet dies einen Anstieg der Milchmenge um rund 43.700 t. Dadurch hat sich der Vorsprung zum Vorjahr zuletzt jedoch wieder verringert. Die expansiven Tendenzen, die sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte gezeigt hatten, setzten sich nicht fort. Damit sank auch in der Summe der ersten acht Monate von 2020 der Zuwachs EU-weit auf 1,2 % im Tagesschnitt.
In den einzelnen Mitgliedsstaaten waren die Entwicklungen im August teils gegenläufig. Bei vielen der mengenmäßig bedeutenden Erzeugerländer in der EU lagen die Anlieferungsmengen unter der Vorjahreslinie.
In der aggregierten Betrachtung bis August hat sich der Mengenvorsprung zum Vorjahr in der EU-28 unter Berücksichtigung des Schalttages leicht auf 1,2 % verringert. Für die EU-27, die seit Februar gültig ist, sank das Plus auf 1,4 %. Dies entsprach einer zusätzlichen Menge von insgesamt knapp 1,8 Mio. t Milch.
Quelle: AMI

Markt für Blockbutter ohne Impulse

22.10.2020 (AMI) – In der zweiten Oktoberhälfte war der Markt für Blockbutter von einem anhaltend ruhigen Geschäftsverlauf geprägt. Preislich stellte sich die Lage unverändert dar.
Der Markt für Blockbutter präsentierte sich zu Beginn der zweiten Oktoberhälfte weiterhin ruhig. Hier und da berichteten Hersteller, dass vereinzelt Anfragen eingingen. Dabei kam es in geringem Umfang zu Abschlüssen für kurzfristige Liefertermine. In erster Linie wurde Bestandsware gehandelt, da diese nach wie vor preislich etwas günstiger angeboten werden konnte als frische Butter. Trotz der zuletzt gesunkenen Rahmpreise war die Verwertung der Sahne über Butter immer noch nicht preislich darstellbar, sodass am Markt eine insgesamt abwartende Haltung überwog. So war der Geschäftsverlauf in der Berichtswoche weiterhin ruhig, wenn auch das Neugeschäft mengenmäßig etwas zugenommen hat. Preislich stellte sich die Situation unverändert dar.
Beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland sind die Preise für Butter beim Handelstermin am 20.10.20 wiederholt gestiegen. Nachdem bereits zu Monatsbeginn ein deutliches Plus von gut 8 % zu verzeichnen war, wurde Butter am Weltmarkt zuletzt nochmals um gut 3 % höher bewertet. Die Auktion schloss bei einem Preis von umgerechnet 3.114 EUR/t. Damit erfolgte eine weitere Annäherung des Weltmarktniveaus an die Preise heimischer Ware. Dennoch waren die hiesigen Hersteller kaum wettbewerbsfähig.
Quelle: AMI

Aldi könnte Preise für Trinkmilch wieder drastisch senken

Nachdem Aldi Nord und Aldi Süd in den letzten Monaten bis zu 8,5 Cent mehr an die Lieferanten zahlten als die Konkurrenz, könnten die Preise jetzt wieder deutlich sinken. Dies würde sich auch auf die übrigen Discounter auswirken.
Bei der Festlegung der Preise für den Zeitraum von November 2020 bis April 2021 habe Aldi lediglich die Angebote der Molkereien gesichtet und die Preise sowie die Lieferzeitpunkte und -mengen zugewiesen. Nach Angaben der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) fanden klassische Kontraktverhandlungen diesmal nicht statt.
Der vor einem halben Jahr vereinbarte Preisaufschlag für Trinkmilch von 5 Cent pro Liter wird von Aldi also nicht fortgesetzt. Damit dürfte der Preis mindestens um die Höhe des Aufschlages nach unten gedrückt werden.
Bauernproteste hatten nur kurzzeitige Wirkung
Von Bauernprotesten und politischem Druck waren die Kontraktverhandlungen im Frühjahr 2020 geprägt. Nach einem Spitzengespräch mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) gaben Aldi Nord und Aldi Süd nach und führten im Mai den Preisaufschlag von 5 Cent ein. Weitere Konzerne zogen nicht nach.
Damals verkündeten Christoph Schwaiger von Aldi Süd und Jürgen Schwall von Aldi Nord, dass die beiden Discounter damit höhere Preise zahlen würden als vom Markt vorgegeben. Ziel sei es gewesen, die Landwirte zu unterstützen – und den Preisaufschlag nicht an die übrige Wertschöpfungskette weiterzugeben.
Verhalten von Lidl, Edeka und Rewe sorgte bei Aldi für Frust
Ein dauerhaftes Einpendeln des Trinkmilchpreises auf höherem Niveau sei ohne Unterstützung der anderen Konzerne laut Aldi nicht möglich gewesen. Für Frust sorgte zusätzlich, dass die Konkurrenten im letzten halben Jahr die Preise sogar gesenkt hätten, berichtet die Lebensmittel Zeitung. Der Unterschied zum niedrigsten Einkaufspreis der Konkurrenz habe zuweilen 8,5 Cent betragen.
Unter diesen Umständen sei es für Aldi nicht möglich gewesen, als einzige Unternehmen über den aktuellen Kontraktzeitraum hinaus höhere Preise zu bezahlen. Dabei habe auf dem Weltmarkt die Nachfrage zuletzt zugenommen und die Milchmengen deutscher Erzeuger nahmen im Herbst ab.
Kaufland gibt Abwärtstrend schon mal vor
Aktuell biete Kaufland für 97 Cent Deutsche Markenbutter an - anstatt 1,34 Euro. Diese Aktion am Ende des Kontraktzeitraums rufe Unverständnis hervor, so die Lebensmittel Zeitung.
Bei Aldi stünden demnächst auch Eigenmarken bei Sahne-, Quark- und Crème fraîche-Produkten unter Preisdruck. Hier hätten die Aldi-Einkäufer marktübliche Abschlüsse getroffen. Da die Preisveränderungen normalerweise auf die Verbraucher übertragen werden, sei damit zu rechnen, dass sich im November die Preise wieder auf dem Vorjahresniveau befinden. In der Folge seien Anpassungen der anderen Discounter zu erwarten.
Quelle: agrarheute

 

MIV: Milchmarkt kommt ganz gut durch die Corona-Krise

Der Milchmarkt entwickelt sich in der Corona-Krise relativ stabil.
Anders als in anderen landwirtschaftlichen Produktionszweigen – wie etwa der Schweineproduktion – blieben die großen Verwerfungen bisher aus. Die Preise für Milch und Milchprodukte entwickeln sich deshalb – trotz des insgesamt relativ schwierigen Umfelds – einigermaßen stabil.
Zu diesen Einschätzungen kommt der der Milchindustrie-Verband (MIV) heute auf seiner digitalen Jahrestagung.
Dort hat der MIV eine vorläufige Bilanz zum Milchmarkt sowie zu verschiedenen agrarpolitischen Vorgängen für das bisherige Jahr 2020 gezogen.
Milchmarkt entwickelt sich relativ stabil
Der Markt für Milch und Milchprodukte zeigte sich trotz der Corona-Pandemie recht stabil. Allerdings hatte sich das Verbraucherverhalten zunächst verändert. Durch den vorübergehenden Wegfall der Belieferung an Hotels, Gaststätten und Gemeinschaftsverpflegung stieg der Bedarf der deutschen Haushallte deutlich.
Auch in der EU war der Effekt zu spüren. Besonders litten darunter spezialisierte Liefermolkereien für den Großverbraucherbereich. Hingegen stieg die Nachfrage im deutschen und europäischen Einzelhandel auf ein Rekordniveau.
Diese schwächere Marktsituation im 1. Halbjahr 2020 führte zeitverzögert zu etwas niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milcherzeuger. Jedoch gibt es regional eine stark unterschiedliche Ausprägung.
Milchpreise 2020 etwa bei 32,5 Cent
Der durchschnittliche Milchpreis 2020 wird bundesweit etwa 32,5 Cent netto je Kilogramm Rohmilch betragen bei einem Fettgehalt von 4 Prozent und 3,4 Prozent Eiweiß. Die Milchanlieferung in Deutschland liegt im Herbst 2020 witterungsbedingt in Summe etwas über dem Vorjahreszeitraum, wobei 2019 auch bereits ein sehr trockenes Jahr war.
Anders als im Vorjahr sind 2020 einzelne Regionen innerhalb Deutschlands deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, so dass es regional Futterengpässe bzw. geringe Futterreserven für die Wintermonate bis 2020 gibt.
Die Produktionskapazitäten für Käse in Deutschland wurden 2020 leicht erhöht.
Harter Brexit könnte große Folgen haben
Sorgen bereiten dem Milchindustrie-Verband die Vorgänge um den möglichen „Harten Brexit“.
Die Verhandlungen werden intensiv geführt, ein Abkommen mit dem Vereinten Königreich (UK) wird angestrebt. UK ist ein großer Nettoimporteur bei Milcherzeugnissen. Ein Beispiel: UK importiert mehr Käse als es selber produziert.
Auch Deutschland wäre vom Harten Brexit betroffen. Die Republik Irland würde besonders unter den Maßnahmen leiden.
Gegen verpflichtende Herkunftskennzeichnung
Der Milchindustrie-Verband begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in dem Lactalis-Verfahren (C-485/18) zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Milch und Milcherzeugnissen. Mit dem Urteil setzt er seine ständige Rechtsprechung gegen die verpflichtende Herkunftskennzeichnung zum Schutz des EU-Binnenmarktes und des freien Warenverkehrs fort.
In seiner aktuellen Entscheidung macht der EuGH erneut deutlich, dass die Herkunft eines Lebensmittels aus einem bestimmten Mitgliedstaat als Verbraucherpräferenz niemals eine hinreichende Rechtfertigung für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sein kann.
Der MIV erwartet somit nun endlich auch von der EU-Kommission ein eindeutiges Statement gegen die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie.
GAP 2020: Finanzierbare Lösungen ohne zusätzliche Bürokratie!
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)2020 wird derzeit unter deutscher Präsidentschaft verhandelt. Mit Abschlüssen ist bald zu rechnen, so dass das Regelwerk ab 2023 zur Anwendung kommen kann. Der MIV erhofft sich von Brüssel sachgetragene und finanzierbare Lösungen ohne vermehrten Bürokratieaufwand für die Molkereien.
Während sich der Milchmarkt also eher in einer stabilen Seitwärtsbewegung zeigt, mit Tendenz steigender Preise, werfen die verschiedenen politischen europäischen und globalen Themen unterschiedlichste Fragen auf.
Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Molkereien und Milcherzeuger in Deutschland in der Lage sind, erfolgreich auch schwierigste Situationen zu meistern und für die Verbraucher in der Region, in Deutschland oder auch global geschmackvolle und gesunde Lebensmittel zu erzeugen, stellt der MIV abschließend fest.
Quelle: agrarheute

EU-Parlament für Bezeichnungsschutz für Milchprodukte

Im Rahmen der Abstimmung über die Position zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hat sich das Europaparlament gegen eine kommerzielle Verwendung der Bezeichnung von Milch und Milcherzeugnissen durch entsprechende Ersatzprodukte ausgesprochen. Voraussetzung ist, dass damit der mit der Bezeichnung verbundene Ruf ausgenutzt wird, berichtet der Milchindustrie-Verband. Der Schutz soll dem Verband zufolge außerdem auf den Gebrauch von Bezeichnungen in Zusammenhang mit Ausdrücken im Sinne von „Ersatz“, „wie hergestellt in“ oder „Typ“ ausgedehnt werden.
MIV-Geschäftsführer Dr. Jörg Rieke bezeichnete die Positionierung des Parlaments als „weiteren Meilenstein“, mit dem auch eine effektivere Durchsetzung des Bezeichnungsschutzes für Milch und Milcherzeugnisse nachhaltig gestärkt werde. Laut MIV bleibt allerdings noch abzuwarten, wie der endgültige Bezeichnungsschutz nach Abschluss des Trilogs zwischen Rat, Parlament und Kommission ausgestaltet sein wird.
Keine neuen Regeln für Fleischersatzprodukte
Nichts ändern wollten die Europaabgeordneten hingegen an den gegenwärtigen Regelungen zu den Bezeichnungen von Fleischersatzprodukten. Sie lehnten alle diesbezüglichen Vorschläge ab. Die Europäische Vieh- und Fleischhandelsunion (UECBV) zeigte sich enttäuscht und sprach von einer „verpassten Chance“. Eine EU-weit einheitliche Regelung sei zu bevorzugen, allerdings erlaube die Position des Parlaments nach wie vor eine Regelung auf nationaler Ebene. Nach Ansicht der UECBV werfen Fleischersatzprodukte und ihre Bezeichnungen „fundamentale“ Fragen bezüglich wahrheitsgemäßer Verbraucherinformation auf. Die Union forderte ihre Mitglieder auf, sich auf nationaler Ebene für faire Kennzeichnungsregelungen einzusetzen.
Quelle: topagrar

Niederlande: Forscher erwarten Aufgabe vieler Milchbetriebe

In den Niederlanden dürften in den kommenden zehn Jahren unter der Annahme unveränderter politischer Rahmenbedingungen tausende Milcherzeuger aufgeben und bis 2030 voraussichtlich nur 10.660 Milchbauern übrigbleiben. Das wäre ein Drittel weniger als 2018. So geht es aus einer aktuellen Studie hervor, die die Universität Wageningen im Auftrag des Molkereikonzerns FrieslandCampina angefertigt hat.
Milchmenge steigt trotzdem
Gleichzeitig dürfte die Zahl der Milchkühe um 8 % auf 14,6 Mio. Tiere abnehmen, wobei die Milchleistung je Kuh aber im Mittel um 13 % auf 9.850 l pro Jahr steigen soll. In der Folge soll die Milcherzeugung in den Niederlanden bis 2030 um 4 % auf 14,58 Mio. t steigen.
Halbierung der Betriebe bei starker Exportorientierung oder hohen Privatentnahmen
Unter unveränderten Rahmenbedingungen würden 57 % der prognostizierten Betriebsaufgaben durch die schlechte Finanzlage erzwungen, so die Forscher. Von den verbleibenden Betriebsleitern könnten voraussichtlich nur 27 % ihre Kredite tilgen und notwendige Ersatzinvestitionen tätigen. Bei drei alternativen Modellrechnungen ergab sich nach Angaben der Wissenschaftler unter anderem, dass bei einem naturschutzorientierten Ansatz die Zahl der Milchviehhalter bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 37 % zurückgehen würde. Unter der Annahme eines „freien Marktes“ mit hoher Exportorientierung würden sogar 53 % der Landwirte die Milchproduktion aufgeben. Als Grund geben sie vor allem die in diesem Fall wahrscheinlich sehr niedrigen Rohmilchpreise an. Würden die Milcherzeuger indes dagegen höhere Anforderungen an ihr Einkommen stellen und deshalb ihre Betriebsentnahmen für den privaten Verbrauch oder für alternative Investitionen erhöhen, würde sich die Zahl der Milchviehbetriebe ebenfalls in etwa halbieren.
Klare politische Bedingungen für Investitionsentscheidungen nötig
Den nationalen und regionalen politischen Entscheidungsträgern empfehlen die Wageninger Forscher, klare und langfristige Rahmenbedingungen für die Milcherzeuger zu schaffen. Dies erfordere den Austausch mit den Landwirten, Banken und Molkereiunternehmen. Nur klare Politikinstrumente, Anforderungen und Handlungsoptionen könnten den Micherzeugern als Richtschnur für ihre Investitionsentscheidungen dienen, betonen die Wissenschaftler.
Quelle: topagrar

Neues Förderprogramm belohnt Energieeffizienz in der Landwirtschaft

Investitionen in Energieeffizienz und CO2-Einsparung in der Landwirtschaft werden vom Bund breit gefördert.
Ab dem 1. November können Landwirte Investitionszuschüsse aus dem neuen „Bundesprogramm Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau“ beantragen. Anträge auf Beratungsförderung sind schon jetzt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter www.ble.de/energieeffizienz möglich.
Zentrales Förderkriterium ist die Senkung der Kohlendioxid-Emissionen. Somit können sowohl Investitionen in energiesparende Maschinen und Geräte als auch regenerative Energieträger bezuschusst werden.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion einschließlich des Gartenbaus. Für das Programm stehen bis Ende 2023 insgesamt 156 Mio. Euro aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zur Verfügung.
Das Programm soll aber auch darüber hinaus fortgesetzt werden. Ziel ist, den jährlichen Treibhausgasausstoß in der Landwirtschaft bis 2030 gegenüber 2014 um insgesamt 14 Mio. t CO2-Äquivalent zu reduzieren.
Welche Investitionen werden gefördert?
Förderfähig sind Einzelmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung eines energiesparenden Vorkühlers in Milchkühlanlagen oder effizientere Pumpen und Ventilatoren. Bezuschusst werden aber auch Geothermie- oder Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Energiespeicher. Bezuschusst werden bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Bezuschusst werden auch Beratungen und Informationsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit einer CO2-Einsparung stehen. Voraussetzung ist, dass die Beratung von zugelassenen Sachverständigen durchgeführt wird. Eine Liste der von der BLE zugelassenen Experten findet sich ebenfalls auf den Internetseiten der Bundesanstalt.
Wie ist die Akzeptanz der Förderung?
In einer ersten Runde des Bundesprogramms Energieeffizienz haben landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe seit 2016 rund 138 Mio. Euro an Fördermitteln abgerufen. Etwa 5.200 Anträge wurden dazu von der BLE bearbeitet.
Mit den Zuschüssen wurden Investitionen in Höhe von 480 Mio. Euro zur Verbesserung des Klimaschutzes in der Landwirtschaft ausgelöst.
Quelle: agrarheute

Milchmengen nähern sich dem Saisontief

15.10.2020 (AMI) – Das Rohstoffaufkommen in Deutschland nimmt weiter ab und bewegt sich nach wie vor unter dem Vorjahresniveau. An den Rohstoffmärkten hat die abnehmende Verfügbarkeit zu höheren Preisen für Spotmilch und Konzentrate geführt.
Im Zuge des anhaltend rückläufigen Verlaufes, nähert sich das Rohstoffaufkommen in Deutschland Mitte Oktober seinem saisonalen Tiefpunkt. Bis zuletzt war die Verfügbarkeit von Rohmilch nach Einschätzung der Marktteilnehmer zwar gegeben, das Näherkommen des Saisontiefs machte sich jedoch in einem knapper werdenden Angebot bemerkbar. Damit haben sich die Entwicklungen der Vorwochen fortgesetzt. In der 40. Kalenderwoche wurde den Molkereien nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) bundesweit 1,1 % weniger Milch angedient als in der Woche zuvor. Damit verstärkte sich der Rückgang, während sich die Anlieferungsmengen weiter um 1,0 % unter der Vorjahreslinie bewegten.
Festere Preistendenzen an den Rohstoffmärkten
Mit den rückläufigen Milchmengen hat Mitte Oktober auch die Verfügbarkeit an Rohstoffen weiter abgenommen. In Verbindung mit einem zunehmenden Bedarf seitens der Verarbeiter zeigten sich festere Preistendenzen bei Rohmilch, Magermilch und Konzentraten. Im Zuge dessen bewegten sich die Rohstoffpreise teils oberhalb der Verwertungen auf der Produktseite.
Dem begrenzten Angebot an Industrierahm stand eine rege Nachfrage gegenüber. Im Zuge der anlaufenden Vorproduktion fettreicher Produkte für das Weihnachtsgeschäft war der Rohstoff sehr gesucht. Dies führte zunächst zu einem starken Anstieg der Preise, zuletzt hat sich hier jedoch auf dem erhöhten Niveau eine gewisse Entspannung eingestellt. Bei Magermilchkonzentrat wurde Mitte Oktober von einer stetigen Nachfrage berichtet. Für kurzfristige Anfragen stand zumeist ausreichend Rohstoff zur Verfügung. Insgesamt war der Markt knapp ausgeglichen und die Preise zogen in der Berichtswoche leicht an.
Quelle: AMI

Milchpreise konnten sich noch nicht nachhaltig erholen

Schwäbisch Gmünd - Am Weltmilchmarkt wächst die Milcherzeugung trotz der Corona-bedingten Absatz- und Handelsstörungen weiter.
Die 9 größten Exporteure produzierten in den ersten 7 Monaten 2020 2,1 % mehr Milch. Insbesondere Südamerika und Australien holten nach den ungünstigen Wetterbedingungen der letzten Jahre in den ersten 7 Monaten wieder um 4,0 % auf.
Mengenmäßig spielt die Mehrerzeugung in den USA (+1,8%) und der EU allerdings die größere Rolle. In der EU zeigen vor allem Spanien, Italien, Polen und Irland größere Mengensteigerungen. Die EU-Bilanz der ersten 7 Monate zeigt bei 1,9 % höherer Erzeugung, 1,8 % niedrigeren Exporten und 0,2 % gestiegenem Verbrauch einen Bestandsaufbau von 1,8 Mio. t. Die deutsche Erzeugung lag im Vergleich dazu bei +1,0 % in den ersten 7 Monaten und bei -0,6 % in KW 37.
In den ersten 7 Monaten mussten die EU und Neuseeland im Export Rückgänge von 1,8 % bzw. 4,4 % hinnehmen, hier drängt sich die USA mit günstigen Offerten und einer Zunahme von 19,7 % insbesondere im Milchpulverbereich weiter in die Märkte. Trotz fortwährender Handelsstreitigkeiten hat China der USA sogar 41 % mehr Milchprodukte abgenommen.
Im Inland konnte sich der Spotmilchpreis seit dem Tief von 20 ct/kg um Ostern bis Ende August wieder auf über 34 ct/kg erholen. Nach dem Ende der Hitze und trotz der saisonal abnehmenden Milchanlieferung ist der Spotmilchpreis bis Ende September wieder auf 31,6 ct/kg zurückgegangen.
Die Butterpreise liegen aktuell mit 3,70 €/kg für geformte Ware 18 ct/kg über Vorjahr. Blockbutter rangiert mit 3,50 €/kg dagegen 13 ct/kg unter Vorjahr. Während der Absatz an die Verbraucher gut läuft, warten die Käufer loser Ware vor dem Hintergrund des wechselkursbedingt schwierigen Drittlandabsatzes ab.
Der Käsemarkt zeigt sich weiter ausgeglichen. Mit Preisen von 3,08 €/kg liegt Schnittkäse auf Vorjahresniveau. Unsicherheit gibt es bezüglich der weiteren Entwicklung bei Corona, insbesondere mit Blick auf Südeuropa. Auch der Drittlandexport gestaltet sich währungsbedingt schwieriger.
Die Milchpulvermärkte zeigen sich unterschiedlich, Vollmilchpulver liegt mit 2,80 €/kg 15 ct/kg unter Vorjahr und wird nur auf Anfrage produziert. Magermilchpulver liegt mit 2,20 €/kg für Lebensmittel- und 2,03 €/kg für Futterware auf Vorjahresniveau. Molkenpulver wird ruhig nachgefragt. Der Kieler Rohstoffwert, der im Mai bis auf 27 ct/kg zurückging, hat sich bis August wieder auf 29,9 ct/kg befestigt.
Am Terminmarkt an der EEX in Leipzig zeigen sich die Kurse uneinheitlich und zuletzt bei Butter wieder etwas schwächer. Abgeleitet ergäben sich daraus Erzeugerpreise von rund 31 ct/kg von September bis weit ins Jahr 2021 hinein. Hier spielen die Sorgen um die weitere Entwicklung bei Corona ebenso eine Rolle, wie die globale Wirtschaftslage, die aktuelle Euro-Stärke und die steigende Erzeugung.
Die Auszahlungspreise der Molkereien haben in Folge der Corona-bedingten Markteinbrüche und der großen Unsicherheiten im April und Mai nachgegeben. In Baden-Württemberg lag der Rückgang von Februar bis Mai bei -2,2 ct/kg. Allerdings waren die Molkereien entsprechend ihrer Produkte und Absatzmärkte unterschiedlich betroffen. Die Abschläge reichten bis zu -5 ct/kg, so dass die Spanne zwischen den Molkereien im Mai fast 7 ct/kg betrug.
Im Juni erfolgten bereits wieder Korrekturen, die sich bis August fortsetzten. Im Juli und August betrug die Spanne zwischen den Molkereien noch 3,4 ct/kg, gegenüber 2,3 ct/kg im August 2019. Für August wird in Baden-Württemberg ein Erzeugerpreis von 33,4 ct/kg erwartet, gegenüber 32,7 ct/kg im Mai und 34,4 ct/kg im August 2019.
Biomilch hat von Corona profitiert und erlebt einen Nachfrageschub. In den ersten 8 Monaten 2020 wurden von den privaten Haushalten in Deutschland z.B. 16,1 % mehr Bio-Trinkmilch, 22,1 % mehr Bio-Käse. 12,5 % mehr Bio-Joghurt und 7,6 % mehr Bio-Butter eingekauft. Die Erzeugerpreise in Süddeutschland lagen nach Zahlen von Bioland im August entsprechend bei stabilen 47,4 ct/kg.
Mit der nachhaltig im zweistelligen Bereich wachsenden Nachfrage nach Bio-Milchprodukten und den in den ersten 7 Monaten in Deutschland nur um 4,1 % gestiegenen Anlieferungen von Biomilch ergeben sich Spielräume sowohl für neue Lieferanten bei den Molkereien, als auch für stabile Preise.
Quelle: proplanta

Russland rechnet mit weiterem Anstieg der Fleisch- und Milchproduktion

In Russland soll die Erzeugung von Schlachttieren einschließlich Geflügel 2020 bei etwa 15,42 Mio. t Lebendgewicht liegen und damit um 1,7 % höher als im Vorjahr, schätzt die Landesregierung laut aiz.info.
Im Jahr 2023 dürfte die Produktion im Vergleich zu 2019 dann um 6,6 % umfangreicher ausfallen, zitiert die Moskauer Fachzeitschrift "Agroinvestor" aus einer vom Moskauer Wirtschaftsministerium veröffentlichten Entwicklungsprognose. Dem Ressort zufolge könnte die Fleischerzeugung unter anderem durch die Erschließung neuer Exportmärkte angekurbelt werden.
Noch kräftiger soll der Prognose nach die Rohmilchproduktion zulegen, die im Zeitraum 2010 bis 2016 noch eine überwiegend negative Tendenz aufgewiesen hatte, seitdem aber wieder langsam stieg, im vergangenen Jahr auf fast 31,4 Mio. t.
Für 2020 wird nun ein weiterer Zuwachs um 2,3% und innerhalb der nachfolgenden drei Jahre um 6,8% vorhergesagt. Vor diesem Hintergrund rechnet das Wirtschaftsministerium mit einer Ausweitung der inländischen Erzeugung von Käse und Topfen, während die von Butter zurückgehen dürfte, schreibt aiz.info.
Quelle: topagrar

Die Mischfutterherstellung 2019/20 im Tortendiagramm

Im Wirtschaftsjahr 2019/20 produzierten 287 meldepflichtige Betriebe insgesamt 23,9 Mio. t Mischfutter. Das sind 0,4 % Mischfutter mehr als im Vorjahr. Raps liegt vor dem Sojaanteil im Mischfutter.
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat zwei Grafiken zur Mischfutterprosuktion veröffentlicht.
Bei einer leicht abnehmenden Zahl an Mischfutterbetrieben stieg die durchschnittliche Herstellungsmenge auf 83.438 t pro Betrieb. Für die Gesamtherstellungsmenge wurden rund 21 Mio. t meldepflichtige Rohstoffe verarbeitet.Rapsschrot vor Sojaschrot, 40 % weniger Hülsenfrüchte
Der Einsatz von Rapsschrot liegt mit 2,5 Mio. t weiterhin über der Verarbeitungsmenge von Sojaschrot (2,4 Mio. t). Die im Vorjahr beobachtete Entwicklung setzt sich also fort.
Die Verarbeitung von Hülsenfrüchten betrug 113.406 t und ist mit einem Minus von 40 % im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich zurückgegangen. Es wurden 61.889 t (- 47,1 %) weniger Futtererbsen eingesetzt als im Vorjahr.
Den höchsten Zuwachs in der Rohstoffverarbeitung zu Mischfutter gab es hingegen beim Roggen mit 49,6 %.
Schweinefutter bleibt wichtigste Futtersorte
Auch im Wirtschaftsjahr 2019/20 ist Schweinefutter mit 9,6 Mio. t die wichtigste Futtersorte. Den zweiten Platz nimmt weiterhin das Rinderfutter (7 Mio. t) ein.
Die Auswirkungen der Dürre im Sommer 2019 zeigen sich nicht mehr ganz so deutlich. So ging die Rinderfutterherstellung 2019/20 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73.473 t (- 1 %) zurück.
Quelle: topagrar

Stabilität an den Pulvermärkten

08.10.2020 (AMI) – Magermilchpulver zeigt sich zum Monatsbeginn, trotz beruhigter Nachfrage, preislich stabil. Für kurzfristige Lieferungen war der Bedarf bereits weitestgehend gedeckt. Für spätere Termine hielten sich die Einkäufer noch zumeist zurück.
Anfang Oktober präsentierte sich der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität weiterhin in einer stabilen Verfassung, allerdings bei zuletzt erneut etwas ruhigerem Neugeschäft mit Abschlüssen am Binnenmarkt wie auch im Drittlandsbereich. Für kurzfristige Liefertermine bestand auf der Käuferseite nur noch vereinzelt Bedarf. Hier sind bereits umfangreiche Mengen unter Kontrakt. Die Hersteller verfügten somit bis zum Jahresende über eine gute Auftragslage und hatten keinen Verkaufsdruck. Der Fokus der Anfragen lag bei Lieferterminen im neuen Jahr. Hierfür war die Abschlussbereitschaft jedoch noch begrenzt, auch vor dem Hintergrund der Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklungen der Corona-Pandemie.
Im Inland waren die Preise zuletzt weiter stabil. An der Butter- und Käse-Börse in Kempten wurde für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität am 07.10.20 eine Spanne von 2.130 bis 2.270 EUR/t notiert, das war unverändert zur letzten Feststellung im September.
Quelle: AMI

FAO-Lebensmittelpreisindex im September erneut gestiegen

Der FAO-Lebensmittelpreisindex zeigte im September 2020 abermals nach oben. Es handelt sich damit um den vierten monatlichen Anstieg in Folge und den höchsten Wert seit Februar 2020, berichtet aiz.info.
Im Detail lag der Index im September bei durchschnittlich 97,9 Punkten, das ist ein Plus von 2 Punkten oder 2,1 % im Vergleich zum Vormonat sowie eine Steigerung um 4,6 Punkte oder 5 % im Jahresvergleich, so der Pressedienst unter Berufung auf die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen).
Die Gründe
Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg des FAO-Lebensmittelpreisindex waren höhere Notierungen für Pflanzenöle und Getreide, während im Gegensatz dazu die Preise für Milchprodukte stabil blieben und jene für Zucker und Fleisch geringer ausfielen.
Der FAO-Lebensmittelpreisindex bildet monatliche Preisänderungen eines Korbs international gehandelter Lebensmittel ab.
Getreide
Der FAO-Getreidepreisindex erhöhte sich im September den dritten Monat in Folge und erreichte mit einer Steigerung von 5 Punkten oder 5,1 % einen Durchschnittswert von 104 Punkten gegenüber August und lag damit 12,5 Punkte oder 13,6 % über dem entsprechenden Monat des Vorjahres.
Besonders die Weizenpreise stiegen stark an, was die FAO auf rege Handelsaktivitäten angesichts zunehmend unsicherer Produktionsaussichten auf der südlichen Hemisphäre sowie auf trockene Bedingungen, wodurch die Aussaat von Winterweizen in vielen Teilen Europas beeinträchtigt ist, zurückführt.
Auch die internationalen Maispreise verzeichneten eine bemerkenswerte Erhöhung, basierend auf gedämpften Produktionsaussichten, insbesondere in der EU, sowie auf Erwartungen für einen deutlichen Rückgang der Vorräte in den USA als Folge nach unten korrigierter Lagerstände aus der vergangenen Saison. Eine starke Importnachfrage aus China ließ die Sorghumpreise den dritten Monat in Folge steigen.
Achtmonats-Hoch für FAO-Pflanzenölpreisindex
Ein Achtmonats-Hoch wurde im September für den FAO-Pflanzenölpreisindex registriert, der sich um 5,9 Punkte oder 6,0 % auf durchschnittlich 104,6 Punkte im Vergleich zu August erhöhte. Die Fortsetzung des Anstiegs resultierte der FAO zufolge hauptsächlich aus verbesserten Notierungen für Palm-, Sonnenblumen- und Sojaöl.
Die internationalen Palmölpreise stiegen den vierten Monat in Folge deutlich an, bedingt durch eine rege weltweite Importnachfrage, niedrigere als erwartete Lagerbestände in Malaysia sowie Unsicherheiten hinsichtlich des Produktionstempos in Südostasien in den kommenden Monaten. Gleichzeitig stiegen die internationalen Sonnenblumenölpreise vor allem wegen geringerer Ernteaussichten in der Schwarzmeerregion stark an.
Bei Sojaöl wurde die Aufwärtsbewegung durch eine langsame Verarbeitungsrate in Südamerika sowie eine gute Nachfrage aus der US-Biodieselindustrie ausgelöst.
Milchprodukte
Der FAO-Milchpreisindex war im September mit durchschnittlich 102,2 Punkten stabil zum Vormonat und lag damit 2,5 Punkte oder 2,5 % über dem Wert des entsprechenden Monats im Jahr 2019. Aktuell wurden moderate Preiserhöhungen bei Butter, Käse und Magermilchpulver durch einen Rückgang bei Vollmilchpulver ausgeglichen, berichtet die FAO.
Die Butterpreise stiegen aufgrund einer hohen Nachfrage nach kurzfristigen Lieferungen sowie wegen einer verringerten Verarbeitung in Europa. Etwas höhere Notierungen für Käse wurden wiederum über eine höhere Importnachfrage in Verbindung mit einer ausgedehnteren Binnennachfrage in Europa, trotz anhaltend schwacher Verkäufe über die Gastronomie, erreicht. Ebenso stiegen die Preise für Magermilchpulver aufgrund eines verknappten Angebots in Europa, wo die Milchproduktion derzeit saisonal rückläufig ist.
Nach unten zeigten dagegen die Notierungen für Vollmilchpulver bei einer geringeren Importnachfrage insbesondere aus dem Nahen Osten und einer nahe am saisonalen Höhepunkt liegenden Produktion in Ozeanien.
Fortsetzung des Abwärtstrends beim Fleischpreisindex
Beim FAO-Fleischpreisindex setzte sich der seit Jänner zu beobachtende Abwärtstrend auch im September fort. Konkret wurde ein leichter Rückgang um 0,9 % auf durchschnittlich 91,6 Punkte gegenüber August registriert. Das Minus im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres betrug 9,5 Punkte oder 9,4 %.
Das kürzlich in China verhängte Importverbot für Schweinefleisch aus Deutschland, nachdem bei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen wurde, war ein Grund für den niedrigeren FAO-Fleischindex. Aber auch die Notierungen für Schaffleisch gaben wegen eines reichlichen und der Saison entsprechenden Angebots aus Australien nach. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Geflügelfleisch, was durch schnelle internationale Verkäufe und begrenzte Exportware aus Brasilien untermauert wurde.
Die Preise für Rindfleisch blieben stabil, da ein Anstieg der Notierungen für entsprechende Produkte in Brasilien durch eine entgegengesetzte Bewegung in Australien nahezu ausgeglichen wurde.
Zuckermarkt
Der FAO-Zuckerpreisindex lag im September im Durchschnitt bei 79 Punkten, was einem Rückgang von 2,1 Punkten oder 2,6 % gegenüber August entspricht. Das Minus bei den internationalen Zuckerpreisen war laut FAO hauptsächlich auf die Erwartung für einen globalen Zuckerproduktionsüberschuss in der neue Saison 2020/2021 zurückzuführen.
Die jüngsten Anzeichen deuten auf eine deutliche Produktionserholung in Indien, dem zweitgrößten Zuckerproduzenten der Welt, sowie auf eine starke Erzeugung in Brasilien, dem weltweit größten Zuckerexporteur, hin. Darüber hinaus trug die anhaltende Schwäche des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar zur Senkung der Weltzuckerpreise bei.
Quelle: topagrar

Milchpreise: Kosten steigen, Milchpreise nicht

In den letzten Monaten des Jahres dürften die meisten deutschen Molkereien die Milchpreise stabil halten. Das heißt auch: Die wirtschaftliche Situation der Milchbauern bleibt angespannt.
„Bei Auszahlungspreisen von 29 bis 32 Ct/kg kann vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Erzeugungskosten von einer schwierigen Situation gesprochen werden“, sagt Heusmann.
Die Preise für die wichtigsten Milchprodukte bewegen sich im Großhandel ebenfalls seitwärts. Für die zwischen den Molkereien Spotmilch sind die Preise im Oktober zwar etwas zurückgegangen – sie bleiben mit 35,5 bis 37,5 Cent je Kilo jedoch immer noch sehr hoch.
Ein Grund dürfte die deutlich unter dem Vorjahreswert liegende Milchanlieferung sein. In der letzten Septemberwoche war die angelieferte Milchmenge in Deutschland immerhin 1,0 Prozent kleiner als ein Jahr zuvor.
Der für die Milchbauern dringend notwendige Anstieg der Milchpreise ist aber trotzdem nicht in Sicht. „Die finanzielle Situation vieler Milchviehbetriebe bleibt gerade in den durch Erntekosten und Pachten belasteten Herbstmonaten sehr angespannt“, sagt der Vorsitzende des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, Jan Heusmann.
„Die mit Milch erzielbare Gewinnmarge ist weiterhin gering und drückt die Stimmung bei den Betrieben“, heißt es weiter.  „Bei Auszahlungspreisen von 29 bis 32 Ct/kg kann vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Erzeugungskosten von einer schwierigen Situation gesprochen werden“, sagt Heusmann.
Börsenmilchwert kaum verändert – Spotmilch kostet bis zu 37,5 Cent
Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, hat im September – wie zuvor erwartet ¬ – leicht zugelegt. Das ife-Institut errechnete einen Wert von 31,1 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 0,2 Cent je kg zum August-Wert, der nur bei 29,9 Cent lag.
Die Börsenmilchwerte sind ein Indikator für die weitere Entwicklung der Milchpreise. Hier schlagen die aktuellen Börsenpreise für Milchprodukte unmittelbar im „Wert der Milch“ nieder. Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktkursen von Butter und Magermilchpulver.
Für die Monate Oktober und November ergibt sich ein Börsenmilchwert von 31,2 Cent und von 31,6 Cent. Gegenüber dem im September ermittelten Preisen ist das ein Anstieg von 0,5 bis 0,7 Cent. Für die kommenden Monate gehen die Börsenmilchwerte dann jedoch wieder leicht bis auf 31,3 Cent zurück. Das sind 0,3 Cent weniger als die Rohstoffwertung vor vier Wochen ergeben hat.
Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, hat im September – wie zuvor erwartet ­ – leicht zugelegt. Das ife-Institut errechnete einen Wert von 31,1 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 0,2 Cent je kg zum August-Wert, der nur bei 29,9 Cent lag. Grund für den etwas höheren Rohstoffwert war, dass die Preise für Butter und für Magermilchpulver im September leicht gestiegen sind.
Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind etwas niedriger als vor vier Wochen – jedoch weiterhin erheblich höher als die aktuellen Milchpreise. In der ersten Oktoberwoche kostete die Spotmilch in Deutschland – je nach Region – zwischen 35,5 und 37,5 Cent. Im Vergleich zum September ist das ein Rückgang rund 0,5 bis 1,5 Cent. Aus den Niederlanden wurden rund 1 Cent niedrigere Spotmilchpreise als im September gemeldet – nämlich 37,0 Cent.

Butterpreise: Oktober etwas schwächer – danach unverändert

Im europäischen Großhandel bewegen sich die Preise für Butter in der ersten Oktoberwoche seitwärts.
Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Mittwoch (08.10.) für den Oktober-Termin mit 3.340 Euro je Tonne. Das sind etwa 100 Euro weniger als vor vier Wochen. Für die Monate November und Dezember wurden 3.440 Euro je Tonne und 3.420 Euro je Tonne notiert. Damit haben sich die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten vier Wochen kaum verändert.
Gleichzeitig notieren die beiden letztgenannten Termine etwa 100 Euro höher als der Oktoberkontrakt. Offenbar rechnet der Markt derzeit mit einem geringen Anstieg bzw. mit relativ stabilen Preisen.
Im europäischen Großhandel bewegen sich die Preise für Butter in der ersten Oktoberwoche seitwärts. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 04. Oktober bei 345 Euro je 100 kg. Vier Woche zuvor wurden 343 Euro notiert.
Im deutschen Großhandel wurden am 04.Oktober Butterpreise von 338 Euro notiert. Das waren 7 Euro weniger als vor vier Wochen und 5 Euro weniger als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 335 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 5 Euro weniger als vor vier Wochen und 3 Euro weniger als in Deutschland.

Magermilch: Kassamarkt bewegt sich kaum

Im europäischen Großhandel wurde Magermilchpulver (MMP) am 04. Oktober für 217 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 3 Euro mehr als vor vier Wochen.
Die Preise für Magermilch-Pulver (MMP) haben am europäischen Terminmarkt in den letzten vier Wochen etwas zugelegt. Am Mittwoch (07.10) lagen die Kurse für den Oktober-Kontrakt bei 2.215 Euro je Tonne und damit 70 Euro höher als vor vier Wochen.
Für die Monate November und Dezember wurden 2.230 und 2.245 Euro je Tonne notiert. Das sind rund 100 Euro mehr als vier Woche zuvor. Gleichzeitig lagen die Kontraktpreise für den Oktober über dem Niveau der aktuellen Kassapreise.
Im europäischen Großhandel wurde Magermilchpulver (MMP) am 04. Oktober für 217 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 3 Euro mehr als vor vier Wochen.
Aus dem deutschen Großhandel wurden MMP-Preise von 220 Euro gemeldet. Das waren 2 Euro mehr als vor vier Wochen. In den Niederlanden notierte man MMP mit 217 Euro je 100 kg und damit 5 Euro teurer als vor vier Wochen und 3 Euro billiger als in Deutschland.

Käsepreise leicht im Plus, Vollmilchpulver unverändert

Die Preise für Käse (Edamer) sind im europäischen Großhandel leicht gestiegen. Die Kommission meldete am 04. Oktober für Edamer im europäischen Mittel Preise von 315 Euro je 100 kg.
Die Preise für Käse (Edamer) sind im europäischen Großhandel leicht gestiegen. Die Kommission meldete am 04. Oktober für Edamer im europäischen Mittel Preise von 315 Euro je 100 kg. Das sind 4 Euro mehr als vor vier Wochen.
Die europäischen Cheddar-Preise lagen zuletzt bei 305 Euro je 100 kg. Das ist ein Aufschlag von 10 Euro zum Vormonat.
Für Vollmilchpulver (VMP) haben sich die Preise im europäischen Großhandel zuletzt kaum verändert. Die Kommission meldete am 04. Oktober durchschnittliche VMP-Preise von 273 Euro je 100 kg. Das ist das gleiche Niveau wie als vor vier Wochen.
Quelle: agrarheute

Wirtschaftliche Situation auf den Höfen erneut eingetrübt

09.10.2020 (AMI) – Im Betriebszweig Milchproduktion haben sich die Erlöskomponenten 2020 erneut zu Ungunsten der Erzeuger entwickelt. Dadurch hat sich die wirtschaftliche Situation in den Betrieben verschlechtert.
Für die deutschen Milcherzeuger ist die für das Jahr 2020 erhoffte weitere Erholung der Erzeugerpreise, die im Herbst des Vorjahres eingesetzt hatte, ausgeblieben. Die marktseitigen Verwerfungen in Folge der Corona-Pandemie, die wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen haben, fielen zwar weniger deutlich aus als zunächst zu befürchten war. Dennoch hat die Wirtschaftlichkeit in den Milchviehbetrieben ab dem zweiten Quartal 2020 unter den Rückgängen des Milchgeldes gelitten. Ab der Jahresmitte setzte auf der Erlösseite eine leichte Erholung ein. Die Niveaus vom Jahresanfang wurden dabei jedoch nicht wieder erreicht. Die variablen Kosten zeigten sich derweil im bisherigen Jahresverlauf in der Summe weitgehend stabil.
Erlösseite bestimmt das Gesamtergebnis
Auf der Erlösseite wirke sich insbesondere der im zweiten Quartal erfolgte Rückgang der Erzeugerpreise negativ aus. Bis zur Jahresmitte sank die Auszahlungsleistung der Molkereien für den Rohstoff Milch im Bundesmittel um gut 3,3 Ct. Das bedeutete für die Erzeuger gegenüber dem Jahresende 2019 Einbußen auf der Milchgeldabrechnung um rund 10 %. Ab Juli setzte zwar eine gewisse Erholung ein, diese konnte die zuvor erfolgten Verluste jedoch bis in den Herbst hinein nicht wieder ausgleichen.
Quelle: AMI

Schlechte Stimmung der Landwirte hält an

Berlin - Die Stimmungslage in der Landwirtschaft hat sich noch verschlechtert. Das geht aus dem Konjunkturbarometer Agrar für September hervor, das der Deutsche Bauernverband (DBV) am vergangenen Donnerstag (8.10.) vorgelegt hat

Quelle: proplanta

Notierungen für Milchprodukte meist stabil

Bonn - Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland waren Anfang Oktober saisonal weiter rückläufig und lagen zuletzt auch unter der Vorjahreslinie.
Der Jahrestiefpunkt der Milcherzeugung wird von Experten für die erste Novemberhälfte erwartet. Vorläufigen Daten der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) zufolge wurden seit Jahresbeginn bis zum 27. September von den meldenden Molkereiunternehmen in Deutschland insgesamt 23,82 Mio t Milch erfasst; das waren 0,6 % mehr als in der Vorjahresperiode.
Am hiesigen Markt für Milchprodukte haben sich die Preise bei Standardprodukten in der vergangenen Woche kaum verändert. Bei Hartkäse mussten die Hersteller laut Süddeutscher Butter- und Käsebörse im Verkauf jedoch gewisse Preisabschläge hinnehmen.
Bei Emmentaler und Viereckhartkäse wurde die Notierung für das Kilogramm in Kempten am Mittwoch (7.10.) am unteren Spannenende um 15 Cent auf 3,90 Euro/kg herabgesetzt, am oberen Ende sogar um 60 Cent auf 4,70 Euro.
Die Zuschläge aus der Vorwoche hatten damit keinen Bestand. Noch größer fielen die Notierungsabschläge bei der Käsespezialität Emmentaler aus Rohmilch aus. Hier wurde der obere Grenzwert um 2,00 Euro auf 5,75 Euro/kg nach unten korrigiert; am unteren Spannenende ging es um 20 Cent auf 5,20 Euro/kg nach unten.
Laut der Kemptener Börse weist die Notierung dieses Spezialproduktes häufiger größeren Schwankungen bei Preisen und Mengen auf, was auch dem eher engen Markt geschuldet sei. Schnittkäse wie Gouda und Edamer wurde in Hannover hingegen unverändert notiert, es gebe eine gute Nachfrage bei stabilen Preisen, teilte die amtliche Kommission mit.
Laut Kemptener Börse zogen die Bestellungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) für Schnittkäse an, während es in der Gastronomie wegen der zunehmenden Corona-Infektionen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens Unsicherheiten gebe.
Butter nur international teurer
Der Absatz von Päckchenbutter an den LEH war laut Kemptener Börse in der vergangen Woche lebhaft und wurde auch von Verkaufsaktionen in den Läden getragen. Die Hersteller hätten zunehmend das kommende Advents- und Weihnachtsgeschäft im Blick und würden für die nachfragestarke Zeit Bestände aufbauen, um dann lieferfähig zu sein.
Wegen laufender Kontrakte blieb die Notierung für geformte Butter in Kempten am vergangenen Mittwoch aber unverändert in den Grenzen von 3,60 Euro/kg bis 3,80 Euro/kg. Bei der losen Ware machte sich hingegen die zurückhaltende Nachfrage der industriellen Verwender bemerkbar, zudem sei die Verwertung von Sahne über Blockbutter nicht attraktiv, erläuterte die Börse. Von ihr wurde der untere Notierungswert für die lose Ware um 10 Cent auf 3,35 Euro/kg gesenkt; der obere Spannenwert blieb mit 3,55 Euro/kg stabil.
Einen starken Sprung nach oben machte hingegen der Butterpreis an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT). Bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (6.10.) erlöste die ausschließlich von der Molkerei Fonterra angebotene Butter für die Lieferkontrakte November 2020 bis April 2021 im Mittel 3.561 $/t (3.026 Euro); das waren 8,4 % mehr als bei der vorherigen Handelsrunde Mitte September.
Die seit Mitte Juli erfolgten Preisabschläge wurden damit auf einen Schlag wettgemacht; das Niveau von Anfang Oktober 2019 wird allerdings um 14 % verfehlt. In Deutschland liegt der negative Preisabstand zur Vorjahresnotierung bei der losen Butter aktuell bei gut 6 %.
Milchpulver unverändert abgerechnet
Für Milchpulver in den verschiedenen Varianten hat es in der vergangenen Woche laut der Erhebung der Kemptener Börse praktisch keine Preisveränderungen bei Verkäufen an die Kunden in der Lebensmittel- oder Futtermittelindustrie gegeben. Die Aktivitäten bei Magermilchpulver hätten sich zu Monatsbeginn beruhigt, stellte die ZMB fest.
Für das vierte Quartal 2020 verfügten die Werke über eine gute Auftragslage, und es würden nur noch Restmengen für den kurzfristigen Zusatzbedarf zur Verfügung stehen. International hätten die USA ihre Preise etwas angehoben, so dass sich das globale Niveau stärker angeglichen habe und Ware aus der EU konkurrenzfähig sei.
Die Unsicherheit über den weiteren Pandemieverlauf führe bei einigen Kunden zu einer abwartenden Haltung bei Neuabschlüssen für das neue Jahr, berichteten die Berliner Marktbeobachter.
Bei Vollmilchpulver wird laut Kemptener Börse hierzulande fast nur bereits verkaufte Ware produziert, was die Preise stabilisiere. Die ZMB sprach von einer zuletzt ruhigen Nachfrage. Gleiches gelte auch für Molkenpulver in Futter- sowie in Lebensmittelqualität, welches zu weitgehend unveränderten Preisen gehandelt worden sei.
Bei der GDT-Auktion legte vergangene Woche der Durchschnittspreis für Vollmilchpulver im Mittel aller Kontrakte gegenüber Mitte September um 1,7 % auf 3.041 $/t (2.584 Euro) zu. Magermilchpulver wurde dagegen mit einem durchschnittlichen Abschlag von 0,9 % auf 2.895 $/t (2.435 Euro) gehandelt.
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8498 Euro
Quelle: proplanta

Dänische Regierung beschließt Ausstieg aus Anbindehaltung

Die dänische Regierung hat das Aus für die Anbindehaltung bei Rindern ab 2027 beschlossen. Ökologisch wirtschaftende Rinderhalter müssen bereits bis 2024 vollständig aussteigen. Für Neubauten soll grundsätzlich sogar schon ab dem 1. Januar 2022 ein Anbindeverbot greifen, das voraussichtlich eine novellierte dänische Ökoverordnung festschreiben soll. Ökologisch wirtschaftende Bestandsbetriebe mit einer Herde von bis zu 50 Tieren sollen jedoch eine zweijährige Übergangsfrist bekommen. Diese wird laut dem Agrarressort im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung erteilt, wobei die Landwirte dafür nachweisen müssen, dass auf ihrem Hof ansonsten ein „ausreichendes Tierschutzniveau“ gewährleistet ist. Diese Ausnahme dürfte allerdings maximal noch zehn Biobetriebe betreffen.
Jensen betonte die Notwendigkeit von Übergangszeiträumen für die Landwirte, die heute noch Anbindehaltung betrieben. Diese dürften nicht von einem Tag auf den nächsten ihren Lebensunterhalt verlieren. Mit der Kompromisslösung treibe man jedoch den Tierschutz in Dänemark voran und biete den Betrieben ausreichend Zeit, sich an die neuen Regeln anzupassen, sagte der Minister.
Quelle: proplanta

AMI-Rohstoffindex im Zuge von ASP in Abwärtsbewegung

25.09.2020 (AMI) – Im September verzeichnete der deutsche Agrarrohstoffindex einen leichten Rückgang um rund 0,4 % auf 124,4 Punkte. Preiszuwächse an den Getreidemärkten und dem Milchmarkt überwogen durch die Preisrückgänge am Schlachtschweinemarkt im Zuge des eingestellten Drittlandhandels, der aufgrund des Auftretens von Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland zum Stillstand gebracht wurde.
Angetrieben von festen Terminnotierungen zogen am deutschen Kassamarkt die Mahlweizenpreise an. Das Auftreten der ASP in Brandenburg hatte kurzzeitig für Panikverkäufe gesorgt, die allerdings keine Preiswirkung erzielen konnten. Der Futtergetreidemarkt war vom steilen Anstieg der Körnermaispreise gekennzeichnet. Gestiegene Rapspreise in der 39. Kalenderwoche haben die Abgabebereitschaft der Erzeuger erhöht.
Im Zuge der, nach dem Corona-bedingten Rückgang, erfolgten Erholung der Produktpreise, haben sich zeitverzögert ab Juli auch bei den Milcherzeugerpreisen wieder festere Tendenzen eingestellt. Im August und September haben die Molkereien vermehrt ihre Auszahlungsleistung angehoben, wodurch die Aufschläge in Richtung Herbst deutlicher ausfielen als dies noch im Juli der Fall war. Das Niveau vor der Corona-Pandemie wurde im September aber nicht wieder erreicht.
Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kam es zu einem deutlichen Verfall der Schweinepreise. Entsprechend ruhig ist die Nachfrage nach Schlachtschweinen, Überhänge sind die Regel. Bei den Schlachtrindern ruht der Fokus aktuell deutlich auf den Jungbullen. Kühe sind dagegen kaum gefragt, Abschläge waren zuletzt die Regel.
Quelle: AMI

Schlachtrinderpreise meist schwächer

Brüssel - Die Schlachtrinderpreise in der Europäischen Union haben zuletzt überwiegend nachgegeben. Die Preise für Jungbullen bewegten sich erneut seitwärts, während Kühe und Färsen schwächer tendierten.
In der Woche zum 20. September wurden Jungbullen der Handelsklasse R3 nach Angaben der EU-Kommission im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten für 350,87 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG) gehandelt; das entsprach gegenüber der Vorwoche einem Minus von lediglich 5 Cent.
In den Niederlanden legte die Notierung um 3,2 % zu, während sich in Dänemark das Plus auf 1,5 % belief. Spürbar schwächer fiel der Zuwachs mit 0,3 % und 0,2 % in Frankreich und Deutschland aus. Während sich die Preise für R3-Bullen in Belgien, Irland und Österreich auf dem Niveau der Vorwoche stabilisierten, gingen die Erlöse der polnischen Mäster um 0,1 % zurück. Kräftiger fiel das Minus in Spanien und Italien aus, wo 0,5 % beziehungsweise 2,0 % weniger gezahlt wurden.
Wie schon in der Vorwoche gaben auch die Preise für Kühe im EU-Schnitt nach. Laut Kommission wurden für Tiere der Handelsklasse O3 in der Berichtswoche 276,35 Euro/100 kg SG gezahlt und damit 0,6 % weniger. In einigen Ländern entwickelten sich die Notierungen indes freundlicher. In Belgien und Dänemark legten die Preise um jeweils 0,4 % zu, in Irland und Frankreich um jeweils 0,3 % und in Italien noch um 0,1 %. Auch in Polen kam es zum vergleichsweise geringen Abschlag von 0,1 %; in Deutschland, Spanien und den Niederlanden fiel das Minus mit Einbußen von 1,5 % bis 1,8 % allerdings größer aus.
Nochmals kräftiger gingen die Erlöse in Österreich zurück, und zwar um 2,9 %. Schwächer noch als bei den Kühen entwickelten sich die Preise für Färsen. Im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten erlösten Tiere der Handelsklasse R3 der EU-Kommission zufolge 364,98 Euro/100 kg SG; das entsprach im Vorwochenvergleich einem Rückgang um 1,2 %. In Österreich legten die Preise indes um 1,1 % zu, in Dänemark um 1,0 %.
Auch in Frankreich und Belgien zeigten sich die Notierungen mit einem Plus von 0,5 % beziehungsweise 0,3 % freundlicher. Leichte Abschläge von 0,1 % und 0,2 % gab es hingegen bei den Preisen für R3-Färsen in Polen und Irland. Eine kräftigere Einbuße wurde mit 1,0 % in Deutschland verzeichnet; sehr schwach entwickelten sich derweil die Notierungen in den Niederlanden, Italien und Spanien, wo es zu Abschlägen von 3,7 %, 5,8 % und 7,7 % kam.
Quelle: proplanta

 

Zahlreiche Ausgestaltungen im Trinkmilch-Sortiment

29.09.2020 (AMI) – Milchprodukte sind bei den Verbrauchern beliebt und landen bei fast jedem Einkauf im Wagen. Im Zuge dessen sind sie fester Bestandteil in Werbespots im Fernsehen und den wöchentlichen Hauswurfsendungen. Die Ausweitung des Produktsortimentes bei Trinkmilch gibt dem Handel dafür vermehrten Spielraum.
Zunehmende Anforderungen seitens der Verbraucher in den Bereichen Differenzierung, Individualisierung, angepasste Portionsgrößen, Gesundheit, Convenience und Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren die Diversifizierung des Trinkmilch-Sortimentes vorangetrieben. Die Werbung setzt hier direkt an und bildet diese Vielfalt in ihrer ganzen Bandbreite ab. Von gentechnik- oder laktosefreier Milch über Milch aus nachhaltiger Erzeugung bis hin zu Weide-, Bergbauern- und Heumilch. Und das sowohl im Preiseinstiegssegment als auch bei Markenprodukten.
Der Preis ist häufig doch das Zünglein an der Waage
Viele Faktoren beeinflussen die Kaufentscheidungen der Verbraucher. Die sich verändernden Präferenzen sind dabei ein an Bedeutung zunehmender Faktor. Häufig ist es letztendlich dann aber doch der Preis. Und das nutzt der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in seinen Werbeaktionen aus, um bestimmte Produkte in den Vordergrund zu rücken und deren Absatz zu forcieren.
Im September wird Trinkmilch, mit dem Ende der Urlaubszeit, üblicherweise vermehrt in den Aktionen des Handels beworben. In diesem Jahr war die Zahl der Werbeanstöße um knapp 10 % höher als in den beiden Vorjahren. Das zeigt die Analyse auf Basis von AMI Aktionspreise im LEH. Hieraus geht ebenfalls hervor, dass in- und ausländische Markenware in den Aktionen des Handels teils preisgleich oder sogar günstiger angeboten wurde als Milch im Preiseinstiegssegment.
Quelle: AMI

Umfangreichere russische Milch- und Fleischproduktion erwartet

Wie Russlands Landwirtschaftsminister Dinitrij Patrushew am Montag vergangener Woche (21.9.) in Moskau mitteilte, ist im laufenden Jahr mit einer Milchproduktion von rund 32 Mio t zu rechnen; das wären 740 000 t oder gut 2 % mehr als 2019. Gleichzeitig dürfte die Fleischerzeugung um 453 000 t oder rund 3 % auf 15,6 Mio t Lebendgewicht ausgeweitet werden, so der Minister. Das dem Agrarressort untergeordnete Zentrum für Agroanalytik veranschlagte die diesjährige Erzeugung von Fleisch aller Arten zuletzt auf den voraussichtlichen Rekordwert von 11,17 Mio t Schlachtgewicht (SG), was im Vorjahresvergleich einem Plus von 2,7 % entsprechen würde.
Im Einzelnen dürfte die Geflügelfleischerzeugung um 2 % auf 5,1 Mio t SG erhöht werden und die von Schweinefleisch um 4 % auf 4,1 Mio t SG. Für die Produktion von Rindfleisch erwarten die Fachleute einen Zuwachs um 1 % auf 1,6 Mio t SG. Nach ihrer Einschätzung dürfte sich das Gesamtaufkommen an Fleisch in Russland bis zum Jahr 2024 dem Volumen von 12 Mio t weiter annähern. Mit Blick auf die heimische Putenfleischerzeugung prognostizierte der Nationale Verband der Geflügelproduzenten zuletzt für 2020 ein Volumen von 301 500 t SG, nach 288 100 t SG im Vorjahr. AgE
Quelle: topagrar

EU-Milchanlieferung wächst schneller

Im Juli haben die Molkereien in der EU-28 nach teils noch vorläufigen Daten insgesamt rund 13,7 Millionen Tonnen erfasst. Das waren zwei Prozent mehr Milch als ein Jahr zuvor und bedeutet einen Mengenanstieg um knapp 277.400 Tonnen. Damit haben sich die expansiven Tendenzen zu Beginn der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr nahm dabei weiter zu, nachdem im April und Mai kurzfristig geringere Anstiege zu verzeichnen gewesen waren. Im Zuge dessen wurden im Juli sogar die Zuwachsraten vom Jahresbeginn übertroffen.
In Frankreich war im Juli im EU-weiten Vergleich der mengenmäßig größte Anstieg zu verzeichnen. Hier wurde die Vorjahresanlieferung um rund drei Prozent oder rund 53.700 Tonnen übertroffen. Nach zuvor drei Monaten mit rückläufigen Tendenzen bedeutete dies einen sichtbaren Sprung beim dortigen Rohstoffaufkommen. Mit gewissem Abstand folgen Italien und Irland. In beiden Ländern stieg die Anlieferung gegenüber dem Vorjahresmonat um gut vier Prozent. In Italien bedeutete dies, bei gegenüber Juni etwas geringerer Zuwachsrate, ein Mengenwachstum um knapp 44.300 Tonnen. Die Produktionsausweitung in Irland bewegte sich in einem ähnlichen Umfang. Eine im Vergleich zu den Vormonaten weitere Zunahme des Wachstums auf 4,4 Prozent brachte den Molkereien auf der grünen Insel im Juli gut 42.700 Tonnen mehr Rohstoff für die Verarbeitung. Nennenswerte Zuwächse beim Milchaufkommen meldeten darüber hinaus Polen mit rund 21.800 Tonnen und Deutschland mit rund 21.100 Tonnen. In Spanien lieferten die Milcherzeuger 18.300 Tonnen mehr Rohstoff an die Molkereien, in den Niederlanden und in Tschechien waren es jeweils rund 13.000 Tonnen.
Insgesamt wiesen die Statistiken der Mitgliedstaaten, mit nur wenigen Ausnahmen, nahezu durchgängig Anlieferungen oberhalb des Vorjahresniveaus aus. Nur punktuell und in geringerem Umfang wurden die Vorjahresmengen in Österreich und Malta unterschritten. Durch den darüber hinaus erfolgten Rückgang beim, im Februar aus der EU ausgetretenen, Vereinigten Königreich ergab sich für die EU-27 im Juli ein Zuwachs gegenüber 2019 um zwei Prozent. AMI
Quelle: topagrar

Käsemarkt ausgeglichen

01.10.2020 (AMI) – Der Absatz von Schnittkäse Richtung Lebensmitteleinzelhandel verlief weiterhin auf einem normalen Niveau. Die coronabedingt geringere Nachfrage aus Südeuropa wurde teils durch Produktionseinschränkungen ausgeglichen.
Zum Monatswechsel hat sich der Markt für Schnittkäse weiterhin sehr stabil präsentiert. Die Hersteller berichteten von einem normalen Absatz Richtung Lebensmitteleinzelhandel. Zum Teil konnte über Aktionen die Nachfrage der Verbraucher angekurbelt werden. Auch die Industrie und der GV-Bereich orderten kontinuierlich Ware, sodass sich die Hersteller insgesamt zufrieden zeigten. Mit Blick auf den Herbst herrscht jedoch eine gewisse Unsicherheit aufgrund der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie vor.
Der Export Richtung Südeuropa bewegte sich nach wie vor unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Aus Drittländern kamen zum Teil Anfragen, jedoch gestalteten sich Abschlüsse unter dem derzeitigen Wechselkursverhältnis des Euros zum US-Dollar weiterhin schwierig. Daher wurde die Produktion teils gedrosselt, sodass sich Angebot und Nachfrage insgesamt ausgeglichen gegenüberstanden. Die Preise für Schnittkäse blieben zuletzt weitestgehend stabil.
Quelle: AMI

EuGH setzt nationalen Herkunftsangaben für Milch enge Grenzen

Frankreich erleidet Schiffbruch vor dem EuGH: Ein aktuelles Urteil schränkt die Möglichkeiten für verpflichtende nationale Herkunftsangaben für Milch deutlich ein.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dürfen für Milch und Milchprodukte zwar grundsätzlich eine verpflichtende nationale Ursprungsangabe vorschreiben. Das ist aber nur erlaubt, wenn zwischen der Qualität des Lebensmittels und seiner Herkunft nachweislich eine Verbindung besteht. Das hat die Dritte Kammer des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) heute entschieden (Urteil C-485/18).
Das Gericht folgte damit im Wesentlichen EuGH-Generalanwalt Gerard Hogan. Er hatte die verpflichtende Angabe des Ursprungslands Ende Juli in seinem Schlussantrag als nicht EU-konform eingeschätzt.
Die Luxemburger Richter schieben mir ihrem Urteil zunehmend nationalen Tendenzen einiger Mitgliedstaaten bei der Lebensmittelkennzeichnung einen Riegel vor.
Lactalis klagt erfolgreich gegen den französischen Staat
In dem Rechtsstreit hatte die französische Molkereigruppe Lactalis vor dem französischen Staatsrat gegen ein Dekret der eigenen Regierung geklagt. Mit dem Dekret hatte die Regierung im Januar 2017 die Pflicht eingeführt, dass Milch und Milchprodukte auf dem Etikett mit dem Ursprungsland der Milch zu kennzeichnen sind. Statt dem Land darf die Angabe auch „Ursprung: EU“ oder „Ursprung: Nicht-EU“ lauten. Importierte Erzeugnisse sind von der Regelung ausgenommen.
Nach Auffassung von Lactalis verstößt diese nationale Vorschrift aber gegen die EU-Verordnung zur Lebensmittelinformation (LMIV), weil die Verordnung klare Anforderungen an eine harmonisierte Kennzeichnung von Lebensmitteln in der EU stellt. Der französische Staatsrat hatte die Klage dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt.
Qualität und Ursprung müssen nachweislich in Verbindung stehen
Der EuGH stellte nun fest, dass die Harmonisierung durch die LMIV es den Mitgliedstaaten zwar nicht verwehrt, zusätzliche verpflichtende Ursprungs- oder Herkunftsangaben vorzuschreiben. Dafür gelten aber zwei Voraussetzungen:

1. Zwischen bestimmten Qualitäten des Produkts und seinem Ursprung muss nachweislich eine Verbindung bestehen.
2. Die Mehrheit der Verbraucher muss der Information eine wesentliche Bedeutung beimessen.

Nur wenn beide Bedingungen nacheinander geprüft wurden und erfüllt sind, darf die Ursprungsangabe vorgeschrieben werden. Es reicht nicht, sich allein auf subjektive Kriterien zu stützen. Auch genügt es nicht, zur Begründung auf eine leichte Verderblichkeit des Lebensmittels oder eingeschränkte Transportfähigkeit hinzuweisen.
MIV: Frankreich muss nationales Dekret aufheben
Nach Einschätzung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) muss das angerufene oberste französische Verwaltungsgericht das nationale Dekret nun aufheben.
„Eine Rechtfertigung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung allein mit dem Wunsch der französischen Verbraucher, die Herkunft des Lebensmittels zu wissen, ist nach diesem Urteil ausgeschlossen“, sagte MIV-Justitiar Dr. Jörg Rieke gegenüber agrarheute.
Tendenz zum Konsumnationalismus
Das Urteil hat grundlegende Bedeutung. Ursprünglich hatte die EU-Kommission die französische Regelung nur im Rahmen einer zweijährigen Testphase genehmigt. Die Regierung in Frankreich hatte die Geltungsdauer aber einseitig verlängert, ohne dass die Kommission eingeschritten wäre. Mittlerweile haben neben Frankreich sieben weitere Mitgliedstaaten, darunter Italien, Spanien und Portugal, verpflichtende nationale Ursprungsangaben eingeführt.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte darum zuletzt Anfang September auf dem EU-Agrarministerrat in Koblenz vor einem überbordenden Konsumnationalismus gewarnt. Der Urteilsspruch der Luxemburger Richter setzt diesen Tendenzen nun Grenzen.
Quelle: agrarheute

 

Die Milchbranche auf den Punkt gebracht

23.09.2020 (AMI) – Die Milchwirtschaft in Deutschland ist, gemessen am Umsatz, die größte Lebensmittelbranche in Deutschland. Wie ist diese Branche strukturiert? Zu was wird die erfasste Milch verarbeitet? Und wie viel wird davon im Ausland abgesetzt? Verschaffen Sie sich einen umfassenden Überblick!
Die Milchbranche in Deutschland erzielte 2019 einen Umsatz von rund 27 Mrd. EUR, knapp 30 % davon wurden im Ausland erwirtschaftet. Vor allem bei Dauermilcherzeugnissen stellt der Export einen wichtigen Absatzkanal dar. Aber auch Käse und Butter werden zunehmend im Ausland vermarktet. Auch im Vergleich zu anderen Agrarprodukten haben Milcherzeugnisse im internationalen Handel eine überdurchschnittliche Bedeutung. Dadurch nehmen die Entwicklungen am Weltmarkt immer mehr Einfluss auf das Marktgeschehen in Deutschland.
Hinzu kommt der Strukturwandel, der auch vor der Milchviehbranche nicht Halt macht. Immer weniger Betriebe halten dabei mehr Tiere. Und auch die Molkereiindustrie ist dem stetigen Wandel unterworfen und muss sich neuen Anforderungen aus Politik und Handel stellen.
Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Verbraucher. Auch das Konsumverhalten hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. So stehen unter anderem Streichmischfette und Konsummilch mit höheren Fettgehalten in der Gunst der Verbraucher. Aber auch pflanzliche Alternativen sind im Kommen.
Quelle: AMI

Milchanlieferung folgt saisonalem Verlauf

24.09.2020 (AMI) – Die Milchanlieferung in Deutschland hat sich in der zweiten Septemberhälfte, nach dem hitzebedingten Rückgang, wieder in den saisonalen Verlauf eingeklinkt. An den Rohstoffmärkten führte die zwischenzeitlich höhere Verfügbarkeit zu leichten Preisrückgängen bei Rohmilch und Konzentraten.
Über die Monatsmitte sind die Milchmengen nach Herstellerberichten bundesweit weiter in saisonal üblichem Umfang gesunken. Bereits in der der 37. Kalenderwoche fiel das das Milchaufkommen nach der kurzfristigen Erholung nach dem Hitzeknick geringer aus und hat sich damit wieder in den saisonalen Verlauf eingefunden. Die kurzfristige Periode mit hochsommerlichen Temperaturen hat sich nach Berichten der Molkereien nicht zusätzlich dämpfend auf die Anlieferung ausgewirkt. Nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) stand den Molkereien zur Monatsmitte 0,3 % weniger Milch zur Verfügung als in der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde dabei um 0,6 % verfehlt. In der aggregierten Betrachtung von Januar bis Anfang September wurde bundesweit insgesamt 0,7 % mehr Milch erfasst als im Vorjahreszeitraum.
Rohstoffpreise geben bei zunehmendem Angebot nach
Im Zuge der Normalisierung der Anlieferungsmengen und der Milchinhaltsstoffe nach der Hitzedelle hat sich die Angebotssituation an den Rohstoffmärkten ab Mitte September wieder entspannt. Die erhöhte Verfügbarkeit schlug sich in der Berichtswoche in leicht schwächeren Preisen für Rohmilch und Konzentrate nieder.
Bei Rahm wurde kurzfristig wieder mehr Ware angeboten. Da sich die Forderungen der Verkäufer aber nach wie vor nicht bei der Vermarktung von Butter abbilden ließen, ging die Zahlungsbereitschaft der Käufer zurück. Neue Abschlüsse kamen leicht unter der Preisbasis der Vorwoche zustande. Magermilchkonzentrat war ebenfalls reichlicher verfügbar. Auch aus dem europäischen Umfeld gelangte vermehrt teils auch günstigere Ware auf den hiesigen Markt. Die Preise für Magermilchkonzentrat deutscher Herkunft entwickelten sich im Zuge dessen unverändert bis leicht schwächer.
Quelle: AMI

Verbraucherreport: Bürger haben großes Vertrauen in ihre Lebensmittel

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Lebensmittel ist ungebrochen hoch. Das bestätigt der aktuelle Verbraucherreport, der heute Vormittag veröffentlicht wurde.
Die deutschen Verbraucher sehen ihre Interessen im Bereich Lebensmittel und Ernährung gut geschützt. Das bestätigt der aktuelle Verbraucherreport, den die Verbraucherzentrale Bundesverband heute Vormittag der Presse vorstellte. Somit ist das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit und Qualität der in Deutschland angebotenen Lebensmittel weiterhin hoch.
Auf die Frage "Wie gut meinen Sie sind Ihre Interessen als Verbraucher in Deutschland in den folgenden Bereichen geschützt?“ antworteten im Bereich Lebensmittel und Ernährung knapp drei Viertel der Befragten (73 %) mit "gut" oder "sehr gut". Besser schnitt nur noch der Bereich Strom und Heizung ab. Schlecht bewertet wurde (wie im Vorjahr) der Bereich Internet und Digitalisierung. Hier fühlten weniger als die Hälfte der Befragten ihre Interessen gut geschützt.
Die Verbraucherzentrale hat in ihrer repräsentativen Umfrage 1.500 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahre befragt. Umfragezeitraum war Juli/August 2020.
Quelle: agrarheute

 

AMI-Rohstoffindex: Wenig Bewegung im August

28.08.2020 (AMI) – Der deutsche Agrarrohstoffindex konnte im August das Preisniveau halten und legte leicht um 0,1 % im Vergleich zum Juli auf rund 124,7 Punkte zu. Die erwartete Stabilisierung an den Milchmärkten überwog die leichten Verluste an den Fleisch- und Getreidemärkten. Bei den Schlachtschweinen sind die Folgen der COVID-19 Pandemie weiterhin zu spüren.
Am Brotgetreidemarkt konzentrieren sich die Aktivitäten auf das Abwickeln von Vertragsware, denn die aktuellen Gebote bieten wenig Anreiz zum Verkauf. Mit Futtergetreide finden kaum nennenswerte Neugeschäfte statt. Weizen und Gerste sind vorerst eingelagert. Die Rapspreise stehen wegen des Angebotes von baltischer und ukrainischer Ware am hiesigen Kassamarkt unter Druck.
Die Erzeugerpreise für Kuhmilch haben sich zur Jahresmitte stabilisiert, nachdem zuvor in Folge der pandemiebedingten Verwerfungen an den Produktmärkten rückläufige Tendenzen das Bild bestimmt hatten. Seit Juli hat dies auch in der bundesweiten Betrachtung eine festere Preistendenz zur Folge. Auch für August zeichnet sich eine weitere Anhebung beim Milchgeld ab.
Die Schlachtungen von Schweinen sind aufgrund der COVID-19 Pandemie teilweise immer noch eingeschränkt. Doch die Angebotsüberhänge fallen nicht mehr so groß aus wie noch im Juli und bauen sich im Laufe des Augusts nach und nach ab. Schlachtrinder werden in eher begrenzten Mengen angeboten, dies ermöglichte im August teils festere Preise.
Quelle:AMI

Börsenwert für Rohmilch rutscht unter 30 Cent - Spotmilchpreise stabil

Die Börsenmilchwerte zeigen – ähnlich wie die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch – die kurzfristig vom Markt erwarteten Milchpreise an. Auf diese Weise schlägt sich die aktuelle Marktlage unmittelbar im Börsenmilchwert nieder. Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilchpulver.
Für den Monat August und für September ergibt sich jeweils ein Börsenmilchwert von 29,5 Cent. Das ist gegenüber den im Juli 2020 ermittelten Preisen ein Rückgang von 0,6 Cent. Bis zum Jahresende steigen die Börsenmilchwerte dann bis auf 30,1 Cent. Das sind sogar 2 Cent weniger als die Rohstoffwertung vor vier Wochen ergeben hat.
Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch hat sich im Juli nochmals erholt. Das ife-Institut errechnete einen Wert von 30,1 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 1,3 Cent je kg zum Juni-Wert, der bei 28,8 Cent lag. Grund für den höheren Rohstoffwert war, dass sich die Preise für Butter im Juli gestiegen sind. Die Preise für Magermilchpulver blieben unverändert. Trotz der Erholung ist das Preis-Niveau bei Butter und vor allem bei Magermilchpulver niedriger als vor der Corona-Krise.
Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind ähnlich hoch wie vor vier Wochen. Anfang August kostete Spotmilch in Deutschland – je nach Region – zwischen 32 und 33,50 Cent. Aus den Niederlanden wurden ebenfalls stabile Spotmilchpreise von 32 Cent gemeldet.

Butterpreise: Terminmarkt erwartet keinen weiteren Anstieg

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Mittwoch (12.08) für den August-Termin mit 3.400 Euro je Tonne. Das sind etwa die gleichen Butterreise wie vor vier Wochen. Für die Monate September und Oktober wurden jeweils 3.450 Euro je Tonne notiert.
Damit sind die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten vier Wochen um 50 Euro leicht zurückgegangen. Gleichzeitig notieren beide Termine geringfügig höher als der Augustkontrakt. Scheinbar rechnet der Markt mit einer weiteren leichten Erholung der Preise bei Butter.
Im europäischen Großhandel haben die Preise für Butter in der zweiten Augustwoche leicht zugelegt. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 09. August bei 341 Euro je 100 kg Butter. Vier Wochen zuvor wurden 336 Euro gezahlt. Im deutschen Großhandel wurden am 09. August Butterpreise von 345 Euro notiert. Das waren 6 Euro mehr als vor vier Wochen und 4 Euro mehr als im Schnitt der EU.
In den Niederlanden wurden Butter mit 333 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 3 Euro mehr als vor vier Wochen und 12 Euro weniger als in Deutschland.

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