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Marktentwicklung

Presseschau

Internationale Milchpreise wieder leicht gesunken

Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade sank in dieser Woche um 1,3 % auf 4.600 $/t. Der Global Dairy Trade-Preisindex fiel damit um 17 Punkte auf 1.342.
Einen Anstieg gab es bei den Preisen für Butter (+2,4 % auf 6.213 $/t) und Magermilchpulver (+1,0 % auf 4.276 $/t). Wasserfreies Milchfett (-4,7 % auf 5.913 $/t), Cheddar (-9 % auf 4.875 $/t) und Vollmilchpulver (-0,6 % auf 4.125 $/t) gingen im Preis zurück.    
Preise für Laktose, Buttermilchpulver und Süßmolkenpulver sind nicht verfügbar.
Die gehandelte Menge lag mit 20.760 t nochmals unter dem Niveau der vergangenen Auktion (21.435 t).
Quelle: topagrar

Ruhige Nachfrage an den Pulvermärkten

23.06.2022 (AMI) – Der Markt für Molkenpulver zeigte sich Mitte Juni schwächer. Das Kaufinteresse war trotz gestiegenen Angebots verhalten. Die Preise blieben stabil.
Der Markt für Molkenpulver präsentierte sich nach der Monatsmitte insgesamt schwächer. Durch die hohe Verfügbarkeit an Molke war auch Molkenpulver umfangreich vorhanden, wodurch das Angebot zugenommen hat. Die Nachfrage war jedoch verhalten, wodurch sich auch Abschlüsse sowohl für kurzfristige als auch für spätere Liefertermin in Grenzen hielten. Vor allem aus Drittstaaten war das Kaufinteresse gering, Lebensmittelware zumeist unveränderten Preisen gehandelt. Die notierte Spanne wurde am unteren Ende um 50 EUR auf 1.500 bis 1.600 EUR/t geöffnet.
Futtermittelware wurde hingegen zu schwächeren Preisen gehandelt. Die Notierung wurde am unteren Ende um 100 EUR und am oberen Ende um 110 EUR auf 1.100 bis 1.130 EUR/t nach unten korrigiert.
Quelle: AMI

Wachstum der Milchproduktion weltweit gedämpft

23.06.2022 (AMI) – Die globale Milcherzeugung wird auch laut FAO 2022 zunehmen. Allerdings ist mit einem gedämpften Wachstum zu rechnen. Der Welthandel wird das hohe Niveau des Vorjahres voraussichtlich nicht erreichen.
Laut FAO Food Outlook von Juni 2022 wird die Weltmilcherzeugung 2022 voraussichtlich rund 937 Mio. t erreichen. Das bedeutet einen Anstieg um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr. Damit würde das Wachstum das fünfte Jahr in Folge zurückgehen. Der Anstieg der Produktion ist in erster Linie auf Zuwächse in Asien, Nord- und Zentral-Amerika sowie der Karibik zurückzuführen. Für Europa, Süd-Amerika und Ozeanien werden hingegen Rückgänge erwartet. In Afrika dürfte die Milcherzeugung nahezu stabil bleiben. Das verringerte Wachstum der weltweiten Milchproduktion begründet die FAO vor allem mit einem Abbau der Milchkuhbestände. Aber auch der Arbeitskräftemangel sowie die sich zunehmend verringernden Margen in den wichtigen Erzeugerregionen der Welt dämpfen das Wachstum oder führen regional zu rückläufigen Milchmengen.
Quelle: AMI

Butternotierungen leicht unter Druck

Bonn - Die Notierungen für Milchprodukte haben sich in der vergangenen Woche weitgehend auf dem zuvor erreichten hohen Niveau behaupten können, hier und da gaben sie aber auch nach. Dies traf beispielsweise auf Butter zu.
An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten wurde die amtliche Notierung für die lose Ware im 25 kg-Block im Spannenmittel um 5 Cent auf 7,14 Euro/kg bis 7,25 Euro/kg zurückgenommen.
Eine Woche zuvor hatte die Blockbutternotierung einen historischen Höchstwert erklommen, was laut Börse bei den Käufern aus der Industrie ein abwartendes Verhalten bewirkte. Bei der Päckchenbutter, die normal nahgefragt wurde, korrigierte die amtliche Kommission den oberen Spannenwert um 8 Cent auf 7,39 Euro/kg herunter.
Die offiziellen Notierungen für Hart- und Schnittkäse blieben vergangene Woche in Kempten und Hannover unverändert; die Nachfrage wurde als gut beschrieben. Bei Magermilchpulver war der Markt von ruhigen Geschäften geprägt. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) machte sich die beginnende Urlaubssaison durch Abwesenheit von Händlern bereits bemerkbar.
Angesichts der ungewissen Situation bei der Gasversorgung, den Auswirkungen der Inflation sowie der Dauer der Corona-Probleme in China hielten sich einige Markteilnehmer mit Abschlüssen zurück, so die ZMB. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität blieben stabil; die Futtermittelware wurde im Schnitt mit einem Abschlag von 7,5 Cent/kg gehandelt. Impulslos lief laut den Marktbeobachtern zuletzt das Geschäft mit Vollmilchpulver; die Preise blieben unverändert.
Bei Molkenpulver sorgte ein ausreichendes Angebot für Futtermittelware für Preisdruck; die Ware wurde mit einem Abzug von rund 10 Cent auf 1,10 Euro/kg bis 1,13 Euro/kg verkauft. Für lebensmitteltaugliches Molkenpulver bröckelten die Preise im unteren Segment; sie gaben laut Kemptener Börse im Vorwochenvergleich um 5 Cent auf 1,50 Euro/kg nach.
Kräftiger Abschlag für Cheddarkäse
Am Weltmarkt tendierten die Preise für Standardmilcherzeugnisse bei der jüngsten Auktion an der Global Dairy Trade (GDT) uneinheitlich. Der zusammenfassende Index der diesmal nur fünf gehandelten Produkte gab bei recht geringen Handelsmengen am Dienstag vergangener Woche (21.6.) gegenüber der Versteigerung von Anfang Juni um 1,3 % nach.
Mitverantwortlich dafür war ein moderates Preisminus von 0,6 % beim umsatzstärksten Produkt Vollmilchpulver auf 4 125 $/t (3 922 Euro) im Mittel aller Lieferkontrakte. Das ist deutlich unter dem Niveau der Europäischen Union, weshalb Vollmilchpulverexporte aus der Gemeinschaft derzeit auf den Weltmarkt kaum wettbewerbsfähig sind.
Einen regelrechten Einbruch bei der GDT-Auktion erlebte Cheddarkäse, dessen Durchschnittspreis um 9,0 % auf 4.875 $/t (4.635 Euro) nachgab. Zudem wurden die Kontrakte von wasserfreiem Milchfett mit einem Abschlag von 4,7 % auf 5.913 $/t (5.622 Euro) gehandelt. Dagegen konnte sich der Butterpreis mit einem Plus von 2,4 % auf 6.213 $/t (5.907 Euro) weiter befestigen.
Dieses Produkt weist gegenüber der vergleichbaren Vorjahresauktion den größten positiven Preisabstand auf, der bei 34,7 % liegt. Für Magermilchpulver mussten die Käufer an der GDT zuletzt 27,4 % mehr als vor genau einem Jahr bezahlen. Über alle Fälligkeiten und Lieferzeiten hinweg lag der mittlere Preis dafür bei 4.276 $/t (4.066 Euro); das waren 1,0 % mehr als bei der Handelsrunde vor zwei Wochen.
Quelle: proplanta

Aufwärtstrend des AMI-Rohstoffindex im Juni vorerst beendet

24.06.2022 (AMI) – Nach dem Erreichen eines Plateaus im Mai ist der deutsche Index für Agrarrohstoffe im Juni rückläufig gewesen.
Mit Näherrücken der Ernte, saisonal typischen abwartendem Kaufverhalten und schwachen Rohölnotierungen gaben die Getreide- und Ölsaatenpreise im Juni 2022 deutlich nach. Am meisten verlor Raps, dessen Markt aufgrund der Ukraine-Krise und der insgesamt angespannten globalen Versorgungslage als ohnehin überhitzt galt. Mais tendierte im Juni ebenfalls schwächer, denn das Angebot in Europa ist dank stetiger Drittlandsimporte aus Nord- und Süd-Amerika doch nicht eingebrochen und aus der Ukraine wird mehr Ware geliefert als erwartet.
Am Markt für Milch und Molkereiprodukte herrschten im Juni steigende Tendenzen vor. Auftrieb erhielten die Preise vor allem durch das nach wie vor begrenzte Angebot. Die Nachfrage verlief hingegen etwas ruhiger.
Die Preise für Schlachtschweine stagnierten im Juni weitestgehend. Obwohl das Angebot nach wie vor klein ausfällt, bereitete zuletzt insbesondere der stockende Fleischmarkt Probleme. Nachdem die Preise für Schlachtrinder bis Mitte Juni unter Druck standen, machte sich das kleine Angebot kurz vor dem Monatsende wieder stärker bemerkbar.
Quelle: AMI

Bauern haben weniger Rinder und Milchkühe gehalten

Zum 3. Mai 2022 wurden in Deutschland rund 11,0 Mio. Rinder gehalten. Das waren 0,5 % beziehungsweise 53.400 Tiere weniger als im November 2021. Das teilte das Bundesstatistikamt am Montag mit.
Ein leichter Rückgang zeigte sich auch bei der Zahl der Milchkühe: Zum Erhebungsstichtag wurden rund 3,8 Mio. Tiere gezählt. Das waren 0,4 % oder 15.400 Tiere weniger als im November 20211,9 % oder 74.200 Milchkühe weniger als im Vorjahr (3. Mai 2021). Bei den Haltungen mit Milchkühen setzte sich ebenfalls ein rückläufiger Trend fort. Im vergangenen Halbjahr sank die Zahl der Haltungen um 2,0 % (1.100 Haltungen) auf 53.700. Im Vergleich zum 3. Mai 2021 gingen die Haltungen mit Milchkühen um 3,9 % (2.200 Haltungen) zurück.
Quelle: topagrar

Milchpreise haben Höhepunkt überschritten – sagen Analysten

Die globalen Milchpreise dürften im zweiten Halbjahr 2022 zurückgehen. Das erwarten Analysten der Rabobank in einer aktuellen Prognose. Dabei fällt das Angebot keineswegs groß aus. Doch die massive globale Inflationskrise schwächt die Kaufkraft und drückt die Nachfrage. Allerdings dürfte der Rückgang der Erzeugerpreise moderat ausfallen und bei den Landwirten deutlich später ankommen als am Weltmarkt. 
Die Analysten der Rabobank sagen in ihrem neuesten globalen Dairy Quarterly Report, dass die globalen Preise für Milchprodukte im 1. Halbjahr 2022 ihren Höhepunkt erreicht haben. Während sich die globale Milchproduktion mitten in einer deutlichen Verlangsamung befindet, die mindestens vier aufeinanderfolgende Quartale gedauert hat (vom 3. Quartal 2021 bis zum 2. Quartal 2022).
Nun verursachen die inflationsbedingten Konsumeinschränkungen jedoch einen spürbaren Nachfragerückgang, der für Preisrückgänge bei Milchrohstoffen im zweiten Halbjahr 2022 sorgt. Hinzu kommt Chinas restriktive Lockdown-Politik, die die Einfuhren des weltweit größten Importeures deutlich drosselte und den globalen Handel mit Milchprodukten negativ beeinflusste und möglichweise weiter negativ beeinflusst.
Gleichzeitig ist jedoch die Milchproduktion in den Big-7-Exportregionen für Milchprodukte (EU, USA, Neuseeland, Australien, Brasilien, Argentinien und Uruguay) in den letzten drei aufeinanderfolgenden Quartalen geschrumpft. Die Rabobank prognostiziert, dass die Big-7-Produktion im zweiten Quartal 2022 das vierte Quartal in Folge zurückgehen wird, was seit 2012/2013 nicht mehr passiert ist.
Es wird erwartet, dass die Milchproduktion im zweiten Quartal 2022 um 1,1 Prozent schrumpft, nachdem sie im ersten Quartal 2022 um 1,9 Prozent zurückgegangen war.
Produktion wächst wegen Kostenexplosion kaum 
„Die derzeitige Verlangsamung der weltweiten Milchproduktion steht in direktem Zusammenhang mit höheren Produktionskosten und Wetterereignissen. In der Vergangenheit hat sich die Produktion meist rasch erholt und frühere Höchststände übertroffen, aber jetzt gibt es erhebliche strukturelle Probleme, die eine deutliche Erholung der Produktion einiger wichtiger Exporteure einschränken dürften“, hieß es in dem Report.
Darüber hinaus beobachten die Rabobank-Experten, dass sich die Milchbauern auf der ganzen Welt mit sehr hohen Mais- und Sojabohnenpreisen konfrontiert sehen. Außerdem wirken sich Wetterextreme in bestimmte Regionen negativ auf die Produktion aus, insbesondere auf Ozeanien und Südamerika.
Der sehr hohe Inflationsdruck bei Energie, Kraftstoff und Löhnen wirkt sich ebenfalls negativ auf die Rentabilität der Milchproduktion sowohl bei den Milchbauern als auch bei der Milchindustrie aus. Trotz deutlich höherer Milchpreise wird das Milchproduktionswachstum deshalb gebremst.
Margen von Milchbauern und Molkereien schrumpfen 
Dennoch erwarten die Rabobank-Experten, dass sich die globale Milchproduktion in den kommenden Quartalen leicht erholen wird. Rekordhohe Futterkosten und wetterbedingte Probleme wirken sich jedoch weiterhin negativ auf die Margen der Milchbauern in den Big-7-Regionen der Milchproduktion aus.
Die Milchkuh-Herden sind deshalb geschrumpft oder stehen vor anhaltenden Wachstumshemmnissen, was es für die Milchproduktion schwieriger macht, sich nach dem aktuellen Einbruch wieder zu erholen. Die Milchviehherden in Neuseeland und Europa werden unter den aktuellen und vorgeschlagenen Vorschriften und Umweltauflagen eher weiter schrumpfen.
Wenn sich schwächere Preise für Milchprodukte in den kommenden Quartalen in niedrigeren Ab-Hof-Preisen für die Milchbauern niederschlagen, könnte dies zu einer deutlichen Drosslung des Produktionswachstums und zu anhaltender Rohstoffknappheit führen.
Die schwächere Kaufkraft der Verbraucher macht es den Molkereien weltweit schwer, die gestiegenen Produktions- und Rohstoffkosten an den Handel und die Verbraucher weiterzugeben.
Inflation drückt massiv auf Konsum und Nachfrage Die Bankanalysten erwarten deshalb, dass der Inflationsdruck zu einer schwächeren Nachfrage sowohl in reichen als auch in armen Ländern führen wird. Die Verbraucher sind von einer massiven globalen Inflationswelle getroffen, die es seit den 1970er Jahren nicht mehr gegeben hat.
Während die Verbraucher in Industrieländern in der Vergangenheit oft widerstandsfähiger gegenüber höheren Preisen waren, sind die Auswirkungen auf die Energie- und Kraftstoffpreise dieses Mal schwerwiegend und führen zu einem veränderten Verbraucherverhalten. Einige Länder, wie Großbritannien, aber auch Deutschland und andere EU-Staaten, ergreifen bereits massive Maßnahmen zum Schutz einkommensschwacher Familien mit Einmalzahlungen und Rabatten auf Energierechnungen aufgrund der verminderten Kaufkraft.
In den USA und der EU ist die Inflation auf einem 50-Jahres-Hoch geschossen, was die Verbraucher schockiert und Familien mit niedrigem Einkommen unverhältnismäßig stark belastet. In den Schwellenländern ist Inflation nichts Neues, aber die Schwere des aktuellen Preisanstiegs, insbesondere für rohstoffimportierende Länder, wurde durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und eines sehr starken Dollars noch erheblich verstärkt.
Quelle: agrarheute

Die Milchbranche auf den Punkt gebracht

15.06.2022 (AMI) – Die Milchwirtschaft ist, gemessen am Umsatz, eine der größten Lebensmittelbranchen in Deutschland. Wie ist diese Branche strukturiert? Zu was wird die erfasste Milch verarbeitet? Und wie viel wird davon im Ausland abgesetzt? Wie stellen sich die langfristigen Entwicklungen entlang der Wertschöpfungskette dar? Und wer kann davon profitieren? 
Die Milchbranche in Deutschland erzielte 2021 einen Umsatz von rund 29 Mrd. EUR, mehr als 30 % davon wurden im Ausland erwirtschaftet. Vor allem bei Dauermilcherzeugnissen stellt der Export einen wichtigen Absatzkanal dar. Aber auch Käse wird zunehmend im Ausland vermarktet. Im Vergleich zu anderen Agrarprodukten haben Milcherzeugnisse im internationalen Handel eine überdurchschnittliche Bedeutung. Dadurch nehmen die Entwicklungen am Weltmarkt immer mehr Einfluss auf das Marktgeschehen in Deutschland.
Hinzu kommt der Strukturwandel, der vor den Milchviehhaltern nicht Halt macht. Immer weniger Betriebe halten dabei mehr Tiere. Und auch die Molkereiindustrie ist dem stetigen Wandel unterworfen und muss sich neuen Anforderungen aus Politik und Handel stellen.
Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Verbraucher und das Konsumverhalten der Haushalte hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. So stehen unter anderem Streichmischfette und Konsummilch mit höheren Fettgehalten im Fokus. Aber auch pflanzliche Alternativen sind stark im Kommen.
Quelle: AMI

Ausgeglichener Käsemarkt

15.06.2022 (AMI) – Der Markt für Schnittkäse hat sich zur Monatsmitte recht ausgeglichen dargestellt. Bei zumeist ausgelasteten Produktionskapazitäten hielten sich Warenausgang und Produktion in den Werken die Waage.
Der Lebensmitteleinzelhandel bestellte Schnittkäse in einem für diese Jahreszeit normalem Umfang. Die Nachfrage konzentrierte sich jedoch weiterhin verstärkt auf Produkte aus dem Preiseinstiegssegment. Auch die Industrie und der Großverbraucherbereich hatten stetig Bedarf. Hier und da wurde berichtet, dass die Nachfrage aus der Gastronomie im laufenden Monat etwas schwächer ausfiel als zuvor. Dazu dürften die insgesamt deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise beigetragen haben
Quelle: AMI

Amtliche Schnittkäsenotierung zieht an

Bonn - Bei den Milchanlieferungen in Deutschland hat sich der saisonale Rückgang zuletzt abgeschwächt, doch dürften die mittlerweile höheren Temperaturen den Milcheingang wieder stärker dämpfen.
Laut der aktuellsten Erhebung der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) lag Anfang Juni das Rohstoffaufkommen um rund 1 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau.
Am Buttermarkt wurde die Nachfrage Mitte Juni als normal bis gut beschrieben. Die amtliche Notierung an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten für die Päckchenware wurde am Mittwoch (15.6.) am oberen Ende jedoch um 13 Cent auf 7,47 Euro/kg zurückgenommen; der untere Wert blieb stabil. Bei Bockbutter setzte die amtliche Kommission den oberen Spannenwert bei verbesserter Nachfrage hingegen um 4 Cent auf 7,29 Euro/kg herauf.
Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete aufgrund der gestiegenen Temperaturen von einem höheren Milchfettbedarf für die Eiscremeherstellung. Bei Schnittkäse korrigierte die Kommission in Hannover die Notierung für Gouda und Edamer für die Block- und für die Brotware um jeweils 10 Cent/kg nach oben.
Analysten berichteten von guten Absatzmöglichkeiten in allen Vertriebsschienen, denn sowohl in den Supermärkten als auch in der Gastronomie und im Export sei die Nachfrage rege.
Am Markt für Magermilchpulver hat sich das Kaufinteresse diese Woche laut ZMB dagegen wieder abgeschwächt; vor allem aus dem Fernen Osten kamen wenige Neubestellungen. Dennoch sei die Auftragslage insgesamt für die Hersteller wegen früherer Kontraktabschlüsse gut, es werde die bestellte Ware ausgeliefert.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität blieben laut Kemptener Börse stabil. Für spätere Termine seien von den Anbietern wegen der unsicheren Entwicklung der Energiepreise Sicherheitszuschläge gefordert worden, was bei den Käufern zunächst ein abwartendes Bestellverhalten hervorgerufen habe, berichtete die ZMB.
Bei der Futtermittelware konnten die Verkäufer die günstige Ware aktuell jedoch etwas teurer veräußern; der untere Spannenwert wurde um 2 Cent auf 3,90 Euro/kg angehoben. Die Verkäufe von Vollmilch- und Süßmolkenpulver an die Lebensmittelindustrie erfolgten in dieser Woche laut Börse auf unveränderter Basis. Molkenpulver in Futtermittelqualität war bei zögerlicher Nachfrage hingegen reichlicher vorhanden und die Preise dafür gaben im Schnitt um 3 Cent auf 1,20 Euro/kg bis 1,24 Euro/kg nach.
Quelle: proplanta

Milchpreise höher als Biomilch-Preise – verkehrte Welt?

Erste Molkereien zahlen für konventionelle Milch höhere Preise als es im Bundesmittel für Biomilch gibt. Das hat es zuvor noch nie gegeben. Bislang sind es nur wenige Molkereien und die meisten konventionellen Preise sind niedriger als die Biopreise. Doch der Abstand schmilzt von Monat zu Monat. 
In den nächsten Monaten könnten es noch mehr Molkereien werden, die ihren konventionellen Milchbauern höhere Preise zahlen als die Biobauern im Bundesmittel für ihre Milch bekommen. Der Grund: Die finanzielle Verwertung der konventionellen Rohmilch über die verkauften Milchprodukte erlaubt weitere kräftige Preisanstiege. 
Bei Biomilchprodukten könnte die Luft nach oben deutlich dünner sein. Dort erfolgt die Verwertung stärker über Frischmilchprodukte, deren Höchstpreise oft schon ausgereizt sind oder wo weitere Preisaufschläge zu einer Reduzierung des Konsums und der Nachfrage führen. Bei den konventionellen Produkten kommt zwar auch ein Teil des Preisanstiegs aus dem Frischesortiment, jedoch liegen die Preise hier in der Regel noch unter den Preisen für Bioprodukte.
Bei Butter, Milchpulver und anderen konventionellen Produkten, die zum einen von Industrie benötigt werden und zum anderen auf die sehr gut bezahlten Exportmärkte fließen, ist eher noch Luft nach oben. Das zeigt jedenfalls der Rohstoffwert des ife-Instituts in Kiel, der aus den Preisen von Butter und Magermilchpulver gewissermaßen zurückgerechnet wird.
Hier ergibt sich für den Monat Mai ein Rohstoffwert von 66,5 Cent. Das ist zwar etwas weniger als im April, als der Index auf rekordhohe 67,5 Cent geklettert war, der Abstand zu den höchsten konventionellen Preisen ist jedoch immer noch sehr noch groß und bietet für die nächsten Monate reichlich Spielraum für weitere Preiserhöhungen.
Ein Dutzend Molkereien zahlt mehr als 50 Cent 
Molkereien mit konventionellen Preisen, die über den durchschnittlichen Biomilchpreisen liegen, verkaufen offenbar vor allem an die Industrie und für den Export. Diese Unternehmen befinden sich vor allem im Norden Deutschlands. Dort haben im Mai mindestens 13 Molkereien!! mehr als 50 Cent an die konventionellen Bauern ausgezahlt – in der Spitze waren es 57 Cent.
Für Biomilch meldete die Bundesanstalt für Landwirtschaft im April im Bundesmittel Preise von reichlich 54 Cent. Wenn die Biopreise im Mai ähnlich moderat gestiegen sind wie im April, dürften sie bei rund 55 Cent liegen – und damit hinter den norddeutschen Spitzenpreisen zurückbleiben und mit drei oder vier konventionellen Molkereien gleichauf liegen.
Fakt ist außerdem: Auch die Biomilchpreise befinden sich auf Rekordstand. Doch die Verwertungssituation ist eine andere und höhere Preise für Premium-Frischeprodukte sind nur noch bedingt möglich. Das merken auf andere Weise auch die konventionellen Molkereien im Süden, die bis auf eine Ausnahme im Mai bei Auszahlungspreisen unter 50 Cent bleiben.
Dabei war es in der Vergangenheit genau umgekehrt. Die höchsten und vergleichsweise stabilsten Preisen zahlten die Molkereien im Süden, mit der höchsten Verwertung in Hartkäse, Camembert, Mozzarella und ähnliche Produkte. Nun lassen sich im Einzelhandel Preiserhöhungen für dieses Sortiment offenbar deutlich langsamer durchsetzen als gegenüber der Industrie oder im Export.
Auch im Westen und im Osten Deutschlands zahlen die konventionellen Molkereien bis Mai keine Preise über 50 Cent und liegen damit unterhalb der Biopreise.
Konventionelle Preise steigen viel schneller 
Fakt ist jedoch: Der Preis-Abstand zwischen Biomilch und konventioneller Milch ist enorm zusammengeschmolzen. Waren es im Bundesmittel im April des vorigen Jahres (2021) noch rund 15 Cent Preisabstand, hatte sich die Differenz bis April 2022 im Bundesmittel auf 5,7 Cent verringert und dürfte weiter zusammenschmelzen, wie der Rohstoffwert von Mai mit 66,6 Cent zeigt.
Und auch für die nächsten Monate bleibt die finanzielle Verwertung der Rohmilch – oder anders gesagt die Preise für die Leitprodukte am Milchmarkt - sehr gut. Der aus den Terminmarktpreisen von Butter und Milchpulver errechnete Börsenmilchwert es ife-instituts liegt bis zum Jahrendes 2022 zwischen knapp 66 Cent knapp 63 Cent. Und auch danach fallen die Börsenmilchwerte nicht unter 60 Cent.
Das heißt: Noch etliche konventionelle Molkereien dürften ihre Auszahlungspreise in den nächsten Monaten über 50 Cent anheben. Zwar werden auch die Biomilchpreise weiter steigen, aufgrund der anderen Produktpalette jedoch offenbar langsamer als die konventionellen Preise. Das zeigt auch die Entwicklung gegenüber dem vorigen Jahr: Bei Biomilch ginge es in den letzten 12 Monaten um 5,3 Cent nach oben – bei konventioneller Milch stiegen die Preise um 13,3 Cent – also fast dreimal so schnell.
Quelle: agrarheute

Deutlich mehr Soja- und Haferdrinks importiert

Die Bundesbürger haben offensichtlich zunehmend Appetit Milchersatzgetränke. Das zeigen die Außenhandelszahlen von Soja- und Haferdrinks. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) importierte Deutschland 2021 insgesamt 296,1 Mio. l Pflanzendrinks im Wert von 199,3 Mio. Euro. Das waren 42,0 % mehr als im Vorjahr mit 208,5 Mio. l. 
Gegenüber der Menge von 2017 haben sich diese Importe laut Destatis mehr als verdreifacht. Damals waren erst 89,5 Mio l an Pflanzendrinks eingeführt worden. 
Konsum von Trinkmilch sinkt 
Der Trend zu den pflanzlichen Milchalternativen dürfte den Statistikern zufolge mit ein Grund für den sinkenden Trinkmilchverbrauch sein. Laut ihren Angaben, die sich auf Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stützen, nahm der mittlere Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % auf 47,8 kg ab. Weniger Milch tranken die Bundesbürger im Mittel zuletzt im Jahr 1991.
Parallel zum rückläufigen Verbrauch, sank auch die Konsummilch-Produktion: 2021 waren das rund 7,6 Mrd. l und damit 7,1 % weniger als im Jahr zuvor sowie die geringste Menge seit 2002. Im Jahr 2003 produzieten die Molkereiunternehmen noch rund 8,9 Mrd. l Trinkmilch in Deutschland.
Quelle: topagrar

Notierung für Päckchenbutter gibt nach

Bonn - Die Senkung des Butterpreises bei mehreren Discountern Anfang Juni um 10 Cent auf 2,19 Euro für das 250-g-Päckchen hat sich nun auch in der amtlichen Notierung für die geformte Ware niedergeschlagen.
An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten wurde am  Mittwoch (8.6.) die Notierung am unteren Ende um 42 Cent auf 7,22 Euro/kg und am oberen Ende um 30 Cent auf 7,60 Euro/kg nach unten korrigiert.
Nach Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) hatte im Mai die Nachfrage für die Päckchenbutter in den Läden auch aufgrund der medialen Berichterstattung über die stark gestiegenen Preise gelitten. Auch die verhaltene Nachfrage für Spargel und Erdbeeren habe den Absatz am Milchfettmarkt nicht gerade gefördert.
Nach der Preissenkung in den Läden hätten sich die Verkäufe aber wieder belebt. Auch die Kemptener Börse berichtete von einer verbesserten Nachfrage. Diese gab es auch für Blockbutter und aufgrund der meist fehlenden Kontraktbindung wurde die Notierung der losen Ware in Kempten im Spannenmittel um 2,5 Cent auf 7,20 Euro/kg bis 7,25 Euro/kg angehoben.
Die Notierungen für Schnitt- wie auch für Hartkäse blieben diese Woche bei recht guter Nachfrage und nicht zu reichlichem Angebot stabil. Insbesondere aus den südlichen Urlaubsregionen am Mittelmeer hat es laut Analysten zuletzt eine rege Importnachfrage gegeben.
Unsicherheiten am Pulvermarkt
Am Milchpulvermarkt scheinen sich nach den Abschlägen im Mai nun wieder festere Tendenzen durchzusetzen. Laut Erhebungen der Kemptener Börse legten die Verkaufspreise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität im Schnitt um 4 Cent auf 4,00 Euro/kg bis 4,33 Euro/kg zu; die Futtermittelware verteuerte sich im Schnitt sogar um 8 Cent auf 3,88 Euro/kg bis 3,95 Euro/kg.
Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gab es auf Seiten der Verkäufer eine gewisse Zurückhaltung bei den Neuabschlüssen für freie Ware, da Unsicherheiten über die zukünftige Warenverfügbarkeit sowie die Entwicklung der Gaspreise und damit der Trocknungskosten bestehe. Am Weltmarkt wird mit einer Belebung der Nachfrage nach dem Ende der Lockdowns in China gerechnet.
Laut ZMB sind die günstigsten Pulverangebote vom Markt verschwunden. Vollmilchpulver ließ sich erstmals seit längerem wieder etwas teurer verkaufen und wurde mit einem Aufschlag von 3 Cent auf 5,35 Euro/kg bis 5,50 Euro/kg gehandelt. Es seien einige Neuabschlüsse getätigt worden, berichtete die ZMB. Fester tendierte auch Molkenpulver, wobei die Futtermittelware im Verkauf mit 1,23 Euro/kg bis 1,27 Euro/kg einen Cent mehr als in der Vorwoche erzielte. Bei Abgabe an die Lebensmittelindustrie ließen sich um 2 Cent höhere Mindestpreise erzielen.
Festere Tendenzen am Weltmarkt
Am Weltmarkt für Milchprodukte zogen die Preise zuletzt ebenfalls an. Bei der Auktion an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) stieg am Dienstag der Preisindex der sechs gehandelten Standardmilcherzeugnisse gegenüber der Versteigerung von Mitte Mai um 1,5 %; das war das erste Plus seit Anfang März.
Einen besonders deutlichen Zuschlag von 5,6 % auf 6.068 $/t (5.657 Euro) verbuchte dabei die Butter. Magermilchpulver ließ sich gegenüber der Handelsrunde vor drei Wochen mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 3,0 % auf 4.240 $/t (3.953 Euro) verkaufen, Buttermilchpulver stieg um 4,5 %.
Beim umsatzstärksten Handelsprodukt Vollmilchpulver ergab sich im Schnitt aller gehandelten Kontrakte dagegen ein leichtes Minus von 0,3 % auf 4.158 $/t (3.877 Euro). Hier mussten die Käufer im Vergleich zur Auktion von Mitte Mai für Liefertermine im Juli und August Aufschläge von gut 6 % bezahlen; die späteren Termine wurden hingegen mit deutlichen Abschlägen gehandelt. Cheddarkäse war der Verlierer und beendete die Handelsrunde mit einem Abschlag von 3,6 % auf 5.365 $/t (5.002 Euro).
Beobachter berichteten, dass sich bei der jüngsten GDT-Auktion die Käufer aus China wegen der Corona-Folgen und gestörten Lieferketten weiter zurückgehalten hätten. Doch Kunden aus anderen Weltregionen, vor allem Südostasien und Europa, hätten eine stärkere Nachfrage gezeigt und insgesamt für eine festere Markttendenz mit anziehenden Preisen gesorgt.
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9323 Euro
Quelle: proplanta

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im April 2022 um 39,9 % höher als im April 2021

Während die Erzeugerpreise für Obst im April um 14,9 % gefallen sind, verteuerten sich Kartoffeln um 106,2 %, Eier um 18 %, Milch um 37 % und Fleisch um 36,3 %. Leider steigen die Kosten noch stärker 
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im April 2022 um 39,9 % höher als im April 2021. Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961. Im März 2022 hatte die Veränderungsrate +34,7 % betragen, auch dies war bereits ein Rekordanstieg.
Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise um 5,6 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhöhten sich sowohl die Preise für pflanzliche (+45,7 %) als auch für tierische Erzeugnisse (+35,8 %) deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat.
Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen. Diese lagen im April 2022 um 77,6 % über dem Vorjahresmonat und damit noch etwas höher als im März 2022 mit 70,2 %. Ausschlaggebend für die enorme Preissteigerung bei Getreide ist noch immer die Verknappung des Angebots infolge des Kriegs in der Ukraine.
Preise für Obst gesunken, für Gemüse, Kartoffeln und Raps gestiegen
Die Erzeugerpreise für Obst waren im April 2022 um 14,9 % niedriger als noch vor einem Jahr.
Der frühe flächendeckende Saisonstart bei Erdbeeren ging mit einem Preisrückgang von 24,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat einher. Der Preisrückgang ist unter anderem durch den guten Ernteertrag aufgrund des Wetters und das dadurch große Angebot begründet. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Erdbeeren in diesem Jahr niedrig.
Bei Speisekartoffeln hielt der Preisanstieg der vergangenen Monate weiter an: Sie verteuerten sich im April 2022 im Vergleich zum April 2021 um 106,2 %. Im März 2022 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits +91,7 % betragen.
Der Preisanstieg im April ist weiterhin vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen und ein relativ niedriges Preisniveau im April 2021 zurückzuführen (Basiseffekt). Damals gab es aufgrund von großen Erntemengen und der fehlenden Nachfrage der Gastronomie durch Corona einen Preisrückgang im Vorjahresvergleich von 54,5 %.
Die Preise für Raps verteuerten sich im April 2022 um 77,1 % im Vergleich zu April 2021. Damit setzte sich auch hier der Trend der vergangenen Monate fort. Im März 2022 waren die Preise bereits um 70,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die weiterhin hohen Preise liegen hier vor allem an der knappen Versorgungslage bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für Herstellung von Biogas oder die Verwendung von Raps als Treibstoff (Biodiesel).
Preise für tierische Erzeugnisse um 35,8 % gestiegen, für Milch um 37,0 %
Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im April 2022 um 35,8 % über den Preisen von April 2021. Im März 2022 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 29,5 % betragen. Der Milchpreis lag im April 2022 um 37,0 % über dem Vorjahresmonat; im März 2022 waren es +33,3 % im Vorjahresvergleich.
Die Preise für Eier sind im April 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,0 % gestiegen, was unter anderem an den gestiegenen Energie-, Transport- und Verpackungskosten sowie einer verringerten Anzahl an Junghennen aufgrund der Geflügelpest liegt.
Die Preise für Tiere verteuerten sich im April 2022 um 36,3 % gegenüber April 2021. Im März 2022 hatte die Preissteigerung +28,6 % betragen. Die weiterhin hohen Preise liegen hier unter anderem an den steigenden Energiekosten und Futtermittelpreisen, welche durch den Krieg in der Ukraine noch einmal verstärkt wurden.
Die Preise für Rinder lagen im April 2022 um 48,5 %, die der Schlachtschweine um 32,8 % über denen des Vorjahresmonats.
Die Preise für Geflügel stiegen im April 2022 um 27,0 % gegenüber April 2021. Ausschlaggebend hierfür ist der Preisanstieg bei Hähnchen (+35,9%).
Quelle: topagrar

Milchanlieferung am Saisonhoch

02.06.2022 (AMI) – Das Rohstoffaufkommen in Deutschland hat sich um den saisonalen Höchststand stabilisiert. Das Vorjahresniveau wurde wiederholt unterschritten.
Mitte Mai hat sich das Milchaufkommen in Deutschland um den saisonalen Höchststand stabilisiert. Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wiesen für die 20. Kalenderwoche bundesweit einen Anstieg um 0,1 % gegenüber der Vorwoche aus. Die Vorjahreslinie wurde dabei nach wie vor unterschritten, diesmal mit 1,2 %. Die deutschen Molkereien erfassten von Januar bis Mitte Mai 1,8 % weniger Milch als im Referenzzeitraum von 2021.
Quelle: AMI

Preisanstieg nimmt an Dynamik zu

02.06.2022 (AMI) – Der Krieg in der Ukraine hat in den ohnehin bereits sehr festen Produktmärkten den Preisauftrieb beschleunigt. Dies schlug sich im April in verstärkten Anhebungen bei den Auszahlungsleistungen der Molkereien nieder.
Im Zuge der belebten Nachfrage nach Milchprodukten, die auf ein knappes Angebot traf, setzten sich in den ersten Monaten von 2022 die festen Preistendenzen fort. Mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine nahm der Bedarf im In- und Ausland deutlich zu, wodurch sich die Angebotssituation weiter zuspitzte. Bei den Herstellern waren kaum Vorräte vorhanden und durch die gedämpfte Milchanlieferung fehlte der Rohstoff für die Ausweitung der Produktion. Dies hatte zunächst produktübergreifend starke Preisanstiege zur Folge. Besonders deutlich zeigten sich diese am Buttermarkt, wo sich der Wegfall der ukrainischen Exporte zusätzlich verknappend auf das Angebot ausgewirkt hat.
Im April folgte an den Produktmärkten ein uneinheitliches Intermezzo. Die Verfügbarkeiten bei den Anbietern waren zwar anhaltend begrenzt. Die Nachfrage verlief jedoch teils ruhiger. Dies führte bei Blockbutter sowie Milch- und Molkenpulver phasenweise zu Preisrückgängen. Die Preise für Schnittkäse und Formbutter legten derweil weiter zu.
Unabhängig davon erhöhten die Molkereien ihre Auszahlungen durch die produktseitig kräftigen Preisanstiege im Februar und März im Übergang zum zweiten Quartal nochmals deutlich. Wie Daten aus dem AMI-Milchpreisspiegel zeigen, erhöhte sich der durchschnittliche Erzeugerpreis für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß in Deutschland im April auf 47,1 Ct/kg. Das waren rund 2,3 Ct mehr als im März, wodurch sich der Preisanstieg den vierten Monat verstärkt hat. Mit dem gleichzeitig neuen Allzeithoch vergrößert sich der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr im April auf 13,0 Ct.
Im ersten Drittel von 2022 zahlten die Molkereien für konventionellen Rohstoff mit standardisierten Inhaltsstoffen im bundesweiten Durchschnitt rund 44,3 Ct/kg und damit 11,0 Ct oder rund ein Drittel mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Quelle: AMI

Deutschland hat größten Rückgang der Milchmenge

Mit 71.000 t weniger verzeichnet Deutschland 2022 europaweit den größten Rückgang bei den Milchanlieferungen gegenüber dem Vorjahr. Es folgen Frankreich und die Niederlande mit minus 56.000 t bzw. minus 49.000 t auf Platz zwei und drei.
Polen hingegen konnte seine Milchmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum Januar bis Februar um 74.000 Tonnen steigern, Italien und Österreich folgen nahezu gleich mit 28.000 t und 26.000 t, berichtete Nora Lahmann, Referentin beim Landesbauernverband Niedersachsen unter Berufung auf Zahlen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung GmbH.
Menge 2 % unter Vorjahresquartal
So war die Milchanlieferungsmenge im ersten Quartal 2022 in Deutschland mit durchschnittlich 7.713.000 t fast 2 % geringer als im Vorjahr. Niedersachsen verzeichnet mit 0,2 % nur einen geringen Verlust der Milchanlieferungsmenge, diese liegt weiterhin mit 1.771.000 t bei einem Fünftel der deutschen Gesamtmilchmenge.
Die rückläufigen Milchmengen sind zum einen auf steigende Produktionskosten, vor allem aber auf Betriebsaufgaben und rückläufige Kuhzahlen bei einer unsicheren politischen Lage zurückzuführen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.
Milchpreis stabil mit steigender Tendenz 
Auf dem Milchmarkt sind somit die Mengen weiterhin begrenzt. „Es zeigen sich zwar erste schwächere Tendenzen, doch die Molkereiauszahlungspreise sind mit 44 bis 50 Cent pro Liter stabil mit steigender Tendenz“, berichtet Lahmann. Vor allem der Export bringe Wertschöpfung.
Allerdings hat der gute Milchpreis auch seine Kehrseite. „Die Preise für Betriebsmittel sind seit der Ukrainekrise extrem gestiegen. Zwar stagnieren die Futterkosten momentan auf hohem Niveau, doch insgesamt müssen die Milchviehbetriebe in Niedersachsen weiterhin mit stark erhöhten Produktionskosten rechnen“, führt die Milchreferentin aus. Demnach müsste der Liter Milch 12 Cent höher gegenüber dem Vorjahr sein, damit die Produktionskosten gedeckt werden. Insbesondere die Verknappung der Energieträger, der Düngemittel und des Getreides durch den Ukrainekrieg lassen weitere Kostensteigerungen erwarten.
Gentechnikfreies Futter verteuert sich weiter
Das betrifft auch die gentechnikfreien Milchprodukte. Da die Ukraine Lieferant für gentechnikfreie Futtermittel ist, sind hier weitere Kostensteigerungen zu erwarten – falls sie überhaupt noch geliefert werden können.
„Laut dem Lebensmitteleinzelhandel bleiben jetzt schon Mehrwert-Produkte, wie gentechnikfreie Lebensmittel, zunehmend in den Regalen liegen. Diese Entwicklung macht uns Sorgen“, erklärt Ausschussvorsitzender und Landvolk-Vizepräsident, Manfred Tannen. Viele Milchbauern haben beim Verband Lebensmittel ohne Gentechnik, kurz VLOG, mitgemacht, um der Diskussion in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen.
„Wir müssen aber mindestens Kostendeckung erreichen, wenn wir höhere Standards bieten. Der Verbraucher ist in der aktuellen Situation, die der Ukrainekrieg für jeden persönlich mit sich bringt, weniger bereit, Mehrwerte auch zu bezahlen. Die Preissensibilität nimmt insgesamt zu“, fasst Tannen zusammen und sieht gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern eine Wahrscheinlichkeit, dass Erzeugerbetriebe aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit aus dem VLOG-System aussteigen.
Quelle: topagrar

Markt für Molkenpulver ausgeglichen

25.05.2022 (AMI) – Am Markt für Molkenpulver hat sich die Lage zum Monatsende stabilisiert. Insbesondere bei Ware in Futtermittelqualität scheint die Talsohle erreicht und es zeigten sich teils wieder etwas festere Preistendenzen.
Die anhaltend hohe Auslastung in den Käsereien sorgte weiterhin für eine ausreichende Verfügbarkeit an Molke. Neben der Herstellung von Molkenpulver ging diese jedoch umfangreich in die Produktion von Derivaten, auch als Folge der gleichzeitig nur begrenzten Trocknungskapazitäten.
Die Märkte für Molkenpulver waren in der zweiten Maihälfte in einer recht ausgeglichenen Verfassung. Ware in Lebensmittelqualität wurde auf weitgehend stabilem Preisniveau gehandelt. Die Marktbeteiligten berichteten jedoch über teils divergierende Erlösmöglichkeiten in Deutschland, dem europäischen Umfeld und am Weltmarkt. Die Kemptener Notierung wurde am 25.05.22 mit 1.530 bis 1.600 EUR/t unverändert auf dem Niveau der Vorwochen belassen.
Bei Ware in Futtermittelqualität berichteten einige Marktteilnehmer von einer wieder etwas lebhafteren Nachfrage. Nach den zuvor schwächeren Entwicklungen erholten sich die Preise zuletzt leicht. Die Notierung verzeichnete mit 1.200 bis 1.240 EUR/t allerdings noch einen leichten Rückgang.
Quelle: AMI

EU-Milchanlieferung gedämpft

25.05.2022 (AMI) – Im März hat sich die EU-weite Milchanlieferung erneut unter der Vorjahreslinie bewegt, nachdem sich die Milchmengen im Februar stabilisiert hatten. Im ersten Quartal 2022 verfehlte das Rohstoffaufkommen somit ebenfalls knapp das Vorjahresniveau.
Im März erfassten die Molkereien in der EU-27 rund 12,6 Mio. t Milch, das waren 0,7 % weniger als vor einem Jahr. Damit hat sich der gedämpfte Verlauf der Milchanlieferung in der EU, der bereits Ende 2021 eingesetzt hatte, fort. In der Kumulation von Januar bis März lag das Rohstoffaufkommen um 0,2 % unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes. Wobei weiterhin die großen Erzeugerländer für den Rückgang verantwortlich waren.
Die Zahl der Mitgliedstaaten, die im März eine gegenüber dem Vorjahresmonat rückläufige Milchanlieferung aufwiesen, ist auf 17 gestiegen. Zuwächse verzeichneten hingegen lediglich zehn Nationen und damit weniger als noch im Februar.
Große Erzeugerländer mit deutlichstem Rückgang
Der Rückstand im EU-weiten Rohstoffaufkommen kam in erster Linie durch starke Rückgänge in den großen milcherzeugenden Ländern, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich zustande. In Deutschland wurde den Molkereien im März 1,4 % weniger Milch angeliefert als vor einem Jahr. Damit haben sich die rückläufigen Tendenzen erneut verstärkt. Auch in den Niederlanden erfassten die Molkereien im März 2,5 % weniger Milch, wodurch sich der Rückstand gegenüber Februar erneut vergrößerte. Ein ähnliches Bild zeichnete sich in Frankreich ab. Hier fehlten im Vergleich zum Vorjahresmonat rund 1,2 % Milch.
Quelle: AMI

Mehr als doppelt so viel Brachfläche in NRW als im Jahr 2010

Düsseldorf - Im Jahr 2020 haben 10.752 der 25.479 landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen 25.154 Hektar als Brachflächen liegen gelassen und nicht bewirtschaftet.
Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Brachfläche damit mehr als doppelt so groß wie im Jahr 2010 (damals: 11.408 Hektar). Die gesamte Brachfläche des Landes entsprach im Jahr 2020 damit nahezu der Gesamtfläche der Stadt Bielefeld (25.883 Hektar).
Die nordrhein-westfälische Brachfläche hatte im Jahr 2020 einen Anteil von 2,4 Prozent an der gesamten Ackerfläche des Landes (1,05 Millionen Hektar). Im Jahr 2010 hatte dieser Anteil bei 1,1 Prozent, im Jahr 2016 bei 1,4 Prozent gelegen. Die Ausweitung entsprechender Flächen ist auf die seit Anfang 2015 gültige „Greeningprämie” der Europäischen Union zur Förderung des Klima- und Umweltschutzes zurückzuführen. Die Auflagen für den Erhalt der Basisprämie schreiben die Bereitstellung von sogenannten „ökologischen Vorrangflächen” vor, zu denen brachliegende Flächen auf Ackerland zählen.
Betriebe im Regierungebezirk Arnsberg hatten im Jahr 2020 mit 4.171 Hektar den größten Anteil (3,2 Prozent) von Brachflächen am Ackerland, gefolgt von Betrieben in den Regierungsbezirken Detmold (7.685 Hektar; 3,0 Prozent), Köln (4.178 Hektar; 2,4 Prozent) und Münster (6.842 Hektar; 2,1 Prozent). Die Betriebe im Regierungsbezirk Düsseldorf wiesen mit 2.278 Hektar und einem Anteil von 1,5 Prozent den kleinsten Anteil und die kleinste Brachfläche auf.
Im Jahr  2010 hatte es den größten Brachflächenanteil noch im Regierungsbezirk Detmold (1,8 Prozent) gegeben; gefolgt von Regierungsbezirk Arnsberg (1,5 Prozent). Die Regierungsbezirke Münster (0,8 Prozent), Köln (0,7 Prozent) und Düsseldorf (0,5 Prozent) lagen unter dem Landesdurchschnitt von 1,1 Prozent. Binnen zehn Jahren verzeichneten alle Regierungsbezirke im Land einen Zuwachs der Brachflächen. Die höchsten Anstiege gab es in den Regierungsbezirken Köln (+255,9 Prozent); Düsseldorf (+176,2 Prozent) und Münster (+151,7 Prozent).
Quelle:proplanta

Internationale Milchpreise erneut gefallen

Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade ist in dieser Woche das fünfte Mal in Folge um 2,9 % auf 4.432 $/t gesunken. Der Global Dairy Trade-Preisindex ist damit um 39 Punkte auf 1.340 Punkte gefallen.
Im Preis gefallen sind Vollmilchpulver (-4,9 % auf 3.934 $/t), Butter (-1,0 % auf 5.750 $/t), Magermilchpulver (-0,6 % auf 4.116 $/t) und Cheddar (-0,1 % auf 5.635 $/t). Ein Plus erreichte wasserfreies Milchfett (-0,6 % auf 6.043 $/t).Für Süßmolkenpulver und Lactose sind keine Preise verfügbar, Buttermilchpulver wurde nicht verhandelt.
Die gehandelte Menge lag mit 24.285 t unter dem Niveau der vergangenen Auktion (25.163 t).
Quelle:topagrar

Milchpreise: Erste Molkereien zahlen 50 Cent – aber nur im Norden

Im April haben erste Molkereien 50 Cent und mehr für Milch gezahlt. Allerdings werden diese Preise ausschließlich im Norden gezahlt. Im Süden, Westen und Osten waren die Milchpreise zum Teil deutlich niedriger. Die Preisspanne liegt zwischen 40 und 54 Cent.
Selten waren die regionalen Preisunterschiede zwischen den Auszahlungspreisen der Molkereien so groß wie im Moment. Vereinzelt lagen die Preise in einigen wenigen Molkereien nur knapp über 40 Cent. Im Norden wurden für April hingegen mit 54 Cent die bislang höchsten Preise überhaupt gezahlt.
Doch dieser Rekordpreis ist mehr als gerechtfertigt. Denn der Rohstoffwert der Milch, das ist der theoretische Milchpreis, den das ife-Institut aus den Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver ausrechnet, lag im April noch viel höher: Nämlich bei 67,5 Cent. Nun produzieren jedoch nicht alle Molkereien Butter und Magermilch – und profitieren damit auch nicht direkt von den derzeit viel schneller gestiegenen Preisen für diese beiden für den globalen Handel enorm wichtigen Produkten.Bei diesen so genannten Bulkprodukten sind die Preise an den Spotmarktpreisen seit Monaten nämlich viel schneller gestiegen, als für hochverarbeitende Milchprodukte.
Längere Vertragslaufzeiten im Einzelhandel und andere Absatzbedingungen bremsen in diesem Segment den Anstieg offenbar deutlich ab. Gleichwohl befinden sich auch die für die Verwertung enorm wichtigen die Käsepreise auf einem Rekordstand. Umgekehrt wird natürlich auch ein möglicher Preiserückgang bei den hochverarbeiteten Produkten langsamer erfolgen, als bei den Herstellern von Bulkprodukten, und die Lieferanten bei einer Korrektur besser schützten, als die norddeutschen Kollegen.
Doch erst einmal profitieren die norddeutschen Milchbauern von dem schellen Anstieg der Spotmarktpreise für Bulkprodukte – aufgrund der engeren Verbindung zu den Exportmärkten - deutlich stärker als etwa die Käsehersteller.
Milchpreise zwischen 40 und 54 Cent – im Norden am höchsten
Schaut man noch einmal auf die Preisunterschiede zwischen den Regionen, so zeigt sich aktuell eine Umkehrung der sonstigen Situation: Die norddeutschen Milchpreise sind zum Teil deutlich höher als im Süden, Westen und Osten.
Ein grober Überblick über die Auszahlungspreise von April zeigt, dass die etwa 8 norddeutsche Molkereien ihren Milchbauern zwischen 50 und 54 Cent zahlen. Auch die übrigen Molkereien im Norden zahlen zwischen 45 Cent und 49 Cent – bis auf zwei Ausnahmen – die leider auch sonst nicht zu den Molkereien gehören, die ihren Landwirten Spitzenpreise zahlen und bei denen die Preise derzeit im Schneckentempo steigen.
Im Süden bekommen die Bauern in „normalen Jahren“ meist einige Cent mehr als ihre norddeutschen Kollegen. Doch diesmal ist das anders. Die meisten Molkereien zahlen im Süden im April zwischen 42 und 46 Cent und liegen damit deutlich hinter den Auszahlungspreisen im Norden. Mehr als 48 Cent bekommen die süddeutschen Milchbauern nur bei 2 Molkereien und mehr als 47 Cent zahlen ebenfalls nur 2 Milchverarbeiter aus.
Im Westen sieht die Sache ähnlich aus. Hier zahlt sogar eine Molkerei im April nur wenig mehr als 40 Cent aus. Sonst liegen die Preise für die westdeutschen Milchbauern überwiegend zwischen 43 und 46 Cent – so wie im Süden. Im Osten liegen die Preise hauptsächlich zwischen 45 und 47 Cent – bis auf eine Ausnahme, wo ebenfalls nur etwas mehr als 40 Cent gezahlt werden.
Preise steigen auf allen Handelsstufen weiter – Milch ist knapp
Noch ist für alle Molkereien reichlich Luft nach oben, wenn man sich noch einmal an den Rohstoffwert der Milch von 67,5 Cent erinnert. Auch wenn der Preishöhepunkt an den Exportmärkten und an den Spotmärkten möglichweise im bereits überschritten ist: Der Nachholbedarf auf den nachgelagerten Handelsstufen ist noch sehr groß. Das zeigen die zweistellig steigenden Abgabepreise der Industrie und die stark steigenden Verkaufspreise im Einzelhandel.
Wie stark dieser Preisanstieg am Ende die Nachfrage bremst und den Verbrauch drosselt bleibt abzuwarten: Ganz ohne Folgen auf den Konsum wird es jedenfalls nicht bleiben, wenn die Verbraucher deutlich mehr für Milchprodukte (und andere Lebensmittel) bezahlen müssen und auch, wenn China am Weltmarkt wegen seiner restriktiven Corona-Politik weniger Milchprodukte importiert und die Lieferketten massiv stört.
Gestützt wird der Markt noch durch eine andere Sache: Die Milchmenge. Diese liegt derzeit in Deutschland – zum eigentlichen Saisonhöhepunkt im Mai etwa 1,5 % unter dem Vorjahr und zeigt eine anhaltend knappe Versorgung mit dem Rohstoff Milch.
Quelle:agrarheute

EU: Geringeres Rohstoffaufkommen erwartet

19.05.2022 (AMI) – Die EU-Kommission erwartet für 2022 eine anhaltend gedämpft verlaufende Milchanlieferung in den Mitgliedsstaaten – aber auch weltweit. Durch das knappe Angebot in Verbindung mit den stark gestiegenen Produktionskosten sind mit Verschiebungen in der Produktion zu rechnen.
Laut Short Term Outlook der EU-Kommission werden die angelieferten Milchmengen 2022 nicht weiter steigen. Vor allem im ersten Halbjahr rechnet die Kommission damit, dass die Vorjahresmengen unterschritten werden. Eine Erholung des Rohstoffaufkommens ist hingegen erst zum Jahresende in Sicht, sodass sich die Milchmengen in der Summe 2022 nah am Vorjahresniveau bewegen könnten. Als Ursache werden zum einen die deutlich gestiegenen Produktionskosten genannt. Vor allem die stark erhöhten Preise für Futtermittel als auch für Dienstleistungen, wie z. B. Tierarztkosten schmälern weiterhin die Erlöse auf den Milchviehbetrieben und führen, trotz der ebenfalls rasant gestiegenen Erzeugerpreise, zu einer geringeren Milchleistung der Tiere. Zum anderen führen die hohen Kosten zu einem weiteren Bestandsabbau in der EU.
Quelle: AMI

 

Absatz von Schnittkäse anhaltend rege

19.05.2022 (AMI) – Die Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels bewegten sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auch über die weiteren Absatzkanäle floss umfangreich Ware ab. Dabei konnten nicht alle Anfragen bedient werden. Die Preise tendierten nochmals fester.
Der Geschäftsverlauf am Markt für Schnittkäse war zur Monatsmitte weiterhin von einem hohen Warenausgang geprägt. Der Lebensmitteleinzelhandel rief Schnittkäse anhaltend umfangreich ab. Die Erhöhung der Verbraucherpreise in den vergangenen Wochen hat nach Einschätzung der Hersteller kaum zu einer Kaufzurückhaltung geführt. Daher benötigt der Handel kontinuierlich Mengen, um seine Bestände zu füllen. Die Hersteller konnten zum Teil nicht alle Bestellungen vollständig bedienen. Die Nachfrage aus dem GV-Bereich hat zuletzt nochmals zugelegt. Dabei dürfte vor allem die in einigen Teilen des Landes hochsommerliche Witterung für einen höheren Absatz über die Gastronomie sorgen. Die Industrie orderte Schnittkäse in normalem Umfang.
Quelle: AMI

Industriepreise steigen um 33,5 %: Inflations-Schock für Bauern

Die Abgabepreise der Industrie sind 33,5 % höher als im vorigen Jahr. Das sind die Einkaufspreise für Bauern und Landhändler. Vor allem Energie, Treibstoff und Strom verteuern sich drastisch. Auch für Dünger, Futter und andere wichtige Betriebsmittel gehen die Preise durch die Decke. Die industriellen Abgabepreise für Lebensmittel steigen zudem doppelt so stark wie im Einzelhandel. Das zeigt, wo die Reise noch hingeht.
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im April 2022 um 33,5 % höher als im April 2021. Das Statistische Bundesamt (Destatis) sagt, dies war der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im März 2022 hatte die Veränderungsrate bereits bei +30,9 % gelegen und im Februar bei +25,9 %.
Im Vormonatsvergleich stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise im April 2022 ebenfalls deutlich um 2,8 %. Die aktuellen Daten spiegeln jetzt auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine wider, sagen die Statistiker in ihrer Analyse.
Die Entwicklung deutet außerdem darauf hin, dass sich Landwirte, Handel und Verbraucher in den kommenden Monaten auf anhaltend hohe Preissteigerungen einstellen müssen. Die gewerblichen Produzentenpreise gelten nämlich als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Inflation und der Preise auf den nachgelagerten Handelsstufen.
In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – das heißt, noch bevor die Produkte von anderen Unternehmen weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Für die meisten aufgeführten Betriebsmittel sind das für die Bauern dann die Kosten im Einkauf vom Landhändler oder direkt am Fabriktor.
Erdgas viermal so teuer wie Vorjahr – Strom plus 88 %
Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Danach waren die Energiepreise im April 2022 im Durchschnitt 87,3 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber März 2022 stiegen diese Preise um 2,5 %, nachdem sie im März 2022 gegenüber Februar 2022 um 10,5 % gestiegen waren.
Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas mit einem Plus gegenüber April 2021 von 154,8 %. Kraftwerke zahlten im Einkauf für Erdgas gut viermal so viel wie ein Jahr zuvor (+307,0 %). Für Industrieabnehmer war Erdgas 259,9 % teurer und für Wiederverkäufer 170,0 %.
Die Preise für elektrischen Strom waren im April 2022 um 87,7 % höher als im April 2021. Für Weiterverteiler kostete Strom 157,3 % mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 85,6 %. Gewerbliche Anlagen zahlten 15,8 % mehr.
Preistreiber: Dünger und Futter, Diesel und Metalle, Holz
Mineralölerzeugnisse waren 53,9 % teurer als im April 2021, jedoch gingen hier die Preise gegenüber dem Vormonat März 2022 um 4,6 % moderat zurück. Leichtes Heizöl war mehr als doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (+102,1 %). Kraftstoffe wie Diesel und Benzin kosteten 46,6 % mehr. Für beide Mineralölprodukte sanken die Preise gegenüber dem März 2022 ebenfalls (leichtes Heizöl: -14,9 %, Kraftstoffe: -6,8 %).
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise wären die Erzeugerpreise immer noch 16,3 % höher als im April 2021 (+3,0 % gegenüber März 2022). Hohe Preissteigerungen melden die Statistiker auch bei den Vorleistungsgütern, unter anderem bei Metallen, Düngemitteln und Futtermitteln sowie Verpackungsmitteln aus Holz. Insgesamt waren Vorleistungsgüter im April 2022 um 26,0 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber März 2022 stiegen diese Preise um 4,1 %.
Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatte die Veränderungsrate für Metalle insgesamt mit einem Plus von 43,3 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 59,8 %, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 32,8 % mehr. Betonstahl verteuerte sich im Vorjahresvergleich um 79,0 % und allein gegenüber März 2022 um 16,6 %. Die Preise für Aluminium in Rohform waren 58,5 % höher als im Vorjahr. Hier dürften auch die Sanktionen gegen Russland als wichetigem Lieferant eine sehr große Rolle spolen.
Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, die sich mehr als verdoppelten (+111,7 %). Allein gegenüber März 2022 stiegen diese Preise um 14,5 %. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 52,8 %. Auch Holz und Holzerzeugnissen waren deutlich teurer. So kostete Nadelschnittholz war 52,3 % mehr. Papier und Pappe verteuerte sich um 52,7 %. Hier stiegen insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+111,9 %). Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle spielen, kosteten 41,0 % mehr. Verpackungsmittel aus Holz kosteten binnen Jahresfrist 75,0 % mehr, Industriegase 66,4 %.
Lebensmittelpreise steigen doppelt so stark wie im LEH
Sehr stark gestiegen sind auch die industriellen Abgabenpreise für Lebensmittel. Also noch bevor sie im Handel weiterverkauft werden. Die Preise für Getreidemehl waren 39,1 % höher als im April 2021, melden die Statiker. Gegenüber März 2022 stiegen diese Preise um 5,0 %.
Sehr kräftig gestiegen sind zuletzt die Preise für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Hier verlangten die industriellen Verarbeiter im April 2022 13,2 % mehr als im April 2021 und 3,9 % mehr als im März 2022. Insgesamt verteuerten sich Nahrungsmittel um 17,3 % gegenüber dem Vorjahr (+5,5 % gegenüber März 2022) – und damit deutlich stärker als im Einzelhandel mit nur 8,6 % wo die Preise (noch) erheblich langsamer steigen.
Besonders stark verteuerten sich die Preise für Butter (+70,9 % gegenüber April 2021 und +11,4 % gegenüber März 2022). Milch und Milcherzeugnisse waren insgesamt 20,6 % teurer. Allein die Käsepreise waren im 33 % höher als vor einem Jahr. Auch nicht behandelte pflanzliche Öle kosteten 70,0 % mehr als im Vorjahr. Rindfleisch war 41,6 % teurer, was auch den Rückgang der Nachfrage auf Verbraucherseite erklärt, und bei Kaffee lag der Preisaufschlag bei 30,8 % teurer.
Die Preise für Schweinefleisch stiegen gegenüber März 2022 um 14,7 % und lagen damit 22,1 % über den Preisen von April 2021. Auch hier blieb der kräftige Preisanstieg offenbar nicht ohne Folgen für Konsum und Nachfrage.
Quelle: agrarheute

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im März 2022 um 34,7 % höher als im März 2021

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im März 2022 um 34,7 % höher als im März 2021. Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961. Allein gegenüber Februar 2022 stiegen die Preise um 15,1 %.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhöhten sich sowohl die Preise für pflanzliche (+42,1 %) als auch für tierische Erzeugnisse (+29,5 %) deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat.
Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen. Diese lagen im März 2022 um 70,2 % über dem Vorjahresmonat. Damit ist die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als doppelt so hoch wie im Februar 2022 mit +31,3 %.
Ausschlaggebend für die enorme Preissteigerung bei Getreide ist die Verknappung des Angebots infolge des Kriegs in der Ukraine. Dadurch hat sich die bereits zuvor angespannte Situation auf dem Weltmarkt mit einer hohen Nachfrage im In- und Ausland noch einmal deutlich verschärft.
Preise für Obst leicht gesunken, für Kartoffeln und Raps stark gestiegen 
Die Erzeugerpreise für Obst waren im März 2022 um 12,4 % niedriger als noch vor einem Jahr. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -8,4 %.
Speisekartoffeln verteuerten sich im März 2022 nochmals. Die Preise stiegen im Vergleich zu März 2021 um 91,7 %. Im Februar 2022 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits +87,6 % betragen. Der Preisanstieg im März ist vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen und ein relativ niedriges Preisniveau im März 2021 zurückzuführen. Damals gab es aufgrund von großen Erntemengen und der fehlenden Nachfrage der Gastronomie durch Corona einen Preisrückgang im Vorjahresvergleich von 53,4 %.
Die Preise für das Handelsgewächs Raps verteuerten sich im März 2022 um 70,1 % im Vergleich zu März 2021. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Monate nochmals fort. Im Februar 2022 waren die Preise noch um 52,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.
Die weiterhin hohen Preise liegen hier vor allem an der knappen Versorgungslage bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für Herstellung von Biogas oder die Verwendung von Raps als Treibstoff (Biodiesel). Auch hier beeinträchtigen die ausbleibenden Lieferungen aus der Schwarzmeerregion die globale Verfügbarkeit.
Preise für tierische Erzeugnisse um 29,5 % gestiegen, für Milch um 33,3 % 
Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im März 2022 um 29,5 % über den Preisen von März 2021. Im Februar 2022 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 21,4 % betragen. Der Milchpreis lag im März 2022 um 33,3 % über dem Vorjahresmonat; im Februar 2022 waren es +30,1 % im Vorjahresvergleich. Grund hierfür ist weiterhin vor allem ein knappes Rohmilchangebot.
Die Preise für Tiere verteuerten sich im März 2022 um 28,6 % gegenüber März 2021. Im Februar 2022 hat die Preissteigerung +15,8 % betragen. Grund hierfür sind die steigenden Futtermittelpreise.
Die Preise für Rinder haben sich im März 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 47,5 % erhöht. Damit setzte sich der schon in den vergangenen Monaten zu beobachtende Trend steigender Preise fort (Februar 2022: +32,5 % gegenüber Februar 2021). Im Wesentlichen ist der Preisanstieg hier auf die gesunkene Produktion bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage und steigenden Energiekosten zurückzuführen.
Die Preise für Schlachtschweine lagen im März 2022 um 21,1 % über denen des Vorjahresmonats. Im Februar 2022 hatte die Preissteigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat +3,6 % betragen. Der enorme Preisanstieg im März 2022 ist durch ein weiterhin geringes Angebot an schlachtreifen Tieren und der durch Lockerung der Corona-Beschränkungen und anlaufenden Grillsaison steigenden Nachfrage begründet. Daneben stützt auch das immer knapper werdende Angebot an Rindfleisch die Nachfrage nach Schweinefleisch.
Quelle:topagrar

Lebensmittel-Preise gehen durch die Decke: Was hat das für Folgen?

Die Preise für Lebensmittel stiegen im April um 8,6 % auf ein neues Allzeithoch. Verbraucher ändern mittlerweile ihr Kaufverhalten. Noch stärker verteuern sich nur Strom, Erdgas, Heizöl, Kraftstoff und andere Energieprodukte.
Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im April 2022 bei +7,4 %. „Die Inflationsrate erreichte damit im zweiten Monat in Folge einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland“, sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Bereits im März 2022 war die Inflationsrate sprunghaft auf 7,3 % gestiegen, insbesondere infolge der Preisentwicklung der Energieprodukte.
Auffallend sind im April 2022 die überdurchschnittlichen Preissteigerungen bei den Nahrungsmitteln. Hier werden nach Einschätzung der Statistiker zunehmend die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sichtbar. Allerdings waren die Preise für Nahrungsmittel und Agrarprodukte auf Erzeugerebene und auch auf Industrieebene schon vor dem Kriegsausbruch kräftig gestiegen – vor allem aufgrund der stark steigenden Energiepreise, explodierender Düngerkosten, gestörter Lieferketten und den Folgen der globalen Corona-Krise auf Produktion und Handel.
Der Krieg in der Ukraine wirkte dann nur noch als Katalysator oder als Brandbeschleuniger auf eine Entwicklung, die schon vorher zu erkennen war. Hinzu kommt, dass nämlich auch die Kosten für die Produktion von Nahrungsmitteln dramatisch gestiegen sind – sowohl für Landwirte als auch für die Industrie. Nun haben in den vergangenen Wochen auch die Lebensmittelhändler und Discounter wie Aldi und Lidl ihre Preise für viele Produkte deutlich erhöht. Denn sie sehen in vielen Produktbereichen ein Phänomen was es in Deutschland zuvor noch nicht gegeben hat: Knappheit oder zumindest ein begrenztes Angebot bei Nahrungsmitteln. Und nichts anderes zeigen die hohen Preise.
Hohe Lebensmittelpreise verändern Verbraucherverhalten 
Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im April 2022 für die privaten Haushalte spürbar um 8,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hat sich der Preisauftrieb deutlich verstärkt (März 2022: +6,2 %). Preiserhöhungen wurden bei allen Nahrungsmittelgruppen ermittelt. Erheblich teurer wurden wie jeder gemerkt hat Speisefette und Speiseöle, hier lag der Preissprung bei 27,3 % Und auch für Fleisch und Fleischwaren mussten die Verbraucher 11,8 % mehr ausgeben.
Dabei stiegen die Preise für Rindfleisch um 18,8 % und auch Schweinefleisch war im April 16,5 % teurer als im Vorjahr und 7,0 % teurer als im Vormonat. Ein gutes Argument für höhere Erzeugerpreise. Molkereiprodukte haben sich um 9,4 % verteuert, dort lag der Aufschlag etwa für Vollmilch bei 9,7 %, für Käse bei 6,6 % und für Butter wurden im LEH 31,3 % mehr als im Vorjahr und 13,5 % mehr als im Vormonat verlangt. Deutlich im Preis zugelegt haben auch Eier mit 24,4 % und Kartoffeln mit 13,7 %.
Für den Verbrauch und die Nachfrage dürfte die hohen Preise deutlich Auswirkungen haben, wie ähnlich Entwicklungen zum Beispiel zur Finanzkrise gezeigt haben. Die Verbraucher kaufen anders ein: Sie kaufen weniger, wechseln zu günstigeren oder komplett anderen Produkten du sie sparen wo es geht. Ein anderer Effekt ist, dass der Absatz von vergleichsweise teuren Bioprodukten und anderen Pemiumprodukten merklich zurückgeht, wenn das Geld knapp wird. Das ist offenbar jetzt schon zu spüren, berichten Konsumforscher.
Energiepreise sind der Preis- und Kostentreiber Nummer 1 
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie noch einmal kräftig gestiegen – obwohl Strom, Gas, Heizöl, Benzin und Diesel auch vorher schon richtig teuer waren. Die hohen Energiepreise beeinflussen natürlich die Inflationsrate erheblich und natürlich auch die Kosten der Produktion in der Landwirtschaft und Industrie. Und das nicht nur für Treibstoff, Gas und Strom – sondern auch für Mineraldünger. Und sie sind auch mitverantwortlich für die hohen und weiter steigenden Produktions- und Transportkosten.
Eine ähnlich hohe Inflationsrate wie im April 2022 gab es zuletzt im Herbst 1981, als infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Hinzu kommen Lieferengpässe durch unterbrochene Lieferketten aufgrund der Corona-Pandemie und die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, sagen die Statistiker. Die Preise für Energieprodukte lagen im April 2022 um 35,3 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach +39,5 % im März 2022.
Mit +98,6 % haben sich die Preise für leichtes Heizöl im April 2022 fast verdoppelt, auch Kraftstoffe (+38,5 %) und Erdgas (+47,5 %) verteuerten sich merklich. Die Preiserhöhungen für die anderen Energieprodukte lagen ebenfalls deutlich über der Gesamtteuerung, zum Beispiel für feste Brennstoffe (+23,9 %) und Strom (+19,3 %).
Der Preisauftrieb bei den Energieprodukten wurde noch von weiteren Faktoren beeinflusst: Neben den kriegs- und krisenbedingten Effekten wirkte sich unter anderem die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2 aus.
Quelle:agrarheute

Absatz von Formbutter unter den Erwartungen

12.05.2022 (AMI) – Abgepackte Butter wurde in der zweiten Maiwoche nur verhalten abgerufen. Auch die nötigen Impulse durch die Spargelsaison blieben bislang aus. Die Preise waren stabil.
Am Markt für abgepackte Butter wurde in der zweiten Maiwoche von einem recht ruhigen Marktverlauf berichtet. Dabei verliefen die Abrufe im Vergleich zur Vorwoche leicht schwächer. Dies könnte zum einen an möglichen Vorzieheffekten liegen, die auf die gestiegenen Molkereiabgabepreise seit Anfang Mai zurückzuführen sind. Auch die durch die anstehende Hochphase der Spargelsaison erwarteten Impulse blieben bislang aus. Vor diesem Hintergrund berichteten die Hersteller teils, dass die Abrufe des Handels unter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Für die kommenden Wochen gehen sie jedoch tendenziell von steigende Absatzmengen aus. Nach wie vor gefragt waren dagegen die Streichmischfette. Aufgrund der Knappheiten von Öl und der deutlich gestiegenen Preise bei der Butter werden diese oftmals als Substitut eingesetzt. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten schrieb die Notierung für Formbutter in der 19. Kalenderwoche mit einer Spanne von 7,64 bis 7,90 EUR/kg unverändert fort.
Quelle:AMI

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