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Marktentwicklung

Landwirtschaftliche Erzeugerpreise im November 7,4 % unter Vorjahr

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im November 2020 um 7,4% niedriger als im November 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren sie gegenüber dem Vormonat Oktober 2020 unverändert.
Preise für tierische Erzeugnisse um 13,5% gesunken
Die Preise für tierische Erzeugnisse gingen im November 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,5% zurück. Damit verstärkte sich der Rückgang im Vorjahresvergleich nochmals, im Oktober hatte er -11,3% betragen.
Er kommt vor allem durch die bereits seit einigen Monaten sinkenden Preise für Schlachtschweine und erstmals auch durch stärkere Preisrückgänge für Kühe zustande: Die Preise gingen bei den Schlachtschweinen gegenüber November 2019 um 34,5% zurück (Oktober 2020 gegenüber Oktober 2019: -30,9%). Bei den Kühen betrug der Preisrückgang 11,8% gegenüber November 2019 (Oktober 2020 gegenüber Oktober 2019: -4,2%).
Der Preisrückgang begründet sich dadurch, dass die Schlachthöfe durch Corona-Auflagen ihre Kapazitäten reduzieren mussten und dadurch das erhöhte Angebot an Schlachttieren nicht vollständig abgenommen werden konnte. Außerdem fehlen Absatzmöglichkeiten durch die Schließung von Gaststätten und Großküchen.
Bei den Schlachtschweinen steigt das Schlachtgewicht der einzelnen Tiere durch die fehlenden Absatzmöglichkeiten und längeren Mastzeiten auf den Höfen seit geraumer Zeit an, wodurch niedrigere Preise (pro Kilogramm Schlachtgewicht) erzielt werden. Außerdem stockt weiterhin der deutsche Export in Drittstaaten aufgrund der Afrikanischen Schweinepest.
Bei den Preisen für Schafe und Ziegen wurde wie in den vergangenen Monaten eine entgegengesetzte Entwicklung beobachtet: Hier stiegen die Preise von November 2019 bis November 2020 um 22,1%, von Oktober 2019 auf Oktober 2020 lag die Veränderung bei +20,8%.
Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 3,4% gestiegen
Im Gegensatz zu den tierischen Erzeugnissen stiegen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im November 2020, wie bereits im Oktober, gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4%. Der Anstieg ist vor allem auf den um 11,7% höheren Preis für Getreide (insbesondere Brot- und Futterweizen) zurückzuführen.
Es ist davon auszugehen, dass sich das Angebot im November 2020 aufgrund von Ernteausfällen infolge der Frühjahrstrockenheit weiter verknappt hat. Die Entwicklung kann bereits seit September 2020 beobachtet werden. Die Reduzierung der Anbaufläche und dadurch bedingt eine geringere Weizenernte spielt vermutlich auch eine Rolle.
Des Weiteren ist eine erhöhte Nachfrage nach Weizen aus den Importländern zu beobachten, die vermutlich ebenfalls zum Preisanstieg beigetragen hat.
Auch beim Obst kam es zu Preissteigerungen: Die Preise lagen im November 2020 um 35,3% höher als im November 2019. Besonders auffällig waren hierbei die gestiegenen Erzeugerpreise für Tafeläpfel (+27,6%). Diese Preissteigerung ist hauptsächlich durch frostbedingte Ernteausfälle in Teilen von Deutschland begründet.
Für Speisekartoffeln hingegen sinken die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat bereits seit einigen Monaten. Im November 2020 waren sie 49,2% billiger als im Vorjahresmonat, von Oktober 2019 auf Oktober 2020 lag die Veränderung bei -46,1%. Hierfür dürfte vor allem die fehlende Nachfrage der Gastronomie ausschlaggebend sein. Die Preise gegenüber dem Vormonat stiegen hingegen erstmals seit Juni 2020 um 7,9%. Grund für die Preissteigerung gegenüber dem Vormonat ist die abgeschlossene Ernte und der Preisaufschlag durch den Verkauf von Lagerware.
Quelle: topagrar

Milchmarkt startet fest ins neue Jahr

14.01.2021 (AMI) – Bei den Molkereien in Deutschland nimmt das Milchaufkommen saisonal leicht zu, die Mengen des Vorjahres werden dabei aber unterschritten. Dadurch fällt das Rohstoffangebot knapp aus und die Preise tendieren fester.
Das Milchaufkommen in Deutschland steigt saisonal an. Nach wie vor berichten die erfassenden Unternehmen dabei über gedämpfte Zunahmen beim Milcheingang. Wie aus Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) hervorgeht, nahm das Rohstoffaufkommen bei den deutschen Molkereien in der 52. Kalenderwoche um 0,6 % und in der 53. Kalenderwoche um 1,0 % zu. Die Zuwachsraten fielen damit zuletzt höher aus als noch Anfang Dezember, die Vorjahreslinie wurde dennoch weiter um 1,1 % unterschritten. In den ersten Januarwochen setze sich der Anstieg des Rohstoffaufkommens dem Vernehmen nach fort.
Rohstoffpreise schnell wieder erholt
An den Rohstoffmärkten bestimmten Anfang Januar festere Preistendenzen das Bild. Bereits über den Jahreswechsel war der Verlauf deutlich stabiler als üblich und die Preisdelle weniger ausgeprägt als in den Jahren zuvor. Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es nur vereinzelte Preisabschläge, meist setzte schon wieder eine Erholung ein, die sich in den ersten Januarwochen fortsetzte.
Die Kombination aus moderatem Anlieferungsverlauf und umfangreicher Nachfrage hat den Markt stabilisiert. Der sonst zu Jahresbeginn einsetzende Rückgang im privaten Konsum wurde durch die Impulse aus dem Lockdown abgeschwächt. Zudem passten die Preise für den Zukauf zu den Erlösmöglichkeiten der Produkte, sodass Rohstoff gefragt war. Rahm und Magermilchkonzentrat wurden in der Berichtswoche zu festeren Preisen gehandelt. Dabei fielen die Aufschläge beim Eiweiß, wo die Knappheiten ausgeprägter waren, stärker aus als auf der Fettseite. Auch für flüssige Magermilch wurden bei belebter Nachfrage deutlich höhere Forderungen aufgerufen. Zur Monatsmitte haben sich die Preise nach ersten Berichten von Marktteilnehmern auf den erhöhten Niveaus stabilisiert.
Quelle: AMI

Butterpreise sinken nur leicht im Kühlregal

Anfang Januar hat der Lebensmitteleinzelhandel eine Butterpreissenkung von mehr als 50 Cent durchgesetzt. Das hat bei Landwirten und Branchenvertretern für Unmut gesorgt. Der Nachrichtendienst Agra Europe (AgE) berichtet, dass die aktuelle Butterpreissenkung des Handels nicht in das internationale Preisgefüge passe. Doch gehe es hier nicht um Markt, „sondern auch um Macht der Konzerne und um den Kampf von Marktanteilen im Lebensmitteleinzelhandel“, monierte der Landvolk-Vizepräsident Manfred Tannen. Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete am vergangenen Montag, dass die Butterpreise für Verbraucher im LEH bisher nicht entsprechend dem Abschlag bei den Einkaufspreisen nach unten angepasst worden seien. Im normalen Preiseinstiegssegment liege der Preis für das 250-g-Päckchen unverändert bei 1,39 €. So würden die Verbraucher „geschröpft“ und Molkereien und Bauern unter Druck gesetzt, während sich der Handel „fette Gewinnmargen“ sichere.
Überraschung: Notierung wieder angehoben
Wie AgE weiter berichtet, ist am vergangenen Mittwoch überraschend bei der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten die Notierung wieder angehoben worden, allerdings nur am oberen Ende der Spanne. Diese legte für die geformte Markenbutter um 56 Cent auf 4,00 €/kg zu und machte damit die vorwöchentlichen Verluste wieder wett. Der untere Spannenwert, der die jüngsten Kontraktabschlüsse für die Abgabepreise der Molkereien widerspiegelt, blieb mit 3,24 €/kg aber unverändert. Laut Börse sind die Verkaufspreise für Butter in den Kühlregalen des LEH bisher noch nicht so stark gesenkt worden, wie es die Kontraktabschlüsse vermuten lassen. Die Preise am Fettmarkt lägen, wie bei Industrierahm und Sahne, weiter auf einem erhöhten Niveau, welches nicht zu den Butterpreisen passe. Deshalb sei zum Teil für Butter außerhalb des Preiseinstiegssegments auch mehr bezahlt worden, berichtet die Börse. Dies habe zur Anhebung des oberen Notierungswertes und der Ausweitung der Spanne geführt. Bei Blockbutter sei die Nachfrage zuletzt etwas zurückhaltender ausgefallen, sie sei aber vorhanden.
Dem Handel bleibt eine ansehnliche Gewinnmarge
Da Aldi bis Montag seinen bisherigen Verkaufspreis unverändert bei 1,39 € beließ, zogen am ersten Tag der Woche alle Wettbewerber nach, passten ihren EVP nach der freiwilligen Verlängerung der Mehrwertsteuerreduzierung dem Aldi-Preis an – außer Lidl, der den Preis bei 1,35 Euro/250 g belassen hat, berichtet der VMB. Aldi konterte am Montagnachmittag und senkte seinen EVP auf 1,34 €/250 g. Am Dienstag folgte Norma dem Vorgehen, auch Lidl ab Mittwoch. Für alle bleibt bei einer Preisrücknahme von 20 Cent/kg aber immer noch eine ansehnliche Gewinnmarge aus dieser Preisrunde, erklärt der VMB.
Quelle: topagrar        

Milchmarkt 2021: Gute Nachrichten für die Milchpreise

Die Aussichten für die Milchpreise 2021 sind besser als zum Beginn der globalen Corona-Pandemie erwartet.
Auch der Preisindex des ife-Instituts in Kiel zeigt die deutliche Preiserholung seit Mai an. Seitdem dümpeln die aus den Preisen von Butter und Magermilch errechneten Milchpreise jedoch - bei knapp 32 Cent vor sich hin.
Das sagen jedenfalls die Analysten der Rabobank in ihrer aktuellen Milchmarkt-Prognose. Dort heißt es auch: Das weltweite Wachstum der Milchproduktion wird sich nach einem sehr starken Jahr 2020 im Jahr 2021 deutlich abschwächen. Das ist für die globalen Milchpreise allerdings eine gute Nachricht. Das von der Rabobank prognostizierte globale Wachstum der Milchmenge für 2021 liegt bei rund 2,7 Milliarden Litern Milchäquivalent gegenüber 4,5 Milliarden Litern im Jahr 2020.
Ein weiterer Grund für den optimistischen Ausblick der Analysten sind die insgesamt steigenden Rohstoffpreise – insbesondere bei Rohöl – und die davon ausgehende stärkere Nachfrage einiger großer Milchimporteure.
Positiv wirkt sich auch die erwartete Erholung des Wirtschaftswachstums in vielen Regionen aus und davon ausgehend natürlich auch eine verbesserte Nachfrage, glauben die Analysten der Rabobank.

Milchmenge wächst langsamer – Nachfrage bleibt relativ robust
Das von der Rabobank prognostizierte globale Wachstum der Milchmenge schwächt sich für 2021 gegenüber dem vorigen Jahr deutlich ab – während sich die Nachfrage eher stabil entwicklen soll und das wirtschaftliche Umfeld sich belebt. Michael Harvey, Senior Analyst für den Milchmarkt bei der Rabobank, weist darauf hin, dass das Wachstum der Milchproduktion bei den globalen TOP-7-Milchexporteuren  – nämlich: EU, Neuseeland, USA, Weißrussland, Australien, Argentinien und Uruguay – im Jahr 2020 überraschend hoch war.
Das Wachstum der Milchmenge – umgerechnet in Flüssigmilchäquivalent – befand sich sogar auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2017. Der Rabobank-Analyst geht jedoch davon aus, dass sich das Angebotswachstum in allen wichtigen Exportregionen im Jahr 2021 abschwächen wird.
„Die EU und Südamerika dürften im nächsten Jahr die größte Verlangsamung des Wachstums verzeichnen, während die Produktion in Ozeanien – offenbar auch wegen der Produktionserholung in Australien – ingesamt unverändert bleibt", sagt Milchexperte Harvey.
Bereits im zweiten Halbjahr 2020 hat sich die Produktion auf der Nordhalbkugel – auch aus saisonalen Gründen – verlangsamt, während die Nachfrage weiterhin relativ robust war. Vor allem die starke Einzelhandelsnachfrage während der Covid-19-Pandemie dürfte die Preise für Milch und andere Agrarrohstoffe weiter stützen, glauben die Analysten der Rabobank.

Externe Faktoren haben sehr großen Einfluss 
Aber auch andere Faktoren dürften die Milchpreise im Jahr 2021 durchaus positiv beeinflussen, glauben die Rabobank-Experten. „Die Rohstoffpreise bleiben nach der Rallye in den letzten Monaten insgesamt auf einem höheren Niveau, und wir gehen davon aus, dass dieses Preisniveau auch 2021 bestehen bleibt", sagt der Milchanalyst Harvey. „In Europa und den USA fließen während die der Corona-Krise entstandenen Lagerbestände zudem in kommerzielle Kanäle, was eine weitere gute Nachricht für die Milchpreise ist.
Und es gibt noch andere Faktoren die sich positiv auf die Entwicklung an den wichtigsten Milchmärkten im Jahr 2021 auswirken könnten: Dies ist vor allem die Erwartung, dass immer mehr Menschen gegen Covid-19 geimpft werden  und sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation im weiteren Jahresverlauf normalisiert.
Hinzu kommt: Die zuletzt bestehende politische Unsicherheit wegen der US-Wahlen und deren Folgen auf Handel und Wirtschaft haben ein Ende. Und nicht zuletzt wirkt das prognostizierte Wirtschaftswachstum nach der Corona-Krise in vielen Regionen sehr positiv auf Nachfrage und Preise.

Chinas Milchmenge wächst allerdings ebenfalls kräftig
Nach Einschätzung der Rabobank werden die chinesischen Milchimporte im Jahr 2021 voraussichtlich zurückgehen. Bis Anfang 2021 wird die Milchproduktion in China voraussichtlich um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunehmen und in der zweiten Jahreshälfte nochmals um 6,5 Prozent wachsen. Ein Auslöser des chinesischen Produktionsbooms war offenbar der Eiweißmangel, der wegen der durch ASP drastisch dezimierten Schweinebestände verursacht wurde  – allerdings scheint sich auch der Schweinebestand rascher zu erholen als erwartet. Für die chinesischen Flüssigmilch-Importe (H-Milch) erwarten die Rabobank-Analysten jedenfalls einen zweistelligen Rückgang im Jahr 2021. „Die globale Nachfrage nach Milchpulver wird voraussichtlich Anfang 2021 ihren Höhepunkt erreichen, bevor sie sich wieder abschwächt, da China seine Lagerbestände erhöhen will", heißt es in einem anderen Ausblick für 2021.
Der neuseeländische Milchriese Fonterra schätzt die Exportmöglichkeiten nach China indessen optimistisch ein. Deshalb hat die Großmolkerei die erwarteten Milchpreise für seine Milchbauern angehoben. Miles Hurrell, der Chef von Fonterra sagte, die starke Nachfrage Chinas im Jahr 2020 haben zu diesen Korrekturen geführt.

Globale Handelsplattform GDT zuletzt mit steigenden Preisen
„China erholt sich weiterhin gut von Covid-19 und diese Erholung hat sich auch in den jüngsten Auktionen der globalen Milchbörse Global Dairy Trade (GDT) widergespiegelt. Dort war die hohe Nachfrage der chinesischen Einkäufer, insbesondere nach Vollmilchpulver, zuletzt ein wesentlicher Treiber der Milchpreise“, sagt Fonterra-Chef Hurrel. Auf den letzten drei GDT-Auktionen ging es mit den Preisen jedenfalls stetig nach oben. Zuletzt konnten auch Butter und Käse von dem Aufschwung profitieren. Hurrel wies aber auch auf einige Unsicherheiten für die Milchpreise hin. Er sagte: „Die Auswirkungen von Covid-19 sind weltweit weiter zu spüren, und wir müssen auch ein wachsames Auge auf die steigende Milchproduktion auf der Nordhalbkugel haben", sagt er. Gemeint sind Europa und die USA.

Exportpreise für Milchprodukte haben ebenfalls zugelegt 
Der FAO-Milchpreis-Index ist bei der letzten Erhebung im November weiter gestiegen und fast 12 Prozent höher als zum letzten Tiefpunkt während der Coronakrise im Mai 2020. Die positive Entwicklung der globalen Milchpreise bestätigte derzeit auch die FAO in ihrem letzten Monatsreport, der die durchschnittlich wirklich erzielten Exportpreise für Milchprodukte in einem Index zusammenfasst. Dort waren die Notierungen bei der letzten Erhebung im November weiter gestiegen und zudem fast 12 Prozent höher als zu ihrem Tiefpunkt während der Coronakrise im Mai 2020.
Der FAO-Milchpreisindex lag im November im Durchschnitt bei 105,3 Punkten, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit setzte er den in den letzten Monaten verzeichneten Aufwärtstrend fort. Der jüngste Anstieg war hauptsächlich auf festere Butter- und Käsepreise zurückzuführen, die auf eine Zunahme der weltweiten Importnachfrage und einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze in Europa zurückzuführen waren: Dieser fiel zudem mit dem saisonalen Tiefpunkt der Milchproduktion in der Region zusammen.
Im Gegensatz dazu gaben die globalen Preise für Magermilchpulver nach einem sechsmonatigen Anstieg zum Ende des Jahres nach. Grund war ein langsameres Einkaufstempos in Asien, insbesondere in China, zusammen mit einer erhöhten weltweiten Exportverfügbarkeit, einschließlich wachsender Pulverüberschüsse in Indien. Trotz eines Anstiegs der Nachfrage aus dem Nahen Osten und Nordafrika, insbesondere aus Algerien, belasteten kleinere Einkäufe Chinas auch die Preisnotierungen für Vollmilchpulver.
Quelle: agrarheute

Internationale Milchpreise sind gestiegen

Der Durchschnittspreis auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade nahm um 3,9 % auf 3.420 $/t zu. Der Global Dairy Trade-Preisindex steig um 41 auf 1065.
Die Preise für wasserfreies Milchfett (+5,5 % auf 4.604 $/t), Lactose (+7,4 % auf 1.099 $/t), Cheddar (+5,0 % auf 4,078 $/t), Vollmilchpulver (+3,1 % auf 3.306 $/t), Butter (+7,2 % auf 4.526 $/t), Buttermilchpulver (+6,9 % auf 2,876 $/t) und Magermilchpulver (+4,1 % auf 3.044 $/t) sind gestiegen. Preissenkungen gab es nicht.
Süßmolkenpulver wurde nicht gehandelt.
Die gehandelte Menge lag mit 30.313 t unterhalb des Niveaus der vergangenen Auktion (31.701 t).
Der GDT-Preisindex zeigt einen gewichteten Mittelwert der prozentualen Preisänderungen. (Bildquelle: GDT)
Quelle: topagrar

Ansprüche an Lebensmittel werden immer vielfältiger

Proteinreiche, vegetarische, vegane, amerikanische oder mit Superfoods angereicherte Lebensmittel (Funktional Food) sind die Trendprodukte der letzten Jahre. Aber auch Produkte mit besonderen Merkmalen wie regional, nachhaltig, Fair Trade und Bio sind am Markt ständig verfügbar, schreibt der DBV im neuen Situationsbericht.
Auf alle ernährungsphysiologischen Eigenschaften von glutenfrei, laktosefrei, kalorienarm bis eiweiß- oder ballaststoffreich werde Rücksicht genommen. Die Produktauswahl wächst. Zu jedem Produkt bzw. Fertigprodukt gibt es eine vermehrte Zahl von Alternativen. Gleichzeitig können sich die Konsumenten auf Grund von Digitalisierungsfortschritten einfacher im Markt orientieren, schneller bezahlen oder personalisierter einkaufen, heißt es.
In den letzten Jahren sei die Frische-Orientierung der deutschen Haushalte stark gestiegen. Fast jeder zweite Verbraucher bevorzugt Lebensmittel aus dem Frischesortiment statt Konserven.
Geschmack und Gesundheit haben beim Essen den höchsten Stellenwert
Der Geschmack ist und bleibt das wichtigste Qualitätsmerkmal eines Lebensmittels aus Sicht der Verbraucher. Nach dem BMEL-Ernährungsreport 2020 legen 98 % der gut 1.000 vom Forsa-Institut repräsentativ befragten Bundesbürger beim Essen Wert auf den Geschmack.
Gleichzeitig ist 90 % der Befragten gesundes Essen wichtig. Neben Geschmack und Gesundheit kommt es bei 52 % der Befragten beim Essen auf eine einfache und schnelle Zubereitung an. Es folgen die Kriterien kalorienarm (33 %) und Preis (32 %).
Lebensmittel aus der Region weiter im Aufwärtstrend
Immer mehr Verbraucher legen Wert darauf, dass ihre Lebensmittel aus ihrer Region stammen. Nach dem BMEL-Ernährungsreport von Anfang 2020 ist dies für 83 % der Befragten wichtig. Damit ist der Anteil seit 2016 (73 %) weiter deutlich gestiegen, so der DBV weiter.
Bundesweit gibt es nahezu unzählige Marken, Qualitätszeichen und Siegel, die Regionalität betonen. Allerdings sind Bezeichnungen wie „aus der Region“ und „heimisch“ nicht geschützt. Die Anbieter von regionalen Erzeugnissen können selbst bestimmen, wie groß ihre Region ist.
Auch wird der Begriff „regional“ in der Bevölkerung unterschiedlich interpretiert. Dies reicht von einem Umkreis von 10 bis 50 km, über das Bundesland bis hin zu Deutschland. Mit regionalen Lebensmitteln verbinden Verbraucher Geschmack, Qualität und Frische, aber auch Heimat, einen engeren Bezug zum Lebensmittel, kurze Transportwege, Schließung von Nährstoffkreisläufen und Unterstützung der regionalen Wirtschaft.
Mit der Corona-Krise haben sich die Ess- und Einkaufsgewohnheiten besonders im Hinblick auf die Bedeutung und Wertschätzung von regionalen Lebensmitteln geändert. Das Interesse an der Herkunft der Lebensmittel ist weiter deutlich gestiegen.
Regionale Lebensmittel stehen vor allem für Frische
Regionale Ware wird im Vergleich zu anderen Lebensmitteln als frischer (77 %) wahrgenommen. Bei Bio-Ware haben nur 29 % der Verbraucher in Deutschland diesen Eindruck. Die meisten regionalen Produkte werden im Lebensmitteleinzelhandel gekauft.

Trend zu digitalem Shopping auch bei Lebensmitteln

Der Trend zur Online-Bestellung von Nahrungsmitteln setzt sich fort. Mit rund 1,6 Mrd. € Umsatz oder 0,8 % am gesamten Lebensmittelhandel (2019) ist das noch ein relativ kleiner Markt, allerdings mit hohen Zuwachsraten von jährlich rund 20 % in den letzten fünf Jahren.
Überwiegend werden Süßwaren, Fertiggerichte, Konserven und spezielle Lebensmittel im Web gekauft. Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte sowie Obst und Gemüse rangieren hingegen unten auf der Online-Einkaufsliste. Auch werden Lebensmittel aus der landwirtschaftlichen Direktvermarktung über das Internet vermarktet.
Am gesamten Online-Handel (2019: 72,6 Mrd. €) macht der Handel mit Lebensmitteln 2,2 % aus. Die Corona-Krise hat den Online-Handel mit Lebensmitteln beflügelt. Nach einer repräsentativen Befragung des Digitalverbandes Bitkom gaben im Mai 2020 30 % der deutschen Verbraucher an, ihre Lebensmittel häufig bzw. hin und wieder im Internet zu bestellen. Vor der Corona-Krise waren es noch entsprechend 16 %.

Hofladen auf einem Quadratmeter

Unter Beachtung der Lebensmittelhygiene und anderer Vorschriften haben in Deutschland bislang etwa 850 Landwirte in Automaten investiert, um vor allem Milch und Milchprodukte, aber auch andere hofeigene oder regionale Produkte direkt dem Verbraucher anzubieten, heißt es im Situationsbericht.
10 % der Betriebe mit Milchausgabeautomat wirtschaften als Öko-Betrieb. Die Automaten stehen oft auf den Höfen, daher sehen die Käufer, wo ihre Lebensmittel erzeugt werden. Die Produkte kosten zwar mehr als bei den Discounterketten, aber das Erleben und Wahrnehmen des landwirtschaftlichen Umfelds ist gratis.
Für Landwirte ist der Automat in vielen Fällen der Einstieg in eine umfassendere Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Der durchschnittliche Absatz pro Jahr und Automat lag 2019 bei rund 13.000 Litern Milch, bei großen Unterschieden zwischen den Automaten-Betrieben. Durch das Corona-Geschehen ist der Absatz in 2020 stark angestiegen.

Wachsende Bedeutung der Direktvermarktung

Die Direktvermarktung von Lebensmitteln steht wie kein anderer Vertriebsweg für den Verkauf von regionalen Produkten. Zielgruppe sind Verbraucher, die wissen möchten, woher ihre Lebensmittel kommen und dazu den direkten Kontakt zum Erzeuger suchen.
Regionale Lebensmittel werden häufig mit hoher Qualität, Frische und mit etwas höheren Preisen in Verbindung gebracht.
Die landwirtschaftliche Direktvermarktung hat sich mit rund 2,6 Mrd. € Jahresumsatz in den letzten Jahren in etwa behauptet. Der Verkauf über das Internet bietet weitere Absatzpotentiale, während die Vermarktung auf den mittlerweile nur noch 3.300 Wochenmärkten rückläufig ist. Auch in der Gastronomie hält der Trend nach mehr regionalen Angeboten an. Allerdings hat das Corona-Jahr 2020 diese Trends zum Teil befördert oder auch durchbrochen.
Quelle: topagrar

Handel senkt Butterpreis um 56 Cent/kg

Milchbauern haben in den Tagen vor und nach Weihnachten vergebens vor Auslieferungslagern und Läden des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) protestiert: Der Handel hat die Butter-Einkaufspreise für seine Eigenmarken für die neue Kontraktperiode um 56 Cent/kg gesenkt. Die Kemptener Börse veröffentlichte Preise für abgepackte Butter im sogenannten Preiseinstiegssegment der Eigenmarken von 3,24 €/kg. Für die vergangenen beiden Monate lag das Preisniveau noch bei 3,80 €/kg netto. Der neue Kontrakt läuft bis Ende Februar.
Zuletzt hätten Milcherzeuger noch hoffen können, dass es beim Butterkontrakt zumindest nur zur einer moderaten und marktgerechten Preisanpassung kommen würde, so der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB). Doch stattdessen gab es „viele Lippenbekenntnisse, aber keine Fortschritte einer fairen Zusammenarbeit“. Denn auch die Situation am Milchmarkt lasse keine Begründung für das drastische Vorgehen des Handels gelten. Der LEH habe vom Lockdown durch erhöhten privaten Verbrauch besonders profitiert. Und auch die Gesamtsicht des Milchmarktes sei als "relativ robust" zu bezeichnen.
Die übliche Konsum- und Absatzdelle um die Jahreswende gebe es in diesem Jahr nicht, da viele Zuhause essen. Auch die Preise am Spotmarkt seien für die Jahreszeit erstaunlich stabil. Lediglich der Markt für Blockbutter, an dessen Niveau sich der LEH jetzt orientiere, habe seit längerem zu wenig Impulse. Die steigenden Ölpreise stärkten die Kaufkraft potenzieller Importländer. Einzig die nicht einschätzbaren des Brexits und auch der im Vergleich zum Dollar starke Euro seien negative Parameter.
Quelle: topagrar

Pulvermärkte starten sehr stabil ins neue Jahr

07.01.2021 (AMI) – Die Märkte für Milch- und Molkenpulver zeigten sich über den Jahreswechsel sehr stabil. Feiertagsbedingt haben sich die Geschäfte zwar beruhigt, auf die Preise hatte dies jedoch keine dämpfende Wirkung. Neue Abschlüsse kamen Anfang Januar auf stabilem bis leicht festerem Niveau zustande.
Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität präsentierte sich auch nach dem Jahreswechsel in einer sehr stabilen Verfassung. Über die Feiertage wurde Ware für die Bedienung der bestehenden Aufträge produziert. Der kurzfristige Bedarf fiel in den zurückliegenden Wochen überschaubar aus. Das Neugeschäft verlief insgesamt relativ ruhig, wenngleich einzelne Abschlüsse zustande kamen. Von größeren Anfragen für Lieferungen in den nächsten Monaten wurde nicht berichtet, hierfür war der Bedarf Ende 2020 auch bereits umfangreich gedeckt worden. Hingegen gab es vermehrt Anfragen für spätere Liefertermine. Diese mündeten aber weitgehend noch nicht in neue Abschlüsse.
Preislich war die Situation in der ersten Januarwoche sehr stabil. In Kempten wurde für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität am 05.01.21 eine Spanne von 2.190 bis 2.290 EUR/t notiert, das waren am unteren Ende 20 EUR mehr als bei der letzten Feststellung des Jahres 2020. Diese Entwicklungen entsprechen auch dem Verlauf der Terminkurse an der EEX. Nach vorne stellten sich dort die Erwartungen zuletzt stabil bis leicht fester dar.
Quelle: AMI

Energie und Düngemittel Corona-bedingt vergünstigt

21.12.2020 (AMI) – Während die Betriebsmittelpreise in den ersten sieben Monaten von 2020 nur leicht an Wert verloren, ist der Erzeugerpreisindex stark eingebrochen.
Der Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel in Deutschland lag im Juli 2020 bei 105 Punkten und ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 0,5 % gesunken. Dieses Ergebnis beruht auf teilweise stark zurückgegangenen Teilindizes. So sind die Preise für Treibstoffe mit einem Rückgang von 13,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat am stärksten gesunken. Dafür dürfte die Corona-Pandemie verantwortlich sein, die die Rohölkurse auf Talfahrt geschickt hatte. Andere Teilindizes der landwirtschaftlichen Betriebsmittel sind hingegen leicht gestiegen. Darunter am stärksten mit jeweils 3,7 % die Instandhaltung von Bauten und die Einzelfuttermittel. Da die Preise für Einzelfuttermittel deutlicher gestiegen, als sie für Mischfutter zurückgegangen sind, lässt sich beim Teilindex für Futtermittel insgesamt ein leichtes Plus von 0,2 % verbuchen. Unverändert bewertet werden das zweite Jahr in Folge die Preise für Veterinärleistungen.

Erzeugerpreisindex abgerutscht
Die Erzeugerpreise haben im Vergleich zu den Betriebsmittelpreisen seit Beginn des Jahres 2020 stärker nachgegeben. Der Index der Erzeugerpreise büßte im Zeitraum Januar bis September 9 % an Wert ein und lag zuletzt auf einem Stand von 103 Punkten. Damit verzeichnet er einen Rückgang von 6 % innerhalb eines Jahres. Dieser Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die deutlichen Preissenkungen in der tierischen Erzeugung zurückzuführen. Die Forderungen in dem Sektor sind gegenüber September 2019 um knapp 10 % gesunken. Das entspricht dem stärksten jährlichen Rückgang seit Mai 2016.
Ausschlaggebend dafür sind die im Vorjahresvergleich um 26 % gesunkenen Schweinepreise. Diese Entwicklung steht in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Durch die coronabedingten Einschränkungen in der Gastronomie ist die Nachfrage nach Schweinefleisch geschrumpft. Zudem verpasste das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 in Deutschland den Preisen einen zusätzlichen Dämpfer. Die Preise für Geflügel sind ebenfalls zurückgegangen, mit 7 % gegenüber September 2019 aber nicht ganz so stark wie bei Schweinen.
Quelle: topagrar

Es gibt immer weniger Milchbauern.

Die Corona-Krise verstärkt den wirtschaftlichen Druck. Das zeigt die Viehzählung

Vor 10 Jahren gab es noch 91.600 Milchbauern. Das heißt: In 10 Jahren hat etwa ein Drittel aller Milchbauern die Milchproduktion aufgegeben. Die Zahl der Milchbauern geht erneut stärker zurück als die Anzahl der Milchkühe. Die Folge: Immer weniger Betriebe halten immer mehr Kühe. Allein von Mai bis November haben mehr als 1000 Milchbauern die Hoftore dicht gemacht oder sind aus der Milcherzeugung ausgestiegen. In den letzten 12 Monaten gaben sogar 2.603 Milchbauern auf.
Und noch ein Negativrekord wurde aufgestellt: Im November 2020 hat das Statistische Bundesamt in Deutschland das erste Mal weniger als 58.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Milchviehhaltung gezählt – nämlich nur noch 57.322. Vor fünf Jahren verdienten noch 73.000 Bauern mit Milch ihr Geld – immerhin 16.000 mehr als jetzt. Und vor 10 Jahren weist die Statistik 91.600 Milchbauern aus – Das heißt: In nur 10 Jahren haben 34.278 Höfe oder etwa ein Drittel aller Milchbauern die Milchproduktion aufgegeben.

In Bayern geben am meisten Milchbauern auf
Überdurchschnittlich viele Milcherzeuger haben im letzten halben Jahr in Bayern und in  Niedersachsen das Handtuch geworfen – den beiden mit Abstand größten deutschen Milcherzeugerländern.
In Bayern stiegen 2,1 Prozent bzw. 554 der Betriebe aus der Milch aus – das sind die Hälfte aller deutschen Milchbauern die in diesem Jahr überhaupt aufgegeben haben. Übrig sind in Bayern jetzt noch 26.345 Milchviehbetriebe – dass sind beinahe die Hälfte aller deutschen Milchbauern – und sie erzeugen etwa 28 Prozent der Milch in Deutschland.
In Niedersachsen machten 178 Milcherzeuger nicht weiter – das waren ebenfalls 2,1 Prozent der dortigen Betriebe. Im zweitgrößten Milcherzeugerland verbleiben damit noch knapp 8.500 Milchviehhöfe – diese erzeugen aber 21 Prozent der gesamten Milch.
Hintergrund ist: In Bayern sind die Betriebe deutlich kleiner als im Norden oder im Osten – Bayerische Milchbauern halten im Schnitt 42 Kühe – in Niedersachsen stehen mit 96 mehr als doppelt so viele Tiere im Stall, in Schleswig- Holstein sind es 103 Kühe und in Mecklenburg-Vorpommern betreut ein Milchviehbetrieb im Schnitt 233 Kühe. Wie hoch sind die Kosten für Milchbauern wirklich?Corona hat die Krise verschärft – zweiter Lockdown hat negative Folgen
Bis Oktober sind die Milchpreise wieder ganz langsam gestiegen. Für die nächsten Monate sieht es aber nicht nach einem weiteren Anstieg aus. Durch die Corona-Krise sind auch die Milchbauern zusätzlich unter wirtschaftlichen Druck geraten: Die Milchpreise waren durch das Wegbrechen des Restaurant- und Großhandelsabsatzes bis auf 31 Cent je kg im Juni gefallen. Den Absatzverlust konnte offenbar auch die deutlich bessere Nachfrage aus dem LEH nicht ausgleichen. Bis Oktober sind die Milchpreise dann aber wieder ganz langsam auf 33 bis 34 Cent gestiegen. Für die nächsten Monate sieht es aber nicht nach einem weiteren Anstieg aus – und damit auch nicht nach einer Verbesserung der Wirtschaftlichen Lage der Milchbauern. Allenfalls eine Seitwärtsbewegung der Preise ist für die nächsten Monat zu erkennen.Der letzte Rohstoffindex des Ife-Instituts ergab für den November eine Milchverwertung von 31,6 Cent und die Börsenrohstoffwerte der Milch zeigen für die kommenden Monate keine wesentlich besseren Preise.
Im Gegenteil: Der zweite Lockdown könnte durchaus noch negative Folgen für den Markt und die Preise haben. Denn die Restaurants und Großabnehmern sind erneut von den Restriktionen betroffen. Auch der Handel zwischen den Ländern könnte durch den starken Beschränkungen und Auflagen erneut ins Stocken geraten.
Hinzu kommen die stark gestiegenen Futterkosten – sowie die direkten und indirekten Belastung durch die im nächsten Jahr geltende CO2-Steuer – Das alles hört sich nicht gerade nach einem Konjunkturprogramm für Milchbauern an.

Etwas weniger Milchkühe – aber steigende Milch-Leistung
So ist die Anzahl der Milchkühe von Mai bis November gerade einmal um 48.000 Tausend oder 1,2 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist vor allem den weiter steigenden Milchleistungen geschuldet.
Nur begrenzten Einfluss hat das Ausscheiden von Milchbauern aus der Produktion zuletzt auf die Zahl der Milchkühe gehabt. Der Grund: Während vor allem kleine Betriebe aufhören (müssen), investieren andere und bauen trotz der extrem schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen neue Ställe.
So ist die Anzahl der Milchkühe von Mai bis November gerade einmal um 48.000 Tausend oder 1,2 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum vorigen November haben die deutschen Bauern 90.000 oder 2,2 Prozent weniger Kühe gehalten. Dieser Rückgang ist wohl auch den weiter steigenden Milchleistungen geschuldet.
Auch längerfristig gesehen ist die Anzahl der Milchkühe – im Vergleich zu den Milchbauern – in Deutschland nur moderat zurückgegangen. Zwischenzeitlich nahm die Zahl der Kühe sogar wieder zu (2012 bis 2014) – trotz steigender Milchleistungen und eines stetigen Rückgangs der Milchbauern.
Die aktuelle Kuhzahl ist 360.000 Tiere kleiner als vor 5 Jahren als zwischenzeitlich 4,3 Millionen Kühe in den Ställen standen – und etwa 260.000 Tiere kleiner als vor 10 Jahren – als knapp 4,2 Millionen Kühe gehalten wurden. Im November 2020 wurden in deutschen Ställen noch 3,92 Millionen Milchkühe gezählt.
Die meisten Kühe stehen in Bayern nämlich 1,1 Millionen bzw. 28 Prozent des Bestandes. In Niedersachsen wurden 814.000 Kühe gezählt  – das sind 21 Prozent aller Kühe. In Nordrhein-Westfalen  – der Nummer drei der deutschen Milcherzeugerländer – halten die Bauern noch 393.000 Kühe.
Quelle: agrarheute

Trinkmilch – facettenreich und intensiv beworben

22.12.2020 (AMI) – Milchprodukte werden intensiv beworben. Insbesondere Trinkmilch ist im Zuge der Ausweitung des Produktsortimentes ein fester Bestandteil in den wöchentlichen Hauswurfsendungen und in Werbespots im Fernsehen. Für die Verbraucher gewinnen unter anderem Aspekte wie Tierwohl, Nachhaltigkeit, Convenience, Gesundheit oder angepasste Portionsgrößen an Bedeutung. Die Werbung greift dies gerne auf, sowohl im Preiseinstiegssegment als auch bei Markenprodukten. Insbesondere die Konsummilch bietet dafür im Zuge der mittlerweile weit fortgeschrittenen Diversifizierung des Produktsortimentes scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten. Ob gentechnik- oder laktosefrei, aus nachhaltiger Erzeugung Weide-, Bergbauern- oder Heumilch. Die Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) bilden diese Vielfalt in ihrer ganzen Bandbreite ab. Damit ist die Konsummilch ein Produkt mit hoher Werbewirkung. Im Jahr 2020 haben die Verbraucher sogar wieder mehr Konsummilch eingekauft, nachdem in den Jahren zuvor rückläufige Tendenzen das Bild bestimmt hatten. Dazu hat vor allem der erhöhte Inhouse-Konsum in Folge der Lockdowns und des vermehrten Arbeitens zuhause beigetragen.

Preis ist häufig das Zünglein an der Waage
Die Verschiebungen bei den Präferenzen der Verbraucher schlagen sich zunehmend auch in deren Kaufentscheidungen nieder. Der Preis bleibt aber der mitbestimmende Faktor. Daher dienen Werbeaktionen dem LEH als Instrument, bestimmte Produkte in den Vordergrund zu stellen und so deren Absatz zu fördern.
In den ersten vier Dezemberwochen war Trinkmilch, im Zuge des Vorweihnachtsgeschäftes, in der 1-Liter-Verpackung insgesamt 85-mal in den Angebotsaktionen des LEH vertreten. Damit wurden die Ergebnisse der beiden Vorjahre leicht übertroffen. Das zeigt die Analyse auf Basis der AMI Aktionspreise im LEH. Hieraus geht ebenfalls hervor, dass in- und ausländische Markenware in den Aktionen des Handels teils preisgleich oder sogar günstiger angeboten wurde als Milch im Preiseinstiegssegment.
Quelle: AMI

Neue Düngeregeln für nitratbelastete Gebiete in NRW

Düsseldorf - Zusätzliche landesspezifische Anforderungen an die landwirtschaftliche Düngung schreibt die neue Landesdüngeverordnung vor. Sie wurde jetzt im Umlaufverfahren durch das Kabinett gebilligt und tritt fristgerecht zum 1. Januar 2021 in Kraft. Demnach werden in betroffenen Gebieten als zusätzliche Maßnahmen eine Analysepflicht für Wirtschaftsdünger und die regelmäßige Teilnahme an Schulungen vorgeschrieben.
Die Vorgaben der Bundesdüngeverordnung gelten weiter unverändert. Dazu zählen eine Reduzierung der Düngung auf 80 Prozent des ermittelten Düngebedarfs, die schlagspezifische Begrenzung der organischen Düngung auf 170 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr, eine ergänzende Einschränkung der Herbstdüngung oder die Verpflichtung zum Anbau von Zwischenfrüchten.
"Die Anpassung der Landesdüngeverordnung schafft Klarheit über die verschärften Düngeregeln in nitratbelasteten Gebieten, verbessert den Gewässerschutz und bringt neue Techniken und Verfahren schneller in die Praxis", so Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. Nachdem damit die Anforderungen an die Düngung feststehen, soll nach Weihnachten auch die Kulisse der nitratbelasteten Gebiete veröffentlicht werden, in denen die zusätzlichen Maßnahmen umzusetzen sind.
Als Zeitpunkt der Veröffentlichung der Karten mit aktuellem Stand der neuen Gebietskulisse ist der 30. Dezember 2020 vorgesehen. Damit werden, bis auf wenige dann noch erforderliche Anpassungen, die Gebiete nach den neuen Bundesvorgaben feldblockscharf ausgewiesen - rechtzeitig vor Inkrafttreten der Bundesdüngeverordnung zum Jahreswechsel und im Vorgriff auf die neue Düngesaison 2021.
Quelle: proplanta

Aldi will Butterpreise senken

Dass Aldi die Butterpreise zum neuen Jahr drastisch senken will, sorgt nicht nur bei Landwirten für Unmut. Wie es aus der Branche heißt, gehen Verarbeiter bisher nicht auf das Gebot ein.
Seit einigen Tagen protestieren Landwirte erneut vor Zentrallagern, unter anderem in Weyhe bei Bremen. Grund ist, dass Aldi offenbar die Einkaufspreise für Butter bei den Molkereien senken will. Ein Branchenkenner bestätigte gegenüber top agrar, dass Aldi eine Preisreduktion von mehr als 50 ct/kg durchsetzen will. Eine norddeutsche Molkerei habe diese Forderung bereits abgelehnt und einen neuen, marktgerechten Preis angeboten. Auch andere Milchverarbeiter scheinen das Gebot von Aldi noch nicht zugesagt zu haben, wie es aus dem Milchsektor heißt.

Kein politischer Preis
Aldi hat sich gegenüber top agrar noch nicht zu den Verhandlungen und Blockaden geäußert. Dem Vernehmen nach, seien die Einkäufer aber aufgefordert, einen Marktpreis und keinen politischen Preis zu zahlen. „Die derzeitige Entwicklung auf den Märkten rechtfertigt es, die Preise zu reduzieren. Aber 50 Cent sind auf jeden Fall übertrieben“, hieß es von einem weiteren Kenner der Branche.
Quelle: topagrar

Weniger Rinder, weniger Halter, aber größere Bestände

Die Zahl der Rinder und Halter geht in Deutschland immer weiter zurück. 26% der Betriebe halten über 100 Tiere, das sind 75% des Gesamtbestandes. Rapide nimmt die Zahl der Milchviehhalter ab.
Das Statistische Bundesamt zählt im Halbjahresrhythmus die Viehbestände in Deutschland. Nach den Mai-Ergebnissen hält der starke Strukturwandel in der deutschen Nutztierhaltung auch in 2020 weiterhin an.
Nach den Ergebnissen der Mai-Zählung 2020 lag die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder bei rund 11,4 Mio. Stück. Damit ist der deutsche Rinderbestand gegenüber Mai 2019 weiter zurückgegangen (- 2,9%), heißt es im aktuellen DBV-Situationsbericht. Die Zahl der Rinderhalter verringerte sich auf 133.200 (- 2,1%).

75 % der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern
Der Anteil der Betriebe mit 100 und mehr Rindern liegt zwar nur bei gut 26%, sie halten aber drei Viertel aller Tiere (75%). Dabei treten deutliche regionale Unterschiede auf. Während in den östlichen Ländern der Anteil der Tiere in den Größenklassen ab 100 Rinder um die 9 % liegt, werden in Süddeutschland etwa drei Fünftel der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern gehalten.

38 % weniger Milchviehhalter binnen 10 Jahre
In 2020 ist die Zahl der Milchkuhhalter in Deutschland weiter stark zurückgegangen. Im Mai 2020 wurden 58.400 Milchviehhalter und damit im Jahresvergleich 4,5 % weniger gezählt. Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Milchviehhalter stark geschrumpft (- 5,6 % in 2017, - 5,0 % im Jahr 2018, - 4,5 % 2019). Damit hat sich die Zahl der Milchviehhalter in den vergangenen 10 Jahren um 38 % verringert. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich gegenüber Mai 2019 um 2,4 % auf 3,97 Mio. Tiere. Im 10-Jahresvergleich fällt das Tierbestandsminus mit 5,1 % deutlich größer aus, schreibt der DBV weiter.

Durchschnittlicher Bestand bei 68 Milchkühen
Im Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 68 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Durchschnittsgrößen von 232 bzw. 235 Kühen. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern (42 Kühe), Baden-Württemberg und Hessen (jeweils 53 Kühe).

56 % der Milchkühe in Beständen mit 100 und mehr Milchkühen
In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen – das sind fast 19 % aller Milchviehhaltungen – standen im Mai 2020 rund 56 % der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen mit über 500 Milchkühen stieg 2020 auf 557. Deren Milchviehherden machen mit 459.200 Tieren fast 12 Prozent des deutschen Milchviehbestandes aus.

Etwas weniger Ammen- und Mutterkühe
Im Mai 2020 wurden in Deutschland 640.100 Ammen- und Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an Ammen- und Mutterkühen im Jahresvergleich um 1,9 % zurückgegangen. Die Zahl ihrer Halter ist weiter leicht rückläufig (gegenüber 2019 - 0,3 %). Die insgesamt 49.400 Ammen- und Mutterkuhhalter hielten zuletzt im Durchschnitt 13 Ammen- und Mutterkühe. Der Schwerpunkt dieser Art von Rinderhaltung liegt in Ostdeutschland, wo 39 % aller deutschen Ammen- und Mutterkühe gehalten werden. Die meisten Ammen- und Mutterkühe werden mit rund 87.000 Tieren in Brandenburg gehalten. Der Durchschnittsbestand liegt dort bei 34 Ammen- und Mutterkühen.
Holstein-Schwarzbunt und Fleckvieh sind die dominierenden Rinderrassen
Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein-Schwarzbunt“ mit rund 4,54 Mio. Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,21 Mio. Tieren. Mit großem Abstand folgen Kreuzungstiere aus verschiedenen Fleischrinderrassen und die Milchnutzungsrasse „Holstein-Rotbunt“ mit 0,63 bzw. 0,51 Mio. Tieren. Bei der Viehzählung werden auch Büffel und Bisons erfasst. Davon gab es im Mai 2020 10.000 Tiere. Das Gesamtergebnis wird davon nicht beeinflusst.
Quelle: topagrar

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