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Marktentwicklung

Presseschau

Stimmung verhalten, trotz Milchpreisen über 40 Ct/kg

19.01.2022 (AMI) – Im Jahr 2021 haben sich die Erlöse in der Milchproduktion deutlich erhöht. Gleichzeitig sind aber auch die Kosten kräftig gestiegen, sodass sich die wirtschaftliche Lage auf den Höfen nicht entsprechend verbessert hat.
Die Erlöse in der Milchproduktion hatten bei rückblickender Betrachtung einen starken Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebszweiges. Vor allem die Milchpreise zeigen seit Längerem einen sehr volatilen Verlauf, was in den vergangenen Jahren die Liquidität in den Betrieben maßgeblich beeinflusst hat. Das war bei der konventionellen Milch so und hat sich auch im Übergang zur Milch ohne Gentechnik (oGt) nicht geändert. Mittlerweile beläuft sich der Anteil dieser Milchart am gesamten Milchaufkommen in Deutschland auf rund drei Viertel, wie aus aktuellen Daten aus dem AMI-Milchpreisvergleich hervorgeht. Im Rahmen der Umstellung auf oGt-Milch haben sich die Produktionskosten in den Betrieben erhöht. In erster Linie kam dies durch die Notwendigkeit, alternative Eiweiß-Futtermittel zukaufen zu müssen. Daher berücksichtigt die AMI dies auch in ihrer Modellrechnung zur Wirtschaftlichkeit in der Milchproduktion rückwirkend ab dem Jahr 2019, in dem die ermittelte Mengenanteile der oGt-Milch die Marke von zwei Drittel erreicht hatten.
Im vergangenen Jahr sind darüber hinaus aber auch die übrigen Kosten in der Milchproduktion deutlich gestiegen. Futtermittel und Betriebsmittel wie Diesel, Dünger und Energie haben sich stark verteuert. Hinzu kamen die zunehmenden Anforderungen seitens der Gesellschaft und des Handels hinsichtlich der Verbesserung von Umwelt- und Tierschutz, Tierwohl und Nachhaltigkeit. Das hat auf den Betrieben ebenfalls zu höheren Kosten geführt.
Kosten zehren am Erlösanstieg
Auch wenn sich die Erlöse in der Milchproduktion zwar im Verlauf von 2021 spürbar erholt haben, verbesserte sich die Marge zwischen den Erlösen und den variablen Kosten durch die ebenfalls gestiegenen Kosten nicht entsprechend. Von Januar bis Dezember belief sich die durchschnittliche monatliche Marge je Kilogramm oGt-Milch auf knapp 13 Ct. Das waren rund 2 Ct mehr als 2020. Der Überschuss zwischen Erlösen und variablen Kosten erreichte damit im Schnitt 682 EUR/Kuh. Das ist knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr, das allerdings durch die Corona-Delle im zweiten Quartal gedämpft wurde. Das mittlere Ergebnis der vergangenen fünf Jahre von 644 EUR/Kuh wurde 2021 leicht übertroffen.
Quelle: AMI

Nachfrage nach Butter etwas lebhafter

20.01.2022 (AMI) – Der Absatz von Formbutter verlief Mitte Januar weiterhin verhalten. Nach der deutlichen Beruhigung über die Feiertage haben sich die Abrufe zuletzt aber wieder leicht belebt.
Die Nachfrage nach abgepackter Butter hat sich Mitte Januar, nach der üblichen Beruhigung über den Jahreswechsel, wieder leicht erholt. Der Handel rief zuletzt wieder mehr Ware ab als in den Vorwochen. Die Bestellungen verliefen dennoch in der Summe weiterhin verhalten, bewegten sich aber auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau. Teils waren die Abnehmer noch durch die hohen Abrufe vor den Feiertagen eingedeckt und bauten zunächst die vorhandenen Bestände ab. Teils liefen die Bestellungen auch wieder im normalen Umfang. Für die kommenden Wochen rechnen die Hersteller mit einer weiteren Belebung der Abrufe. Die Molkereiabgabepreise bewegen sich Mitte Januar weitgehend auf dem seit Anfang November geltenden Niveau. In Kempten wurde die notierte Spanne für abgepackte Markenbutter am 19.01.22 mit 5,78 bis 5,94 EUR/kg unverändert fortgeschrieben. Im Lebensmitteleinzelhandel lag der Preis für Deutsche Markenbutter im Basissortiment zur Monatsmitte nach wie vor bei 1,65 EUR für ein 250-Gramm-Päckchen. Damit war der Preis für die Verbraucher zu den beiden Vormonaten unverändert, jedoch 26 Ct höher als ein Jahr zuvor.
Quelle: AMI

Hausse am Milchmarkt hält an

Bonn - Am deutschen Markt für Molkereistandardprodukte war Mitte Januar weiterhin ein nur begrenztes Angebot verfügbar, das auf eine recht gute Nachfrage traf.
Die Preise tendierten stabil bis fester. Laut dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) wurden für die Jahreszeit vergleichsweise umfangreiche Verkäufe von Butter gemeldet.
Auch die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten stufte die Nachfrage als gut ein. Für Blockbutter wurde die amtliche Spanne am Mittwoch (19.1.) erweitert, indem der obere Notierungswert um 5 Cent auf 5,95 Euro/kg angehoben, der untere jedoch um 6 Cent auf 5,75 Euro gesenkt wurde.
Bei Päckchenbutter erfolgte keine Notierungsänderung. Gleiches galt für Hartkäse. Bei Schnittkäse wurde die Notierung für Gouda und Edamer in Hannover dagegen erneut heraufgesetzt, und zwar im Spannenmittel um 7,5 Cent auf 4,10 Euro/kg bis 4,30 Euro/kg.
Bei sehr niedrigen Beständen sei die Ware gut abgerufen worden, lautete die Markteinschätzung. Weiter nach oben ging es mit den Preisen für Milchpulver. Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) fiel das Angebot an Magermilchpulver fortgesetzt knapp aus, und Neukunden konnten aufgrund der bereits im Vorfeld verkauften Ware kaum bedient werden.
Bei Neuabschlüssen für die lebensmitteltaugliche Ware musste vorige Woche laut Kemptener Börse im Mittel ein Aufschlag von 3 Cent gezahlt werden; die Ware kostete zwischen 3,47 Euro/kg und 3,57 Euro/kg. Fast ebenso teuer waren die Futtermittqualitäten mit 3,47 Euro/kg bis 3,51 Euro/kg; was im Mittel 3 Cent mehr als in der Vorwoche waren. Vollmilchpulver war zuletzt kaum im Angebot, doch gab es laut ZMB Bedarf bei der Lebensmittelindustrie. Die Folge war ein Preisanstieg von durchschnittlich 8,5 Cent auf 4,35 Euro/kg bis 4,45 Euro/kg.
Gesucht war zudem Molkenpulver in Futtermittelqualität, für welches ein Zuschlag von 5 Cent fällig wurde und 1,27 Euro/kg bis 1,32 Euro/kg zu zahlen waren. Zudem hoben die Hersteller den Verkaufspreis für die Lebensmittware um 2 Cent auf 1,27 Euro/kg bis 1,32 Euro/kg an.
Keine kostendeckenden Erlöse
Die Milcherzeugerpreise hinken der Entwicklung am Markt für Milchprodukte noch hinterher. Trotz der bisherigen Aufbesserung des Milchgeldes sind die Landwirte hierzulande dem European Milk Board (EMB) zufolge noch immer weit von kostendeckenden Erlösen entfernt.
Wie der Dachverband am Dienstag mitteilte, lagen laut Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) im Oktober 2021 die durchschnittlichen Produktionskosten für ein Kilogramm Rohmilch bei 46,13 Cent. Dem habe aber nur ein mittlerer Milchpreis von 37,45 Cent/kg gegenübergestanden; zur Vollkostendeckung hätten den deutschen Milchbauern somit 8,7 Cent/kg oder 19 % gefehlt
Immerhin hat sich die Situation laut EMB aber etwas verbessert, denn im Kalenderjahr 2020 klaffte bei den Erzeugern noch eine Lücke von 13,9 Cent/kg beziehungsweise 30 % zur Vollkostendeckung.
Deckungsbeitrag gestiegen
Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete indes kürzlich auf der Basis einer anderen Berechnungsmethode, dass sich die Marge der Erzeuger zwischen dem Gesamterlös einschließlich der Einnahmen aus dem Verkauf von Kalb und Altkuh und den variablen Kosten für ein Kilogramm gentechnikfreier Milch im vergangenen Jahr auf knapp 13 Cent belaufen habe; das seien rund 2 Cent mehr als 2020 gewesen.
Der Deckungsbeitrag einer Durchschnittskuh mit 8.500 kg lag ihr zufolge bei 682 Euro und damit um 162 Euro höher als im Vorjahr. Das war laut AMI aber nur wenig mehr als der Durchschnittwert der vergangenen fünf Jahre von 644 Euro.
Die gestiegenen Milchpreise seien größtenteils durch höhere Produktionskosten aufgezehrt worden, so dass sich die wirtschaftliche Lage der Milchbauern nicht entsprechend der Milchpreisentwicklung verbessert habe, resümierten die Marktanalysten aus Bonn. Noch nicht berücksichtigt seien dabei die gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit den höheren Anforderungen an Umwelt-, Tierschutz oder Nachhaltigkeit.
Jubiläum der GDT
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) fand am Dienstag die 300. Auktion seit ihrer Gründung im Jahr 2008 statt. „Global Dairy Trade bringt Käufer und Verkäufer aus der ganzen Welt zusammen, wobei Standardmilchprodukte aus vier Kontinenten den registrierten Bietern aus über 70 Ländern angeboten werden“, erklärte GDT-Direktor Eric Hansen. Ihm zufolge wurden seit dem Start der Vermarktungsplattform gut 9 Mio t an Milcherzeugnissen im Wert von mehr als 30 Mrd $ (26,3 Mrd Euro) gehandelt.
Bei der aktuellen Handelsrunde zum Jubiläum konnten alle gehandelten Produkte Zugewinne verbuchen, die teilweise deutlich ausfielen. Der zusammenfassende Preisindex legte gegenüber der Versteigerung von Anfang Januar um 4,6 % zu und kletterte auf den höchsten Stand seit März 2014. Maßgeblich war die feste Entwicklung bei den umsatzsatzstarken Milchpulverkontrakten. So legte der durchschnittliche Auktionspreis für Vollmilchmilchpulver gegenüber der vorangegangenen Handelsrunde um 5,6 % auf 4.082 $/t (3.580 Euro) zu.
Magermilchpulver verteuerte sich um 5,0 % auf 3.963 $/t (3.476 Euro) und erreichte damit ein Rekordniveau. Zudem mussten die Einkäufer an der GDT für Butter mit 6.158 $/t (5.400 Euro) einen Aufschlag von 5,0 % zahlen; bei Cheddarkäse ging es mit 1,1 % auf 5.546 $/t (4.864 Euro) moderater nach oben.
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,877 Euro
Quelle: proplanta

Milchpreise: Börsenmilch kostet 57 Cent – Was kriegen die Bauern?

Das neue Jahr beginnt, wie das alte endete: Die Preise am Milchmarkt steigen. Das gilt sowohl für Europa als auch für den Weltmarkt. Und: Alle Handelsstufen und Produkte sind mittlerweile betroffen.
Der vom Ife-Institut in Kiel aus den Börsenpreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete tagesaktuelle Börsenmilchwert stieg am 24. Januar auf 55,8 Cent für den Monat Januar und auf 56,9 Cent je kg für den Monat Februar.
Wohin man auch schaut: Die Preise für Milchprodukte steigen. An den europäischen Spotmärkten für Milchprodukte geht es ebenso steil nach oben, wie am Weltmarkt. Für viele Produkte werden neue Höchststände oder zumindest Mehrjahreshochs erreicht. An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte kletterten die Exportpreise vorigen Woche auf den höchsten Stand seit 8 Jahren.
Die Milchpreise am europäischen Markt folgen den Preisen für Milchprodukte. Das gleiche passiert am Terminmarkt. Dort steigt der vom Ife-Institut in Kiel aus den Börsenpreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete tagesaktuelle Börsenmilchwert am 24. Januar auf 55,8 Cent für den Monat Januar und auf 56,9 Cent je kg für den Monat Februar.
So hohe Milchpreise hat es noch nie zuvor gegeben und sie zeigen zwei Dinge an: Sehr hohe und weiter steigende Preise für Milchprodukte und eine knappe Versorgung mit dem Rohstoff Milch. In Deutschland liegt die Anlieferungsmenge Mitte Januar etwa 2,3 Prozent unter dem Vorjahr. Und in unseren Nachbarländern ist die Situation ähnlich – sowohl was die Milchmenge betrifft als auch bei der Entwicklung der Milchpreise.
So meldet die Kommission aus den Niederlanden für den Monat Dezember einen durchschnittlichen Milchpreis (für Milch mit natürlichem Fettgehalt) von 43,7 Cent, aus Belgien von 47,2 Cent, aus Irland sogar von 49,7 Cent. Für Deutschland liegt der für den Monat November von der AMI ermittelte Preis bei 39,10 Cent. Da ist also noch reichlich Luft nach oben.
Milchprodukte auch im Januar deutlich teurer 
Die Kommission meldet für den 16. Januar Spotmarktpreise für Edamer von 409 Euro je 100 kg. Das sind nicht nur rund 20 Euro mehr als im Dezember und fast 100 Euro mehr als im vorigen Jahr sondern auch ein neuer Rekordpreis.
Der ebenfalls von Ife-Institut in Kiel aus den Marktpreise von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, lag bereits im Dezember auf dem neuen Rekordwert von 52,4 Cent. Und die Preise für Milchprodukte steigen auch im Januar weiter steil an. Das gilt im Übrigen nicht nur für Butter, Sahne und Milchpulver, sondern auch die für besonders wichtigen Käsepreise. In Deutschland fließen immerhin mehr als 40 Prozent der Milch in dieses extrem wichtige Marktsegment.
Die Kommission meldet für den 16. Januar Spotmarktpreise für Edamer von 409 Euro je 100 kg. Das sind nicht nur rund 20 Euro mehr als im Dezember und fast 100 Euro mehr als im vorigen Jahr, sondern neue Rekordpreise. Die Kommission meldet aber auch für alle anderen wichtigen Milchprodukte am europäischen Spotmarkt neue Höchstpreise.
Mitte Januar kostet Butter im europäischen Großhandel 573 Euro je 100 kg. Ein Aufschlag von 40 Euro gegenüber Dezember und ein Plus von 150 Euro zum Vorjahr. Aus Deutschland werden noch höhere Spotpreise für Butter von 591 Euro je 100 kg gemodelt und in den Niederladen müssen 610 Euro je 100 kg gezahlt werden.
Ähnlich ist die Situation bei Milchpulver. Hier meldet die Kommission für den 16. Januar Spotmarktpreise von 339 Euro je 100 kg. Das ist im Vergleich zum Dezember ein Anstieg von rund 30 Euro und ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 80 Euro. In Deutschland sind die Milchpulverpreise jedoch noch etwas höher: Sie liegen bei 352 Euro je Tonne und in den Niederlanden bei 358 Euro je 100 kg. Und die Liste der steigenden Preise  könnte man mit anderen Milchprodukten wie Vollmilchpulver und Molke fortsetzen.
Globale Exportpreise steigen auf 8-Jahreshoch
Nach einem moderaten Start in das Kalenderjahr 2022 mit einem Indexanstieg von 0,3 Prozent am 4. Januar stiegen die Exportpreise für Milch vorige Woche auf breiter Front um 4,6 Prozent auf ein 8-Jahreshoch.
Auf der jüngste Global Dairy Trade-Auktion am 19. Januar sind die Exportpreise für Milchprodukte auf ein Achtjahreshoch gestiegen. Nach einem moderaten Start in das Kalenderjahr 2022 mit einem Indexanstieg von 0,3 Prozent am 4. Januar stiegen die Milchpreise vorige Woche auf breiter Front um 4,6 Prozent.
An der Spitze stand Vollmilchpulver – das den größten Einfluss auf die Auszahlung von Fonterra hat – mit einem Anstieg von 5,6 Prozent.  Bereits bei der Auktion am 3. Dezember erreichten die Preise ein Siebenjahreshoch, kurz nachdem die Großmolkerei Fonterra ihre Prognose auf 8,40  bis 9,00 NZD pro kg MS eingeengt hatte, mit einem Mittelwert von 8,70 NZD pro kg MS, was die bisherige Rekordauszahlung von 8,40 NZD übertreffen würde.
Miles Hurrell, Chef von Fonterra, sagte gegenüber dem neuseeländischen Onlineportal nzherald, dass der positive Trend bei den GDT-Ergebnissen auch zu einer Erhöhung der Auszahlung führt. Fonterra würde jedoch auch berücksichtigen, wie sich höhere Preise auf globales Angebot und Nachfrage auswirken, sagte Hurrell. „Bei solchen Preisen sieht man im Allgemeinen auch eine Nachfragereaktion. Wir müssen also verstehen – werden wir sehen, dass Käufer in bestimmten Teilen der Welt bei diesen Preisniveaus reagieren." 
Insgesamt hatte Fonterra mit einem Anstieg des GDT gerechnet, aber der jüngste Sprung war dennoch unerwartet, sagte Hurrell. „Wir haben erwartet, dass sich die Dinge nach oben bewegen, aber ich denke, das Ausmaß der Bewegung hat uns ein wenig überrascht.“ Fünf Prozent für Vollmilchpulver seien ein „anständiger Schlag“, spiegelt aber auch die Reaktion des internationalen Marktes auf die trockenen Bedingungen in Neuseeland wider, sagte Hurrell. Fonterra gab kürzlich bekannt, dass Fonterrra in der Saison 2021/22 weniger Milch von den neuseeländischen Bauern erwartet.
Quelle: agrarheute

Kartellamt fordert mehr Nachhaltigkeit bei Milchpreis-Finanzierung

Zwei Bundeskartellamt-Entscheidungen, die Rinderhalter betreffen: Nachdem das Bundeskartellamt in der letzten Woche von der ITW Rind mehr wettbewerbliche Elemente in der Finanzierung gefordert hatte, kommt jetzt die nächste Einschätzung. Das Bundeskartellamt hat ein Finanzierungskonzept für höhere Milchpreise analysiert.
Agrardialog will höhere Milchpreise garantieren
Die Idee: Eine Produkt-Partnerschaft zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Handel soll gerechte Milchpreise garantieren, berichtete BDM-Mitglied Elmar Hannen im Interview mit dem Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben. Ein garantierter Basismilchpreis soll dabei steigende Produktionskosten abdecken und von einer unabhängigen Stelle kalkuliert werden. Von Kunden gewünschte Mehrwerte beim Tierwohl oder der Haltung sollen auf Nachfrage produziert werden und einen höheren Milchpreis erzielen.
Interesse an höherem Einkommen reicht nicht
Vertreter der deutschen Milcherzeuger im Agrardialog Milch hatten das Konzept vom Bundeskartellamt prüfen lassen. Das Kartellamt hat seine Prüfung abgeschlossen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, erklärt: „Das von Agrardialog vorgestellte Finanzierungsmodell ist kartellrechtlich nicht zulässig. Im Kern geht es um die Verabredung von Preisaufschlägen, die über die Lieferkette bis zum Milchregal durchgereicht werden. Gemeinwohlziele wie Nachhaltigkeit sind rechtlich anerkannt.
Aber das wirtschaftliche Interesse an einem höheren Einkommensniveau kann für sich genommen keine Freistellung solch einer Vereinbarung rechtfertigen. Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei dem Finanzierungsmodell keine Rolle. Der Agrardialog hat aber jederzeit die Möglichkeit, uns ein Nachhaltigkeitskonzept vorzulegen, das nicht auf eine Preisabsprache zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher zurückgreift.“
Konkrete Konzepte für mehr Nachhaltigkeit gefordert
Das Modell des Agrardialogs sieht eine nachträgliche Preisstabilisierung des vertraglichen „Milchgelds“ für die landwirtschaftlichen Erzeuger vor, fasst das Bundeskartellamt das Finanzierungskonzept zusammen. Dafür sollen die durchschnittlichen Kosten der Milcherzeugung für landwirtschaftliche Betriebe branchenweit ermittelt werden und den Ausgangspunkt für einheitliche Aufschläge auf den Milch-Grundpreis bilden.
Als bindender Bestandteil in den Verträgen zwischen Erzeugern, Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel sollen die Aufschläge laufend angepasst werden. Das soll laut Agrardialog einen branchenweiten Beitrag zur Finanzierung der Transformation der heimischen Landwirtschaft bringen. Konkrete Produktionskriterien für die Rohmilch mit Blick auf Nachhaltigkeitsaspekte sieht das Konzept hingegen nicht vor, kritisiert das Kartellamt.
Günstige Produkte im Handel sollen bleiben
Wegen der angestrebten branchenweiten Geltung des Projekts und seiner Teilnehmer wäre das vorgestellte Modell auf eine flächendeckende Erhöhung der Milchpreise hinausgelaufen. Damit würden zukünftig gerade die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Milch und Milchprodukte im Lebensmitteleinzelhandel nachfragen, günstige Ausweichmöglichkeiten einbüßen.
Kooperation möglich – Unzulässige Preisabsprachen nicht
Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und neuerdings auch entlang der Wertschöpfungskette sind vielfach durch gesetzliche Ausnahmen privilegiert. Das Bundeskartellamt ist laut eigener Aussage dabei unterstützend tätig und berät zur kartellrechtskonformen Ausgestaltung von Vereinbarungen, wie zuletzt auch bei der Initiative Tierwohl.
Dazu ergänzt Mundt: „Grundsätzlich ermuntern und unterstützen wir landwirtschaftliche Erzeuger, die mit Kooperationen ihre Position stärken wollen oder Nachhaltigkeitsziele verfolgen. Deutsches und europäisches Kartellrecht stehen dem nur in den seltensten Fällen entgegen. Es gibt schon jetzt weitreichende Ausnahmeregelungen gerade im Agrarbereich. Erzeuger können ihre Angebote bündeln, gemeinsam verhandeln und ihr gesamtes Gewicht in die Waagschale werfen. Wenn hingegen Preisbestandteile abgesprochen werden, sind die Grenzen des Kartellrechts klar überschritten.“
Quelle: topagrar

Frische Lebensmittel verteuerten sich auch 2021

10.01.2022 (AMI) – Bereits 2020 waren die Lebensmittelpreise gestiegen. Diese Entwicklung setzte sich auch im zweiten Jahr der Pandemie fort. Die Lebensmittelpreise zogen im Jahresverlauf 2021 weiter an.
Die Frische-Warengruppen verteuerten sich im vergangenen Jahr, dem AMI-Frischeindex zufolge, um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. Bis auf Kartoffeln kosteten alle frische Lebensmittel mehr. Die höchsten Preisaufschläge verzeichneten dabei Eier. Verschiedene Preisrunden hatten im Jahresverlauf dazu geführt, dass sich einige Artikel im Basissortiment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) verteuerten. Unter anderem waren so die Preise in den Warengruppen Eier, Geflügel, Rindfleisch, Molkereiprodukte und Schweinefleisch gestiegen. Hinzu kamen ungünstige Witterungsbedingungen, die sich teilweise negativ auf die Ernten auswirkten. Darüber hinaus wirkte die Mehrwertsteuersenkung aus dem zweiten Halbjahr 2020 als Basiseffekt nach. Damals wurde die Mehrwertsteuer für Lebensmittel von 7 auf 5 % gesenkt. Das reduzierte Preisniveau von Juli bis Dezember 2020 verstärkte somit die Lebensmittelteuerung im zweiten Halbjahr 2021. Demnach hat die Teuerungsrate auch erst zur zweiten Jahreshälfte 2021 deutlicher angezogen. Seit Juli schwankte diese zwischen 3 und 7 %, nachdem sie in den ersten sechs Monaten noch relativ moderat ausgefallen war.
Umstellung auf eine Haltung ohne Kükentöten
Eier verteuerten sich auf Verbraucherebene über zwei Preisrunden im April und Juli 2021. In der Regel erfolgen Preisänderungen in dieser Warengruppe kontraktbedingt nur zum Jahreswechsel. Diese waren Anfang 2021 jedoch ausgeblieben. Grund für diese unterjährigen Preisaufschläge waren die höheren Kosten durch das vermehrte Umstellen auf eine Haltung ohne Kükentöten. Seit diesem Jahr ist das Töten männlicher Küken in Deutschland nicht mehr erlaubt. Die entstandenen Mehrkosten aufgrund dieser Umstellung wurden somit teils an den Verbraucher weitergegeben. Ware aus Bodenhaltung kostete damit im Preiseinstiegssegment zum Jahresende 1,59 EUR/10 St., Freilandware war für 1,99 EUR/10 St. erhältlich und Bio-Eier für 2,99 EUR/10 St. Die Verbraucherpreise für Eier stiegen aufgrund dieser Anpassungen um 11 % über das Vorjahresniveau.
Im gleichen Zuge verteuerten sich auch verschiedene Geflügelartikel im Preiseinstiegssegment des LEH. Unter anderem kosteten Hähnchenschnitzel, -schenkel und Putenschnitzel nach diesen Anpassungen mehr. Grund für die Erhöhungen waren vor allem die gestiegenen Erzeuger- und Futterpreise. Die vermehrten Kosten wurden somit auch hier an die Verbraucher weitergegeben. Insgesamt verteuerte sich Geflügel dadurch um rund 6 % gegenüber dem Vorjahr.
Quelle: AMI

Preisrückgang bei Spotmilch

In der KW 1 kostet Spotmilch in Norddeutschland 47,00 ct/kg und im Süden 47,50 ct/kg. In den Niederlanden liegt der Spotmilchpreis bei 48,0 ct/kg. Das zeigt eine Auswertung des DCA-Markets.
Nachdem die Preise in Kalenderwoche (KW) 50 des vergangenen Jahres noch bei 51 ct/kg (NL), 50,5 ct/kg (Süddeutschland) und 50 ct/kg (Norddeutschland) lagen, fielen sie in KW 51 auf bis zu 40,50 ct/kg (Norddeutschland). In KW 52 zogen sie wieder an auf 48,50 ct/kg (Norddeutschland) bzw. 49 ct/kg (NL, Süddeutschland).
In KW 1 gingen die Preise leicht zurück.
Quelle: topagrar

Energiehunger treibt Erzeugerpreise für Agrar-Produkte

Wiesbaden - Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im November 2021 um 20,8 % höher als im November 2020. Dies ist die höchste Preissteigerung gegenüber einem Vorjahresmonat seit Juli 2018. Gegenüber Oktober 2021 stiegen die Preise um 4,1 %.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat vor allem die Preise für pflanzliche Erzeugnisse. Sie lagen im November 2021 um 29,4 % höher als im November 2020. Die Preise für tierische Produkte sind ebenfalls gestiegen und lagen um 14,9 % höher als im Vorjahresmonat.
Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen. Diese lagen im November 2021 um 44,5 % über dem Vorjahresniveau und erzielten damit noch einmal eine höhere Steigerung als im Vergleich Oktober 2021 zu Oktober 2020. Hier hatte die Veränderung bereits +36,9 % betragen. Ausschlaggebend für die Preissteigerungen bei Getreide ist die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig geringen Erntemengen im Jahr 2021.
Preise für Gemüse leicht gesunken, für Kartoffeln und Raps weiter gestiegen
Gemüse war im November 2021 um 4,2 % billiger als im November 2020. Den größten Preisrückgang gab es beim Eisbergsalat mit -18,7 %. Beim Kohlgemüse betrug der Preisrückgang 1,2 %.
Außergewöhnlich stark verteuerten sich die Preise beim Handelsgewächs Raps. Sie stiegen im November 2021 gegenüber November 2020 deutlich um 66,4 %. Der Preisanstieg im Jahresvergleich lag damit noch etwas höher als im Vormonat Oktober 2021 (+62 %) Dies ist bei Raps die höchste Preissteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat seit Juli 2008. Der Aufwärtstrend liegt hier vor allem am weltweit sinkenden Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für die Energiegewinnung.
Auch Speisekartoffeln verteuerten sich nochmals. Im November 2021 stiegen die Preise im Vergleich zum November 2020 um 58,5 %. Im Oktober 2021 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits +43,5 % betragen. Eine vergleichbare Preissteigerung hatte es zuletzt im August 2019 gegeben. Der Preisanstieg ist aktuell vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen zurückzuführen.
Pflanzen und Blumen verteuerten sich im November 2021 ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat (+15,6 %). Ausschlaggebend für diesen Preisanstieg waren vor allem die steigenden Preise bei den Schnittblumen (+21,1 %), die sich durch die hohe Nachfrage bei knappem Angebot erklären.
Preise für tierische Erzeugnisse um 14,9 % gestiegen, für Milch um 18,2 %
Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im November 2021 um 14,9 % über denen von November 2020. Im Oktober 2021 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 10,8 % betragen. Der Milchpreis lag im November 2021 um 18,2 % über dem Vorjahresniveau. Im Vormonat Oktober 2021 waren es noch +14,2 % im Vergleich zum Oktober 2020.
Bei Schlachtschweinen setzte sich der schon in den vergangenen Monaten beobachtete Trend fallender Preise weiter fort, allerdings in abgeschwächter Form. Im November 2021 lagen die Preise mit einem Rückgang um 0,8 % annähernd auf Vorjahresniveau. Der leichte Preisrückgang ist vor allem auf eine geringere Nachfrage im Handel und Export aufgrund eines allgemein sinkenden Konsums von Schweinefleisch zurückzuführen.
Die Preise für Rinder haben sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,7 % erhöht. Der Trend der vergangenen Monate setzte sich damit fort. Im Wesentlichen ist der Preisanstieg hier auf die gesunkene Produktion bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzuführen. Bei Schafen und Ziegen wurden ebenfalls weiterhin steigende Preise beobachtet (+18,2 %).
Quelle: proplanta

Höhere Erzeugerpreise für Getreide, Kartoffeln, Raps und Milch; Preisrückgang bei Gemüse

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im November 2021 um 20,8 % höher als im November 2020. Dies ist die höchste Preissteigerung gegenüber einem Vorjahresmonat seit Juli 2018. Gegenüber Oktober 2021 stiegen die Preise um 4,1 %. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilt.
Demnach erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat vor allem die Preise für pflanzliche Erzeugnisse. Sie lagen im November 2021 um 29,4 % höher als im November 2020. Die Preise für tierische Produkte sind ebenfalls gestiegen und lagen um 14,9 % höher als im Vorjahresmonat.
Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen. Diese lagen im November 2021 um 44,5 % über dem Vorjahresniveau und erzielten damit noch einmal eine höhere Steigerung als im Vergleich Oktober 2021 zu Oktober 2020. Hier hatte die Veränderung bereits +36,9 % betragen. Ausschlaggebend für die Preissteigerungen bei Getreide ist die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig geringen Erntemengen im Jahr 2021.
Hinweis:Es handelt sich bei den Zahlen ausschließlich um die reinen durchschnittlichen Erzeugerpreise auf statistischer Basis. Die diversen Kosten der Landwirte sind nicht berücksichtigt. Die Erzeugerpreise sagen nichts über die Erlöse der Betriebe aus!
Preise für Gemüse leicht gesunken, für Kartoffeln und Raps weiter gestiegen
Gemüse war im November 2021 um 4,2 % günstiger als im November 2020. Den größten Preisrückgang gab es beim Eisbergsalat mit -18,7 %. Beim Kohlgemüse betrug der Preisrückgang 1,2 %.
Außergewöhnlich stark verteuerten sich die Preise bei Raps. Sie stiegen im November 2021 gegenüber November 2020 deutlich um 66,4 %. Der Preisanstieg im Jahresvergleich lag damit noch etwas höher als im Vormonat Oktober 2021 (+62 %) Dies ist bei Raps die höchste Preissteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat seit Juli 2008, so die Statistiker. Der Aufwärtstrend liegt hier vor allem am weltweit sinkenden Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für die Energiegewinnung.
Auch Speisekartoffeln verteuerten sich nochmals. Im November 2021 stiegen die Preise im Vergleich zum November 2020 um 58,5 %. Im Oktober 2021 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits +43,5 % betragen. Eine vergleichbare Preissteigerung hatte es zuletzt im August 2019 gegeben. Der Preisanstieg ist aktuell vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen zurückzuführen.
Pflanzen und Blumen verteuerten sich im November 2021 ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat (+15,6 %). Ausschlaggebend für diesen Preisanstieg waren vor allem die steigenden Preise bei den Schnittblumen (+21,1 %), die sich durch die hohe Nachfrage bei knappem Angebot erklären.
Preise für tierische Erzeugnisse um 14,9 % gestiegen, für Milch um 18,2 %
Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im November 2021 um 14,9 % über denen von November 2020. Im Oktober 2021 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 10,8 % betragen. Der Milchpreis lag im November 2021 um 18,2 % über dem Vorjahresniveau. Im Vormonat Oktober 2021 waren es noch +14,2 % im Vergleich zum Oktober 2020.
Bei Schlachtschweinen setzte sich der schon in den vergangenen Monaten beobachtete Trend fallender Preise weiter fort, allerdings in abgeschwächter Form. Im November 2021 lagen die Preise mit einem Rückgang um 0,8 % annähernd auf Vorjahresniveau. Der leichte Preisrückgang ist vor allem auf eine geringere Nachfrage im Handel und Export aufgrund eines allgemein sinkenden Konsums von Schweinefleisch zurückzuführen.
Die Preise für Rinder haben sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,7 % erhöht. Der Trend der vergangenen Monate setzte sich damit fort. Im Wesentlichen ist der Preisanstieg hier auf die gesunkene Produktion bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzuführen. Bei Schafen und Ziegen wurden ebenfalls weiterhin steigende Preise beobachtet (+18,2 %).
Quelle: topagrar

Milchanlieferung nimmt saisonal leicht zu

13.01.2022 (AMI) – Die Anlieferungsmengen sind zum Jahresende saisonal gestiegen, wobei das Vorjahresniveau nach wie vor unterschritten wurde. Die Rohstoffpreise entwickelten sich Anfang Januar stabil bis fester und lagen dabei weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
In der zweiten Dezemberhälfte ist das Rohstoffaufkommen in Deutschland weiter gestiegen. Für die 51. Kalenderwoche ermittelte die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) in Berlin bundesweit eine Zunahme des Rohstoffaufkommens in den Molkereien um 0,6 %, für die 52.Kalenderwoche um 0,8 %. Damit haben die Milchmengen seit dem Einsetzen des saisonalen Anstiegs Mitte November wöchentlich stetig zugenommen. Die Vorjahreslinie wurde dabei jedoch nach wie vor unterschritten. In der letzten Dezemberwoche 2021 belief sich der Rückstand gegenüber dem Vorjahr auf 2,8 %.
Rohstoffmärkte starten auf hohem Preisniveau ins neue Jahr
An den Rohstoffmärkten hat sich der Jahreswechsel reibungslos vollzogen. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es lediglich eine leichte Preisschwäche. Insofern war die Marktsituation in den Feiertagswochen ungewöhnlich stabil und die Preise hielten das vergleichsweise hohe Niveau. Ausschlaggebend hierfür war der anhaltend gedämpfte Verlauf der Milchanlieferung in Verbindung mit der aus Sicht der Verarbeiter günstigen Lage der Feiertage. Bei gleichzeitig niedrigen Beständen wurde weniger Rohstoff verkauft als sonst zu dieser Zeit üblich. Das führte, bei beruhigtem Warenausgang, über den Jahreswechsel produktseitig zu einer gewissen Erholung der Angebotssituation.
Quelle: AMI

Trinkmilchpreise steigen kaum

Bonn - Die Kontraktverhandlungen der Molkereien mit ihren Abnehmern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) haben im Segment der „weißen Linie“ offenbar nur zu einem moderaten Anstieg der Abgabepreise geführt.
Wie der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete, hat der Discounter Aldi Anfang vergangener Woche die Preise für einen Liter Trinkmilch seiner Eigenmarken um 3 Cent erhöht und verlangt für die Vollmilch nun 83 Cent, für die fettarme Variante 75 Cent. Zuletzt waren die Preise für Konsummilch im Juli 2021 um 1 Cent/l gestiegen.
Aus Sicht des VMB wäre angesichts der Marktlage „ein viel deutlicherer Preissprung“ zu erwarten und für die Milcherzeuger aufgrund der stark erhöhten Produktionskosten auch „existenziell nötig“ gewesen. Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Hubertus Beringmeier, übte scharfe Kritik an dem Abschluss und sprach von „einem Schlag ins Gesicht der Milchbauern“.
Die Ergebnisse der Kontraktverhandlungen bewegten sich fernab jeglicher Marktrealität, auf die sich der LEH in Phasen sinkender Nachfrage immer so gerne berufe. „Für die Milchviehbetriebe, deren Kosten für Betriebsmittel, Energie und Kraftfutter in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen sind, bleibt so kaum Luft zum Atmen“, monierte Beringmeier.
WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier sieht darin ein vertrautes Muster: „Die Supermarktketten wollten so höhere Einkaufspreise vermeiden und hatten auf eine Trendwende am Milchmarkt gehofft“. In diesem Jahr zeige sich dieses Verhalten erneut. Trotz einer historisch guten Marktlage übe der Handel einen „erpresserischen Druck“ auf die Molkereien aus.
Kaum Magermilchpulver im Angebot
Ganz anders sah Anfang 2022 die Lage bei Milchpulver aus, denn die Preise stiegen nach Wiederaufnahme der Geschäfte auf neue Rekordhöhen. Nach Angaben der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten ließ sich Magermilchpulver in Lebensmittelqualität in der vergangenen Woche zwischen 3,45 Euro/kg bis 3,53 Euro/kg verkaufen; das waren im Spannenmittel 9 Cent mehr als in der Vorwoche. Zuletzt war im August 2007 solch ein hohes Preisniveau zu verzeichnen.
Fast gleichauf lag die Futtermittelware, die mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 14,5 Cent je Kilogramm zwischen 3,44 Euro und 3,48 Euro gehandelt wurde. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gab es von der Lebensmittelindustrie in der Europäischen Union wie auch von Drittlandskunden ein ungebrochenes Kaufinteresse.
Doch sei der Markt für freie Partien praktisch leergefegt und die Ware meist schon verkauft. Zwar stiegen die Milchanlieferungen saisonal wieder an; sie blieben aber weiterhin deutlich unter der Vorjahreslinie. Eine größere Produktionsausdehnung bei Magermilchpulver sei aufgrund des knappen Rohstoffangebots und des Bedarfs für die Käseherstellung nur schwer möglich. Auch in den USA hat laut ZMB in den vergangenen Monaten die Produktion nachgelassen.
Vollmilchpulver teuer wie nie
Auf noch nie dagewesene Höhen kletterten zuletzt die Preise für das ebenfalls nur knapp verfügbare Vollmilchpulver. Kunden mussten für die Ware zwischen 4,23 Euro/kg und 4,40 Euro/kg zahlen, womit Aufschläge gegenüber der Vorwoche von 5 Cent bis 8 Cent fällig wurden. Binnen Jahresfrist hat der Handelswert des Vollmilchpulvers um 55 % zugenommen.
Nur begrenzt vorhanden war in der vergangenen Woche auch Molkenpulver. Insbesondere das Angebot bei Futtermittelware fiel laut ZMB gering aus; die Preise legten im Mittel um 8 Cent auf eine Spanne von 1,22 Euro/kg bis 1,27 Euro/kg zu. Damit waren die Futtermittelqualitäten fast so teuer wie die lebensmitteltaugliche Ware, deren Preise für das Kilogramm zuletzt um 4 Cent auf 1,25 Euro bis 1,30 Euro zulegten.
Preis für Päckchenbutter stabil
Weitgehend nivelliert hat sich Anfang 2022 auch der Preisunterschied zwischen Block- und Päckchenbutter bei der Abgabe an den Großhandel oder den Lebensmitteleinzelhandel. Laut Kemptener Börse hat sich Nachfrage für die lose Ware im 25-kg-Block belebt. Die entsprechende amtliche Notierung im Allgäu wurde am vergangenen Mittwoch am unteren Spannenende um 6 Cent auf 5,81 Euro/kg angehoben; der obere Wert blieb mit 5,90 Euro/kg unverändert.
Bei der Päckchenbutter war laut Analysten nach dem Jahreswechsel eine gewisse Abschwächung der Verkaufsmengen festzustellen, doch ging die Ware laut Börse in einem für die Jahreszeit normalen Umfang in den Markt. Die stark von bestehenden Lieferkontrakten beeinflusste Notierung für abgepackte Butter blieb in den Grenzen von 5,78 Euro/kg bis 5,94 Euro/kg stabil.
Wenig Käse auf Lager
Bei Emmentaler aus Rohmilch war das Meldeaufkommen so gering, dass keine Notierung erfolgte. Normaler Emmentaler und Viereckhartkäse ließen sich dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge gut absetzen; die Notierung bewegte sich aber nicht. Bei Schnittkäse waren laut Kemptener Börse die Bestellmengen des Lebensmittelhandels und anderer Käufer auch nach den Feiertagen vergleichsweise umfangreich.
Gleichzeitig seien die Lagerbestände gering, und die Produktion könne aufgrund des Rohstoffmangels nicht ohne Weiteres hochgefahren werden. Die Preise tendierten deshalb fest. Die Notierung in Hannover für Gouda und Edamer als Blockware wurde am vergangenen Mittwoch zwischen 10 Cent und 15 Cent auf 4,00 Euro/kg bis 4,25 Euro/kg angehoben.
Quelle: proplanta

 

Internationale Milchpreise um 4,6 % gestiegen

Auf der Handelsplattform Global Dairy Trade stieg der Durchschnittspreis für Milchprodukte in dieser Woche um 4,6 % auf 4.463 $/t.
Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade stieg in dieser Woche um 4,6 % auf 4.463 $/t. Der Global Dairy Trade-Preisindex ist damit um 64 Punkte auf 1.397 Punkte gestiegen.
Ein Plus gab es bei den Preisen für Vollmilchpulver (+5,6 % auf 4.082 $/t), Butter (+5,0 % auf 6.158 $/t), Magermilchpulver (+5,0 % auf 3.963 $/t), Cheddar (+1,1 % auf 5.546 $/t) und wasserfreiem Milchfett (+0,6 % auf 6.720 $/t). Für Süßmolkenpulver und Lactose sind keine Preise verfügbar. Buttermilchpulver wurde nicht verhandelt.
Die gehandelte Menge lag mit 30.644 t knapp unterhalb des Niveaus der vergangenen Auktion (30.685 t).
300. Jubiläum
Die GDT-Events-Plattform erreichte nun das 300. Handelsereignis. Seit der Gründung 2008 wurden auf dieser Plattform mehr als 30 Mrd. US-$, was über 9 Mio. t entspricht. Die durchschnittliche Abwicklungsrate liegt bei 97 %.
Auf der Handelsplattform stehen Molkereiprodukte von sechs globalen Unternehmen zum Angebot: Fonterra (Neuseeland), Dairy America (USA), Amul (Indien), Arla (Dänemark), Arla Foods Ingredients (Dänemark) und Polish Dairy (Polen).
Quelle: topagrar

 

 

Milchpreise: Erste Molkereien zahlen 45

Die Milchpreise steigen, wenn auch langsam. Doch Milch ist knapp und Milchprodukte werden immer teurer.
Der schnellste Milchpreis-Indikator, der die tagesaktuelle Verwertung von Butter und Magermilchpulver als Börsenmilchwert anzeigt, erreicht für Januar Werte von 54 Cent je kg.
Mit den Preisen für Butter und Käse steigen auch die Milchauszahlungspreise. Die niederländische Großmolkerei FrieslandCampina hat ihren Garantiepreis für Januar auf 45 Cent angehoben – von zuvor 43,75 Cent im Dezember. Auch andere Molkereien setzten ihre Milchpreise weiter nach oben, denn die finanzielle Verwertung der Milch hat sich im Dezember noch einmal deutlich verbessert.
Der schnellste Milchpreis-Indikator, der die tagesaktuelle Verwertung von Butter und Magermilchpulver in den Börsenmilchwert umrechnet, erreichte für den Januar zuletzt Werte von 54 Cent je kg – und damit ein deutlich höheres Niveau als die gegenwärtigen Auszahlungspreise. Auch für die Monate bis Juli 2022 zeigt der Börsenmilchwert durchweg Milchpreise von mehr als 50 Cent je kg an. Und anscheinend folgen nun endlich auch die Auszahlungspreise.
Bereits für den November hatte der vom ife-Institut in Kiel aus den Kassapreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch leicht über 50 Cent gelegen. Doch die Butter- und Milchpulverpreise sind im Dezember am Kassamarkt und an der Börse noch einmal kräftig gestiegen. Das heißt: Auch der neue Rohstoffwert für Dezember müsste weiter nach oben gehen.
Besonders wichtig: Die für die Milchpreise sehr relevanten Käsepreise, die vom Rohstoffwert und vom Börsenmilchwert nicht abgebildet werden, legten im Dezember ebenfalls sehr kräftig zu – und stützen den Anstieg der Auszahlungspreise damit spürbar.
Die EU-Kommission meldet in ihrer monatlichen EU-Marktübersicht für die Niederlande und für Belgien aber auch für Irland und Österreich für den November Milchpreise von zum Teil deutlich über 40 Cent.
In den meisten anderen west- und osteuropäischen Ländern lagen die durchschnittlichen Auszahlungspreise zu diesem Zeitpunkt jedoch noch unterhalb der 40-Cent-Marke, so auch in Deutschland.
Zu wenig Milch – Milchprodukte deutlich teurer
Aus Deutschland werden Butterpreise von 576 Euro je 100 kg gemeldet und aus den Niederlanden sogar von 600 Euro.
Die Milchanlieferungen der Landwirte sind weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, teilweise sind leichte Steigerungen festzustellen, berichtet die süddeutsche Butterbörse. Der Milchindustrieverband (MIV) meldete Mitte Dezember eine Milchanlieferung, die 3,1 Prozent niedriger war als im Jahr zuvor.
Das ist weiterhin auch an den Spotmarktpreisen für die zwischen den Molkereien gehandelte Milch erkennbar: Diese bewegten sich Mitte Dezember zwischen 50,50 und 51,00 Cent und damit etwas unter den vorausgegangenen Höchstmarken.
Die Butterbörse berichtet indessen: „Nach wie vor sind die Planungen der Molkereien und Verarbeiter von Unsicherheit geprägt, wie sich die künftige Milchanlieferung entwickeln wird. Die Auszahlungspreise an die Milcherzeuger steigen langsam an. Bestehende preisliche Kontrakte, die noch etwas in das neue Jahr hineinlaufen, müssen erst abgearbeitet werden. Teilweise müssen Produktionen und Auslieferungen verschoben werden. Der Wettbewerb um den Rohstoff innerhalb der Molkereien mit verschiedenen Verwertungsschienen hat zugenommen.“
Das ist auch an den europäischen Großhandelspreisen für Milchprodukte sehr gut abzulesen, die im Prinzip die Spotmarktpreise für Milchprodukte sind. Hier ging es für Butter im Verlauf des Dezembers noch einmal um 25 Euro auf 550 Euro je 100 kg nach oben. Das war der höchste Butterpreis seit Oktober 2017.
Aus Deutschland wurden zum gleichen Termin Butterpreise von 576 Euro je 100 kg gemeldet und aus den Niederlanden von 600 Euro.
Käsepreise auf neuem Rekordstand – alles ist knapp
An den europäischen Spotmärkten kostet Edamer Mitte Dezember 392 Euro je 100 kg – das sind nicht nur 30 Euro mehr als im November, sondern gleichzeitig die höchsten Käsepreise seit mindestens 20 Jahren.
Doch auch die Preise für Milchpulver und Käse sind im Dezember weiter gestiegen. Die Butterbörse berichtet über den Käsemarkt: Wie in allen Produktbereichen zieht Schnittkäse preislich an. 
Die umfangreichen Bestellungen stehen einem sehr niedrigen Lagerbestand gegenüber, es kommt weiterhin zu  Kürzungen bei den Auslieferungen. Die Käseproduktion kann wegen des fehlenden Rohstoffs nicht ausgeweitet werden. Zusätzliche Anfragen können nicht mehr bedient werden. Die Produktion für den Januar 2022 ist schon verplant.
An den europäischen Spotmärkten kostete Edamer Mitte Dezember 392 Euro je 100 kg – das sind nicht nur 30 Euro mehr als im November, sondern es sind gleichzeitig die höchsten Käsepreise seit mindestens 20 Jahren,  sagt die Statistik der Kommission. Die bisherige Preisspitze von November 2013 wird deutlich übertroffen.
Für Magermilchpulver sind die Preise im Dezember im Mittel der EU ebenfalls um rund 30 Euro gestiegen und notierten an den europäischen Spotmärkten zuletzt bei 324 Euro je 100 kg. Aus Deutschland wurden sogar Magermilchpulverpreise von 339 Euro je 100 kg gemeldet.
Die Butterbörse erklärt zum Milchpulvermarkt: "Die geringe Verfügbarkeit von Magermilchpulver in Lebensmittelqualität hält an, auch wenn eine leichte Beruhigung eingetreten ist. Die Hersteller versuchen, die bestehenden Kontrakte ordnungsgemäß zu bedienen, manchmal müssen Lieferungen verschoben werden. Für Neugeschäfte besteht wenig bis kein Handlungsspielraum.“
Quelle: agrarheute

Internationale Milchpreise nahezu konstant

Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade legte in dieser Woche um 0,3 % auf 4.247 $/t zu. Der Global Dairy Trade-Preisindex ist damit um 3 Punkte auf 1,336 Punkte gestiegen und somit auf dem Niveau wie Ende 2021.
Während Cheddar einen deutlichen Preisanstieg verzeichnen konnte (+4,9 % auf 5.487 $/t), sind die meisten Produkte nahezu konstant geblieben: Vollmilch (unverändert, 3.866 $/t), Magermilchpulver (+1,0 % auf 3.773 $/t), Butter (+0,3 % auf 5.868 $/t), Buttermilchpulver (+1,0 % auf 3.654 $/t). Wasserfreies Milchfett ist im Preis gesunken (-0,7 % auf 6.668 $/t). Laktose und Süßmolkenpulver wurden diese Woche nicht gehandelt.
Die gehandelte Menge lag mit 30.685 t über dem Niveau der vergangenen Auktion (30.375 t).
Quelle: topagrar

Bio-Milchpreise klettern immer höher

04.01.2022 (AMI) – Im November haben die Preise für ökologisch erzeugte Kuhmilch ihren Höhenflug fortgesetzt. Auftrieb erhielten sie durch das saisonal bedingt reduzierte Angebot und eine sich teils belebende Nachfrage. Auch über den Jahreswechsel zeichnen sich weitere Preisaufschläge auf Erzeugerebene ab.
Nahezu jede dritte Molkerei in Deutschland hat ihre Auszahlungsleistung für Bio-Milch im November 2021 angehoben. Nach ersten Schätzungen der AMI stieg damit das Bundesmittel für ökologisch erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß um gut 0,5 Ct auf 51,3 Ct/kg. Damit fiel das Plus zwar niedriger aus als im Oktober, stand aber dennoch für den zweithöchsten Zuwachs im vergangenen Jahr. Der Vorsprung gegenüber 2020 ist im Berichtsmonat leicht auf 2,6 Ct gestiegen.
Dass die Preise für Bio-Milch nochmals so deutlich zulegen werden, war nicht unbedingt zu erwarten. In der Regel fallen die Änderungsraten, abgesehen von Monaten mit saisonalen Effekten, im Vergleich zur Entwicklung im konventionellen Bereich moderat aus. Zudem fehlte in den zurückliegenden Monaten in einigen Segmenten die gewohnte Dynamik in der Nachfrage nach ökologisch erzeugten Molkereiprodukten und die Absätze waren pandemiebedingt hinter denen des Vorjahres zurückgeblieben. Auch der Export nach Südostasien verlief phasenweise impulslos. Hiervon waren vor allem Trockenmilcherzeugnisse betroffen. Hingegen hat sich die Nachfrage nach Trinkmilch und Butter aus ökologischer Produktion, nach der teils leichten Schwäche in den Sommermonaten und zu Herbstbeginn, wieder belebt. Mit den höheren Absatzmengen stiegen auch die Erlöse und bereiteten damit den Weg für die erfolgten Preisanhebungen. Daneben dürfte auch der Wettbewerb um den Rohstoff eine Rolle gespielt haben, zumal sich die Anlieferung an ihrem saisonalen Tiefpunkt befindet und erst allmählich wieder steigt
Quelle: AMI

Weltweites Wachstum schwächt sich ab

04.01.2022 (AMI) – Die Milchproduktion bei den bedeutenden Exporteuern am Weltmarkt hat sich im Oktober rückläufig entwickelt. In den ersten sechs Monaten dominierten noch expansive Tendenzen das Bild. Bereits ab der Jahresmitte führten der schwache Saisonstart in Ozeanien und Rückgänge in Europa in der Summe zu einer Verlangsamung des Wachstums.
Das Exportangebot der bedeutenden Anbieter am Weltmarkt, die EU, die USA, Australien und Neuseeland, hat sich zu Beginn des vierten Quartals 2021 gedämpft entwickelt. Im Oktober wurde die Vorjahreslinie um 0,8 % unterschritten. Bereits im September wurden die Mengen des Vorjahresmonats verfehlt. Der Rückgang des weltweiten Angebots ist vor allem auf einen geringeren Milchanfall in Europa und in Ozeanien zurückzuführen.
Aufgrund der expansiven Tendenzen vor allem in der ersten Jahreshälfte 2021, überwogen in der Kumulation der ersten zehn Monate jedoch weiterhin die Zuwächse. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr schwächte sich jedoch weiter ab und belief sich von Januar bis Oktober auf rund 1,0 %.
Quelle: AMI

Vollmilchpulver weiterhin fester

06.01.2022 (AMI) – Bei Vollmilchpulver war das Angebot weiterhin knapp. Im Zuge dessen konnten die Anbieter zu Jahresbeginn nochmals etwas höhere Forderungen umsetzen.
Der Markt für Vollmilchpulver war in den letzten Dezemberwochen weiterhin von einem begrenzten Angebot gekennzeichnet. Im Vorfeld waren umfangreiche Geschäfte zustande gekommen, sodass in den Werken kaum noch Mengen verfügbar waren. Gleichzeitig schränkte der niedrige Rohstoffeingang die Produktionsmöglichkeiten der Hersteller stark ein. Dem knappen Angebot stand hingegen weiterer Bedarf der europäischen Lebensmittelindustrie gegenüber. Das führte, auch in Verbindung mit dem nach wie vor vergleichsweise hohen Rohstoffpreisen, zu anhaltend festen Forderungen. Im feiertagsbedingt verlangsamten Neugeschäft legten die Preise weiter zu. In Kempten wurde die Notierung für Vollmilchpulver Anfang Januar im Vergleich zum Jahresende 2021 mit 4.150 bis 4.350 EUR/t am unteren Ende um 50 EUR und am oberen Ende um 20 EUR erhöht.
Quelle: AMI

Österreich: Export wichtige Stütze der Milchwirtschaft

Wien - Auch im vergangenen Jahr hat sich der Export als wichtige Stütze für Österreichs Milchwirtschaft erwiesen.
Das zeigen nach Angaben der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) die jetzt vorliegenden Außenhandelszahlen der Statistik Austria für die ersten drei Quartale 2021. Demnach konnten die Ausfuhren von Januar bis September um 3 % auf den Gesamtwert von 1,012 Mrd Euro gesteigert werden, während der Wert der Einfuhren um 2 % auf 617 Mio Euro zurückging.
Laut VÖM waren in Zeiten des Lockdowns, als die Gastronomie und der Tourismus geschlossen hatten, überdurchschnittliche Rückgänge bei den Importen zu verzeichnen. Offenbar sei verstärkt günstige Importware im Preiseinstiegsbereich ohne besondere Qualitätsansprüche eingesetzt worden. Mit Abstand wichtigstes Außenhandelsprodukt der heimischen Milchwirtschaft ist der VÖM zufolge Käse, auf den im Berichtszeitraum sowohl im Export als auch im Import mehr als die Hälfte des Volumens entfiel.
Die von der Branche eingeschlagene Qualitätsstrategie zeigt sich auch im durchschnittlichen Erlös, der je Kilogramm Käse im Export mit 4,22 Euro deutlich über dem Wert der Importware von 3,91 Euro lag. Auch bei Butter konnte die Branche eine gute Wertschöpfung erzielen; exportiert wurden insgesamt 3.600 t zu einem Durchschnittpreis von 4,78 Euro/kg. Auf der Importseite liefen 14.000 t Butter auf, die im Schnitt für 4,17 pro Kilogramm bezogen wurden.
Die Importware gelangte größtenteils in die Weiterverarbeitung, als Eigenmarke des Handels in die Supermärkte oder in den Großhandel für die Gastronomie. Dabei handelte es sich nach VÖM-Angaben zumeist um Ware, die nicht den österreichischen Qualitätsstandards wie eine gesicherte Herkunft, Gentechnikfreiheit oder hohe Tierwohl- und Fütterungskriterien entsprach.
Wichtigster Auslandsmarkt für österreichische Milchprodukte, die 2021 in insgesamt mehr als 100 Länder geliefert wurden, war Deutschland. Der nördliche Nachbar war zugleich auch der größte Lieferant in dieser Produktgruppe. VÖM-Präsident Helmut Petschar zeigte sich erfreut, dass österreichische Qualität auch im Ausland gefragt ist: „Der Export von Milchprodukten hat zu einem wesentlichen Ausmaß zur Stabilisierung des österreichischen Milchmarktes beigetragen, besonders Bioprodukte und andere hochwertige, fertigverarbeitete Milchprodukte.“
Quelle: proplanta

Preise für Milchprodukte starten fest ins neue Jahr

Bonn - Das neue Jahr hat begonnen wie das alte endete, mit anziehenden Preisen am Milchmarkt.
National wie international steht einem eher begrenzten Rohstoffangebot eine gute Nachfrage gegenüber, was die Notierungen für Milchprodukte auf ein Mehrjahreshoch gehoben hat; die Erzeugerpreise folgen mit einer gewissen Verzögerung.
Bei der ersten amtlichen Notierung der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten in diesem Jahr wurde am Mittwoch (5.1.) der untere Spannenwert der Blockbutternotierung um 5 Cent auf 5,75 Euro/kg heraufgesetzt, der obere mit 5,90 Euro/kg konstant gehalten. Im Vergleich zu Anfang 2021 musste von den Käufern ein Aufschlag von 75 % gezahlt werden.
In einer ähnlichen Größenordnung lag der Zuschlag für die Päckchenbutter, deren jüngste Preisfeststellung aufgrund der Kontraktbindung mit 5,78 Euro/kg bis 5,94 Euro/kg aber unverändert blieb. Die Kemptener Börse berichtete zudem von einer regen Nachfrage für Käse, die auf niedrige Lagerbestände treffe. Bei Emmentaler aus Rohmilch führte das zu einer deutlichen Anhebung des oberen Notierungswertes um 1,40 Euro auf 8,20 Euro/kg, während der untere Spannenwert aber mit 5,60 Euro/kg stabil blieb.
In Hannover setzte am Mittwoch die amtliche Kommission die Notierung für Gouda und Edamer als Brotware um 5 Cent auf 4,00 Euro/kg bis 4,25 Euro/kg herauf; die Blockware legte im Spannenmittel ebenfalls um 5 Cent zu, und zwar auf 3,90 Euro/kg bis 4,10 Euro/kg. Die Schnittkäsepreise übertreffen aktuell das vergleichbare Vorjahresniveau um rund ein Drittel.
Milchpulver knapp
Fester tendierten zu Jahresbeginn auch die Preise am Milchpulvermarkt. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) war das Geschehen nach dem Jahreswechsel noch nicht von regen Geschäften geprägt. Bei Magermilchpulver seien nur wenige Neuabschlüsse zustande gekommen, was aber auch an der mangelnden Verfügbarkeit von Ware aufgrund der Rohstoffknappheit gelegen habe. Viele Kaufanfragen hätten deshalb nicht erfüllt werden können.
Für diejenigen, die trotzdem zustande kamen, mussten Kunden von Magermilchpulver in Futtermittelmittelqualität laut der Kemptener Börse einen Aufschlag von 2 Cent akzeptieren und 3,30 Euro/kg bis 3,33 Euro/kg zahlen. Die lebensmitteltaugliche Ware verteuerte sich im Mittel um 1 Cent auf 3,35 Euro/kg bis 3,45 Euro/kg.
Bei einem weiterhin nur knappen Angebot an Vollmilchpulver konnten die Hersteller Aufpreise zwischen 2 Cent und 5 Cent verlangen und erlösten damit je Kilogramm zwischen 4,15 Euro und 4,35 Euro. Mager- und Vollmilchpulver haben sich damit innerhalb von zwölf Monaten um gut die Hälfte verteuert.
Höheres Milchgeld
Nach Angaben der EU-Kommission durchbrachen die durchschnittlichen Milcherzeugerpreise in den Mitgliedstaaten im November 2021 die Marke von 40 Cent/kg Milch. Mit 40,02 Cent/kg lag das Preisniveau für die Rohmilch mit vollen Inhaltsstoffen um 13,3 % über dem Wert von November 2020 und so hoch, wie seit Oktober 2013 nicht mehr.
Für Deutschland wurde ein im EU-Vergleich leicht überdurchschnittliches Milchpreisniveau von 40,46 Cent/kg ausgewiesen. Für Dezember können die Milchbauern in der Gemeinschaft mit einer weiter anziehenden Auszahlungsleistung ihrer Molkereien rechnen. Dafür spricht auch, dass die Verkaufserlöse aus Butter und Magermilchpulver der Kommission zufolge rechnerisch einem Rohmilchpreis von zuletzt 47,9 Cent/kg entsprachen.
Werden die Terminmarktkurse für Butter und Magermilchpulver an der European Energy Exchange (EEX) für März 2022 als Parameter herangezogen, dann lag der daraus abgeleitete Börsenmilchwert des Kieler Instituts für Ernährungswirtschaft (ife) sogar bei 54,0 Cent/kg.
Weltmarktpreise weiter gestiegen
Nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und Ozeanien sind die Preise für Milchprodukte auf ein überdurchschnittliches Niveau gestiegen. An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) setzte sich zu Jahresbeginn die feste Tendenz fort.
Der zusammenfassende Preisindex der insgesamt sechs gehandelten Standarderzeugnisse legte am Dienstag (4.1.) gegenüber der vorherigen Versteigerung von Mitte Dezember um 0,3 % zu. Gebremst wurde der Anstieg nur dadurch, dass die Lieferkontrakte des Hauptumsatzproduktes Vollmilchpulver im Mittel mit 3.866 $/t (3.417 Euro) preislich stabil blieben.
Für Magermilchpulver mussten die internationalen Kunden an der GDT hingegen einen Aufschlag von 1,0 % auf 3.773 $/t (3.335 Euro) zahlen. Das mehrjährige Preishoch wurde somit bestätigt. So tief, wie seit Oktober 2017 nicht mehr, mussten die Käufer von Butter an der Handelsbörse in die Tasche greifen: Der durchschnittliche Auktionspreis legte gegenüber der vorherigen Versteigerung im Dezember um 0,3 % auf 5.868 $/t (5.186 Euro) zu und übertraf das Ergebnis von vor zwölf Monaten damit um 45,6 %. Den stärksten Wertzuwachs erfuhr Cheddarkäse mit einem Plus von 4,9 % auf 5.487 $/t (4.849 Euro); auch dies war ein mehrjähriger Rekordpreis.
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8838 Euro
Quelle: proplanta

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