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Marktentwicklung

Presseschau

Milchmenge in NRW trotz weniger Kühe stabil

Münster - Im vergangenen Jahr standen in Nordrhein-Westfalen weniger Kühe im Stall. Die von ihnen produzierte Milchmenge blieb ungefähr auf dem Vorjahresniveau, teilt die Landwirtschaftskammer NRW mit.
Durchschnittlich 9.654 Liter Milch lieferten die 332.475 Kühe, deren Milchqualität regelmäßig vom Landeskontrollverband NRW kontrolliert wird. Damit lag die durchschnittliche Milchmenge rund 15 Liter über dem Vorjahr. Die Anzahl der geprüften Kühe in Nordrhein-Westfalen ging hingegen um rund 2.700 Tiere zurück. Dies ist vor allem auf Betriebsaufgaben zurückzuführen.
Nach Berechnungen des Landeskontrollverbandes gaben die Kühe aus dem Kreis Minden-Lübbecke mit durchschnittlich 10.901 Litern die meiste Milch, gefolgt von den Tieren aus dem Kreis Recklinghausen. Das Schlusslicht bilden die Kühe aus dem Rhein-Sieg-Kreis mit einer Milchleistung von durchschnittlich 8.364 Litern. Den größten Zuwachs in der Milchmenge gab es in der Region Münster. Hier legten die Kühe um fast 450 Liter zu.
Im Rhein-Sieg-Kreis gaben die Kühe 414 Liter weniger Milch als im Vorjahr. Im Rheinisch-Bergischen Kreis waren es 388 Liter weniger. Die Milchmenge, die eine Kuh in Nordrhein-Westfalen in ihrem Leben gibt, lag im Durchschnitt bei rund 32.800 Litern. Das macht im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von über 1.300 Litern.
Die Landwirtinnen und Landwirte, die die Leistungen des Landeskontrollverbandes in Anspruch nehmen, erhalten regelmäßig detaillierte Informationen, beispielsweise über den Eiweiß- und Fettgehalt der Milch jeder einzelnen Kuh. Diese Daten sind eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl der richtigen Tiere für den Herdennachwuchs, die Verbesserung der Gesundheit der Kühe und Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung.
Quelle: proplanta

Markt für Butter leicht belebt

19.01.2023 (AMI) – Abgepackte Butter wird vom Lebensmitteleinzelhandel wieder vermehrt nachgefragt. Auch am Markt für Blockbutter haben die Aktivitäten zugenommen. Die Preise geben weiter nach.
Nachdem sich die Nachfrage nach Butter über den Jahreswechsel beruhigt hatte, setzte Mitte Januar eine Erholung ein. In der aktuellen Berichtswoche wurde wieder mehr Ware abgerufen und die Hersteller berichten von Abrufen des Lebensmitteleinzelhandels im für die Jahreszeit üblichen Umfang. Hiervon waren neben der normalen Butter auch Streichmischfette betroffen, deren Absatz sich nach Aussagen der Marktteilnehmer vor Weihnachten beruhigt hatte und jetzt wieder anzieht. Entsprechend der saisonüblich schwachen Nachfrage und vor dem Hintergrund hoher Rohmilchanlieferungen, haben sich die Lager wieder etwas gefüllt.
Quelle: AMI

Verbände erwarten weiter steigende Lebensmittelpreise

Berlin - Unter dem Eindruck der hohen Inflation wird bei der Internationalen Grünen Woche dieses Jahr vor allem über steigende Lebensmittelpreise, die Entwicklung auf dem Bio-Markt und die angespannte Situation in der Lebensmittelindustrie diskutiert.
«Die Herausforderungen in der Ernährungsindustrie waren noch nie so groß wie in den Jahren 2022 und auch 2023», sagte Christian von Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, am Mittwoch bei einer Eröffnungskonferenz.
Vor allem die hohen Energiepreise «zwingen die Industrie langsam in die Knie». Für 2023 erwarten von Boetticher und Bauernpräsident Joachim Rukwied weiter steigende Lebensmittelpreise.
Im vergangenen Jahr gingen die Preise für Nahrungsmittel bereits um 13,4 Prozent nach oben. Für Gemüse meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch einen Preisanstieg um 10,7 Prozent, bei Obst um 3,0 Prozent.
«2022 war noch eine Mischkalkulation mit alten 2021er-Preisen. Die Spitzen der Preise 2022 machen sich auch 2023 noch bemerkbar und schlagen durch», warnte von Boetticher.
Problematisch für die Industrie sei, dass nicht alle Kostensteigerungen im Produktionsprozess tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben werden könnten - bei bestimmten Preisschwellen würden die Produkte dann nämlich schlicht nicht mehr gekauft. «Es ist also nicht so, dass der Produzent mit gefüllten Taschen rumläuft», meinte von Boetticher.
In einigen Statistiken ließ sich zuletzt bereits ablesen, dass die Verbraucher unter dem Eindruck der Inflation verstärkt auf günstigere Produkte zurückgreifen. So erhielt zum Beispiel das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln einen ungewohnten Dämpfer: Der Markt schrumpfte zum ersten Mal in seiner Geschichte, vor allem Reformhäuser und reine Bio-Märkte bekamen das zu spüren. Bio-Lebensmittel wurden stattdessen eher im Discounter gekauft - oder gar nicht.
Rukwied und von Boetticher sehen mit Blick auf den Umbau der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion aber vor allem die Konsumenten in der Pflicht: Sie sollen mit ihrem Einkaufsverhalten die Richtung für Landwirtschaft und Industrie vorgeben. «Wenn die Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft gelingen soll, dann muss auch weiterhin der Griff ganz gezielt zu höherwertigen Produkten erfolgen», sagte Rukwied.
Ein Öko-Flächenanteil von 30 Prozent bis 2030 sei ein sehr anspruchsvolles politisches Ziel - eine nachhaltigere Produktion könne aber nur gelingen, wenn die höherwertigen, heimischen Produkte auch gekauft würden. «Wenn die Nachfrage da ist, werden wir deutschen Bauern die Nachfrage auch bedienen», sagte Rukwied. Von Boetticher warnte, dass der Markt kollabiere, wenn es zwar 30 Prozent Bio-Angebot gebe, aber nicht 30 Prozent Bio-Nachfrage.
Laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov kaufen 28 Prozent der Deutschen angesichts der hohen Inflation weniger Bio-Lebensmittel ein als zuvor. 60 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass sie ihr Kaufverhalten nicht angepasst hätten, 5 Prozent kaufen den Angaben zufolge mehr Bio-Lebensmittel ein.
Das Problem für den Bio-Handel war zuletzt das generelle Preisniveau - denn der Preisanstieg fiel im Vergleich zu konventionell erzeugten Lebensmitteln geringer aus. «Bio wirkt als Inflationsbremse», fasste der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) das Ergebnis einer Untersuchung zusammen, die die Preise von Grundnahrungsmitteln im Herbst 2022 mit denen im Herbst 2021 verglich.
Ein Beispiel: Für konventionell erzeugte Butter mussten Kundinnen und Kunden der Studie zufolge im Herbst 2022 im Lebensmittelhandel fast 60 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Die Preise für Bio-Butter erhöhten sich dagegen bei den Discountern um 35 Prozent und in Supermärkten um 29 Prozent.
Verhältnismäßig gut lief es zuletzt für Milchbauern - nach mehreren Jahren der Krise. Ende des vergangenen Jahres verdienten sie dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) zufolge knapp 60 Cent pro Liter Rohmilch - das waren fast 12 Cent mehr als sie der Liter in der Herstellung kostete. In den Jahren davor lagen die Erzeugerpreise zum Teil deutlich über den Kosten. Zahlreiche Betriebe gaben auf.
Einen Grund zur Entwarnung sieht der Verband darin aber nicht. «Wir müssen die Märkte beobachten, wir müssen, wenn es notwendig ist, auch handeln», sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer. Die Abhängigkeit der Milchbauern von den großen Molkereien bestehe weiter, die Nachfrage auf dem für Deutschland und Europa wichtigen Weltmarkt gehe zurück. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich da auch auf Milcherzeugerpreisebene ein deutlicher Rückgang einstellt.»
Die Grüne Woche beginnt am Freitag als Vor-Ort-Event in den Berliner Messehallen - erstmals wieder nach zwei Pandemie-Jahren ohne große Ausstellung. Erwartet werden 1.400 Aussteller aus rund 60 Ländern - etwas weniger als vor Corona. Als Höhepunkte bewarb Messe-Chef Dirk Hoffmann die Blumenhalle mit 2.200 Quadratmetern Fläche und ein abwechslungsreiches Programm in der Tierhalle. Die Messe hofft bis zum Abschluss am 29. Januar auf rund 300.000 Besucher.
Quelle: proplanta

Milchpreise steigen über 60 Cent – Milchbauern verdienen gut Geld

Im November kletterten die Auszahlungspreise der Molkereien – im Bundesmittel über die 60-Cent-Marke. Und auch im Dezember halten die Preise ganz überwiegend das hohe Niveau. Und die Bauern verdienten gut Geld – wie die Kostenrechnung des MEG Milch Board bestätigt. Für 2023 sieht es dann nicht mehr ganz so gut aus.
Im November zahlten die deutschen Molkereien im Bundesmittel 60,04 Cent aus. Einen Monat zuvor – Oktober – bekamen die Milchbauern im Durchschnitt 59,34 Cent je kg ausgezahlt. Die höchsten Preise ermittelte die Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) in Niedersachsen mit immerhin 61,71 Cent je kg. Das waren nur geringfügig niedrigere Preise als die Biobauern im Mittel Deutschlands mit 63,17 Cent je kg ausbezahlt bekamen.
Auch in Schleswig-Holstein lagen die Preise mit 60,63 Cent recht deutlich über der 60-Cent-Marke – und auch in Ostdeutschland - in Sachsen - wurde mit 60,20 Cent die magische 60-Cent-Marke überschritten. Zuletzt hat sich der Preisvorsprung der norddeutschen Milchbauern zu den Kollegen im Süden – vor allem aus Bayern – weiter verkleinert. In Bayern lagen die Milchpreise im November bei 59,25 Cent und in Baden-Württemberg bei 58,49 Cent je kg. In Nordrhein-Westfalen bekamen die Landwirte im November im Schnitt 59,56 Cent ausgezahlt und in den ostdeutschen Ländern (außer Sachsen) lagen die Milchpreise im November zwischen 59,40 und 59,96 Cent.
Nach den den aktuellen Erhebungen von agrarheute über die Auszahlungspreise im Dezember, zahlten etwa 10 Molkereien im Norden und Nordwesten Deutschlands immer noch 60 Cent und mehr aus. Doch mindestens sechs Unternehmen senkten ihre Auszahlungspreise. Auch zwei süddeutsche Molkereien zahlten 60 Cent und mehr an ihre Milchbauern. Die Mehrzahl der Molkereiunternehmen im Süden und im Südwesten zahlten im im November und im Dezember jedoch deutlich weniger als 59 Cent.
Im Westen Deutschlands lagen die Auszahlungspreise der Molkereien im Dezember durchweg unter der 60-Cent-Marke, überwiegend zwischen 57 Cent und 59 Cent – in einem Fall auch deutlich niedriger. Im Osten war das Preisniveau ähnlich wie im Westen, meist zwischen 57 und 59 Cent je kg Milch.
Der oben genannte Biomilchpreis von 63,17 Cent, ist zum Vormonat ebenfalls gestiegen, nämlich um 0,88 Cent auf einen neuen Rekordwert. Der Abstand zur konventionellen Milch hat sich hingegen leicht von 2,96 Cent auf 3,13 Cent leicht erhöht. Vor einem Jahr lag die Differenz zu diesem Zeitpunkt allerdings noch bei 11,19 Cent – und war damit fast 4mal so hoch.
Erlöse deutlich höher als die Kosten – Milchmenge wächst stark
Die Kosten der Milchbauern liegen nach Berechnungen des MEG Milch Board mit 47,51 Cent pro Kilogramm zwar auf einem sehr hohen Stand - sind jedoch deutlich niedriger als die Erlöse und lassen die Milchbauern zum ersten Mal seit langem gut Geld verdienen. Von Juli bis Oktober 2022 sind die Kosten nur geringfügig weiter gestiegen, die Milchpreise aber schon.
Was die Milchmenge betrifft, hat so liegt die Anlieferungsmenge seit September über dem Vorjahr. Dabei hat der Zuwachs im November nochmals deutlich zugenommen. Im November meldete die BLE einen Zuwachs bei der Anlieferungsmenge von plus 3,0 % - und für den gesamten Zeitraum Januar bis November von minus 0,9 %.
Dabei liegt die angelieferte Milchmenge in Schleswig-Holstein im November 1,3 Prozent über dem Vorjahr – im mittlerweile größten deutschen Milcherzeugerland Niedersachsen jedoch satte 4,8 % darüber. Im zweitgrößten Milcherzeugerland Bayern, haben die Landwirte im November 3,3 % mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor, während aus Nordrhein-Westfalen ein Plus von 5,1 % gemeldet wird. In Niedersachsen und NRW haben die höheren Milchpreise offenbar zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion geführt.
In Ostdeutschland war die Milchmenge im November hingegen nur 0,1 % größer als vor Jahresfrist und im Zeitraum Januar bis November lieferten die ostdeutschen Milchbauern 2,4 % weniger Milch an die Molkereien. Am stärksten schrumpfte die Produktion in dem von Dürre und Futtermangel besonders betroffenen Brandenburg – nämlich um 3,9 %.
Anders ist die Situation bei Biomilch: Hier ist lag die Milchmenge im November 11 % über dem Vorjahr und für das gesamte Jahr 2023 beträgt der Zuwachs 3,7 %. Das heißt: Nicht nur vom schwierigen Absatz von Biomilch im Einzelhandel, sondern auch vom wachsenden Angebot kommt Druck auf den Biomilchmarkt. Dabei meldet man aus dem größten Biomilchland Bayern, wo die Hälfte der deutschen Biomilch erzeugt wird, einen Produktionszuwachs von 10,8 % im November und von 5,2 % für das gesamte Jahr. In Niedersachsen wächst die Biomilchmenge im November sogar um 18 % und im gesamten bisherigen Jahr um 4,3 %.
Quelle: agrarheute

Zahl der Milchkühe in Deutschland sinkt weiter

18.01.2023 (AMI) – Die Rinderbestände in Deutschland wurden im November 2022 weiter abgebaut. Auch die Zahl der Milchkühe ging zurück. Der Trend zu größeren Milchviehherden setzt sich bei rückläufigen Betriebszahlen weiter fort.
Die Betrachtung der einzelnen Nutzungsrichtungen zeigt, dass im November des Jahres 2022 3,8 Mio. Milchkühe gehalten wurden und damit 0,6 % weniger als im November 2021. Im Vergleich zum Mai des Jahres 2022 war der Rückgang mit 0,2 % etwas geringer. Insbesondere die gestiegenen Auszahlungspreise für die Rohmilch dürften den Bestandsabbau im Jahr 2022 verlangsamt haben. So ist davon auszugehen, dass die deutschen Landwirte auch Milchkühe noch in der Produktion ließen, die sonst schon an den Schlachthof geliefert worden wären. Entsprechend wurden von Januar bis November 2022 rund 10 % weniger Milchkühe geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021. In den vergangenen Jahren sahen sich die Landwirte mit gestiegenen Kosten für Futtermittel, in Folge der Dürre, und für Betriebsmittel konfrontiert. In Kombination mit weiteren Gründen, wie den wachsenden Anforderungen an die Tierhaltung und der Außenwirtschaft dürfte dies Landwirte dazu bewegt, haben aus der Milchviehhaltung auszusteigen.
Quelle: AMI

Fallende Notierungen für Butter und Käse zum Jahresbeginn

Bonn - Die Preiskorrektur nach unten hat sich am Markt für Milchprodukte Anfang 2023 national wie international fortgesetzt.
Die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten setzte am Mittwoch (4.1.) die amtliche Notierung für Blockbutter gegenüber der Preisfeststellung vor Weihnachten im Spannenmittel um 17,5 Cent auf 5,00 Euro/kg bis 5,05 Euro/kg herab.
Bei der kontraktgebundenen abgepackten Butter wurde der untere Notierungswert um 12 Cent auf 7,48 Euro/kg gesenkt. Wenige Tage vor Heiligabend hatte der Discounter Aldi den Preis für das 250-g-Päckchen seiner Eigenmarke um 30 Cent auf 1,99 Euro reduziert. Erstmals seit April wurde damit wieder die Schwelle von 2 Euro unterschritten.
Im Vergleich zum Jahresbeginn 2022 liegt die Kemptener Notierung für Päckchenbutter allerdings noch um 30 % höher, bei Blockbutter jedoch schon um 14 % darunter. Auch bei Schnittkäse hielt nach dem Jahreswechsel die Preisschwäche an. Nach Angaben der amtlichen Kommission in Hannover mussten die Hersteller bei kurzfristigen Abschlüssen ein Zugeständnis von durchschnittlich 30 Cent/kg im Verkauf machen.
Die Notierung für das Kilogramm Gouda und Edamer im Block wurde am Mittwoch auf 4,20 Euro bis 4,50 Euro festgesetzt; die Brotware lag zwischen 4,30 Euro und 4,70 Euro. Laut Kommission war der Jahresauftakt von einer saisonal schwachen Nachfrage geprägt. Die Schnittkäsenotierungen in Hannover lagen Anfang 2023 aber noch um rund 9 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.
Kontrakte für Trinkmilch ausgehandelt
Die nicht amtlich notierten Preise für Trinkmilch sind zu Jahresbeginn im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hingegen moderat gestiegen. Laut dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) gelten ab Januar die neuen Kontraktpreise zwischen Herstellern und dem Handel für die „weiße Linie". Trotz „negativer Marktindikatoren“ sei es den Molkereien gelungen, einen recht stabilen Abschluss hinzubekommen.
Laut VMB hat Aldi den Verbraucherpreis für Vollmilch der Eigenmarke Milsani um 6 Cent auf 1,15 Euro/l erhöht. Mitbewerber seien diesem Schritt gefolgt. Auch die Verkaufspreise für fettarme und für haltbare Milch stiegen um denselben Betrag. Zudem verteuerten sich in den Geschäften die Eigenmarken von Quark dem VMB zufolge um 10 Cent, und die Magerstufe mit 500 g kostet nun 1,49 Euro.
Die Preise für Produkte der weißen Linie waren nach dem vorherigen Kontraktabschluss Mitte 2022 infolge der stark gestiegenen Energiepreise spürbar angehoben worden Dies führte unter anderem dazu, dass Trinkmilch mit 3,5 % Fett im Preiseinstiegssegment mehr als 1 Euro/l in den Läden kostete.
Laut VMB gibt der aktuelle Abschluss bei der weißen Linie den Milchbauern eine Teilabsicherung ihres derzeit hohen Milchpreisniveaus, zumindest bis in das Frühjahr hinein. „Einen Absturz der Milchpreise wird es in den kommenden Monaten wohl nicht geben“, so der Erzeugerverband.
Geringeres Milchgeld wahrscheinlich
Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) wies jedoch darauf hin, dass sich die Preise für Milchverarbeitungsprodukte und Versandmilch schon weit von ihren Höchstwerten 2022 entfernt hätten. Die Erzeugermilchpreise folgten in der Regel mit zeitlicher Verzögerung, so dass diese Entwicklung noch bevorstehe.
Die Verwertung aus Butter und Magermilchpulver, ein wichtiger Marktindikator, hat gegenüber dem Rekordergebnis vom Mai bis zum Jahresende 2022 den Bonner Marktanalysten zufolge mehr als ein Viertel an Wert verloren. Damit sei die Richtung für die Milchpreise auf Erzeugerebene vorbestimmt. „Im neuen Jahr ist daher mit teils deutlichen Korrekturen nach unten bei den Erzeugerpreisen für Rohmilch zu rechnen“, prognostiziert die AMI.
Die längerfristigen Verträge mit dem LEH würden den Preisrückgang bundesweit gesehen hingegen etwas abmildern. Wichtiger Grund für den Abwärtstrend am Spotmarkt und im Großhandel sei eine weltweit schwache Nachfrage, der derzeit meist ein zunehmendes Angebot gegenüberstehe.
Damit der Markt ins Gleichgewicht komme, müsse die Nachfrage anziehen. Dies werde jedoch von der schwächelnden Weltwirtschaft ausgebremst. Andererseits könne, so die AMI, das gesunkene Preisniveau die Nachfrage auch stimulieren. So sei Magermilchpulver aus der EU am Weltmarkt mittlerweile wieder wettbewerbsfähig.
Ruhiger Pulvermarkt
Der Milchpulvermarkt ist nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) jedoch mit sehr ruhigen Geschäften ins neue Jahr gestartet. Viele Händler seien offenbar noch im Urlaub. Für die zweite Januarwoche werde wieder mit einem lebhafteren Marktverlauf gerechnet. Das Angebot an Magermilchpulver ist den Experten zufolge ausreichend, da zwischen den Jahren mehr Magermilch getrocknet worden sei.
Mittelfristig bestehe jedoch Bedarf bei den Kunden. Laut der Kemptener Börse gaben die Preise für Ware in Lebensmittelqualität zuletzt im Mittel um 4 Cent auf 2,70 Euro/kg bis 2,93 Euro/kg nach. Gegenüber Anfang Januar 2022 entspricht das einem Preisabschlag von 17 %, weil auch am Weltmarkt die Preise mittlerweile deutlich unter ihren historischen Höchstständen aus dem Vorjahr liegen.
Bei Vollmilchpulver war der Kaufbedarf ebenfalls begrenzt. Im unteren Preissegment gaben hier der Börse zufolge die Erlöse um 6 Cent auf 3,99 Euro/kg nach. Die Marke von 4 Euro war zuletzt im Dezember 2021 unterschritten worden.
Durchweg Abschläge
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) wurden bei der Auktion am Dienstag (3.1.) alle Standartmilchprodukte mit Abschlägen gehandelt. Der zusammenfassende Preisindex gab gegenüber der Handelsrunde vor zwei Wochen um 2,8 % nach. Er lag damit um 3,2 % unter dem Startniveau von 2022.
Einen deutlichen Abschlag von 4,3 % auf 2.838 $/t (2.657 Euro) gab es im Mittel aller Kontrakte und Liefertermine für Magermilchpulver; im Vorjahresvergleich mussten die Käufer dafür rund ein Viertel weniger zahlen. Für Vollmilchpulver fiel der Preis gegenüber Mitte Dezember um 1,4 % auf 3.208 $/t (3.003 Euro).
Analysten zufolge belastete weiter die Kaufzurückhaltung Chinas infolge der Probleme mit der Corona-Pandemie den Pulvermarkt. Allerdings fielen an der GDT zum Jahresauftakt auch die Preise für Butter und Cheddarkäse weiter, und zwar um 2,8 % beziehungsweise 2,7 % im Vergleich zur Auktion vor zwei Wochen.
Quelle: proplanta

Milchpreise: Rohstoffwert fällt unter 50 Cent – Spotmilch bei 43 Cent © Olaf Zinke

Die Milchpreise stehen im neuen Jahr unter Druck. Der Rohstoffwert der Milch fällt im Dezember erstmals seit Oktober 2021 wieder unter 50 Cent je kg Milch. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat beträgt genau 4 Cent - auf 47,9 Cent je kg.
Ursache für den fallenden Rohstoffwert ist ein weiterer Rückgang der Großhandelspreise für Magermilchpulver und Butter. Damit folgt der Rohstoffwert wie schon erwartet den weiter fallenden Börsenmilchwerten, die für Januar nur noch bei 42 Cent je kg liegen und für den Februar auf 40,3 Cent je kg gefallen sind.
Im Unterschied zum Rohstoffwert bildet der Börsenmilchwert jedoch nicht die Preise im wirklichen physischen Handel ab, sondern die Preise, zu denen Butter und Magermilchpulver am Terminmarkt für die nächsten Monate gehandelt wird. Auch das ist jedoch ein Teil der Wirklichkeit und ein Frühindikator für die weitere Preisentwicklung – obgleich sich Marktlage und Preise am Terminmarkt auch noch ändern können.
Bestätigt wird der Preisdruck am Milchmarkt noch durch zwei andere Marktindikatoren: nämlich durch die Spotmilchpreise für die zwischen den Molkereien gehandelte Milch und durch angelieferte Milchmenge. In der ersten Januarwoche 2023 lagen die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch im Norden und im Nordwesten Deutschlands nur noch bei 43 Cent und damit nahe an den Börsenmilchwerten. Im Süden war die Spotmilch noch etwas teurer und kostete im Zwischenhandel der Molkereien zuletzt 44,50 Cent je kg.
Beide Spotmilchpreise liegen jedoch weit unter dem Rohstoffwert vom Dezember. Zwar werden die Auszahlungspreise der Landwirte weder den Spotmilchpreisen noch dem Rohstoffwert der Milch in gleichem Tempo folgen – die Richtung ist jedoch klar. Dafür spricht auch die angelieferte Milchmenge, die nach den Daten der Milchindustrie zum Jahreswechsel rund 3,6 % über dem Vorjahr lag.
Quelle: agrarheute

Leichte Abschwächung bei Preissteigerungen erwartet

München - Weniger Unternehmen als zuletzt wollen einer Umfrage zufolge demnächst ihre Preise erhöhen.
Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo am Dienstag mitteilte, sanken die Preiserwartungen für die Gesamtwirtschaft im Dezember auf 40,3 Punkte von 46,2 Punkten im Vormonat.
Die kräftigsten Rückgänge gab es im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe auf 42 beziehungsweise 28,3 Punkte. Aber auch im Handel und bei den Dienstleistern planen Unternehmen seltener, ihre Preise zu erhöhen.
«Damit dürfte sich der Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten allmählich verlangsamen. Allerdings werden die Inflationsraten weiterhin hoch bleiben», sagte Ifo-Experte Timo Wollmershäuser. Am häufigsten planen Lebensmitteleinzelhändler Preiserhöhungen. Dort liegen die Erwartungen bei 83,7 nach 94,7 Punkten im November. Auch bei den Drogerien (72 Punkte) und im Spielwarenhandel (77 Punkte) gaben die Preiserwartungen nach.
Die Verbraucherpreise waren in Deutschland im vergangenen Jahr um etwa 8 Prozent gestiegen. Hintergrund sind teurere Energie und Lebensmittel in Folge des Ukraine-Krieges sowie Lieferengpässe. Volkswirte sehen keine rasche Entspannung.
Quelle: proplanta

Lebensmittelpreise zogen 2022 kräftig an

11.01.2023 (AMI) – Das vergangene Jahr war geprägt von hohen Preissteigerungen und das nicht nur bei Lebensmitteln. Im Jahresverlauf spitzte sich die Situation zu, so dass alle Frische-Warengruppen mehr kosteten als vor einem Jahr. 
Das sechste Jahr in Folge stiegen die Verbraucherpreise für frische Lebensmittel über das Vorjahresniveau. Im Jahr 2022 geschah dies allerdings so kräftig, wie es seit dem Start des AMI-Frischeindex mit Daten für 2005 nicht verzeichnet wurde. Demnach verteuerten sich die Frische-Warengruppen aus konventioneller Erzeugung dem AMI-Frischeindex zufolge um 12,1 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Dabei stiegen die Preise für alle Warengruppen im Frische-Bereich. Rohstoffknappheit, Lieferengpässe, teureres Futtermittel, höhere Energiepreise, kleinere Ernten, höhere Lohn- und Personalkosten sowie anziehende Preise auf den vorgelagerten Stufen übten zunehmend Druck auf die Verbraucherpreise aus, so dass diese im Jahresverlauf kräftig anzogen. Mit jedem Monat verzeichnete die Teuerungsrate ein höheres Niveau und erreichte im Oktober einen Spitzenwert von 21 %. Erst ab November schwächte sich diese erstmals im Jahr 2022 leicht ab, aber verweilte immer noch auf einem hohen Niveau.
Quelle: AMI

Landwirte liefern weiter mehr Milch ab

12.01.2023 (AMI) – Nach einem witterungsbedingten Rückgang, stieg die angelieferte Milchmenge zum Jahreswechsel an. Die Vorjahreswerte wurden dabei deutlich übertroffen. 
Nach dem kältebedingten Rückgang der Milchanlieferung Mitte Dezember hat diese zum Jahreswechsel wieder an Dynamik gewonnen. Nach Daten der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) haben die deutschen Landwirte in der 52. Kalenderwoche ihre Milchanlieferung um 1,7 % gegenüber der Vorwoche ausgedehnt. Gegenüber der Vorjahreswoche wies die ZMB ein Plus von 3,6 % aus. Im ersten Halbjahr von 2022 lag die angelieferte Milchmenge unterhalb der Vorjahreslinie. Erst ab Herbst stieg sie zunehmend und lag zuletzt deutlich oberhalb der Vorjahreswerte. Dennoch ergibt sich für den gesamten Zeitraum von Januar bis Dezember ein leichtes Minus von 0,1 % gegenüber dem Jahr 2021.
Quelle: AMI

Gestiegene Milchpreise erhöhen Liquidität

13.01.2023 (AMI) – Im Jahr 2022 hat sich die wirtschaftliche Lage auf den Milchviehbetrieben in Deutschland erholt. Die Marge aus Erlösen und variablen Kosten ist, nach unbefriedigenden Ergebnissen in den Vorjahren, deutlich gestiegen. 
Da sich die Erlösanstiege und hohen Kosten im Jahr 2021 mehr oder weniger neutralisierten, fiel das Gesamtergebnis aus Erzeugersicht eher unbefriedigend aus. Im Jahr 2022 entspannte sich für deutsche Milcherzeuger dagegen die wirtschaftliche Lage auf den Höfen. Ausschlaggebend für die Entwicklung im abgelaufenen Jahr waren im Wesentlichen die gestiegenen Erzeugerpreise für Rohmilch, die rund 90 % der Einnahmen des Produktionszweiges Milcherzeugung ausmachen. Ab Jahresmitte legten diese im Vormonatsvergleich überproportional zu, während auf der Kostenseite die Preise für Futtermittel teils nachgaben. Damit stieg die Marge aus Erlösen und variablen Kosten an. Aus dieser müssen die Betriebe allerdings noch die anfallenden Kosten für Arbeitserledigung und Gebäude sowie die sonstigen festen Kosten decken. Diese fallen regional und in Abhängigkeit von der Betriebsstruktur sehr unterschiedlich aus. Hierbei spielt auch eine Rolle, ob Betriebe wachsen und dafür investiert haben oder in abgeschriebenen Gebäuden wirtschaften. Wenn darüber hinaus noch Arbeitskräfte entlohnt werden müssen, erhöht dies die Kosten für die Milchproduktion in den Betrieben zusätzlich.
Quelle: AMI

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im November 2022 um 31,9 % höher als im November 2021

Wiesbaden - Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im November 2022 um 31,9 % höher als im November 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat somit weiter abgeschwächt.
Im Oktober 2022 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +37,9 % gelegen, im September 2022 bei +40,3 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 fielen die Preise um 0,5 %. Die Preise für pflanzliche Produkte erhöhten sich mit +16,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat weniger stark als die Preise für tierische Erzeugnisse (+43,7 %).
Im Oktober 2022 hatten die Veränderungsraten +37,9 % für pflanzliche Erzeugnisse und +46,8 % für tierische Erzeugnisse betragen. Die Veränderungen zum Vormonat betrugen im November 2022 bei pflanzlichen Produkten -1,5 % und bei tierischen Erzeugnissen +0,2 %.
Preisanstieg beim Getreide schwächt sich ab
Der Preisanstieg bei pflanzlichen Produkten im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die steigenden Preise bei Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im November 2022 um 70,9 % höher als im Vorjahresmonat. Im Oktober 2022 hatte die Preissteigerung 86,1 % betragen.
Der Preisanstieg beim Getreide, der einen maßgeblichen Einfluss auf die Preissteigerung bei pflanzlichen Produkten in den Vormonaten hatte, ist mit +16,1 % gegenüber November 2021 im Vergleich zum Oktober 2022 (+33,8 % gegenüber Oktober 2021) um etwa die Hälfte zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 sind die Preise für Getreide um 4,9 % zurückgegangen.
Preise für Obst gesunken, für Gemüse gestiegen
Die Erzeugerpreise für Obst waren im November 2022 um 3,4 % niedriger als vor einem Jahr. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -17,3 %. Beim Gemüse (+32,0 % gegenüber November 2021) stiegen insbesondere die Preise für Salat (+42,5 %) und Blumenkohl (+39,6 %). 
Preise für tierische Erzeugnisse um 43,7 % gestiegen, für Milch um 52,1 %
Die Preise für tierische Erzeugnisse waren im November 2022 um 43,7 % höher als im November 2021. Der Milchpreis lag im November 2022 um 52,1 % über dem Vorjahresmonat. Der Preisanstieg bei Eiern betrug 40,0 % gegenüber November 2021. 
Bei den Preisen für Tiere gab es im November 2022 einen Anstieg von 36,5 % im Vergleich zum November 2021. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 sanken die Preise um 1,1 %. Im Oktober 2022 hatte die Preissteigerung zum Vorjahresmonat noch 39,2 % betragen. Dabei stiegen die Preise für Schlachtschweine im November 2022 im Vergleich zum November 2021 um 56,9 %, gegenüber dem Vormonat sanken sie um 2,7 %.
Die Preissteigerung bei Rindern betrug 14,2 % zum Vorjahresmonat. Die Preise für Geflügel waren im November 2022 um 34,2 % höher als im November 2021. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die Preisentwicklung bei Hähnchen (+34,1 %).
Quelle: proplanta

Notierungen für Milchprodukte weiter unter Druck

Bonn - Der Abschwung bei den Verkaufspreisen der Hersteller von Standardmilchprodukten hat sich Mitte Januar weiter fortgesetzt.
Bei mittlerweile deutlich über der Vorjahreslinie liegenden Milchanlieferungen haben sich die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Fett und Eiweiß bei den Molkereien eingetrübt.
So ist die Notierung der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten für Päckchenbutter am Mittwoch (11.1) im Spannenmittel um 11,5 Cent auf 7,39 Euro/kg bis 7,66 Euro/kg gesenkt worden. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bremse derzeit seine Neubestellungen und wolle vermutlich Lagerbestände reduzieren, berichtete die Börse. Zudem stünden zum Monatswechsel Kontraktverhandlungen an, bei denen Experten einen Preisabschlag erwarteten.
Bei der Blockbutter wurde der untere Notierungswert um 15 Cent auf 4,85 Euro/kg zurückgenommen; vor einem Jahr lag dieser Wert noch fast 1 Euro höher. Auch bei Schnittkäse setzte sich die seit Mitte November 2022 anhaltende Preiskorrektur diese Woche teilweise fort.
Die Notierung in Hannover für Gouda und Edamer als Blockware war um 10 Cent auf 4,10 Euro/kg bis 4,40 Euro/kg rückläufig. Bei der Brotware wurde sie hingegen unverändert belassen. Analysten zufolge ist der Markt derzeit ausreichend versorgt; die Reifelager haben sich über die Weihnachtsfeiertage wieder mehr gefüllt. Bei Magermilchpulver gab es laut der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wieder mehr Kaufanfragen, doch hielten sich die Neuabschlüsse in Grenzen. Auch die Absatzmöglichkeiten am Weltmarkt blieben verhalten.
Die lebensmitteltaugliche Ware wurde laut Kemptener Börse mit einem durchschnittlichen Abschlag von 4,5 Cent in einer Spanne von 2,65 Euro/kg bis 2,89 Euro/kg gehandelt. Bei der Futtermittelware mussten die Anbieter im Verkauf im Mittel einen Abschlag von 2 Cent/kg gewähren. Dieser fiel bei Vollmilchpulver mit 12 Cent auf 3,90 Euro/kg bis 4,05 Euro/kg sehr viel deutlicher aus.
Ein Grund war das zunehmende Angebot in Europa. Ebenfalls schwächer tendierte Molkenpulver, wobei sich das Kilogramm Lebensmittelware laut Kemptener Börse im Schnitt um 4 Cent auf 0,90 Euro bis 1,00 Euro verbilligte.
Rohstoffwert Milch auf Jahrestief
Der schon länger anhaltende Verfall der Notierungen für Butter und Magermilchpulver seit den Höchstständen im Frühjahr 2022 hat den vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft (ife) berechneten Rohstoffwert der Milch im Dezember erstmals im abgelaufenen Jahr wieder unter die Marke von 50 Cent gedrückt. Bei diesem wird aus den Verwertungsmöglichkeiten beider Milcherzeugnisse ein abgeleiteter Rohmilchwert auf Erzeugerstufe errechnet.
Nach Angaben des ife lag dieser für eine Standardmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß ab Hof im Dezember bei 47,9 Cent/kg; das waren 4,0 Cent oder 7,7 % weniger als im Vormonat und 4,5 Cent beziehungsweise 8,6 % weniger als vor einem Jahr. Verantwortlich für den Rückgang des Rohstoffwerts im Berichtsmonat gegenüber November waren die schlechtere Fett- und auch Eiweißverwertung.
Die Preise für Butter sanken an der Kemptener Börse binnen Monatsfrist um 40,80 Euro oder 5,9 % auf 651,50 Euro/100 kg. Umgerechnet auf die in der Herstellung der Butter eingesetzte Milch ergab sich pro Kilogramm eine um 1,9 Cent auf 29,2 Cent verringerte Verwertung.
Rekordjahr 2022
Zudem gab die für die Berechnung des Rohstoffwerts wichtige Durchschnittsnotierung für Magermilchpulver an der Börse im Dezember gegenüber dem Vormonat um 23,20 Euro oder 7,9 % auf 270,20 Euro/100 kg nach. Dadurch verringerte sich die Verwertung der verwendeten Rohmilch in der Pulverherstellung um 2,1 Cent auf 20,3 Cent/kg.
Werden die Verwertungen über Butter und Magermilchpulver zusammengefasst, belief sich laut ife der Milchwert frei Rampe Molkerei im Dezember auf 49,5 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,6 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 47,9 Cent/kg. Auch wenn 2022 mit einem Jahrestiefstand des Kieler Rohstoffwerts endete, war es doch ein Rekordjahr.
Laut dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) ergab sich im arithmetischen Mittel eine durchschnittliche Verwertung über Butter und Magermilchpulver von 59,34 Cent/kg Milch; das waren 20 Cent oder 52 % mehr als im Vorjahr. Das Zehnjahresmittel von 2012 bis 2021 von 32,66 Cent/kg Milch wurde sogar um fast 82 % übertroffen. Allerdings mussten die Erzeuger im vergangenen Jahr vom höheren Milchgeld auch rekordhohe Produktionskosten begleichen.
Quelle: proplanta

Butterpreise bleiben an der Börse stabil

22.12.2022 (AMI) – Die Nachfrage nach abgepackter Butter blieb hinter den Erwartungen zurück. Teils senkte der Einzelhandel die Ladenpreise für Verbraucher. Der Markt für Blockbutter ist weiter abwartend, die Preise blieben unverändert.
Die Abrufe von abgepackter Butter blieben in der letzten Woche vor Weihnachten hinter den Erwartungen zurück. Auf Grund der langen Vorweihnachtszeit, scheint der Bedarf für die Weihnachtsbäckerei früh gedeckt worden zu sein, so dass jetzt nur noch die Einkäufe für den weihnachtlichen Frühstückstisch im saisonüblichen Rahmen ablaufen. Kontraktbedingt blieben die Abgabepreise für den Lebensmitteleinzelhandel unverändert. Die Einzelhändler scheinen jedoch auf die gesunkene Nachfrage der privaten Haushalte mit neuen Preisen zu reagieren. In der Woche vor Weihnachten lag der Verbraucherpreis bei einzelnen Einzelhändlern für ein 250-Gramm Päckchen Butter bei 1,99 EUR und damit 30 Ct unter dem Preis der Vorwoche. Im Vergleich zur Vorjahreswoche war dies aber noch ein Plus von 34 Ct. Im übrigen Lebensmitteleinzelhandel galten weiterhin 2,29 EUR je 250-Gramm Päckchen Butter.
Quelle: AMI

Am Milchmarkt brechen 2022 alle Rekorde

22.12.2022 (AMI) – Nach einem festen Start in das Jahr 2022 haben die Märkte für Milch und Molkereiprodukte im weiteren Verlauf weiter zugelegt. Produktübergreifend stiegen die Preise auf neue historische Höchstwerte. Ab Jahresmitte setzte bei Industrieware und an den Rohstoffmärkten allerdings eine Gegenbewegung ein. 
Im Jahr 2022 wurden am Milchmarkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Preisrekorde aufgestellt. Treibende Kräfte waren die zu Jahresbeginn zunehmende Nachfrage und ein knappes Angebot. Im Zuge der durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Unsicherheiten stieg der Bedarf zusätzlich. Die Käufer befürchteten eine Verknappung und deckten sich ein. Nach Überschreiten der Milchspitze im Mai hat sich der Markt jedoch gedreht. Steigende Preise für Energie und Nahrungsmittel drückten im In- und Ausland auf die Kauflaune. Zudem importiere China deutlich weniger Molkereiprodukte. Stimuliert von den hohen Preisen stieg die Milchanlieferung zunehmend über das Vorjahresniveau. Als Folge gingen die Preise an den Rohstoffmärkten und im Handel mit Pulver und Blockbutter deutlich zurück.
Die Entwicklungen bei den Verarbeitungsprodukten haben sich auch in den Auszahlungsleistungen der Molkereien für Rohmilch niedergeschlagen. Der Preisauftrieb, der bereits Ende 2021 begonnen hatte, gewann ab dem zweiten Quartal 2022 deutlich an Dynamik. Die Erzeugerpreise für konventionelle Milch kletterten im bundesweiten Mittel über die 50-Cent-Marke und nahmen im weiteren Verlauf die 60 Ct/kg ins Visier. Im Herbst haben sich die Zuwächse jedoch zunehmend abgeschwächt und im neuen Jahr ist mit Korrekturen nach unten zu rechnen. Das Jahresergebnis 2022 wird dennoch ein neues Allzeithoch markieren.
Quelle: AMI

Preise für Molkenpulver stabilisiert

05.01.2023 (AMI) – Zum Auftakt des neuen Jahres 2023 zeigte sich der Markt für Molkenpulver weiterhin ruhig und abwartend. Einem ausreichenden Angebot stand eine gedämpfte Nachfrage gegenüber. 
Am Markt für Molkenpulver haben sich die Preise um den Wechsel von 2022 auf 2023 stabilisiert. Preislich bewegte sich der Markt damit auf deutlich niedrigerem Niveau als vor Jahresfrist, damals war dieses jedoch aufgrund der knappen Verfügbarkeiten außergewöhnlich hoch. Auch nach den Weihnachtsfeiertagen bestand Kaufinteresse an Lebensmittelware, wenngleich die gehandelten Mengen geringer ausfielen als zuvor. Futtermittelware war hingegen wenig gefragt. In Kempten wurde die Notierung für Ware in Lebensmittelqualität im Mittel um 20 EUR leicht auf 950 bis 1.030 EUR/t reduziert. Die Spanne für Futtermittelware wurde mit 820 bis 840 EUR/t unverändert auf dem Niveau der letzten Notierung vor Weihnachten belassen.
Quelle: AMI

Milchmarkt startet 2023 schwächer

05.01.2023 (AMI) – Die Preisverläufe am Milchmarkt werden sich im Jahr 2023 diametral von jenen im Vorjahr unterscheiden. Letzteres war durch das Erreichen neuer historischer Höchstwerte entlang der gesamten Wertschöpfungskette gekennzeichnet. Bei den Preisen für die Verarbeitungsprodukte hat schon längst eine Gegenbewegung eingesetzt, auf der Erzeugerebene steht sie hingegen noch bevor.
Der Auftakt in das Jahr 2023 erfolgt in einem schwächeren Umfeld. An den Produktmärkten haben sich die Preise für Versandmilch und Industrieware von ihren im Verlauf von 2022 erreichten Höchstwerten mittlerweile weit entfernt. Die Verwertung aus Butter und Magermilchpulver, ein wichtiger Marktindikator, hat gegenüber dem Rekordergebnis vom Mai bis zum Jahresende 2022 mehr als ein Viertel an Wert verloren. Damit ist die Richtung für die Milchpreise auf Erzeugerebene vorbestimmt, da diese zeitlich verzögert auf die Entwicklungen bei den verarbeiteten Produkten folgen. Im neuen Jahr ist daher mit teils deutlichen Korrekturen nach unten bei den Erzeugerpreisen für Rohmilch zu rechnen. Die längerfristigen Verträge mit dem Lebensmitteleinzelhandel werden den Preisrückgang bundesweit gesehen hingegen etwas abmildern.
Ursache für den Abwärtstrend am Spotmarkt und im Großhandel ist eine weltweit schwache Nachfrage, der ein zunehmendes Angebot gegenübersteht. In Deutschland liegt das Rohstoffaufkommen Ende 2022 rund 2 % über dem Vorjahresniveau. Auch EU-weit und in den USA wird mehr Milch angeliefert. Damit der Markt ins Gleichgewicht kommt, müsste die Nachfrage anziehen. Diese wird jedoch von der schwächelnden Weltwirtschaft ausgebremst. Andererseits könnte das gesunkene Preisniveau die Nachfrage stimulieren, so ist Magermilchpulver aus der EU am Weltmarkt mittlerweile wieder wettbewerbsfähig. Auch die Lockerung der Null-Covid-Politik in China, dem weltgrößten Importeur von Molkereiprodukten, haben bei den Exporteuren die Hoffnung auf eine Erholung der chinesischen Einfuhren geweckt. Die zu Jahresbeginn hohen Infektionszahlen belasten hingegen die chinesische Wirtschaft.
Quelle: AMI

Erzeugerpreise für Agrarprodukte steigen weiter stark

Wiesbaden - Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Oktober 2022 um 37,9 % höher als im Oktober 2021. Im September 2022 hatte die Veränderungsrate bei +40,3 % gelegen, im August 2022 bei +34,6 %.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Preise im Oktober 2022 gegenüber dem Vormonat um 1,1 %. Die Preise für pflanzliche Produkte erhöhten sich mit +26,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat weniger stark als die Preise für tierische Erzeugnisse (+46,8 %).
Im September 2022 hatten die Veränderungsraten +28,0 % für pflanzliche Erzeugnisse und +49,1 % für tierische Erzeugnisse betragen. Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die Getreidepreise zurückzuführen. Diese waren im Oktober 2022 um 33,8 % höher als im Vorjahresmonat. Im September 2022 hatte die Preissteigerung 41,0 % betragen.
Preise für Obst gesunken, für Gemüse und Kartoffeln gestiegen
Die Erzeugerpreise für Obst waren im Oktober 2022 um 4,3 % niedriger als vor einem Jahr. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -18,4 %.
Im Bereich Gemüse (+35,8 % gegenüber Oktober 2021) stiegen insbesondere die Preise für Blumenkohl (+82,2 %) und Salat (+34,8 %). Der Preisanstieg für Speisekartoffeln betrug im Oktober 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat 86,1 %.
Preise für tierische Erzeugnisse um 46,8 % gestiegen, für Milch um 56,3 %
Die Preise für tierische Erzeugnisse waren im Oktober 2022 um 46,8 % höher als im Oktober 2021. Der Milchpreis lag im Oktober 2022 um 56,3 % über dem Vorjahresmonat. Der Preisanstieg bei Eiern betrug +35,7 % gegenüber Oktober 2021.
Bei den Preisen für Tiere gab es im Oktober 2022 einen Anstieg von 39,2 % im Vergleich zum Oktober 2021. Im September 2022 hatte die Preissteigerung zum Vorjahresmonat 43,0 % betragen. Dabei stiegen die Preise für Schlachtschweine im Oktober 2022 im Vergleich zum Oktober 2021 um 60,7 %. 
Die Preissteigerung bei Rindern betrug 16,5 %. Die Preise für Geflügel waren im Oktober 2022 um 34,4 % höher als im Oktober 2021. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die Preisentwicklung bei Hähnchen (+35,8 %).
Quelle: proplanta

Fast 80 Prozent der Milch in Deutschland gentechnikfrei

Berlin - Nahezu vier von fünf Litern Milch in Deutschland werden gentechnikfrei hergestellt, der Anteil liegt inzwischen bei fast 80 Prozent.
Vor zehn Jahren waren es erst fünf Prozent. Damit ist gentechnikfreie Milch in nur einem Jahrzehnt vom Nischenprodukt weitgehend zum Standard geworden. Die meisten Milchpackungen in den Supermarktregalen sind inzwischen mit dem „Ohne GenTechnik“-Siegel ausgezeichnet. Gentechnik-Regeln müssen bewahrt werden„Die Menschen wollen wissen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden. Die meisten lehnen Gentechnik im Glas und auf dem Teller ab. Das ,Ohne GenTechnik‘-Siegel hilft, den Wunsch nach Transparenz und Wahlfreiheit zu erfüllen“, kommentiert Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). „Damit wir weiterhin zuverlässig gentechnikfreie Milch garantieren können, müssen die bewährten Gentechnik-Regeln bewahrt werden. Wir zählen darauf, dass Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sich 2023 auf EU-Ebene gegen deren Aufweichung einsetzt.“
Kennzeichnungslücke und gentechnikfreies Tierfutter
Bei Milch und anderen Lebensmitteln tierischer Herkunft bedeutet „Ohne Gentechnik“ vor allem, dass sie ohne gentechnisch verändertes Tierfutter hergestellt wurden. Dieser in der Praxis häufige Einsatz von Gentechnik ist gesetzlich nicht kennzeichnungspflichtig. Das „Ohne GenTechnik“-Siegel schließt diese Kennzeichnungslücke. Verbraucher:innen können sich damit direkt am Supermarktregal gegen umweltschädlichen Gentechnik-Soja-Anbau entscheiden.
Im Jahr 2021 wurden 74 Prozent der Milch in Deutschland nach dem „Ohne Gentechnik“-Standard des VLOG hergestellt, weitere 4,3 Prozent waren Bio-Milch, bei der genauso der Einsatz von gentechnisch verändertem Tierfutter ausgeschlossen ist, so dass insgesamt 78,3 Prozent der Milch gentechnikfrei waren.
Quelle: proplanta

Milchmenge lässt saisonales Tief hinter sich

15.12.2022 (AMI) – Die saisonale Zunahme der Milchanlieferung hat sich über den Wechsel von November auf Dezember fortgesetzt. Gegenüber dem Vorjahreswoche hat sich der Vorsprung weiter vergrößert.
In der letzten im November begonnenen Woche sind, nach Daten der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB), 0,6 % mehr Milch an die deutschen Molkereien geliefert worden als in der Vorwoche. Der Ende Oktober gestartete Aufwärtstrend wurde damit fortgesetzt, nachdem er in der Vorwoche kurzzeitig unterbrochen war. Damit lag die Milchmenge in der 48. Kalenderwoche 3,6 % über dem Wert der Vorjahreswoche. Der Rückstand zum Vorjahreszeitraum ist auf 0,4 % geschmolzen.
Quelle: AMI

Milchpreise steigen auf 60 Cent – Erste Molkereien senken die Preise

Im November nehmen erste Molkereien die Auszahlungspreise zurück – das erste Mal seit Monaten. Bis Oktober sind die Milchpreise steil angestiegen – bis auf knapp 60 Cent.
Und die wichtigsten Trendindikatoren am Milchmarkt (Rohstoffwert und Börsenmilchwert) zeigen ab November und für das nächste Jahr steil nach unten. Im November zahlten die meisten Molkereien im Norden Deutschlands aber noch mehr 60 Cent aus.
Doch im Norden nahmen auch mindestens drei Unternehmen ihre Auszahlungspreise leicht zurück. Gleichzeitig hat sich der Abstand zwischen konventioneller Milch und Biomilch zuletzt nicht weiter verringert. Knapp 3 Cent betrug Differenz im Oktober.
Im Nordwesten Deutschlands zahlten im November außerdem mindestens 16 Molkereien mehr als 60 Cent an ihre Bauern. Auch die anderen nordwestdeutschen Molkereien lagen nahe an der 60-Cent-Grenze.
Einen Monat zuvor – im Oktober – bekamen die Milchbauern in Schleswig-Holstein im Durchschnitt 60,52 Cent je kg ausgezahlt und die Kollegen in Niedersachsen sogar 61,23 Cent je kg. Das waren geringfügig niedrigere Preise als die Biobauern im Mittel Deutschlands mit 61,95 Cent je kg ausbezahlt bekamen.
Gleichzeitig ist der Vorsprung der norddeutschen Preise zu den Kollegen im Süden – aus Bayern oder Baden-Württemberg – kleiner geworden. In Bayern lagen die Milchpreise im Oktober bei 58,20 Cent und in Baden-Würrtemberg bei 58,07 Cent je kg. Außerdem zahlten im November zwei süddeutsche Molkereien 60 Cent und mehr an ihre Milchbauern.
Die Mehrzahl der Molkereiunternehmen im Süden und im Südwesten zahlten im Oktober und im November jedoch deutlich weniger als 59 Cent. Im Westen Deutschlands lagen die Auszahlungspreise der Molkereien im November durchweg unter der 60-Cent-Marke, überwiegend zwischen 57 Cent und 59 Cent – in einem Fall auch deutlich niedriger. Im Osten war das Preisniveau ähnlich wie im Westen, meist zwischen 57 und 58 Cent je kg Milch.
Der oben genannte Biomilchpreis von durchschnittlich 62,29 Cent, ist zum Vormonat ebenfalls gestiegen, nämlich um 1,74 Cent auf einen neuen Rekordwert. Der Abstand zur konventionellen Milch hat sic leicht von 2,4 Cent auf 2,96 Cent erhöht. Vor einem Jahr lag die Differenz zu diesem Zeitpunkt allerdings bei 13,31 Cent – und war damit fast 5mal so hoch.
Sehr viel Milch im Nordwesten – weniger im Osten 
Was die Milchmenge betrifft, so liegt die Anlieferungsmenge seit Sepetmber über dem Vorjahr. Im Oktober meldete die BLE einen Zuwachs bei der Anlieferungsmenge von plus 1,7 % - und für den gesamten Zeitraum Januar bis Oktober noch minus von 1,3 %.
Dabei liegt die angelieferte Milchmenge in Schleswig-Holstein im Oktober 0,5 Prozent über dem Vorjahr – im mittlerweile größten deutschen Milcherzeugerland Niedersachsen jedoch satte 4,0 % darüber. Im zweitgrößten Milcherzeugerland Bayern, haben die Landwirte im Oktober 1,3 % mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor, während aus Nordrhein-Westfalen ein Plus von 3,8 % gemeldet wird. In Niedersachsen und NRW haben die höheren Milchpreise also offenbar zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion geführt.
In Ostdeutschland war die Milchmenge im Oktober hingegen um 1,0 % kleiner als vor Jahresfrist und im Zeitraum Januar bis Oktober lieferten die ostdeutschen Milchbauern 2,6 % weniger Milch an die Molkereien. Am stärksten schrumpfte die Produktion in dem von Dürre und Futtermangel besonders betroffenen Brandenburg – nämlich um als 4 %. Anders ist die Situation bei Biomilch. Hier ist lag die Milchmenge im Oktober 6,1 % über dem Vorjahr und für das gesamte Jahr 2023 beträgt der Zuwachs 3,0 %. Das heißt: Nicht nur vom schwierigen Absatz von Biomilch im Einzelhandel, sondern auch vom wachsenden Angebot kommt Druck auf den Biomilchmarkt.
Dabei meldet man aus dem größten Biomilchland Bayern, wo die Hälfte der deutschen Biomilch erzeugt wird, einen Produktionszuwachs von 5,5 % im Oktober und von 4,7 % für das gesamte Jahr. In Niedersachsen wächst die Biomilchmenge im Oktober sogar um 10,4 % und im gesamten bisherigen Jahr um 2,9 %.
Quelle: agrarheute

Milchprodukte meist nur mit Preisabschlägen zu verkaufen

Bonn - Die Milchanlieferungen in Deutschland, im ersten Halbjahr 2022 noch klar unter der Vorjahreslinie, übertreffen seit September wieder das Vorjahresniveau.
Die gestiegenen Milcherzeugerpreise haben laut Analysten das Aufkommen vergrößert, welches zuletzt um mehr als 3 % über der Vorjahresmenge lag. Für das gesamte Jahr wird nun mit einer Milchanlieferung knapp unter dem Vorjahresniveau gerechnet.
Am Markt für Milchprodukte hat sich die schon länger anhaltende Preiskorrektur nach unten Mitte Dezember fortgesetzt. Ausgenommen davon waren nur die im Weihnachtsgeschäft gut gefragte Päckchenbutter sowie Emmentaler und Viereckhartkäse, dessen Notierung am Mittwoch (14.12.) an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten um 40 Cent auf 6,00 Euro/kg bis 7,10 Euro/kg angehoben wurde.
Bei Schnittkäse blieb der Börse zufolge jedoch die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel etwas hinter den Erwartungen zurück, im Exportgeschäft gab es gewissen Preisdruck. Die amtliche Notierung für das Kilogramm Gouda und Edamer in Hannover wurde jeweils um 30 Cent/kg auf 4,70 Euro bis 5,10 Euro für die Brotware beziehungsweise auf 4,60 Euro bis 4,90 Euro für die Blockware gesenkt. Das Vorjahresniveau wird aktuell aber noch um gut 20 % übertroffen.
Bei Blockbutter ist das nun nicht mehr der Fall. Die Kemptener Notierung wurde im Spannenmittel deutlich um 52 Cent auf 5,10 Euro/kg bis 5,30 Euro/kg zurückgenommen. Das entsprach einem Abschlag von 9 % gegenüber der Vorwoche; das vergleichbare Preisniveau des Vorjahres wird jetzt um gut 10 % unterschritten.
Nach der Preissenkung habe sich das Kaufinteresse aus der Industrie zwar wieder etwas belebt, doch gingen die Preisvorstellungen noch immer auseinander, berichtete die Börse. Es werde meist nur das Notwendigste gekauft. Dies könne auf der anderen Seite aber dazu führen, dass es zu Beginn des neuen Jahres keinen Nachfrageeinbruch bei Blockbutter gebe.
Schwache Nachfrage für Milchpulver
Der Milchpulvermarkt war Mitte Dezember weiter von ruhigen Geschäftsaktivitäten geprägt. Bei Magermilchpulver gebe es in der Regel bis Jahresende keinen zusätzlichen Kaufbedarf, meldete die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB).
Bei Abschlüssen für das erste Quartal 2023 gebe es wieder eine zunehmend abwartende Haltung der Käufer aufgrund der Unsicherheit über das Konsumverhalten der Verbraucher. Auch der Drittlandsexport sei verhalten, zumal der Anstieg des Eurokurses gegenüber dem US-Dollar nicht verkaufsfördernd sei. Laut Erhebungen der Kemptener Börse kam es zuletzt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität zu einer Spreizung der Marktpreise.
Im unteren Preissegment musste bei Abgabe der Hersteller ein Abschlag von 5 Cent auf 2,73 Euro/kg eingeräumt werden, der obere Verkaufspreis blieb mit 2,98 Euro/kg hingegen stabil. Die Futtermittelware verbilligte sich im Schnitt um 3 Cent auf 2,52 Euro/kg bis 2,57 Euro/kg. Die Produktion von Vollmilchpulver lief Mitte Dezember auf niedrigem Niveau, was der schwachen Nachfrage geschuldet war.
Die Verkaufspreise für neue Lieferkontrakte gaben die zehnte Woche in Folge nach, diesmal laut Kemptener Börse im Mittel um 10 Cent auf 4,10 Euro/kg bis 4,25 Euro/kg. Der Vorsprung auf das vorjährige Preisniveau ist auf rund 4 Cent/kg geschmolzen.
Molkenpulver für die Futtermittelindustrie wurde diese Woche mit einem Abschlag von 2 Cent auf 0,82 Euro/kg bis 0,86 Euro/kg gehandelt. Die lebensmitteltaugliche Ware konnte hingegen stabil zwischen 0,95 Euro/kg bis 1,05 Euro/kg verkauft werden.
Quelle: proplanta

Landwirtschaftlicher Produktionswert 2022 nach erster Schätzung rund 74,4 Milliarden Euro

Bonn - Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) steigt der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft um knapp ein Viertel.
Dies ist auf größere Mengen und einen Preisanstieg allgemein zurückzuführen. Die pflanzliche Produktion erreicht einen Wert von 35,3 Milliarden Euro (+19 Prozent), während die Tierproduktion auf 35 Milliarden Euro (+33 Prozent) geschätzt wird.
In Deutschland war das Jahr 2022 durch eine sehr langanhaltende Hitze- und Trockenperiode bestimmt. Der Sommer war mit 820 Sonnenstunden der Sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnung und der Sechste in der Reihe der trockenen Sommer seit 1881. Von der Trockenheit waren besonders die Sommerkulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben betroffen.
Der Russland-Ukraine-Krieg beeinflusste die Landwirtschaft in Deutschland 2022 extrem stark. Die fehlenden Öl- und Gaslieferungen trieben die Brennstoff- und Gaspreise in die Höhe. Das führte wiederum zu steigenden Produktionsmittelpreisen. Zeitweise wurde die Produktion für Düngemittel eingestellt, was zu enormen Preissteigerungen führte.
Die Unsicherheit auf den Märkten ließ sowohl die Input- als auch die Output-Preise über das gesamte Jahr sehr volatil reagieren.
Die Preissteigerungen beim Input, zum Beispiel für Betriebsmittel, begannen bereits 2021 und wurden mit den letztjährigen Verkaufserlösen verrechnet. Das verringerte die Bruttowertschöpfung in 2021. In diesem Jahr sind beispielsweise die Betriebsmittelpreise im Durchschnitt weniger stark gestiegen. Somit sind die Verkaufserlöse auf den ersten Blick deutlich höher ausgefallen.
Pflanzliche Erzeugung
Nach vorläufigen Berechnungen erreicht der Produktionswert für pflanzliche Erzeugung insgesamt 35,3 Milliarden Euro. Dies ist eine Steigerung um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei vielen Kulturen sind die berechneten Erntemengen und Preise höher als ein Jahr zuvor.
Die Ernte der Getreidekulturen insgesamt übersteigt knapp das Niveau des vergangenen Jahres. Während bei Körnermais (-24 Prozent) und Roggen (-45 Prozent) die Erträge einbrachen, wuchsen die Erträge bei den übrigen Getreidearten (Weizen: +18 Prozent, Gerste: +2 Prozent, Hafer: +0,3 Prozent). Ein Preisanstieg von 30 bis 45 Prozent wurde bei allen Getreidearten beobachtet. Folglich stieg der Produktionswert um 47 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro.
Die Ölsaaten erreichten einen Produktionswert von 3,2 Mrd. Euro (+ 57 Prozent). Die Steigerungen in den Erntemengen bewegten sich von 19 Prozent bei Sojabohnen über 22 Prozent bei Raps und Rübsen auf bis zu 60 Prozent bei Sonnenblumenkernen. Die erzielten Preise bei Raps und Rübsen nahmen um 28 Prozent zu, bei Sojabohnen um neun Prozent während sie bei Sonnenblumenkernen durch unterdurchschnittliche Qualitäten um zwei Prozent sanken.
Bei Futterpflanzen verringerte sich der Produktionswert um 30,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro im Vergleich zu 2021. Bei den meisten Futterpflanzen wie Gras- und Maissilage brachen die Erträge um rund 30 Prozent ein. Die erzielten Preise lagen auf gleichem Vorjahresniveau.
Wegen des trockenen Sommers war 2022 für die Gemüseproduzenten nicht sehr ertragreich und die Erntemengen blieben unterhalb der Vorjahresmengen. Die erzielten Preise für Gemüse stiegen insgesamt um zehn bis zwölf Prozent an. Der erwirtschaftete Produktionswert lag um 0,7 Prozent (4,2 Milliarden Euro) niedriger als 2021.
Infolge der Sommerhitze blieb auch die Erntemenge bei Kartoffeln unterhalb des Vorjahresniveau und erreichte 9,3 Millionen Tonnen. Die höheren Preise führen zu einem Produktionswert von 2,6 Milliarden Euro (+51 Prozent). Speisekartoffeln erzielten 18 Prozent weniger Ertrag als 2021. Besonders bei Industriekartoffeln war eine Steigerung der Erntemengen und Preise deutlich bemerkbar.
Nach vorläufigen Berechnungen lag die Obstproduktion knapp unter dem Vorjahresniveau. Die Erträge bei den wichtigsten Obstsorten waren niedriger. Die Preise lagen auf Vorjahresniveau mit Ausnahme der Äpfel (-18 Prozent). Der Produktionswert bei Obst insgesamt belief sich auf 1,1 Milliarden Euro.
Tierische Erzeugung
Der Produktionswert für Tiere und tierische Erzeugnisse kommt insgesamt auf 35 Milliarden Euro; davon entfallen 17 Milliarden auf die Tierproduktion (+29 Prozent) und 18 Milliarden (+43 Prozent) auf tierische Erzeugnisse.
Rinder insgesamt erzielten einen Anstieg von 29,4 Prozent im Vergleich zu 2021 und einen Produktionswert von 4,7 Milliarden Euro. Der Erlöspreis für Rinder beträgt 4.521 Euro pro Tonne (+40 Prozent) und für Kälber 4.341 Euro pro Tonne (+30 Prozent).
Bei Schweinen liegt der Produktionswert nach vorläufigen Berechnungen bei 7,9 Milliarden Euro (+28 Prozent). Nach einer Tiefpreisphase im vergangenen Jahr stieg der Preis auf 1.809 Euro pro Tonne (+33 Prozent). Das Angebot an Tieren ist hingegen um fünf Prozent gesunken.
Für die Fütterung der Schweine wurde eine um zehn Prozent geringere Menge an Mischfutter eingesetzt, die 21 Prozent höhere Kosten verursachte. Hinzu kommt ein Ferkelpreisanstieg um 29 Prozent beim Zukauf von inländischen Ferkeln. Die Einfuhr von Ferkeln für die deutsche Schweinemast verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent.
Für Geflügel insgesamt wurde ein Produktionswert von 3,3 Milliarden Euro errechnet (+32,5 Prozent). Bei allen Geflügelarten war eine Preissteigerung zu beobachten. Insgesamt ist ein Preisanstieg um 30 Prozent festzustellen.
Der Produktionswert bei Milch wird auf 16 Milliarden Euro geschätzt – dies entspricht einer Steigerung von knapp 42 Prozent. Der berechnete Erlöspreis liegt bei 50,9 Cent pro Kilogramm (2021: 36 Cent). Die gelieferten Milchmengen bleiben knapp unter dem Vorjahresniveau. Umfasst die Hälfte nahm der Produktionswert für Eier zu und erzielt 1,6 Milliarden Euro. Der Preis stieg um 41 Prozent auf 1.761 Euro pro Tonne.
Vorleistungen
Die Kosten für Vorleistungen insgesamt steigen um neun Prozent auf 43 Milliarden Euro. Die größten Positionen hier:
• Dünge- und Bodenverbesserungsmittel (3,4 Milliarden Euro), 
• Energie und Schmierstoffe (3,7 Milliarden Euro) und
• Futtermittel (17,5 Milliarden Euro).
Bei den Düngemitteln verdoppelte sich der Preis (+ 94 Prozent) bereits im Jahr 2021. Zu diesem bereits sehr hohen Preis wurden die Vorkäufe der Landwirtschaft im 3. und 4. Quartal 2021 für die Frühjahrsdüngung 2022 getätigt. Diese Ausgaben wurden bereits im Jahr 2021 verbucht. Der Preisanstieg von voraussichtlich 23 Prozent in 2022 fällt zum Vorjahresvergleich geringer aus. Dadurch ist die Ausgabensteigerung für Düngemittel 2022 nicht so stark wie im Vorjahr. Zusätzlich haben die Landwirtinnen und Landwirte die verwendete Menge insgesamt um sechs Prozent reduziert. Bei dem teuersten Dünger, den Stickstoffdüngemitteln, verringerte sich die Menge um elf Prozent.
Bei den Futtermitteln wurden die zugekauften Mischfuttermengen für Schweine um zehn Prozent reduziert, während Mischfutter für Rinder einschließlich Milcherzeugung auf dem Vorjahresniveau konstant blieb. Die Futtermittelausgaben stiegen bei Schweinen um 21 Prozent und bei Rindern um 31 Prozent. Ursache für die Preissteigerungen sind die höheren Rohstoffkosten für Getreide und proteinreiche Futtermittel sowie die gestiegenen Energiekosten. Noch deutlicher wird der Ausgabenanstieg bei Geflügel einschließlich Eiern: Eine um zwei Prozent geringere Futtermenge verursachte im Vergleich zum 2021 37 Prozent höhere Kosten.
In allen Bereichen zeichnen sich Steigerungen im Produktionswert ab. Der Grund dafür ist in den steigenden Preisen zu sehen.
Hintergrund und weitere Informationen
Es wurden die Mengen- und Preisangaben aus den verschiedenen Erhebungen von Januar bis September oder Oktober 2022 berücksichtigt. Die fehlenden Werte wurden basierend auf den Vorjahresdaten geschätzt. Eine zweite Schätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgt im März 2023.
Weitere ausführliche Informationen und Daten unter www.bmel-statistik.de/lgr
Quelle: proplanta

SVLFG hebt Beiträge für Alterssicherung der Landwirte an

Die Landwirte müssen ab 2023 für ihre Alterssicherung tiefer in die Tasche greifen. Grund ist die zu erwartende allgemeine Lohnentwicklung in Deutschland. 
In der Alterssicherung der Landwirte (AdL) gelten ab 2023 neue Beiträge. In den alten Bundesländern steigt der für Unternehmer geltende Beitrag um 16 € auf 286 € (Vorjahr: 270 €) im Monat. In den neuen Ländern beträgt der entsprechende Monatsbeitrag im kommenden Jahr 279 € (Vorjahr: 260 €). Das teilt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mit.
Der Beitrag für mitarbeitende Familienangehörige beträgt hingegen die Hälfte des Unternehmerbeitrags. Ursächlich für die Erhöhung des einheitlichen Beitrags in der AdL ist die gesetzlich vorgegebene Kopplung an das voraussichtliche Durchschnittsentgelt in der allgemeinen Rentenversicherung.
Begründung: Löhne steigen ja auch
Dieses Durchschnittsentgelt trifft eine Aussage über die zu erwartende allgemeine Lohnentwicklung in Deutschland und ist im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen, so die SVLFG weiter. Für den Beitrag in den neuen Bundesländern kommt hinzu, dass die bis 30. Juni 2024 abzuschließende Angleichung an den Beitrag in den alten Bundesländern zusätzliche Anpassungsschritte erforderlich macht. Die Landwirtschaftliche Alterskasse hat dagegen keinen Einfluss auf die Beitragshöhe.
Wer der Landwirtschaftlichen Alterskasse ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt hat, stellt sicher, dass sein Beitrag rechtzeitig und in korrekter Höhe eingeht. Weitere Informationen zu Versicherung und Beitrag stehen auf der Internetseite der SVLFG unter: 
www.svlfg.de/alterskasse-versicherung-beitraege
Quelle: topagrar

Schnittkäsenotierungen geraten unter Druck

Bonn - Seit Anfang November ist bei den Schnittkäsenotierungen in Hannover aufkommender Preisdruck zu spüren; es ist die erste Schwächephase in diesem Jahr.
Die amtliche Kommission korrigierte am Mittwoch (30.11.) die Notierung für Gouda und Edamer im Block um 20 Cent auf 4,90 Euro/kg bis 5,20 Euro/kg nach unten. Bei der Brotware wurde die Spanne um 10 Cent auf 5,10 Euro/kg bis 5,50 Euro/kg zurückgesetzt. Im Vergleich zu den bis Ende Oktober gültigen Notierungen fehlen nun jeweils 30 Cent/kg.
Marktbeobachter berichteten übereinstimmend, dass die Nachfrage für Schnittkäse, insbesondere für Kleinpackungen im Preiseinstiegssegment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), gut sei. Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) merkte jedoch an, dass die verbesserte Verfügbarkeit von Rohmilch ein Faktor für die Preisabschwächung sei. Zudem hätten die Anfang November gestiegenen Verbraucherpreise den bis dato sehr guten Absatz etwas gebremst.
Laut Süddeutscher Butter- und Käsebörse in Kempten ließen sich zuletzt am Markt mit großer Spreizung sehr unterschiedliche Verkaufspreise der Hersteller feststellen. Dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge mussten bei neuverhandelten Kontrakten mit der Industrie und bei Auslandskunden für Lieferungen im neuen Jahr Preisabschläge akzeptiert werden.
Nicht betroffen von nachgebenden Preisen ist bisher das Segment Hartkäse; die Notierungen blieben auf ihrem Jahreshöchststand stabil. Unvermindert rege wurde laut Kemptener Börse im Weihnachtsgeschäft die Päckchenbutter im LEH nachgefragt, obwohl sie in den Geschäften so teuer wie selten zuvor offeriert wird. Die Notierung blieb aufgrund der Kontraktbindung auf ihrem historisch hohen Niveau von 7,60 Euro/kg bis 7,80 Euro/kg.
Verhaltener fiel dagegen das Interesse der Industrie für Blockbutter aus. Es werde meist nur Ware zur Ergänzung des laufenden Bedarfs geordert, berichtete der VMB. Die Kemptener Börse ließ ihre Notierung mit 5,87 Euro/kg bis 6,11 Euro/kg aber stabil. Sie merkte an, dass benötigte frische Butter für die Verarbeitung deutlich teurer bezahlt werden müsse als alte Bestandsware.
Stärkerer Euro bremst
Bei Milchpulver hat sich unterdessen die Phase nachgebender Preise in der vergangenen Woche weiter fortgesetzt. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) waren die Marktaktivitäten bei Magermilchpulver Ende November recht ruhig; zu Neuabschlüssen kam es kaum. In den Verkaufsverhandlungen lägen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern oft weit auseinander.
Dazu trage das aktuell wieder größere Angebot bei, berichteten die Berliner Marktexperten. Auf dem internationalen Markt erschwere neben der Kaufzurückhaltung Chinas zudem der wieder stärkere Kurs des Euro gegenüber dem Dollar den Absatz. Laut Kemptener Börse gaben die Verkaufspreise von Magermilchpulver in Lebensmittelqualität vergangene Woche im Schnitt um 4 Cent auf 2,80 Euro/kg bis 3,05 Euro/kg nach.
Bei der Futtermittelware kam es zu einem mittleren Abschlag von 5 Cent auf 2,67 Euro/kg bis 2,73 Euro/kg. Geringe Geschäftsaktivitäten kennzeichneten zuletzt auch den Markt für Vollmilchpulver. Laut ZMB konnten gewisse Mengen in der Europäischen Union abgesetzt werden, teilweise auch zu unveränderten Preisen. Insgesamt war die Preistendenz jedoch erneut schwächer.
Im Schnitt mussten die Hersteller die Ware mit einem Nachlass von 5 Cent verkaufen und erlösten zwischen 4,30 Euro/kg und 4,60 Euro/kg. Zu unveränderten Konditionen ließ sich nur Molkenpulver in Futtermittelqualität absetzen. Die lebensmitteltaugliche Ware verbilligte sich hingegen um 9 Cent auf 1,00 Euro/kg bis 1,10 Euro/kg.
Quelle: proplanta

Milchalternativen – ein steigender Trend

08.12.2022 (AMI) – Sei es aus gesundheitlichen Gründen, aus ethischen Überzeugungen oder zur Schonung der Umwelt, Milchersatzprodukte gewinnen bei Verbrauchern in Deutschland an Popularität.
Mit der steigenden Nachfrage wächst die angebotene Produktpalette, die von pflanzlichen Getränken auf Basis von Soja oder Hafer bis hin zu Joghurt- und Käsealternativen reicht. Zusätzlich wird oft zwischen vegetarischen und veganen Alternativen unterschieden, da in den letzten Jahren auch der vegane Trend an Zuwachs gewonnen hat.
Die am häufigsten nachgefragten pflanzenbasierten Alternativen zu Milchprodukten sind Getränke auf pflanzlicher Basis. Milchimitate auf Haferbasis stehen dabei an erster Stelle. Die Nachfrage privater Haushalte nach traditioneller Kuhmilch hat in den vergangenen Jahren eine rückläufige Tendenz verzeichnet. Demgegenüber konnte bei den pflanzlichen Alternativen ein Zuwachs beobachtet werden. Allerdings bewegte sich die Nachfrage danach auf einem niedrigen Niveau verglichen mit der nach Trinkmilch. Die preisliche Lücke zwischen traditioneller Milch und pflanzlichen Milchimitaten ist nach wie vor deutlich erkennbar. In der Zeit von Januar bis Oktober 2022 kostete ein Liter konventionelle frische Kuhmilch mit 3,5 % Fett durchschnittlich 1,00 EUR. Im Gegensatz dazu waren alle betrachteten pflanzlichen Milchalternativen deutlich teurer. Während der Preis für einen Drink aus Soja oder Hafer knapp 0,80 EUR/l über dem der traditionellen Kuhmilch lag, mussten Verbraucher für eine Mandelmilch mehr als das Doppelte zahlen.
Quelle: AMI

Preise für Pulver weiter unter Druck

08.12.2022 (AMI) – An den Märkten für Milch- und Molkenpulver haben die Preise Anfang Dezember weiter nachgegeben. Ausschlaggebend war eine verhaltene Nachfrage bei ausreichendem Angebot. Unsicherheiten durch die Energiekrise und die konjunkturelle Abschwächung weltweit bestärkten die Kaufzurückhaltung zusätzlich.
Anfang Dezember verliefen die Geschäfte mit Vollmilchpulver anhaltend ruhig und die Hersteller konzentrierten sich auf die Bedienung bestehender Kontrakte. Neue Abschlüsse kamen nach wie vor nur in begrenztem Umfang und vorwiegend mit der europäischen Ernährungsindustrie zustande. Am Weltmarkt waren wenig neue Impulse zu verzeichnen. Anfragen, die aus Drittländern eingingen, führten nur vereinzelt zu neuen Abschlüssen. Trotz der erfolgten Preisrücknahmen in den vergangenen Wochen, war Ware aus der EU international nur eingeschränkt wettbewerbsfähig.
Quelle: AMI

Milchpreise fallen 2023 deutlich – sagen alle Trend-Indikatoren

Die Milchpreise sind bis Oktober gestiegen. Im Norden zahlen die meisten Molkereien mehr als 60 Cent. Doch das könnte sich bald ändern: Die wichtigsten Trend-Indikatoren zeigen für die nächsten Monate einen steilen Absturz der Preise – weit unter die Marke von 50 Cent.
Die Milchpreise für Landwirte sind bis Oktober gestiegen. Im Norden zahlten 16 Molkereien 60 Cent je kg Milch oder mehr an ihre Landwirte aus – in der Spitze bis 64 Cent. Im Süden zahlten 2 Molkereien mehr als 60 Cent und im Osten und Westen blieben die Auszahlungspreise meist knapp unter der 60-Cent-Marke.
Der letzte für September von der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) gemeldet Preis, für Milch mit 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß, lag bei 58,15 Cent. Der Rückstand zur Biomilch war im Laufe des Jahres auf 2,4 Cent zusammengeschmolzen – die Biobauern bekamen im September im Bundesmittel 60,55 Cent ausgezahlt und damit weniger als viele ihrer konventionellen norddeutschen Kollegen.
Im November dürfte der Preisanstieg bei den konventionellen Auszahlungspreisen jedoch zum Stillstand gekommen sein (auch bei Bio). Das zeigen die wichtigsten Trend-Indikatoren am Milchmarkt nachdrücklich. So ist der Rohstoffwert der Milch, der vom ife-Institut aus den Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnet wird, regelrecht eingebrochen.
Oder anders gesagt: Die Großhandelspreise für Butter und Magermilchpulver sind deutlich gefallen. Für den Monat November errechnet sich ein theoretischer Milchpreis (Rohstoffwert) von 51,9 Cent. Das ist ein Einbruch von 6,1 Cent bzw. gut 10 % gegenüber Oktober und gegenüber dem bisherigen Spitzenwert von April von 67,6 Cent ein Absturz von 15,7 Cent. Zwar sind das im historischen Vergleich immer noch hohe Preise – doch angesichts der dramatisch gestiegen Kosten, sieht diese Entwicklung nicht gut aus.
Absturz unter 50 Cent im Jahr 2023
Noch stärker als der Rohstoffwert sind die Börsenmilchwerte abgestürzt. Sie errechnen sich aus den am Terminmarkt für die nächsten Monate gehandelten Preisen für Butter und Magermilchpulver. Das sind also keine Preise für physische Ware, sondern die Erwartung an die Preisentwicklung der nächsten Monate, vor dem Hintergrund der verfügbaren Angebots- und Nachfragedaten.
Bereits für den Monat Dezember fallen die Preise dort weit unter die Marke von 50 Cent und liegen mit rund 46 Cent deutlich unter den derzeitigen Auszahlungspreisen. Für das Jahr 2023 geht der erwartete Absturz weiter: Für den Januar beträgt der Börsenwert der Milch nur noch 43,3 Cent und der Tiefpunkt ist dann mit 42,5 Cent im März erreicht.
Kostendeckende Preise sind das jedenfalls nicht mehr. Zwar sind die Börsenpreise und die Rohstoffwerte nur eine Momentaufnahme. Doch sie zeigen einen eindeutigen Trend, der sich aus den echten Preisen im Großhandel ergibt. Angesichts der fallenden Börsenmilchwerte dürfte der Rohstoffwert im Dezember ebenfalls unter die 50-Cent-Marke fallen.
Bei den Erzeugerpreisen ist davon noch nichts zu spüren, doch der Druck auf die Milchpreise dürfte massiv zunehmen. Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch, lagen Anfang Dezember zwischen 52,50 Cent im Norden und Wesen – und 55 Cent im Süden.
Und das Angebot an Rohmilch hat mit den steigenden Milchpreisen ebenfalls kräftig zugenommen und die Molkereien haben damit wieder mehr Spielraum. Ende November lag die angelieferte Milchmenge immerhin 3,1 % über dem Vorjahr, zeigen die aktuellen Abrechnungsdaten der Milchindustrie.
Quelle: agrarheute

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