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Marktentwicklung

Magermilchpulver ruhig nachgefragt

01.07.2020 (AMI) – Das Neugeschäft bei Magermilchpulver in Lebensmittelqualität verlief zuletzt insgesamt verhalten. Teils bestand noch kurzfristiger Bedarf, bei späteren Lieferterminen herrschte jedoch eine abwartende Haltung vor. Die Preise stellten sich uneinheitlich dar. Futtermittelware wurde kaum gehandelt. Die Notierung wurde zum Monatsbeginn leicht angehoben. Am Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität zeigte sich über den Monatswechsel weiter ein kontinuierlicher, aber insgesamt verhaltener Geschäftsverlauf. Für Liefertermine im dritten Quartal waren die Käufer weitgehend gedeckt, sodass nur hier und da noch Bedarf bestand. Wo jedoch Ware kurzfristig gesucht wurde, konnten die Anbieter nach wie vor feste Preise erzielen. Verhandlungen auf höherem Niveau gestalteten sich zuletzt jedoch schwieriger, daher waren die Aktivitäten insgesamt ruhiger. In den Werken bestand auf Grund der guten Auftragslage kein Verkaufsdruck. Auch die Einkäufer waren zumeist versorgt. Hier standen Anfragen für Liefertermine im vierten Quartal im Fokus. Wegen der Unsicherheiten über die weiteren Preisentwicklungen agierte man bei späteren Terminen jedoch zögerlicher und es gab kaum Neugeschäft. Das Preisgefüge in Deutschland stellte sich zuletzt insgesamt weitgehend stabil, aber etwas uneinheitlicher dar, wobei die Spitzenpreise der Vorwoche teils nicht mehr zu erzielen waren.Der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität war anhaltend von einem sehr ruhigen Geschäftsverlauf gekennzeichnet. Die Käufer waren überwiegend mit Ware eingedeckt. Zudem fehlten Nachfrageimpulse durch einen geringeren Bedarf in der Kälbermast. Daher kamen kaum neue Abschlüsse zustande, was die Preisfindung erschwerte. Die Erlösmöglichkeiten bewegten sich aber nach Einschätzungen der Marktbeteiligten insgesamt leicht über denen der Vorwoche.
Quelle:AMI

Mehrwertsteuer: Steuerliche Erleichterungen für die Landwirtschaft

Seit Mittwoch ist das Konjunkturpaket der Bundesregierung in Kraft. Bekanntester Punkt ist die Absenkung der Mehrwertsteuer. Doch es gibt für Landwirte noch andere wichtige Änderungen.
Am 29. Juni hatten Bundestag und Bundesrat einem Steuergesetz zum Konjunktur- und Zukunftspaket zugestimmt, das am Mittwoch in Kraft trat. Kernstück ist die befristete Senkung der Mehrwertsteuer, um möglichst rasch den Konsum und damit die Binnenwirtschaft anzukurbeln.
Die Mehrwertsteuer ist jetzt für 6 Monate von 19 auf 16 % gesenkt bzw. von 7 auf 5 %. Die abgesenkten Sätze gelten bis zum 31. Dezember 2020, informiert der Deutsche Bauernverband (DBV). Der Pauschalsatz der Landwirte sei davon nicht betroffen. Lediglich abgesenkt wurde der Steuersatz für pauschalierende Landwirte für die Lieferung von Getränken und alkoholischen Flüssigkeiten (z.B. Wein, Fruchtsäfte und anderes) von 19 auf 16 %, befristet für ein halbes Jahr vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020, so der DBV.
Damit besteht für pauschalierende Betriebe die Möglichkeit, Betriebsmittel, Investitionen und Dienstleistungen im zweiten Halbjahr 2020 günstiger zu beziehen. Für regelbesteuerte Landwirte bleibt die Umsatzsteuer ein „durchlaufender Posten“.

Weitere steuerliche Maßnahmen mit Relevanz für Landwirte:

  • Degressive Abschreibung für Maschinen und Anlagen
    Um Investitionsanreize zu schaffen wird die Möglichkeit einer degressiven Abschreibung mit dem Faktor 2,5 gegenüber der aktuellen AfA und maximal 25 % pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 wiedereingeführt. Beispiele: Mähdrescher mit normal 10% AfA (Absetzung für Abnutzung) pro Jahr, jetzt 25% AfA im 1. Jahr und 18,75% AfA im ggf. 2. Jahr oder Stallausrüstung Rindviehhaltung normal 8% AfA pro Jahr, jetzt 20% AfA im 1. Jahr und 16% AfA im ggf. 2. Jahr.
  • Verlängerung der Frist beim Investitionsabzug
    Die Investitionsfrist des § 7g EStG (Investitionsabzugsbetrag) wird um 1 Jahr verlängert, wenn die Investitionsfrist für in 2017 abgezogene Beträge in 2020 ausläuft und infolge der Corona-Krise nicht investiert werden konnte. Hier können nun die Investitionen in 2021 ohne negative steuerliche Folgen nachgeholt werden, insbesondere unterbleibt eine Rückgängigmachung des Investitionsabzugsbetrages und Steuernachforderungen nebst Verzinsungen können vermieden werden.
  • Verlängerung der Re-Investitionsfrist gem. § 6b EStG
    Die Re-Investitionsfristen des § 6b EStG werden vorübergehend um 1 Jahr verlängert. Sofern die Re-Investitionsrücklage am Schluss des nach dem 29. Februar 2020 und vor dem 1. Januar 2021 endenden Wirtschaftsjahres noch vorhanden ist und aufzulösen wäre, endet die Re-Investitionsfrist erst am Schluss des darauffolgenden Wirtschaftsjahres. Das Gesetz enthält daneben eine Verordnungsermächtigung, die eine Verlängerung der Fristen bis höchstens zum 31. Dezember 2021 ermöglicht. Damit kann die gewinnerhöhende Aufdeckung stiller Reserven vermieden werden.
  • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrages
    Beim einkommensteuerlichen Verlustrücktrag werden die Höchstbetragsgrenzen für Verluste der Veranlagungszeiträume für 2020 und 2021 angehoben und zwar von 1 Mio. Euro auf 5 Mio. Euro bzw. von 2 Mio. Euro auf 10 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung. Dies gilt für Verluste der Veranlagungszeiträume 2020 und 2021.
  • Pauschaler vorläufiger Verlustrücktrag für 2020
    Unternehmer können erweiterten Verlustrücktrag aus dem Veranlagungszeitraum 2020 auch schon in der Steuererklärung 2019 nutzen. Danach wird auf Antrag ein vorläufiger Verlustrücktrag für 2020 vom Gesamtbetrag der Einkünfte 2019 abgezogen. Dieser beträgt pauschal 30 % des Gesamtbetrags der Einkünfte des Veranlagungszeitraums 2019. Davon kann bei Vorlage detaillierter Unterlagen (z.B. betriebswirtschaftliche Auswertungen) abgewichen werden. Daneben soll der pauschale Verlustrücktrag schon im Vorauszahlungsverfahren berücksichtigt werden, vorausgesetzt die Vorauszahlungen 2020 wurden auf 0 Euro herabgesetzt.
  • Anpassung der Vorauszahlungen für 2019
    Die einkommensteuerlichen Vorauszahlungen für 2019 können auf Antrag in Höhe des vorläufigen Verlustrücktrages gemäß § 10d Abs. 1a EStG (im Rahmen der neuen Höchstbetragsgrenzen) nachträglich herabgesetzt werden. Auch hier beträgt der vorläufige Verlustrücktrag pauschal 30 % des Gesamtbetrags der Einkünfte, der bei der Festsetzung der Vorauszahlung 2019 ausgewiesen wurde.
  • Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb
    In § 35 EStG wird der Ermäßigungsfaktor von 3,8 auf 4,0 des Gewerbesteuermessbetrages erhöht.
  • Familienbonus
    Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhalten Eltern einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro. Der Bonus wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet, jedoch nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Ausgezahlt wird der Kinderbonus in 2 Teilen: 200 Euro im September und 100 Euro im Oktober 2020.
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
    Aufgrund des höheren Betreuungsaufwandes gerade von Alleinerziehenden in der schwierigen Corona-Zeit wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.008 Euro für 2 Jahre angehoben, und zwar für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021.

Quelle:topagrar

Milchpreise: Das Schlimmste scheint überstanden

Im Juni hatten die Molkereien keinen Grund, die Milchpreise weiter zu senken. Die meisten Produktpreise waren – nach einer kräftigen Erholung vom Absturz im Mai – relativ stabil.
Die Preise für Butter sind im Großhandel sogar etwas gestiegen. An der internationalen Milchbörse GDT ging es im Juni – zumindest für Milchpulver und Käse – ebenfalls nach oben.
Die aus den Produktenpreisen errechneten Rohstoffwerte der Milch konnten sich deshalb im Juni gut behaupten. Damit bewegen sich die errechneten Milchpreise weiterhin zwischen 31 und 32 Cent je kg. Auch die übrigen wichtigen Preis-Indikatoren für Milch und Milchprodukte an den Terminmärkten und im Großhandel zeigen eher eine seitwärts gerichtete Tendenz.
Für einen weiteren Preisanstieg fehlen derzeit jedoch die Impulse. Zudem war die angelieferte Milchmenge in Deutschland in der zweiten Junihälfte 0,7 Prozent größer als im vorigen Jahr. Das größere Rohstoffangebot bremst damit ebenfalls einen möglichen Anstieg der Milchpreise.
Börsenwerte für Rohmilch zwischen 31 und 32 Cent
Die Börsenmilchwerte zeigen – ebenso wie die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch – die kurzfristig vom Markt erwarteten Milchpreise an. Die aktuelle Marktlage schlägt sich unmittelbar im Börsenmilchwert nieder. Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilchpulver.
Für den Monat Juli ergibt sich aktuell ein Börsenmilchwert von 31,1 Cent und für August von 31,2 Cent. Das ist gegenüber den Preisen von Mitte Juni ein leichter Rückgang von 0,2 Cent. Bis zum Jahresende steigen die Börsenmilchwerte dann bis auf 32,1 Cent. Das sind 0,7 Cent mehr als die Rohstoffwertung vor zwei Wochen ergeben hat.
Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, hat sich im Juni von seinem Absturz erholt. Das ife-Institut errechnte einen Wert von 28,8 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 3,0 Cent je kg zum Maiwert, der nur bei 25,8 Cent lag. Grund für den steigenden Rohstoffwert war, dass sich die Preise sowohl für Butter als auch für Magermilchpulver im Juni erholt haben. Dennoch ist das Preis-Niveau weiterhin niedriger als vor der Corona-Krise.
Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind ebenfalls etwa so hoch wie vor 2 Wochen. Ende Juni kostete die Spotmilch in Deutschland – je nach Region – zwischen 32 und 34 Cent. Aus den Niederlanden werden Spotmilchpreise von 32 Cent gemeldet.

Butterpreise: Terminmarkt zeigt leicht steigende Preise an

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Donnerstag (02.07) für den Juli-Termin mit 3.400 Euro je Tonne. Da sind rund 100 Euro mehr als vor zwei Wochen.
Für die Monate August und September wurden 3.440 bzw. 3.500 Euro je Tonnen notiert. Damit sind die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten beiden Wochen um rund 100 bzw. 150 Euro gestiegen. Gleichzeitig notieren beide Termine höher als der Julikontrakt. Offenbar rechnet der Markt mit einer weiteren moderaten Erholung der Preise.
Im europäischen Großhandel haben die Preise für Butter in der zweiten Junihälfte weiter zugelegt. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 29. Juni bei 322 Euro je 100 kg. Zwei Woche zuvor wurden 318 Euro gezahlt.
Im deutschen Großhandel wurden am 29. Juni Butterpreise von 339 Euro notiert. Das waren 5 Euro mehr als vor zwei Wochen und außerdem 17 Euro mehr als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 330 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 18 Euro mehr als vor zwei Wochen und 9 Euro weniger als in Deutschland.

Magermilch: Preise knapp behauptet

Die Preise für Magermilch-Pulver (MMP) haben sich am europäischen Terminmarkt in den letzten beiden Wochen für alle Termine knapp behauptet. Am Donnerstag (01.07) lagen die Kurse für den Juli-Kontrakt bei 2.184 Euro je Tonne und damit etwa 6 Euro niedriger als vor zwei Wochen.
Für die Monate August und September wurden 2.186 und 2.187 Euro je Tonne notiert und damit etwa 3 bis 4 Euro weniger als zwei Woche zuvor. Gleichzeitig lagen die Kontraktpreise für Juli geringfügig über dem Niveau der aktuellen Kassapreise.
Im europäischen Großhandel lagen die Preise für Magermilchpulver (MMP) am 29. Juni bei 212 Euro je 100 kg. Das waren eben so viel wie vor zwei Wochen.
Aus dem deutschen Großhandel wurden ebenfalls MMP-Preise von 219 Euro gemeldet. Das war das gleiche Niveau wie vor zwei Wochen. In den Niederlanden notierte man MMP mit 216 Euro je 100 kg und damit 4 Euro billiger als vor zwei Wochen und 4 Euro höher als in Deutschland.

Käsepreise behaupten sich, Vollmilchpulver deutlich im Plus

Die Preise für Käse (Edamer) haben sich im europäischen Großhandel in der zweiten Junihälfte knapp behauptet. Die Kommission meldete am 29. Juni für Edamer im europäischen Mittel Edamerpreise von 292 Euro je 100 kg. Das sind 2 Euro weniger als vor zwei Wochen - jedoch etwa 20 Euro weniger als Anfang Mai.
Die europäischen Cheddar-Preise notierten zuletzt bei 303 Euro je 100 kg und damit eben so hoch wie vor zwei Wochen.
Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel hingegen gestiegen – vor allem weil es auch am Weltmarkt nach oben ging. Die Kommission meldete am 29. Juni für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 279 Euro je 100 kg. Das ist ein Plus von 10 Euro in den letzten beiden Wochen.
Quelle:topagrar

Corona-Pandemie lässt Produktion der Ernährungsindustrie im April einbrechen

Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im April 2020 einen Umsatz von 15,0 Milliarden Euro. Damit verzeichnete die Branche einen Umsatzrückgang von 5,1 % im Vorjahresvergleich, teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit.
Der Rückgang ist dabei auf sinkende Absatzzahlen von 7,5 % zurückzuführen, während die Erzeugerpreise im In-und Ausland leicht zulegen konnten.
Insgesamt wurden Lebensmittel im Wert von 4,7 Mrd. Euro exportiert. Dies entspricht einem Rückgang von 3,9 %. Der Absatzrückgang im Ausland lag bei 8,7 % im Vorjahresvergleich.
Wie schon im März zeigten sich auch im April die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion, erklärt die BVE. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank deutlich um 15,6 % im Vorjahresvergleich.
Agrarrohstoffmärkte
Im Mai 2020 gab der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Vergleich zum Vormonat um 2,1 % nach und lag somit bei 88,5 Punkten. Im Vorjahresvergleich legte der Index um 4,2 % zu.
Ausblick: Geschäftsklima
Im Juni 2020 zeigte der ifo-Geschäftsklimaindex leichte Erholungstendenzen in der Stimmungslage bei den Lebensmittelherstellern. Der Saldo des Geschäftsklimas lag mit +6,1 Punkten seit 4 Monaten erstmals wieder im positiven Bereich und stieg um +23,4 Punkte im Vormonatsvergleich.
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage konnte den Tiefpunkt im Mai ebenfalls überwinden und stieg im Juni auf insgesamt +3,2 Punkte.
Auch die Geschäftserwartung der nächsten Monate zeigt einen klaren Aufwärtstrend. Mit einem Saldo von +9,0 Punkten konnte der Indikator im Vormonatsbergleich 23,4 und im Vorjahresvergleich 21,8 Punkte gutmachen.
Konsumklima und Verbraucherpreise
Auch in der Junierhebung der GfK zeigten sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Verbraucherstimmung deutlich, auch wenn sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung im Vormonatsvergleich an Punkten dazugewinnen konnten.
Der Konsumklimaindex lag im Juni 2020 bei -18,6 Punkten und legte damit um 4,5 Punkte im Vormonatsvergleich zu. Mit Blick auf die positive Entwicklung der drei Indikatoren rechnet die Gfk mit einer Erholung der Verbraucherstimmung und prognostiziert für Juli einen Indexwert von -9,6 Punkten.
Der Preisauftrieb fiel im Mai moderat aus. So stiegen die Lebensmittelpreise im Mai 2020 um 0,1 % im Vergleich zum Vormonat, die allgemeinen Verbraucherpreise gingen leicht um 0,1 % zurück. Im Vorjahresvergleich fiel die Preisentwicklung mit +4,2 % bzw. +0,6 % etwas deutlicher aus.
Quelle:topagrar

Verbraucher zahlen auch im Juni mehr für Lebensmittel

03.07.2020 (AMI) – Zuletzt hatte die Teuerungsrate frischer Lebensmittel im Herbst 2017 auf einem vergleichbar hohen Niveau gelegen wie zurzeit. Aktuell schwächt die Rate etwas ab, aber der Preisabstand zum Vorjahr war im Juni dennoch weiterhin hoch. Auswirkungen der Corona-Pandemie waren jedoch in den seltensten Fällen maßgeblich für die Preisänderungen verantwortlich.
Frische Lebensmittel kosteten im Juni 2020, dem AMI-Frischeindex zufolge, 6,9 % mehr als im Vorjahr. Vor allem höhere Preise in den Warengruppen Obst, Fleisch und Fleischwaren haben die Lebensmittelteuerung im vergangenen Monat getrieben. Entwicklungen aus dem vergangenen Jahr sowie die aktuellen Ernten waren im Juni maßgeblich für die Teuerung verantwortlich. Lediglich Kartoffeln waren deutlich günstiger als ein Jahr zuvor.
Fleischwaren wurden im Preis reduziert
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat Anfang Juni die Preise für einige Brüh-, Roh- und Kochwurstartikel im Basissortiment gesenkt. Sie folgen damit der Preisentwicklung auf Erzeugerseite. Seit dem Preishoch Anfang März 2020 haben die Erzeugerpreise für Mastschweine deutlich nachgegeben. Durch diese Preisrunde kostet nun die 200-g-Packung geschnittene Salami als SB-Ware, beispielsweise beim Discounter Aldi, 1,38 EUR statt 1,49 EUR wie noch im Mai 2020. Trotz dieser Preissenkung kosteten Wurst und Fleischwaren mit einem Plus von etwa 9 % im Juni weiterhin deutlich mehr als im Vorjahr. Denn die Preise waren im Sommer 2019 und Anfang 2020 auf Verbraucherebene gestiegen und dies konnten die aktuellen Reduzierungen bisher nicht ausgleichen. Während im Mai 2020 die Teuerung jedoch noch bei etwa 14 % gelegen hatte, schwächte sich diese im vergangenen Monat etwas ab. Bei frischem Rind- und Schweinefleisch waren die Preise im Juni unverändert. Sie trugen damit weiterhin zur Teuerung frischer Lebensmittel bei.
Knappes Angebot ließ Obstpreise steigen
Für frisches Obst zahlten die Verbraucher im Juni 18 % mehr als vor einem Jahr. Obst verteuerte sich damit im vergangenen Monat am stärksten. Alle Segmente kosteten deutlich mehr. Nur einzelne Arten, wie Ananas und Avocados, waren günstiger erhältlich. Fröste im Frühjahr hatten sich negativ auf das Angebot verschiedener Obstarten ausgewirkt. Bei anhaltend hoher Nachfrage fiel die Versorgung mit Erdbeeren deshalb knapp aus. Unwetter hatten zusätzlich die Qualität gemindert. Erdbeeren verteuerten sich dadurch um 27 % gegenüber dem Vorjahr. Zwischen der rasch endenden spanischen Heidelbeersaison und dem Beginn der Ernte in Deutschland gibt es eine deutliche Angebotslücke. Trotz der Flächenzuwächse dürfte die Erntemenge durch Frostschäden und dem Mangel an Erntehelfern nicht deutlich höher als im Vorjahr ausfallen. Die Preise für Heidelbeeren stiegen um rund 6 % über das Vorjahresniveau. Milde Temperaturen während des Winters, Hagelstürme und Frost machen der Steinobstproduktion im nördlichen Mittelmeerraum in diesem Jahr schwer zu schaffen. Es stehen deutlich kleinere Mengen an Pfirsichen und Nektarinen zur Verfügung. Die Preise stiegen deshalb im Juni um 19 % über das Vorjahresniveau. Ebenfalls zahlten die Verbraucher für Melonen mehr, da auch hier das Angebot kleiner ausfällt als im vergangenen Jahr. Wassermelonen verteuerten sich dadurch um 22 % und Zuckermelonen um 14 %.
Gemüsepreise normalisierten sich
Die Gemüseteuerung war dagegen deutlich zurückgegangen. Während die Verbraucher im April noch 25 % mehr bezahlten als im Vorjahr, lagen die Gemüsepreise im Juni nur noch 5 % über dem Vorjahresniveau. Die höchsten Teuerungsraten lag zwar mit einem Plus von 42 % und 61 % weiterhin innerhalb des Segments Kohlgemüse vor. Doch dieses rückt während der Sommermonate regelmäßig aus dem Fokus der Verbraucher. Die Spargelsaison endete im Juni. Insgesamt dürften in Deutschland rund 30 % weniger Spargel geerntet worden sein als im Vorjahr. Im Juni zahlten die Verbraucher etwa 11 % mehr für Spargel als im Vorjahr. Die Verbraucherpreise lagen somit in der diesjährigen Spargelsaison über dem Vorjahresniveau. Salate kosteten rund 5 % mehr, während der Preisaufschlag bei Fruchtgemüse mit einem Plus von rund 2 % relativ moderat ausfiel. Zwiebeln (-22 %) kosteten weiterhin deutlich weniger, aufgrund der extrem knappen Marktversorgung im vergangenen Jahr und dem aktuell umfangreichen Angebot aus Neuseeland.
Die Frühkartoffelsaison war auf einem – im Vergleich zum Vorjahr – leicht ermäßigten Preisniveau angelaufen. Sie wurde Anfang Juni noch hauptsächlich mit Importware bedient. Billigofferten haben zum Monatswechsel für leichten Druck auf die Preise des Frühkartoffelmarktes gesorgt. Zum Monatsende gab es dann ein größeres Angebot an deutschen Frühkartoffeln. Die Verbraucher sparten bei Kauf von Kartoffeln im Juni etwa 18 % gegenüber dem Vorjahr.
Neue Preisrunde bei Butter
Zwischen den Molkereien und dem LEH gelten seit Anfang Juni wieder neue Kontrakte für Butter. Im Zuge der regen Nachfrage, der Preiserhöhungen bei Blockbutter sowie der aktuell deutlich anziehenden Erlösmöglichkeiten für Industrierahm waren die Molkereiabgabepreise gestiegen. Der Preis für das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter wurde deshalb von 1,25 EUR auf 1,39 EUR angehoben. Das Gleiche gilt für Streichmischfette. Damit kostete Deutsche Markenbutter im Juni 2020 genauso viel wie vor einem Jahr. Für Bio-Butter im Basissortiment des LEH zahlten die Verbraucher dagegen unverändert 2,29 EUR/250 g. Da Butter im vergangenen Monat jedoch nicht mehr günstiger war als im Vorjahr, hat sich der Preisabstand in der Warengruppe Milch und Milchprodukte leicht auf 3,7 % erhöht. Aufgrund der langfristigen Kontrakte blieben die Preise für andere Artikel in dieser Warengruppe jedoch stabil.
Quelle:AMI

FAO-Lebensmittelpreisindex: Leichte Erholung im Juni

Der FAO-Lebensmittelpreisindex ist im Juni 2020 den ersten Monat seit Jahresbeginn gestiegen, und zwar um 2,2 Punkte oder 2,4 % auf durchschnittlich 93,2 Punkte im Vergleich zum Monat davor, was auf eine Erholung der Preise für Pflanzenöle, Zucker und Milchprodukte zurückzuführen ist. Das berichtete aiz.info am Donnerstag unter Berufung auf die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.
Die Notierungen für Getreide und Fleisch standen aufgrund der durch COVID-19 ausgelösten Marktunsicherheiten weiter unter Druck, schreibt die FAO demnach weiter. Der Lebensmittelpreisindex bildet monatliche Preisänderungen eines Korbs international gehandelter Lebensmittel ab. 

Der FAO-Getreidepreisindex sank im Juni geringfügig um 0,6 % auf durchschnittlich 96,9 Punkte gegenüber Mai und lag damit 1,9 Punkte oder 1,9 % unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres.
Der Erntestart auf der Nordhalbkugel sowie verbesserte Produktionsaussichten in einer Reihe wichtiger Exportländer, besonders in der Schwarzmeerregion, haben den Abwärtsdruck auf die Weizenpreise verstärkt, berichtet die FAO laut aiz.info. Auch die Exportpreise für Gerste und Sorghum gaben bei guten Ernteausblicken sowie einer zaghaften globalen Importnachfrage nach. Im Gegensatz dazu notierte Mais nach mehreren Monaten des Rückgangs im Juni fester, was durch eine gewisse Nachfrageerholung und ungünstige Wachstumsbedingungen in den USA unterstützt wurde. 


Der FAO-Pflanzenölpreisindex zeigte, nach vier aufeinander folgenden Monaten des Abstiegs, im Juni mit einem Plus von 8,8 Punkten oder 11,3 % auf durchschnittlich 86,6 Punkte erstmals wieder nach oben. Die Erholung des Index spiegelt hauptsächlich höhere Palmölwerte wider, auch wenn gleichzeitig höhere Preise für Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl registriert wurden, so die FAO.
Die internationalen Palmölpreise stiegen im Juni deshalb stark an, da sich die weltweite Importnachfrage nach der Lockerung der COVID-19-Beschränkungen in zahlreichen Ländern verbesserte, aber auch Bedenken hinsichtlich möglicher Produktionsrückgänge aufgrund eines Arbeitskräftemangels im Raum standen. Während die erstarkte Nachfrage auch andere Pflanzenöle stützte, reagierten die Preise für Soja- und Sonnenblumenöl auf begrenzte Vorräte in führenden Exportländern. Im Fall von Rapsöl trug eine verbesserte Nachfrage der EU-Biodieselindustrie zu höheren Preisen bei.


Milch: Trotz Preisplus wird Level vor Pandemie nicht erreicht
Der FAO-Milchpreisindex legte im Juni um 3,8 Punkte oder 4 % auf durchschnittlich 98,2 Punkte gegenüber Mai zu. Trotzdem es sich dabei um den ersten Wertzuwachs nach vier rückläufigen Monaten in Folge handelt, blieb der Index 4,6 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Auch wenn die Notierungen für alle im Index vertretenen Milchprodukte stiegen, erreichten sie nicht das Level vor der Pandemie, berichtet die FAO.
Die belebte Importnachfrage, insbesondere aus dem Nahen Osten und Ostasien, sowie saisonbedingt rückläufige Vorräte in Europa und ein begrenzter nicht vertragsgebundener Warenvorrat in Ozeanien stützten die jüngsten Preiserhöhungen. 


Rückläufige Notierungen für Geflügel- und Rindfleisch
Beim FAO-Fleischpreisindex gab es im Juni mit minus 0,6 % auf durchschnittlich 95,2 Punkte eine leichte Abwärtsbewegung im Vergleich zum Vormonat, der damit 6,1 Punkte oder 6 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Ausschlaggebend waren laut FAO rückläufige Notierungen für Geflügel- und Rindfleisch aufgrund größerer Exportverfügbarkeiten in den wichtigsten Erzeugerregionen, obwohl die Importaufträge aus China und dem Nahen Osten gleichzeitig deutlich zulegten, teilt die FAO mit. Im Gegensatz dazu erholten sich die Schweinefleischpreise nach der Lockerung der COVID-19-Marktbeschränkungen etwas.
Deutlichere Preiszuwächse wurden für Schaffleisch nach der Herdenbildung und eines verknappten Angebots in Ozeanien bei konstant hoher Importnachfrage beobachtet.


Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Juni bei durchschnittlich 75 Punkten, das ist ein Plus von 7,2 Punkten oder 10,6% gegenüber Mai. Der Anstieg der Rohölpreise stützte die Zuckermärkte stark, so die UN-Organisation. Es ermutigte brasilianische Unternehmen, mehr Zuckerrohr für die Herstellung von Ethanol zu verwenden, was sich auf die Menge der Zuckerexporte auswirkte. Darüber hinaus haben jüngste Berichte über Engpässe in brasilianischen Häfen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus den Wert des Zuckerpreisindex gesteigert, so die FAO.
Quelle:topagrar

Rückgang der Erzeugerpreise im Mai fortgesetzt

07.07.2020 (AMI) – Im Mai hat sich der Rückgang bei den Erzeugerpreisen für konventionelle Kuhmilch, der im April nach einem sehr stabilen ersten Quartal eingesetzt hatte, fortgesetzt.
Auf der Erzeugerebene bestimmten im zweiten Quartal die Verwerfungen an den Produktmärkten, die sich in Folge der Corona-Pandemie eingestellt hatten, das Bild. Die rückläufigen Verwertungen der Molkereien bei nahezu allen Milcherzeugnissen haben zeitverzögert auch zu Abschlägen bei deren Auszahlungsleistungen geführt. Nachdem das erste Quartal noch durch die festen Marktentwicklungen im Herbst 2019 sehr stabil verlaufen war, dominierten im April in der Gesamtbetrachtung die Abschläge beim Milchgeld. Diese Entwicklung hat sich im Mai verstärkt. Diese Preisrücknahmen auf der Erzeugerseite fielen, durch den schnellen Wechsel von Auf und Ab bei den Produktpreisen, jedoch wieder in eine insgesamt festere Marktsituation. Seit Mai konnte sich der Milchmarkt in ersten Schritten von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen. Die Preise an den Produktmärkten bewegen sich zur Jahresmitte überwiegend wieder auf höheren Niveaus und zeigen teils, wie beispielsweise der Käse, auch für Juli festere Tendenzen.
Das bundesweite Mittel für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß lag im Mai bei 31,5 Ct/kg, so erste Berechnungen der AMI. Damit wurde das niedrigste Ergebnis seit Ende 2016 erreicht und gleichzeitig das Niveau vom April um gut 1,2 Ct unterschritten. Dabei hat sich der Preisrückgang, der im Vormonat rund 0,7 Ct betrug, nahezu verdoppelt. Auch der Rückstand zum Vorjahresergebnis ist im Mai größer geworden. Dies lag vor allem daran, dass die Milchpreise vor Jahresfrist deutschlandweit weniger deutlich nachgegeben hatten. Im Mai wurde das Vorjahresergebnis um 1,6 Ct verfehlt, nachdem der Rückstand bereits im April auf 0,6 Ct gestiegen war. Auch das Ergebnis von 2018 wurde zur Mitte des zweiten Quartals im Zuge der weiteren Rücknahmen erneut unterschritten.
Quelle:AMI

Sortiment bei Trinkmilch deutlich ausgeweitet

07.07.2020 (AMI) – Milchprodukte werden in allen relevanten Medien intensiv beworben. Man findet sie sowohl in Werbespots im Fernsehen als auch in den wöchentlichen Hauswurfsendungen. Die wachsenden Anforderungen der Verbraucher führten dabei in den vergangenen Jahren zu einer Diversifizierung des Trinkmilch-Sortimentes.
Nichts ist so beständig wie der Wandel – das gilt auch für den Milchmarkt. Auf der Produktionsseite kommen zunehmend die Anforderungen des Handels und der Verbraucher zum Tragen. Im Zuge dessen ist auch das Trinkmilchsortiment in den vergangenen Jahren deutlich umfangreicher geworden. Themen wie Differenzierung, Individualisierung, angepasste Portionsgrößen, Gesundheit, Convenience und Nachhaltigkeit werden präsenter. Gentechnikfreiheit dominiert mittlerweile die Milchproduktion in Deutschland. Im Jahr 2019 wurden bundesweit bereits rund zwei Drittel der Milch ohne gentechnisch veränderte Futtermittel erzeugt.
Das Mittel zur Kommunikation des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) mit den Verbrauchern ist die Werbung. Sie bildet die gesamte Bandbreite der Trinkmilchpalette ab. Von gentechnik- oder laktosefrei über eine nachhaltige Erzeugung hin zu Weide-, Bergbauern- und Heumilch.

Preis bleibt bedeutender Faktor bei der Kaufentscheidung
Die zuvor genannten Faktoren beeinflussen die Kaufentscheidung der Verbraucher in zunehmendem Maße. Der Faktor mit dem größten Einfluss ist aber nach wie vor der Preis. Daher nutzt der LEH seine Werbeaktionen, um bestimmte Produkte in den Fokus zu stellen und den Absatz zu forcieren.
Im Juni übertraf die Zahl der Werbeaktionen das bereits im Vorjahr deutlich erhöhte Niveau nochmals. In den ersten beiden Juliwochen war Trinkmilch in der 1-Liter Verpackung insgesamt 47 Mal in den Angebotsaktionen des LEH vertreten. Damit waren die Werbeanstöße im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum etwas verhaltener. Die Werbeintensität im gleichen Zeitraum von 2018 lag hingegen um mehr als 10 % unter den diesjährig erreichten Zahlen.
Quelle:AMI

 

EU-Milchanlieferung auf Wachstumskurs

Die EU-Milchanlieferung war in den ersten vier Monaten von 2020 umfangreicher als im Vorjahr. Dabei sind die Zuwächse gegenüber 2019 schrittweise zurückgegangen. Im April lag das Milchaufkommen in der Summe nur noch leicht oberhalb der Vorjahreslinie.
Die Milchanlieferung in der EU fiel im April 2020 nach wie vor umfangreicher aus als vor Jahresfrist. In der durch den Austritt des Vereinigten Königreiches seit Februar auf 27 Mitgliedstaaten reduzierten Gemeinschaft wurden insgesamt rund 12,8 Mio. t Milch an die Molkereien geliefert, das waren 0,8 % mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Damit hat sich das Wachstum des Milchaufkommens weiter verlangsamt. Bereits im März wurde die Vorjahreslinie mit 1,5 % weniger stark übertroffen als in den ersten beiden Monaten.
Auf der Ebene der Mitgliedstaaten hat sich das Wachstum im April gegenüber dem Vorjahr überwiegend verlangsamt. Dies zeigte sich in den mengenmäßig bedeutendsten Erzeugerländern Deutschland, den Niederlanden und Polen, wo sich der Abstand zum Vorjahr mehr als halbierte. Aber auch in vielen weiteren Ländern kam es zu einem deutlichen Rückgang des zuvor starken Wachstums, beispielsweise in Belgien, Bulgarien, Ungarn, Österreich, Slowenien, der Slowakei und Finnland. In Frankreich rutschen die Mengen im April sogar wieder unter die Vorjahreslinie. Diese wurde gleichzeitig in zunehmendem Umfang in Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta und Rumänien unterschritten. Daneben wurde auch in Dänemark und dem Vereinigten Königreich weniger Milch in den Molkereien erfasst als ein Jahr zuvor.
Quelle:AMI

Käsepreise ziehen weiter an

Der Markt für Schnittkäse war Ende Juni von einer regen Nachfrage gekennzeichnet. Dabei wurde insbesondere aus dem GV-Bereich und dem Food-Service die Ware umfangreich abgerufen. Aber auch im Export zeigten sich teils Impulse. Bei einer gleichzeitig gedrosselten Produktion fielen die Bestände in den Reifelagern damit nicht mehr so umfangreich aus. Dies führte zu einer Befestigung der Preise.
Der Markt für Schnittkäse war im Juni von festeren Preistendenzen gekennzeichnet. Ausschlaggebend hierfür war die belebte Nachfrage, die auf ein reduziertes Angebot traf. Als Reaktion auf die im Zuge der Corona-Pandemie weggebrochenen Absatzmengen, die im April und Mai einen Angebotsüberhang und starke Preisrückgänge ausgelöst hatten, drosselten die Hersteller die Produktion. Die Lockerung der Einschränkungen zur Corona-Eindämmung setzte jedoch durch den anlaufenden Geschäftsbetrieb in Hotels, Restaurants und im Catering zusätzlichen Bedarf frei. Vor dem Hintergrund der saisonal abnehmenden Milchmengen konnte die Produktion nicht entsprechend hochgefahren werden, wodurch die Nachfrage umfangreicher ausfiel als das Angebot. Die Folge waren anziehende Preise für Schnittkäse. Die Hersteller berichteten von einem anhaltend hohen Warenausgang, der teils weiterhin über ihren Erwartungen lag. Dies lag vorrangig an der regen Nachfrage aus dem GV-Bereich und dem Food-Service durch die Sogwirkung des anlaufenden Betriebes in Hotels, Restaurants und im Catering sowie des lebhaften Außer-Haus-Verkaufes. Im europäischen Umfeld zeigten sich durch die Lockerungen der Corona-Einschränkungen gewisse Belebungen im Absatz, insbesondere in den Ländern, wo der Warenstrom zuvor am deutlichsten zurückgegangen war. Die Bestände bei den Herstellern haben sich in Folge des umfangreichen Warenausganges weiter reduziert und ältere Bestandsware ist nicht mehr vorhanden. Vor diesem Hintergrund legten die Preise, ausgehend vom Tiefpunkt im Mai, Ende Juni weiter zu. Auch für den Juli konnten die Hersteller dem Vernehmen nach ihre höheren Preisforderungen umsetzen.
Quelle:AMI

Deutscher Agrarrohstoffindex im Juni mit leichten Verlusten

Der AMI-Rohstoffindex erzielte im Juni rund 127,4 Punkte und verzeichnete somit einen Rückgang um 0,2 % im Vergleich zum Vormonat. Der Preiszuwachs an den Fleischmärkten wurde durch die Verluste an den Milchmärkten und geringfügiger an den Getreidemärkten übertroffen.
Die Regenfälle haben die Lage auf den Feldern entspannt und damit auch die Stimmung auf den Getreidemärkten verbessert. Die positiveren Ertragsaussichten führten aber gleichzeitig zu rückläufigen Preisen, die ihrerseits das Verkaufsinteresse bremsten. Alterntig werden ohnehin nur noch sporadisch Restmengen offeriert, die Partien vom Markt flott aufgenommen.
Die Erzeugerpreise für Rohmilch werden im Juni voraussichtlich im Zuge der von März bis Mai rückläufigen Verwertungen bei den Molkereien zunächst noch weiter nachgeben. Seit Mai konnte sich der Milchmarkt in ersten Schritten allerdings von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen. Die Preise an den Produktmärkten sind angezogen, teils sogar deutlich oder haben sich zumindest stabilisiert und zeigen nun festere Aussichten.
Nach der Schließung des Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück herrscht am Schlachtschweinemarkt aktuell Verunsicherung. Dabei sorgten die eher kleinen Stückzahlen in den vergangenen Wochen für stabile Preise. Das Angebot an Schlachtrindern fällt ebenfalls überschaubar aus, gerade Kühe sind häufig sogar knapp. Entsprechend entwickelten sich die Preise zuletzt wieder stabil, teilweise sogar fester.
Quelle:AMI

Weltweiter Handel mit Milchprodukten weiter rückläufig

17.06.2020 (AMI) – Der internationale Warenaustausch mit Milchprodukten hat in den ersten vier Monaten von 2020 weiter abgenommen. Dabei wurde nahezu produktübergreifend weniger Ware gehandelt. Lediglich die Ausfuhren an Molkenpulver haben von Januar bis April im Vorjahresvergleich zugelegt.
Im ersten Drittel des laufenden Jahres ist der internationale Handel mit Milchprodukten zurückgegangen, dies zeigen die Ausfuhrmengen der mengenmäßig bedeutenden Exporteure. In Milchäquivalent exportierten die jeweils 10 größten Anbieter von Januar bis April in der Summe rund 4 % weniger Milchprodukte auf den Weltmarkt als im entsprechenden Zeitraum des vorangegangenen Jahres. Das deutlichste Minus verzeichnete dabei Butter. Bei Magermilch- und Vollmilchpulver sowie Käse wurde das Vorjahresniveau ebenfalls verfehlt. Der globale Handel mit Molkenpulver bewegte sich im Gegensatz dazu mengenmäßig über dem Niveau des Vorjahres. Anbieterseitig konnte die EU-27 mehr Butter und Vollmilchpulver absetzen als im Vorjahr, die Magermilchpulver- und Käseexporte fielen hingegen niedriger aus.
Bei den bedeutenden Importeuren von Milchprodukten herrschten zu Jahresbeginn uneinheitliche Tendenzen vor. China, als wichtigster Abnehmer von Milchprodukten am Weltmarkt, importierte zwar deutlich mehr Butter, fragte aber weniger Magermilchpulver nach.
Nachdem der internationale Handel mit Milchprodukten im vergangenen Kalenderjahr zugelegt hatte, führte der Ausbruch der Corona-Pandemie ab Anfang 2020 zu spürbaren Beeinträchtigungen im weltweiten Warenaustausch. Zuletzt wurde von einer teilweisen Normalisierung berichtet. Ob dieser Bestand hat, muss sich jedoch im weiteren Verlauf zeigen und hängt maßgeblich von der weiteren Eindämmung des Covid-19 Virus ab. Auch der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU hatte Verschiebungen der Warenströme zur Folge.
Quelle:AMI

Saisonaler Rückgang der Milchmengen moderat

18.06.2020 (AMI) – In Deutschland ist der saisonal bedingte Rückgang der Milchanlieferung bisher eher unterdurchschnittlich verlaufen. Dadurch hat sich der Vorsprung zum Vorjahr wieder vergrößert. Die Rohstoffmärkte waren zur Monatsmitte von einem ruhigen Geschäftsverlauf gekennzeichnet. Die Preise entwickelten sich dabei uneinheitlich.
Die Milchanlieferung an deutsche Molkereien zeigt sich bereits seit mehreren Wochen vergleichsweise stabil, mit den für die um die Milchspitze üblichen kleineren Zuwächsen oder Rückgängen. Anfang Juni nahm der angediente Rohstoff das zweite Mal in Folge leicht ab. Durch die nur marginale Abnahme lag das Milchaufkommen wieder etwas deutlicher über dem der entsprechenden Vorjahreswoche und übertraf zudem das Niveau von 2018.

Markt für Milchkonzentrate überwiegend ausgeglichen
An den Rohstoffmärkten setzten sich die weitgehend stabilen Tendenzen, die bereits in den zwei vergangenen Wochen vorherrschten, fort. Dabei wurde die Nachfrage sowohl nach Magermilchkonzentrat als auch nach Industrierahm als vergleichsweise ruhig beschrieben. Auch der feiertagsbedingt fehlende Auslieferungstag kann zu Verschiebungen beim Bedarf geführt haben. In Kombination mit saisonal rückläufigen Inhaltstoffen der an die Molkereien gelieferten Milch kam es jedoch nur punktuell zu Angebotsüberhängen. Im Wochendurchschnitt zeigten sich die Tendenzen am Fett- und Eiweißmarkt etwas uneinheitlich. Während Magermilchkonzentrat im Vergleich zur Vorwoche leichte Rücknahmen hinnehmen musste, verblieben die Sahnepreise weiterhin stabil auf dem seit Mitte Mai erhöhten Niveau.
Quelle:AMI

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