
02.03.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Februar 2026 weiter nach. Der Index sinkt damit den achten Monat in Folge. Belastend wirkten vor allem weiter rückläufige Erzeugerpreise bei Milch.
Die Milchanlieferung nahm im Februar saisonbedingt weiter zu und lag deutlich über Vorjahr. Das hohe Rohstoffangebot hielt den Druck auf die Rohstoffmärkte aufrecht und begrenzte die Auszahlungsspielräume der Molkereien. Gleichzeitig zeigten sich die Verarbeitungsmärkte stabiler: Vor allem Milchpulver profitierte von belebter Exportnachfrage, auch Molkenpulver tendierte fester. Butter und Käse wurden bei guten Absätzen überwiegend stabil gehandelt. Der Erzeugerpreis für Milch reagiert jedoch zeitverzögert auf die Produktmärkte und folgt dem seit Herbst bestehenden Abwärtstrend – im Februar dürfte sich der Rückgang zwar abschwächen, weitere Abschläge im ersten Quartal bleiben aber wahrscheinlich.
Im Februar lagen die Erzeugerpreise für Schlachttiere insgesamt unter dem Niveau des Vormonats. Schlachtschweine standen zunächst weiter unter Preisdruck; erst ab Monatsmitte stabilisierte sich der Markt, vereinzelt wurden wieder Aufpreise erzielt. Auch bei Schlachtrindern überwog ein schwächeres Bild, bevor die Nachfrage nach Schlachtkühen zum Monatsende anzog.
Im Pflanzenbau blieb das Geschäft verhalten. Brotgetreide zeigte sich stabil bis leicht fester, Futtergetreide insgesamt kaum verändert; Körnermais behauptete sich etwas besser. Raps profitierte von festeren Terminmarktvorgaben.
Quelle: AMI
02.03.2026 (AMI) – Das Milchaufkommen innerhalb der EU-27 hat im Jahr 2025 deutlich zugelegt. Im ersten Quartal wurde das Vorjahresniveau noch verfehlt, im weiteren Jahresverlauf wuchs dann der Vorsprung auf die Vorjahresmengen. Auf Ebene der Mitgliedstaaten waren überwiegend Zuwächse zu verzeichnen, insbesondere die mengenmäßig bedeutendsten Erzeugerländer fielen mit ihren Mehrmengen ins Gewicht.
Im Jahr 2025 wurde innerhalb der EU-27 deutlich mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor. Insgesamt erzeugten die Mitgliedstaaten rund 148 Mio. t Milch und damit schalttagsbereinigt 1,9 % mehr als im Jahr zuvor. Lediglich im ersten Quartal wurde das Vorjahresniveau verfehlt. Im April wurde die Vorjahreslinie dann erstmalig im Jahresverlauf überschritten. In den folgenden Monaten setzte sich der zunehmende Trend fort und die EU-Milchanlieferung bewegte sich stetig über dem Vorjahresniveau. Insbesondere ab August waren deutliche Mehrmengen zu verzeichnen. Im letzten Quartal des Jahres wurden die Vorjahresmengen in jedem Monat um mehr als 5 % übertroffen, am deutlichsten im Dezember um 5,6 %.
Mehr Milch zum Jahresende
Der deutliche Zuwachs im Dezember war auf überwiegend steigende Tendenzen in den einzelnen Mitgliedstaaten zurückzuführen. Lediglich in sieben der EU-Mitgliedstaaten wurde im betrachteten Monat weniger Milch erzeugt als im Dezember 2024. Dazu zählte neben Bulgarien, Estland und Griechenland vor allem Rumänien, wo das Vorjahresniveau um 14,3 % verfehlt wurde. Aber auch in Irland wurden die Vorjahresmengen den zweiten Monat in Folge nicht erreicht, obwohl im übrigen Jahr ein fast durchgängig steigender Trend zu beobachten war. Hier spielte allerdings auch der Basiseffekt eine Rolle, da die Milchanlieferung in Irland bereits Ende 2024 an Fahrt aufgenommen hatte und das Niveau von 2023 teilweise sehr deutlich übertraf.
In einem Großteil der EU-Mitgliedstaaten wurde dagegen mehr Milch angeliefert als zwölf Monate zuvor. Die mit Abstand größte Mehrmenge verzeichnete Deutschland mit einem Plus von 7,8 % oder in absoluten Zahlen rund 203 Tsd. t, gefolgt von Frankreich mit einem Anstieg um 7,3 % oder 143 Tsd. t. Daneben verzeichneten die Niederlande, Polen, Italien und Belgien mengenmäßig bedeutende Zunahmen. Aber auch in Erzeugerländern mit geringerem Anlieferungsvolumen wurde das Niveau des Vorjahresmonats teilweise deutlich übertroffen, unter anderem in Zypern um 12,8 %, in Ungarn um 8,0 % und in Österreich um 9,9 %. In Dänemark, Spanien und Finnland fiel das Plus mit unter 2,0 % prozentual gesehen etwas geringer aus.
Quelle: AMI
Bonn - Lebensmittel werden immer teurer – dieses Gefühl beschleicht Verbraucherinnen und Verbraucher schon seit einigen Jahren beim Einkauf. Und das nicht ohne Grund, denn tatsächlich sind die Preise für Nahrungsmittel zwischen 2021 und 2025 um fast 32 Prozent gestiegen.
Was täuscht, ist der Eindruck, die Preise stiegen kontinuierlich und gleichmäßig immer weiter an. Vielmehr wechseln sich enorme Preisanstiege und Phasen stabiler oder sogar fallender Preise ab. Bestes Beispiel dafür waren zuletzt die Butterpreise. Sie stiegen zunächst rasant an, sind seit einigen Monaten aber wieder deutlich rückläufig.
Bei einem genaueren Blick auf die Lebensmittelpreisentwicklung der vergangenen Jahre fällt auf, dass bei den meisten Erzeugnissen vor allem 2022 und 2023 die Preise stark gestiegen sind. Danach gab es teils geringe Rückgänge, teils leichte Anstiege, die aber größtenteils noch unterhalb des allgemeinen Inflationsniveaus von jeweils 2,2 Prozent in den Jahren 2024 und 2025 lagen. Einen kontinuierlichen Preisanstieg, der – mit Ausnahme von 2022 – über dem allgemeinen Inflationsniveau lag, gab es über die vergangenen Jahre nur bei Obst.
Dementsprechend irreführend können Momentaufnahmen sein. Ein Beispiel: 2025 stiegen die Preise für Obst mit Abstand am stärksten, während bei Speisefetten und -ölen ein Rückgang zu verzeichnen war. Betrachtet man auch hier den Zeitraum seit 2021, zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Obst verteuerte sich seitdem um 22,5 Prozent. Bei Speisefetten und -ölen fiel der Preisanstieg mit 44,9 Prozent beinahe doppelt so hoch aus.
Quelle: proplanta/BLE
Die Preise für Stickstoffdünger sind sprunghaft gestiegen. Grund sind die Auswirkungen des eskalierenden Nahostkonflikts auf die Lieferungen durch die Straße von Hormus. Knapp ein Viertel des weltweit gehandelten Stickstoffdüngers – und ein bedeutender Anteil der gesamten globalen Stickstoffproduktion – passiert diesen strategisch wichtigen Seeweg. Die Harnstoffproduzenten im Nahen Osten haben ihre Angebote bisher ausgesetzt und kämpfen mit Transportproblemen in der Straße von Hormus.
Der Preis für Harnstoff, einen Stickstoffdünger, der üblicherweise aus Erdgas hergestellt wird, stieg in Ägypten, einem wichtigen Harnstoffproduzenten, um bis zu 13 Prozent auf 550 US-Dollar von 485 US-Dollar pro Tonne, berichtet Chris Lawson von der Beratungsfirma CRU Group. Der Preisanstieg spiegelte sich auch in den Importen nach Nordamerika wider, sagte Analyst Josh Linville von StoneX.
Im Hafen New Orleans stiegen die Preise um etwa 77 US-Dollar auf 606 US-Dollar. An den europäischen Importhäfen, etwa in Hamburg steigen die Harnstoffpreise steil an. Katar, Saudi-Arabien und Iran, drei der zehn größten Harnstoffexporteure weltweit, transportieren ihre Waren durch die Straße von Hormus und versorgen damit einen globalen Markt, der bereits unter Versorgungsengpässen leidet, da es an günstigem Erdgas aus Russland für europäische Hersteller mangelt, so Linville.
„Die Welt kämpft bereits mit Stickstoffmangel und hat nun zur ungünstigsten Jahreszeit einen massiven Schlag erlitten“, fügte er hinzu. Landwirte in Zentralnordamerika können zwar noch Harnstoff aus dem Persischen Golf beziehen, doch die zweimonatige Lieferzeit vom Verladen bis zur Ankunft im Mittleren Westen der USA bedeutet, dass eine längere Schließung der Straße dazu führen wird, dass der Dünger bei den Landwirten zu spät für die laufende Pflanzsaison eintrifft, erklärte Linville.
Sollten die Preise weiter steigen, könnte dies für die Landwirte unerschwinglich werden, von denen viele bereits mit Ernteausfällen in diesem Jahr rechnen.
Dünger-Exporte müssen die Straße von Hormus passieren
„Fast alle diese Exporte müssen die Straße von Hormus passieren“, so Rapier weiter. „Mit anderen Worten: Knapp ein Viertel des weltweit gehandelten Stickstoffdüngers – und ein bedeutender Anteil der gesamten globalen Stickstoffproduktion – passiert diesen einzigen strategisch wichtigen Seeweg, der nun durch einen Krieg bedroht ist.“ „Im Gegensatz zum Ölmarkt fehlt den Düngemittelmärkten ein nennenswerter strategischer Puffer. Die USA unterhalten eine strategische Ölreserve mit Hunderten Millionen Barrel Rohöl.
Es gibt jedoch keinen vergleichbaren Stickstoffdüngervorrat, der einen längeren Versorgungsengpass ausgleichen könnte“, berichtete Rapier. „Der Düngemittelhandel basiert größtenteils auf Just-in-Time-Lieferungen. Saisonale Nachfragespitzen fallen mit den Pflanzzyklen zusammen, und die Lagerbestände sind nicht darauf ausgelegt, größere geopolitische Schocks abzufedern.“
Der Nahe Osten war 2025 für 28 % der US-Harnstoffimporte verantwortlich und ist mit rund 20 Mio. Tonnen pro Jahr der weltweit größte Harnstoffexporteur. Dies entspricht 35 % des globalen Seehandels, wovon etwa ein Viertel auf den Iran entfällt. Sollten Lieferungen aus dem Nahen Osten verzögert oder unterbrochen werden, würde eine wichtige Harnstoffquelle fehlen, was voraussichtlich zu Versorgungsengpässen und steigenden Preisen führen würde.
Die Harnstoffproduzenten im Nahen Osten haben ihre Angebote bisher ausgesetzt und kämpfen mit Transportproblemen in der Straße von Hormus. Die US-Harnstoffimporte beliefen sich von Juli bis Februar auf insgesamt 2,35 Mio. Tonnen und lagen damit 5 % über dem Vorjahreswert und 1 % über dem Fünfjahresdurchschnitt (basierend auf Schätzungen von Argus und Daten des US Census Bureau).
Quelle: agrarheute
26.02.2026 (AMI) – Im Frische-Bereich schwächt sich die Teuerungsrate weiter ab. Mehrere Warengruppen wirken mit ihrem niedrigeren Preisniveau deutlich stärker als die Warengruppen mit höheren Preisen. Seit März 2024 liegt nun die niedrigste Teuerungsrate vor.
Dem AMI-Frischeindex zufolge zahlen die Verbraucher in den erst drei Februarwochen 2,4 % weniger als im Vorjahr. Vor allem günstigere Milch und Milchprodukte sowie Kartoffeln ziehen die Teuerungsrate aktuell in den negativen Bereich, während Eier und Rindfleisch dagegenhalten.
Eier mit der höchsten Teuerungsrate
Zuletzt hatte Rindfleisch die Position mit der höchsten Teuerungsrate. Doch seit Februar haben Eier die Warengruppe Rindfleisch knapp überholt. Aufgrund der Preiserhöhung zu Beginn des Jahres liegen die Verbraucherpreise für Eier nun 16,7 % über dem Vorjahresniveau. Da die Kontrakte in der Regel für das ganze Jahr gelten, dürfte das Niveau der Teuerungsrate für diese Warengruppe in den kommenden Monaten anhalten.
Schwächere Teuerungsrate bei Rindfleisch
Preiserhöhungen für verschiedene Rindfleischartikel im Basissortiment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) vor einem Jahr haben dazu geführt, dass sich die Teuerungsrate für Rindfleisch nun abschwächt. Während im November 2025 noch ein Spitzenniveau von 24,1 % erreicht wurde, fällt der Preisaufschlag mit 16,0 % aktuell etwas geringer aus. Dennoch bleibt diese Warengruppe einer der Treiber im Februar.
Schweinefleisch kostet dagegen aufgrund der zurückliegenden Preisreduzierungen im LEH 1,7 % weniger als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr waren die Preise auf den vorgelagerten Stufen deutlich zurückgegangen. Das Angebot an Schweinefleisch übertraf 2025 zum großen Teil den Bedarf. Die Verbraucherpreise folgten diesen Entwicklungen. Den zweiten Monat in Folge liegen diese nun unter dem Vorjahresniveau.
Milch und Milchprodukte weiterhin deutlich günstiger
Die niedrigste Teuerungsrate weist erneut die Warengruppe Milch und Milchprodukte auf. In den ersten drei Februarwochen zahlen die Verbraucher für diese Produkte 24,1 % weniger als im Vorjahr. Zurückzuführen ist dies auf die Preisreduzierungen der vergangenen Monate, denn im Februar sind die Preise im Basissortiment des LEH stabil geblieben. Das 250 g Päckchen Deutsche Markenbutter kostet damit weiterhin 0,99 EUR und somit 1,00 EUR weniger als Ende Februar 2025.
Quelle: AMI
26.02.2026 (AMI) – Ende Februar setzten die Preise an den Pulvermärkten ihre Aufwärtsbewegung fort. Damit konnten sich die Preise gegen die zuletzt schwächeren Tendenzen an den Rohstoffmärkten durchsetzen.
Am Markt für Molkenpulver wurde das Geschehen Ende Februar weiterhin maßgeblich durch die Nachfrage nach Molkenderivaten bestimmt. Darüber hinaus bestand Kaufinteresse an Ware in Lebensmittelqualität. Mit anziehenden Produktpreisen ging das gehandelte Volumen zum Monatsende zurück, insbesondere bei kurzfristigen Lieferterminen. Abschlüsse kamen überwiegend für längerfristige Lieferzeiträume zustande und erfolgten zu höheren Preisniveaus. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die weiterhin hohen Preise für Molkenkonzentrat. Auch am Markt für Futtermittelware zeigten sich feste Preistendenzen, bei insgesamt überschaubarem Handelsvolumen.
Die Butter- und Käse-Börse in Kempten ermittelte am 25.02.26 für Molkenpulver in beiden Qualitäten eine höhere Spanne als in der Vorwoche. Jene für Lebensmittelware wurde am unteren Ende um 30 EUR und am oberen um 20 EUR auf 1.180 bis 1.230 EUR/t heraufgesetzt. Die Spanne für Futtermitteware stieg im Mittel um 50 EUR auf 1.040 bis 1.090 EUR/t.
Quelle: AMI
26.02.2026 (AMI) – Im Jahr 2025 nahmen die bundesweiten Kuhschlachtungen im Vergleich zum Vorjahr ab. Mit Ausnahme des Januars bewegten sich die Stückzahlen im Jahresverlauf durchgehend unter dem Vorjahresniveau.
Im Dezember 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bundesweit insgesamt 78.471 Kühe geschlachtet. Das waren 0,6 % weniger als im Vorjahresmonat. Damit hat sich die seit Februar 2025 vorherrschende Abwärtstendenz im Vergleich zum Vorjahr fortgesetzt. Lediglich im Januar übertraf das Schlachtniveau die Vorjahreslinie um 3,3 %. In den folgenden Monaten bewegten sich die Kuhschlachtungen durchgehend darunter. Im Zuge dessen ergab sich auch in der Jahresbetrachtung ein Rückstand zum Vorjahr. Insgesamt gingen 937.777 Kühe im Jahr 2025 über die Schlachtbank. Damit wurde das Vorjahresniveau um 7,3 % verfehlt. Auch im Vergleich zu 2023 bedeutete das einen deutlichen Rückgang der Schlachtungen um 7,5 %.
Quelle: AMI
19.02.2026 (AMI) – Am Markt für Schnittkäse bestimmte in der zweiten Februarhälfte eine belebte Nachfrage das Bild. Die Absätze bewegten sich sowohl am Binnenmarkt als auch im Exportgeschäft auf hohem Niveau.
Zu Beginn der zweiten Februarhälfte war der deutsche Käsemarkt anhaltend von einer regen Nachfrage gekennzeichnet. Die Absätze verliefen in sämtliche Vertriebsrichtungen umfangreich. Vor allem die Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels bewegten sich weiter auf hohem Niveau. Aber auch in Richtung GV-Bereich floss umfangreich Ware und die Industrie rief Kontrakte zügig ab. Die rege Nachfrage beschränkte sich nicht nur auf den Binnenmarkt, ebenso bestand weiterhin Kaufinteresse aus anderen europäischen Mitgliedstaaten sowie von Drittländern. Insgesamt wurden die Absatzmöglichkeiten von Marktteilnehmern hier weiterhin als sehr gut eingeschätzt und die Exportgeschäfte verliefen auf stabilem Niveau.
In dieser Gemengelage war es zuletzt teilweise möglich leichte Preisaufschläge zu erzielen. Nach überwiegend stabilen Preisen seit Jahresbeginn tendierte das Preisgefüge zuletzt stabil bis leicht fester. Die Notierungskommission in Hannover schrieb Blockware am 18.02.26 in einer Spanne von 3,10 bis 3,40 EUR/kg fest. Das waren am unteren Spannenende 5 Ct mehr als in der Woche zuvor. Brotware wurde dagegen mit 3,15 bis 3,60 EUR/kg in einer zur Vorwoche unveränderten Spanne notiert.
Quelle: AMI
19.02.2026 (AMI) – Zu Beginn des Jahres bewegte sich die Milchanlieferung in Deutschland unter dem Vorjahresniveau. Etwa ab der zweiten Jahreshälfte holten die Milchmengen jedoch deutlich auf und übertrafen in der Summe von Januar bis Dezember das Niveau von 2024 deutlich.
Im Dezember 2025 stieg die bundesweite Milchanlieferung im saisontypischen Verlauf an und behielt dadurch den großen Vorsprung gegenüber den Vorjahresmengen bei. Insgesamt wurden in Deutschland knapp 2,81 Mio. t Rohstoff erfasst, oder umgerechnet auf einen Standardmonat mit 30,5 Tagen rund 2,76 Mio. t, und damit 7,8 % mehr als im Dezember 2024. In der Jahresbetrachtung erhöhte die Milchanlieferung dadurch den Vorsprung auf die Anlieferung im Vorjahr erneut. Von Januar bis Dezember 2025 wurden mit einem Volumen von 32,49 Mio. t, bereinigt um den Schalttag im Februar 2024, knapp 1,2 % mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor. Dabei lagen die erfassten Milchmengen bis einschließlich Juli noch unter der Vorjahreslinie, die expansiven Tendenzen in der zweiten Jahrshälfte glichen diesen Rückstand jedoch mehr als aus. Gleichsam befand sich die Milchspitze im Mai auf vergleichsweise niedrigem Niveau, während das Milchtal im Herbst aufgrund der außergewöhnlich hohen Anlieferungsmengen ausblieb.
Quelle: AMI
Eine neue Studie zeigt, wie der Klimawandel Grasflächen zu schaffen macht. Das betrifft Tierhalter weltweit.
Grünland prägt die Landschaft in Deutschland und ist Lebensgrundlage vieler Betriebe. 4,7 Millionen Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind Dauergrünland, wovon Tierhalter über die Hälfte als Weide oder Mähweide nutzen.
Weltweit sind es sogar mehr als 100 Millionen Menschen, die von der Weidewirtschaft leben, sowie bis zu 1,6 Milliarden Weidetiere. Umso alarmierender ist eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Durch den Klimawandel könnte ein großer Teil dieser Ressource verschwinden. Je nach betrachtetem Emissionsszenario verlieren laut PIK bis zum Jahr 2100 36 bis 50 Prozent der heute klimatisch geeigneten Weideflächen ihre Nutzbarkeit.
Klimawandel verschiebt Weideland-Bedingungen
Die Studie erschien in der Fachzeitschrift PNAS. Sie beschreibt zunächst einen „klimatisch günstigen Bereich“ für die Weidehaltung von Rindern, Schafen und Ziegen. Weidesysteme können sich demnach unter bestimmten klimatischen Bedingungen besonders gut entwickeln.
Nicht überall sind diese Bedingungen gegeben. So sind Temperaturen zwischen −3 und 29 Grad Celsius vorteilhaft und jährliche Niederschläge von 50 bis 2627 Millimetern pro Quadratmeter. Komplett werden die Bedingungen durch eine Luftfeuchtigkeit von 39 bis 67 Prozent sowie Windgeschwindigkeiten zwischen 1 und 6 Metern pro Sekunde.
„Der Klimawandel verschiebt diese klimatisch günstigen Bereiche weltweit und lässt sie deutlich schrumpfen, mit immer weniger Platz für Weidetiere“, sagt die Forscherin Chaohui Li. Maximilian Kotz, Koautor der Studie, ergänzt: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel die Flächen, in denen diese Form der Landwirtschaft funktionieren kann, deutlich einschränkt und landwirtschaftliche Praktiken erschwert, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben.“
Das trifft einige Weidetierhalter ärger als andere. „Besonders sind diese Veränderungen in Ländern zu spüren, wo die Menschen bereits unter Hunger, wirtschaftlicher und politischer Instabilität sowie hoher Geschlechterungleichheit leiden“, sagt Chaohui Li.
Tierhalter aller Kontinente betroffen
Ein niedriger Verlust an Weideflächen wird für ein Szenario gesehen, in dem die Welt konsequent Klimaschutz betreibt. Das heißt, eine Abkehr von Öl, Kohle und Gas vorantreibt und die Erwärmung damit begrenzt; hier liegen die projizierten Weideflächenverluste bei etwa 36 Prozent bis 2100.
Der schlimmste Fall tritt in einem fossil getriebenen „Weiter-wie-bisher“-Pfad mit sehr hohen Emissionen ein; unter diesem Szenario steigen die Verluste auf etwa 50 Prozent und in einigen Auswertungen und Landstrichen noch höher.
Grundsätzlich sind aber alle Regionen der Erde betroffen. Manche allerdings stärker als andere: Für Asien wird beispielsweise eine westwärts gerichtete Verlagerung der geeigneten Weidegebiete prognostiziert. Das heißt: weg von den heutigen konzentrierten östlichen Ebenen hin zu Binnen- und Hochlandregionen, wie etwa den mongolischen Grasländern oder den nordchinesischen Ebenen. In den Amerikas trifft es die Great Plains und die Weiden Brasiliens. In Europa wird für Teile Spaniens und die Alpen eine leichte Veränderung in den Weideflächen erwartet. Deutschland kommt weitgehend davon.
Am härtesten wird es Afrika treffen. Die geeigneten Graslandflächen könnten dort um 16 Prozent, bei niedrigen Emissionen, oder um bis zu 65 Prozent schrumpfen. Gute Bedingungen für Weidegründe verschieben sich und gelangen an die kontinentalen Grenzen Afrikas. „Diese Verschiebung weg von dem, was wir als klimatisch günstigen Bereich identifizieren, stellt gängige Anpassungsstrategien massiv infrage“, sagt Prajal Pradhan, Assistenzprofessor an der Universität Groningen, PIK-Forscher und Ko-Autor der Studie. „Ansätze wie die Haltung anderer Tierarten oder die saisonale Wanderung von Herden reichen angesichts der Größenordnung der Veränderungen nicht mehr aus.“
Grasland produziert nicht mehr genug Gras
Die Studie des PIK zeigt, dass in vielen heute bereits trockenen oder heiß-feuchten Regionen die Futterproduktion auf Grasland künftig nicht mehr ausreicht. Darum müssen Herden verkleinert, umgesiedelt oder ganz aufgegeben werden.
Die Studie verknüpft damit den Klimadruck mit einem bereits beobachteten Trend zur Verkleinerung der Tierzahlen. Fast die Hälfte der globalen Weideproduktion liegt in Gebieten, in denen die Bestände in den letzten Jahrzehnten schon um etwa 12 Prozent gesunken sind. Fallen Weideflächen weg, sind Wanderungs- oder sogar Fluchtbewegungen der Tierhalter möglich, was wiederum zu Konflikten führen kann. Rest-Grasland ist zudem von Überweidung gefährdet.
Quelle: agrarheute
Der Preisrückgang bei Kartoffeln hielt zuletzt an. Die Obst-, Getreide- und Rapspreise sind gesunken, Gemüse ist gestiegen. Rinder, Geflügel und Eier wurden besser bezahlt, Schweine und Milch nicht.
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Dezember 2025 um 8,3 % niedriger als im Dezember 2024. Im November 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -5,7 % gelegen, im Oktober 2025 bei -1,7 %.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat November 2025 um 1,6 %.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken um 11,5 % gegenüber Dezember 2024. Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse verbilligten sich um 6,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat entwickelten sich die Preise für Produkte aus pflanzlicher und tierischer Erzeugung im Dezember 2025 gegenläufig. So stiegen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 1,2 %, während die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um 3,0 % sanken.
Preisrückgang bei Speisekartoffeln hält an
Der Preisrückgang bei pflanzlichen Produkten um 11,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist erneut unter anderem auf die gesunkenen Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im Dezember 2025 um 48,0 % niedriger als im Dezember 2024. Im November 2025 hatte die Vorjahresveränderung bei -45,6 %, im Oktober 2025 bei -41,8 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2025 fielen die Speisekartoffelpreise um 1,5 %.
Preise für Obst, Getreide und Raps gesunken, für Gemüse gestiegen
Die Erzeugerpreise für Obst waren im Dezember 2025 um 18,5 % niedriger als ein Jahr zuvor. Preissenkungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -20,3 %.
Die Preise für Gemüse stiegen binnen Jahresfrist um 4,2 %, wobei insbesondere Salat (+15,0 %), Gurken (+11,7 %) und Champignons (+8,6 %) teurer waren. Preisrückgänge waren hingegen unter anderem bei Kohlgemüse und Tomaten zu beobachten, die sich binnen Jahresfrist um 28,9 % beziehungsweise 6,4 % verbilligten.
Getreide war im Dezember 2025 im Vergleich zum Dezember 2024 um 16,0 % günstiger. Die Preise für Handelsgewächse insgesamt lagen im Dezember 2025 um 4,9 % niedriger als ein Jahr zuvor. Auch Raps verbilligte sich um 9,4 % zum Vorjahresmonat.
Die Preise für Futterpflanzen waren mit einem Rückgang von 9,2 % im Vergleich zum Vorjahresmonat weiterhin rückläufig.
Preisanstieg bei Rindern, Geflügel und Eiern, Rückgang bei Schweinen und Milch
Der Preisrückgang für Tiere und tierische Erzeugnisse um 6,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Milch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im Dezember 2025 um 17,3 % niedriger als im Vorjahresmonat. Auch im Vergleich zum Vormonat November 2025 sanken die Preise für Milch (-6,1 %). Bei Eiern kam es binnen Jahresfrist zu einer Preissteigerung von 13,0 %.
Die Preise für Tiere lagen im Dezember 2025 um 1,2 % höher als im Dezember 2024. Maßgeblich dafür war der Preisanstieg bei Rindern um 27,1 %. Bei Schlachtschweinen sanken die Preise hingegen um 16,1 %. Die Preise für Geflügel waren im Dezember 2025 um 5,3 % höher als im Dezember 2024. Ausschlaggebend hierfür waren die Preissteigerungen bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) um 14,0 %. Bei Hähnchen kam es hingegen zu einem leichten Preisrückgang um 0,1 %.
Preise für landwirtschaftliche Produkte leicht gestiegen
Im Jahresdurchschnitt 2025 sind die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Vergleich zu 2024 um 0,3 % gestiegen. Im Jahr 2024 waren die Preise gegenüber dem Vorjahr um 1,1 % gesunken. Dabei sanken die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber dem Vorjahr um 9,6 %, während die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um 6,5 % stiegen, besonders für Milch (+8,9 %), für Eier (+6,8 %) und für Tiere (+4,8 %).
Bei den pflanzlichen Erzeugnissen verbilligten sich Kartoffeln (-44,0 %), Futterpflanzen (-8,6 %) und Gemüse (-8,2 %). Auch bei Getreide vergünstigten sich die Preise zum Vorjahr (-3,2 %). Preisanstiege verzeichneten 2025 im Vergleich zu 2024 dagegen Obst mit +2,5 % sowie Wein mit +1,6 % und Pflanzen und Blumen mit +1,3 %. Bei Handelsgewächsen verteuerten sich die Preise zum Vorjahr moderat um 0,1 %.
Quelle: topagrar
13.02.2026 (AMI) – Die chinesischen Einfuhren von Milchprodukten sind im Jahr 2025 in der Summe wieder gestiegen, nachdem sie in den Vorjahren sukzessive zurückgegangen waren. Vor allem Vollmilch- und Molkenpulver sowie Käse verzeichneten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr.
Chinas Importe von Milchprodukten haben sich im Jahr 2025 wieder erholt, nachdem sie zuvor drei Jahre in Folge zurückgegangen waren. Von Januar bis Dezember 2025 führte das Reich der Mitte, in Produktgewicht gemessen, 1,3 % mehr Waren ein als im Vorjahr.
Vor allem Molkenpulver, das mengenmäßig bedeutendste Importprodukt Chinas, verzeichnete im Jahr 2025 einen deutlichen Zuwachs um 9,7 %. Zusätzliche Ware wurde vor allem aus den USA und Polen bezogen.
Quelle: AMI
China hat am Donnerstag die Zölle auf EU-Milchprodukte im Wert von über 500 Millionen US-Dollar gesenkt. Dies ist das endgültige Ergebnis einer 18-monatigen Antidumpinguntersuchung. Selbst mit der Zollsenkung wird es für die EU schwierig bleiben, zu Neuseeland aufzuschließen, sagen Milchmarktanalysten.
Die hohen Importzölle waren als Reaktion auf die EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge verhängt worden. Die neuen Zölle auf Milchprodukte aus der EU liegen zwischen 7,4 % und 11,7 % und gelten ab dem 13. Februar für fünf Jahre. Sie ersetzen die im Dezember in einer vorläufigen Entscheidung festgelegten Zölle zwischen 21,9 % und 42,7 %, wie das chinesische Handelsministerium mitteilte.
Die Untersuchung umfasst verschiedene Milchprodukte, darunter Sahne und Käse. Diese Entwicklungen folgen ähnlichen Prüfungen anderer Produkte wie Brandy und Schweinefleisch. Alexander Anton, Generalsekretär der Europäischen Entwicklungsagentur (EDA), kommentierte: „Das ist ein Erfolg, aber Sie sind noch lange nicht wettbewerbsfähig.“ Er unterstrich damit die anhaltenden Wettbewerbsherausforderungen für EU-Milchprodukte auf dem chinesischen Markt trotz der Zollsenkung.
Im Jahr 2024 importierte China EU-Milchprodukte im Wert von 589 Millionen US-Dollar, die nun Gegenstand der Untersuchung waren. Auch die gesenkten Zölle könnten die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Produkten in China weiterhin beeinträchtigen und potenziell anderen Anbietern wie Neuseeland zugutekommen (keine Zölle). Gleichzeitig könnte die Anpassung auch chinesischen Produzenten Erleichterung verschaffen, die mit einem Überangebot und sinkenden Milchpreisen aufgrund schwacher Nachfrage zu kämpfen haben.
Zölle jetzt zwischen 7,4 und 11,7 Prozent
Am 3. Februar gab die EU bekannt, Chinas endgültige Berechnungen für die geplanten Antisubventionszölle auf EU-Milchprodukte erhalten zu haben. Die endgültigen Zölle sollen bis zum 21. Februar feststehen. Branchenverbände erklärten, die vorgeschlagenen Zölle lägen zwischen 7,4 und 11,7 Prozent und entsprächen damit der offiziellen chinesischen Ankündigung vom 12. Februar.
Dies ist bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Monaten, dass China die Zölle für EU-Produkte gesenkt hat, die nach der Einführung der Zölle auf Elektrofahrzeuge in der EU ins Visier genommen wurden. Brüssel hatte im Januar detaillierte Regeln für die Ersetzung der Zölle durch die von Peking geforderten Mindestpreisverpflichtungen veröffentlicht, obwohl zwischen den Vorschlägen weiterhin Unterschiede bestehen.
Chinas Antidumpinguntersuchung gegen Milchprodukte begann im August 2024 und hatte offenbar vor allem Auswirkungen auf + Milchexporteure wie Frankreich, Italien, Dänemark und die Niederlande. Die Untersuchung richtete sich gegen ungesüßte Milch und Sahne sowie gegen Frisch- und Schmelzkäse, darunter bekannte französische Sorten wie Roquefort und Camembert.
Trotz Zollsenkung schwieriger Markt für die EU
China, der drittgrößte Milchproduzent der Welt, importierte im Jahr 2025 Milchprodukte im Wert von 506,3 Millionen US-Dollar, die Gegenstand der Untersuchung waren. Dies entspricht einem Rückgang von 14 Prozent gegenüber 589 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Selbst mit den gesenkten Zöllen sind diese für chinesische Produzenten, die mit Überkapazitäten und sinkenden Preisen zu kämpfen haben, immer noch eine gute Nachricht. Im Januar kündigte das chinesische Landwirtschaftsministerium an, Maßnahmen zur Stabilisierung der Produktionskapazitäten im Rindfleisch- und Milchsektor zu beschleunigen.
„Selbst wenn der EU-Einfuhrzoll für Milchprodukte auf 11,7 Prozent sinkt, ist das immer noch positiv für chinesische Molkereien. Der reduzierte Zollsatz verhindert einen vollständigen Ausstieg von EU-Produkten und damit verbundene Rohstoffengpässe und gewährleistet gleichzeitig ein angemessenes Schutzniveau“, sagt die Milchanalystin Lian Yabing von Beijing Orient Agribusiness Consultants gegenüber Reuters. Chinas veränderte Verbraucherwünsche haben laut Analysten dazu geführt, dass sich die chinesischen Importeure auf margenstärkere Produkte konzentriert haben, wodurch die Importabhängigkeit gesunken ist.
Die Zölle auf EU-Milchimporte könnten auch Neuseeland, Chinas wichtigsten Lieferanten, begünstigen, dessen Produkte von einer stabileren Lieferkette und einem berechenbareren Handelsumfeld profitieren, so Yifan Li, Leiter des Bereichs Milchprodukte Asien bei StoneX gegenüber Reuters. „Selbst mit der Zollsenkung wird es für die EU schwierig bleiben, zu Neuseeland aufzuschließen“, sagte die Milchmarktanalystin Lian.
„Aufgrund des Handelsabkommens zwischen China und Neuseeland wurden die Zölle auf importierte neuseeländische Milchprodukte bereits pauschal auf null Prozent gesenkt.“
Mit Material von Reuters, dairynews.today, msn.com,
Quelle: agrarheute
Hessen weitet die BTV8-Handelsrestriktionszone aufgrund bestätigter Blauzungenfälle aus – erhebliche Verbringungsbeschränkungen für Rinder, Schafe und Ziegen.
Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat hat die Handelsrestriktionszone für die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV8) in Hessen ausgeweitet. Hintergrund sind bestätigte BTV8-Nachweise in einer Rinderhaltung im Landkreis Mainz-Bingen (Rheinland-Pfalz) sowie im Kreis Bergstraße (Hessen), teilte das Ministerium in seiner Pressemitteilung mit. Nach EU-Recht wird um jeden Ausbruchsbetrieb eine Sperrzone mit mindestens 150 Kilometern Radius eingerichtet. Dadurch reicht die bisher auf Südhessen und Teile Mittelhessens begrenzte Zone nun bis in große Teile Nordhessens. In dieser Zone gelten Einschränkungen für die Verbringung von Rindern, Schafen und Ziegen. Nur noch der Landkreis und die Stadt Kassel sowie der Werra-Meißner-Kreis liegen derzeit außerhalb der Sperrzone; alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte Hessens sind mittlerweile ganz oder teilweise betroffen.
Blauzunge: Impfung schützt Tiere vor schweren Krankheitsverläufen
Das Ministerium betont, dass sich das Blauzungenvirus über blutsaugende Stechmücken („Gnitzen“) verbreitet und insbesondere für Wiederkäuer schwerwiegende Krankheitsverläufe auslösen kann. Eine Impfung gegen die Serotypen 3, 4 und 8 wird dringend empfohlen, da bislang nur gegen BTV3 in Hessen eine hohe Impfquote vorliegt und diese keinen Kreuzschutz bietet. Für den Menschen besteht keine Gefahr, doch Halter sollten Symptome bei ihren Tieren ernst nehmen und den Hoftierarzt kontaktieren.
Quelle: agrarheute
12.02.2026 (AMI) – Der Absatz von Formbutter bewegte sich Mitte Februar, bei unveränderten Preisen, fortgesetzt auf einem hohen Niveau.
Die Nachfrage nach abgepackter Butter verlief in der ersten Februarhälfte auf einem erhöhten, aber saisonüblichen Niveau. Die Marktbeteiligten waren mit dem Absatz des Lebensmitteleinzelhandels sehr zufrieden. Auch laut nationaler Verkaufsstatistik bewegten sich die Abrufe zuletzt über dem Vorjahresniveau. Unter anderem das vergleichsweise niedrige Verbraucherpreisniveau dürfte die Nachfrage der Konsumenten beflügeln. Seit Anfang Dezember 2025 zahlen diese für ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment 0,99 EUR. Das entsprach teils weniger als der Hälfte des Vorjahrespreises. Auch Mitte Februar bedeutete dies einen Preisvorteil von 1,20 EUR/250-Gramm-Päckchen gegenüber dem Preisniveau zur gleichen Zeit im Jahr 2025. Zudem warb der Handel weiterhin mit zahlreichen Angebotsaktionen für Markenbutter, die preislich jedoch oberhalb des Preiseinstiegssegment angeordnet war.
Auf der Verarbeitungsebene stellte sich das Preisgefüge in der ersten Monatshälfte kontraktbedingt unverändert dar, nachdem es auch über den Monatswechsel zu keiner Anpassung der Molkereiabgabepreise gekommen war. Mit 3,65 bis 4,85 EUR/kg wurde geformte Ware am 11.02.26 auch an der Butter- und Käse-Börse in Kempten auf bisherigem Niveau unverändert notiert.
Quelle: AMI
Ein besseres Krisenmanagement ist das wesentliche Ergebnis des Berliner Milchgipfels. Verantwortlich dafür sollen die Landwirte sein.
Wer als Milchbauer schnelle Hilfen vom Berliner Krisengipfel erwartet hatte, sieht sich enttäuscht. CSU-Agrarminister Alois Rainer hatte nach ersten Bauernprotesten, unter anderem in München und Stuttgart, zwar zügig reagiert und Erzeuger, Molkereien und Lebensmittelhandel heute (11.2.) nach Berlin an einen Tisch geholt.
Nach Auffassung von BDM-Sprecher Hans Foldenauer zeigt der zügig anberaumte Branchengipfel, dass der Minister das Problem auf den Höfen erkannt habe. Doch die Branche wurde sich, wieder einmal, nicht einig, wie sich der Milchmarkt stabilisieren lässt. Stattdessen sollen eher die Folgen abgemildert werden.
Steuerfreie Rücklage: Rainer spricht mit dem Finanzminister
Dem Vernehmen nach bestand Konsens unter den zehn beteiligten Verbänden, das einzelbetriebliche Risikomanagement der Landwirte zu stärken. Agrarminister Rainer hatte auf dem Gipfel zugesichert, die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage anzupacken.
„Wir sind dazu bereits in Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium“, versicherte Rainer. Gut sei, dass die Tarifglättung bei der Einkommensteuer bis Ende 2028 verlängert wurde. Sie hilft aus Sicht des Ministers, die Steuerlast bei stark schwankenden Gewinnen abzumildern.
Daneben setzt der Minister auf verstärkte Milchexporte. Mit der Agrarexportstrategie will die Bundesregierung Unternehmen unterstützen, kaufkräftige Märkte zu erschließen und ihre Ausfuhren nachhaltig zu steigern. Rainer stellte zudem den weiteren Abbau bürokratischer Auflagen in Aussicht.
Brüssel soll Milchmarkt weiter beobachten
Ein schneller Milchlieferverzicht gegen Entschädigung (Art. 219 GMO), wofür vor rund 14 Tagen AbL- und BDM-Bauern unter anderem in München demonstrierten, ist vorerst nicht in Sicht. So habe Rainer die Europäische Kommission gebeten, die Lage am Milchmarkt weiter „intensiv“ zu beobachten.
„Wenn es nötig ist, muss die Kommission angemessene Vorschläge für Maßnahmen im Milchsektor liefern“, so der Minister nach dem Gipfel.
AbL-Vertreterin Berit Thomsen ist enttäuscht, dass man sich bei dem Treffen nicht auf eine präventive Krisenvorsorge einigen konnte, die Milchbauern eine dauerhafte Kostendeckung ermöglicht. So forderten die Vertreter von AbL, BDM und LSV Deutschland, neben dem freiwilligen Lieferverzicht verbindliche Verträge vor Lieferung mit klaren Regelungen zu Preis, Menge, Qualität und Laufzeit (Art. 148 GMO).
Mittelfristig soll nach Ansicht der drei Organisationen ein verbindliches Marktkrisen-Managementsystem etabliert werden, damit sich Molkereien und Landwirte frühzeitig Marktentwicklungen anpassen können. Rainer sicherte den Beteiligten zu, in weiteren Runden nach Lösungen suchen zu wollen.
Lebensmittelhandel hält strategische Vorsorge für nötig
Eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage hatte im Vorfeld des Gipfels auch Karsten Schmal, DBV-Milchpräsident, gefordert. Ebenso betonte er, die Milchbauern benötigten valide Prognosemodelle und Unterstützung bei Preisabsicherungssystemen.
Vertreter des Lebensmittelhandels unterstützten Schmals Forderung. Nach Auffassung des Handels ist die „weltweite Überkapazität bei Milch“ hauptsächlich Schuld am aktuellen Preisverfall. „Wirtschaft und Politik müssen deshalb verstärkt Wege des Risikomanagements in den Blick nehmen“, so BVLH-Präsident Björn Fromm.
Seiner Ansicht nach könnten die Landwirte nur gestärkt werden, wenn wiederkehrende weltweite Marktschwankungen durch strategische Vorsorge abgefedert werden. So habe der Handel bereits im vergangenen September vor einer Milchkrise gewarnt.
Schwacher Lichtblick am Milchmarkt
Ein kleiner Lichtblick zeigt sich indes am Milchmarkt. Nach derzeitigem Stand scheinen die Milchpreise ihren Tiefpunkt erreicht zu haben. „Eine Bodenbildung ist erkennbar“, bestätigt Markus Seemüller, Geschäftsführer der Bayern MEG.
„Für März wurde in Bayern die 40-Cent-Mindestmarke bei zahlreichen privaten Molkereien (bei 4,2 % Fett) gesichert“, so Seemüller. Im Norden Deutschlands seien zudem für Februar 37 Cent fix, in Westdeutschland 38 Cent (jeweils bei 4 % Fett).
Quelle: agrarheute
Der EU-Rechnungshof warnt vor der geplanten GAP-Reform: Landwirte könnten länger auf ihr Geld warten müssen, der Wettbewerb wird verzerrt.
Der Europäische Rechnungshof (ECA) warnt vor der geplanten Abschaffung des EU-Agrarhaushalts: Durch den großen Einheitsfonds würde die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zwar flexibler, aber auf Kosten klarer Regeln und vergleichbarer Budgets. Damit setze die EU das Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Landwirte in Europa ernsthaft aufs Spiel.
Der Rechnungshof legte heute (9.2.) eine Stellungnahme zu den Vorschlägen der EU-Kommission über die nächste GAP-Reform und die gemeinsame Marktorganisation (GMO) vor. Den bislang eigenständigen EU-Agrarhaushalt in den neuen Einheitsfonds, die sogenannten nationalen und regionalen Partnerschaftspläne (NRPP) zu integrieren, gefährde die Klarheit, Planbarkeit und Verlässlichkeit der Ausgaben für die Landwirtschaft, sagen die Rechnungsprüfer.
Einheitsfonds NRPP ersetzt bewährten Agrarhaushalt
Die EU-Kommission schlägt bekanntlich vor, den Agrarhaushalt im jeweiligen nationalen Einheitsfonds NRPP aufgehen zu lassen. Die zwei Säulen der GAP aus Einkommensstützung und ländlicher Entwicklung (ELER) sollen wegfallen. Für die Einkommensstützung der Landwirte wird ein Mindestbetrag von 293,7 Mrd. Euro für die Jahre 2028 bis 2034 vorgesehen (“ringfenced“). Aus dem Einheitstopf müssen aber nicht nur Direktzahlungen und sektorale Maßnahmen, sondern auch die meisten bisherigen ELERMaßnahmen finanziert werden.
Komplizierte Struktur untergräbt die Vereinfachung der GAP
Der Rechnungshof moniert, dass durch diese Konzentration der Mittel die Gelder für die GAP erst feststünden, wenn alle NRP der Mitgliedstaaten vom Rat beschlossen seien. Bis dahin hätten weder die Landwirte noch die Agrarverwaltungen Klarheit über das tatsächliche Finanzvolumen. Das werde Entscheidungen für die Investitions- und Betriebsplanung erschweren.
Die komplizierten Regelungen für die Erstellung und Annahme der NRPP und die komplexe rechtliche Struktur der GAP könnten für Unsicherheit bis hin zu einer verzögerten Auszahlung der Mittel sorgen. Das Ziel einer Vereinfachung könnte letztlich untergraben werden.
Haushaltszusagen sind politisch unsicher
Als politisch und planerisch unsicher kritisieren die Rechnungsprüfer die Ankündigung, 10 % der nicht zweckgebundenen Mittel, mindestens 48,7 Mrd. Euro, für ländliche Gebietskulissen sowie zusätzliche rund 45 Mrd. Euro aus dem Flexibilitätsbetrag für die Unterstützung der Landwirte und ländlichen Räume zu sichern. Dies hat die EU-Kommission kürzlich angekündigt, um den Widerstand der Landwirtschaft gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten zu brechen.
Wettbewerbsverzerrungen durch nationale Regelungen
Der Rechnungshof warnt, der geplante größere Spielraum der Mitgliedstaaten bei der Ausgestaltung von Interventionen und zentralen Begriffen der GAP („aktiver Landwirt“, „kleiner Landwirt“) berge das Risiko eines ungleichen „level playing field“ und von Wettbewerbsverzerrungen im Binnenmarkt.
Der Verlust gemeinsamer Elemente der GAP, kombiniert mit national sehr unterschiedlichen Definitionen und Zielsetzungen könnten zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen für Landwirte in den verschiedenen Mitgliedstaaten führen.
Degression der Flächenprämien mit unklaren Folgen
Auch den Ansatz zur Degression der Flächenprämien und zur Stärkung gekoppelter Beihilfen sehen die EU-Rechnungsprüfer mit Unbehagen. Nach dem Willen der Kommission sollen degressive und gedeckelte Flächenprämien die Einkommensstützung stärker auf kleinere und mittlere Betriebe konzentrieren.
Der Rechnungshof kritisiert jedoch, dass unklar sei, wie die Mitgliedstaaten die Degression konkret umsetzen. Die Wirkung auf verschiedene Betriebstypen sei somit schwer abzuschätzen.
Zudem könne die Ausweitung der gekoppelten Stützung auf bis zu 20 % der relevanten Mittel und auf zusätzliche Agrarprodukte das Risiko eines ungleichen Wettbewerbs erhöhen.
Mit Material von ECA
Quelle: agrarheute
10.02.2026 (AMI) – Der Bio-Markt in Deutschland setzt seinen Erfolgskurs fort: Bereits das zweite Jahr in Folge verzeichnet der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken ein deutliches Wachstum. Für 2025 ermittelt der Arbeitskreis Biomarkt einen Anstieg der Verbraucherausgaben um 6,7 %.
Im Jahr 2025 gab es einen spürbaren Aufschwung des deutschen Bio-Markts. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken wuchs mit durchschnittlich 6,7 % auf ein neues Rekordniveau von 18,23 Mrd. EUR. Der Bio-Markt in Deutschland hat in den letzten Jahren Auf und Abs erlebt. Während der Corona-Pandemie sorgten ein wachsendes Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein und ein Wegfall des Außer-Haus-Verzehrs für einen deutlichen Bio-Boom. Mit dem Ukraine-Krieg, hoher Inflation und steigenden Energiepreisen ging die Nachfrage 2022 spürbar zurück, da viele Verbraucher zu günstigeren Alternativen griffen. Seitdem wachsen die Verbraucherausgaben für Bio-Lebensmitteln jährlich. Bereits 2024 wurde die Umsatzmarke von 17 Mrd. EUR überschritten.
Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt (inklusive Getränke, ohne Tabak) ist 2025 auf 6,5 % gestiegen. Die Hochrechnung beruht auf Daten der Marktforschungsinstitute YouGov (ehemals das Consumerpanel der GfK), NielsenIQ, bioVista, BNN und Simon Döring Bio-Berater (SDS). Neben dem Wachstum des Bio-Umsatzes ist auch die gekaufte Menge auf einem ähnlichen Niveau gewachsen. Dies zeigt, dass Verbraucher mehr Bio-Produkte nachfragen, ohne dass sich im Schnitt die Preise verändert haben.
Der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wuchs 2025 um durchschnittlich 8,7 % auf insgesamt auf 12,76 Mrd. EUR. Damit generiert der LEH 70 % des gesamten Bio-Umsatzes, noch einmal mehr als im Jahr zuvor.
Quelle: AMI
Die Blauzungenkrankheit (BTV) wird im EU-Recht ab dem 15. Juli 2026 nur noch als D + E-Seuche eingestuft. Welche Änderungen das für das Verbringen von Tieren aus betroffenen Regionen bringt, wird derzeit diskutiert.
Diese Nachricht dürfte bei Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltern für Aufmerksamkeit sorgen: Die Blauzungenkrankheit (BTV) aller Serotypen 1 bis 24 wird nach EU-Seuchenrecht ab Mitte Juli 2026 herabgestuft. Statt wie bislang als C + D + E-Seuche gilt BTV dann nur noch als D + E-Seuche. Grundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) 2026/169 der Kommission vom 26. Januar 2026.
Hinter den Buchstaben steckt mehr als Bürokratie: Kategorie-C-Seuchen dienen vor allem dem Schutz seuchenfreier Gebiete und laufender Tilgungsprogramme. Kategorie D zielt darauf ab, die Weiterverbreitung über Tiere oder Produkte zu verhindern. Kategorie E verpflichtet zu Überwachung und Meldung. Mit dem Wegfall der Kategorie C entfällt formal ein zentraler Baustein des bisherigen BTV-Regimes.
Aktuelle Lage: Tierhandel in BTV-Gebieten
In Deutschland ist der Blauzungen-Serotyp 3 inzwischen flächendeckend verbreitet – und zwar in einem Umfang, der dazu geführt hat, dass es für BTV-3 keine Einschränkungen mehr im innerdeutschen Tierverkehr gibt.
Anders stellt sich die Situation bei BTV-8 dar. Hier wurden (Stand 5. Februar) bislang 30 Fälle gemeldet, verteilt auf Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Für diesen Serotyp gelten weiterhin klare Auflagen: Das Verbringen empfänglicher Wiederkäuer aus Restriktionszonen in BTV-freie Gebiete ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich – etwa mit Impfschutz oder Repellentbehandlung und dem gleichzeitigen Nachweis der BTV-8-Freiheit der Tiere.
Besonders deutlich wird das in Bayern. In den viehstarken Regierungsbezirken Ober- und Niederbayern sowie Schwaben werden allein bei Nutzkälbern wöchentlich mehrere tausend Tiere auf BTV-8 untersucht, damit sie in BTV-freie Regionen zu Fresserzeugern oder Bullenmästern verbracht werden können.
Ab Juli 2026: Erleichterungen oder neue Hürden?
Mit der Herabstufung aller BTV-Serotypen stellt sich die zentrale Frage: Wird der Tierverkehr tatsächlich einfacher? Nach Auskunft eines Sprechers des für Seuchenfragen zuständigen Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bleibt die grundsätzliche Verantwortung weiterhin beim Unternehmer. Er muss das Risiko einer Seuchenausbreitung minimieren.
Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass es ab dem 15. Juli 2026 keine BTV-Restriktionszonen und keine BTV-spezifischen Auflagen mehr für das innerdeutsche Verbringen empfänglicher Tiere geben wird. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Ländern, die für die Umsetzung des Tiergesundheitsrechts zuständig sind.
Hinzu kommt: In der delegierten Verordnung 2021/620 werden künftig keine Mitgliedstaaten oder Zonen mehr mit dem Status „seuchenfrei für BTV“ oder mit zugelassenen Tilgungsprogrammen ausgewiesen. Die konkreten Tiergesundheitsbedingungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit lebenden Tieren, Produkten und Zuchtmaterial werden derzeit überarbeitet.
Skepsis in der Praxis: Kommt wirklich Entlastung?
In Fachkreisen wird bezweifelt, dass die Umstufung automatisch zu spürbaren Erleichterungen führt. Diskutiert wird vielmehr ein Ansatz, der nicht mehr auf „seuchenfreie Zonen“ abstellt, sondern auf Herkunft und Vorgeschichte der Tiere. Demnach dürften Tiere nur dann ohne Auflagen verbracht werden, wenn sie mindestens in den letzten 60 Tagen vor der Verbringung – oder seit der Geburt – in einem Gebiet mit mindestens 150 Kilometern Radius gehalten wurden, in dem in den vergangenen zwei Jahren keine BTV-Infektion gemeldet wurde.
Genau diese Formulierung findet sich auch in einem Schreiben des Bundesverband Rind und Schwein an seine Mitgliedsorganisationen. Sollte sich dieses Modell durchsetzen, wäre von einer echten Vereinfachung des Tierhandels kaum zu sprechen.
Neue Seuchenregel zur Blauzungenkrankheit: Entscheidende EU-Regeln noch in Arbeit
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) weist auf Nachfrage darauf hin, dass der Rechtsetzungsprozess zur Änderung der Verordnung (EU) 2020/688 noch nicht abgeschlossen ist. Solange das Verfahren läuft, lassen sich keine belastbaren Aussagen zu den künftigen Verbringungsregelungen treffen. Nach Abschluss liegt die konkrete Ausgestaltung bei den Ländern – ebenso wie schon heute die innerdeutschen Anforderungen zu BTV.
Auch das bayerische Umwelt- und Verbraucherschutzministerium verweist auf die noch ausstehende Überarbeitung der delegierten Verordnung 2020/688. Aus München heißt es, man habe sich aktiv für die Herabstufung eingesetzt. Die EU-rechtliche Neubewertung von BTV sei ein wichtiger erster Schritt im Rahmen der Entbürokratisierungsmaßnahmen der EU-Kommission im Tiergesundheitsrecht
Einordnung: So funktionieren die Seuchenkategorien A bis E
Das EU-Seuchenrecht teilt anzeigepflichtige Tierseuchen bei Rindern in fünf Kategorien ein – vonA bis E. Maßgeblich sind das Risikopotenzial und die notwendigen Maßnahmen. Kategorie-A-Seuchen gelten als hochgefährlich und erfordern sofortige, umfassende Tilgungsmaßnahmen, etwa bei der Maul- und Klauenseuche. Kategorie-B-Seuchen stehen unter „Überwachung und Tilgung“. Dazu zählt beispielsweise die Rindertuberkulose.
Kategorie-C-Seuchen werden mit „Überwachung und Kontrolle“ beschrieben; ihre Ausbreitung soll durch gezielte Maßnahmen verhindert werden. Hierzu gehören unter anderem BVD, IBR/BHV1 und – bis Juli 2026 – auch BTV. Bei Kategorie-D-Seuchen liegt der Schwerpunkt auf Handelsbeschränkungen und der Zertifizierung der Tiergesundheit, wobei die nationalen Behörden mehr Spielraum für den innerstaatlichen Handel haben. Kategorie-E schließlich umfasst Seuchen mit Überwachungs- und Meldepflicht.
Ab dem 15. Juli 2026 wird die Blauzungenkrankheit als D + E-Seuche eingestuft. Wie stark die Behörden dann eingreifen müssen, hängt weiterhin von dieser Einordnung ab – von drastischen Maßnahmen bei Kategorie A bis hin zu reinen Überwachungsprogrammen bei C bis E.
Quelle: agrarheute
06.02.2026 (AMI) – Im Jahr 2025 wies die Milcherzeugung in den bedeutendsten Drittstaaten einen Aufwärtstrend auf. Insbesondere in den USA und in Argentinien wurde mehr Milch produziert als im Vorjahr. Lediglich in Australien zeigte die Anlieferung eine leicht rückläufige Entwicklung, allerdings ausgehend von einem vergleichsweise hohen Vorjahresniveau.
Die Milchproduktion der wichtigsten Exportregionen außerhalb der Europäischen Union entwickelte sich im Jahr 2025 überwiegend expansiv. Insgesamt erzeugten die USA, Neuseeland, das Vereinigte Königreich, Argentinien und Australien knapp 163,6 Mio. t Milch und damit schalttagsbereinigt etwa 3,2 % mehr als im Vorjahr.
Diese Entwicklung war dabei in erster Linie auf die Steigerung in den Vereinigten Staaten von Amerika zurückzuführen. Hier wurden in absoluten Zahlen rund 2,5 Mio. t mehr Milch erzeugt als im Jahr 2024. Insgesamt ergab sich dadurch für 2025 eine Milchmenge von 105,0 Mio. t, gut 2,8 % mehr als im Vorjahr und gleichzeitig ein neuer historischer Höchststand. Vor allem im zweiten Halbjahr von 2025 hat sich das Rohstoffaufkommen deutlich über dem Vorjahr bewegt.
Quelle: AMI
05.02.2026 (AMI) – Im Dezember setzte sich der Rückgang der Preise für konventionell erzeugte Milch fort. Grund dafür war der vorangegangene Preisverfall an den Produktmärkten, der durch das hohe Rohstoffaufkommen ausgelöst wurde. Für eine nachhaltige Erholung des Marktes ist jedoch eine spürbare Entlastung des Angebotsdrucks erforderlich.
Im Dezember haben die Molkereien in Deutschland ihre Auszahlungspreise für konventionell erzeugte Kuhmilch erneut kräftig gesenkt. Nach Schätzungen der AMI lag der bundesweite Durchschnittspreis bei etwa 43,4 Ct/kg für Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Dies entspricht einem Minus von 3,1 Ct/kg im Vergleich zum Vormonat. Die Milcherzeugerpreise haben sich somit zügig der psychologisch bedeutenden 40-Cent-Marke angenähert.
Immer mehr Molkereien unter der 40-Cent-Marke
Nachdem im November lediglich einzelne Molkereien einen Grundpreis von unter 40,0 Ct/kg gezahlt hatten, rutschte die Auszahlungsleistung im Dezember bei immer mehr Molkereien unter diese Schwelle. Im AMI-Milchpreisvergleich war dies bei insgesamt 23 Molkereien der Fall, die rund 42 % der in Deutschland erfassten Milchmenge aus konventioneller, gentechnikfreier Fütterung repräsentieren.
Butter- Pulververwertung eingebrochen
Die gesunkenen Milcherzeugerpreise im Dezember resultieren aus den drastischen Preisrückgängen bei den Verarbeitungsprodukten im Herbst des vergangenen Jahres. Die Molkereien standen vor erheblichen logistischen Herausforderungen, das hohe Rohstoffaufkommen zu bewältigen. In den Werken wurden Kapazitätsgrenzen erreicht, und die zusätzliche Milch konnte nur durch Preiszugeständnisse vermarktet werden. Dies zeigte sich vor allem im Handel mit Rohstoffen. Auch die Preise für Commodities wie Butter und Milchpulver gaben stark nach. Schnittkäse konnte sich den rückläufigen Tendenzen ebenfalls nicht entziehen.
Im Januar haben sich die Milchmärkte stabilisiert. Treibende Kraft war die durch das stark abgesenkte Preisniveau gestiegene Nachfrage nach Molkereiprodukten. Allerdings belastet das weiterhin hohe Rohstoffaufkommen auf nationaler und internationaler Ebene den Markt. Die Verwertungen lagen im Januar nahezu produktübergreifend deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Richtungsweisend bleibt der Leitindex aus Butter und Magermilchpulver, der nur noch knapp über der 30-Cent-Marke liegt. Da die Milcherzeugerpreise den Produktmärkten zeitverzögert folgen, ist auch im ersten Quartal 2026 mit weiteren Rückgängen zu rechnen. Im Januar dürfte das Minus nochmals deutlich ausfallen, bevor sich die Abschläge danach abschwächen.
Quelle: AMI
05.02.2026 (AMI) – Die bundesweite Milchanlieferung legte im Januar kontinuierlich zu und bewegte sich dabei anhaltend deutlich über dem Vorjahresniveau.
Im Verlauf der zweiten Januarhälfte hat das Milchaufkommen in Deutschland, dem saisonalen Verlauf folgend, weiter leicht zugenommen. Für die 4. Kalenderwoche ermittelte die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) einen Zuwachs von 0,5 % im Vergleich zur Vorwoche. Damit übertrafen die Rohstoffmengen das Vorjahresniveau zuletzt um 6,4 % und bewegten sich anhaltend auf einem überdurchschnittlichen Niveau. In der Summe der ersten 4 Kalenderwochen von 2026 ergab sich dadurch ein Zuwachs von 6,4 % gegenüber der entsprechenden Vorjahresmenge. In Frankreich entwickelte sich die Milchanlieferung, entgegen ihrem saisonal üblichen Trend, leicht rückläufig. Im Vergleich zur Vorwoche lieferten die Milchbauern knapp 0,5 % weniger Rohstoff an die Molkereien. Das Niveau der Vorjahreswoche wurde dabei allerdings weiterhin sehr deutlich um 4,7 % überschritten.
Quelle: AMI