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Marktentwicklung

Milchprodukte: EU-Exporte schwächeln

Im Januar haben die Exporte von Milchprodukten in Milchäquivalent betrachtet gegenüber dem Vorjahr leicht nachgegeben. Damit konnten sich die positiven Tendenzen von 2019 nicht fortsetzten. In der Summe wurde rund zwei Prozent weniger Ware aus der EU in Drittstaaten geliefert als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren im Wesentlichen die stark gesunkenen Lieferungen von Magermilchpulver, dem im vergangenen Jahr noch mengenmäßig bedeutendsten Exportprodukt, auf den Weltmarkt. Aber auch bei Kondensmilch, Molkenpulver und Kasein wurden die Mengen des Vorjahres teils deutlich verfehlt.

Die stärksten Einbußen mussten die EU-Exporteure im Januar bei Magermilchpulver hinnehmen. Die Lieferungen in Drittstaaten sind insgesamt um gut 29 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahresmonat. Beeinflusst wurde diese Entwicklung im Wesentlichen durch die deutlich gesunkenen Lieferungen nach China. Als bedeutendster Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU hat das Reich der Mitte zu Jahresbeginn gut ein Viertel weniger Ware abgenommen als zwölf Monate zuvor. Andere mengenmäßig bedeutenden Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU haben im Januar hingegen mehr Ware importiert. So konnten die Exporteure beispielsweise neun Prozent mehr Ware in Ägypten absetzen. Gleichzeitig sind die Lieferungen nach Nigeria (+25 Prozent) und nach Saudi-Arabien (+31 Prozent) deutlich gestiegen. In die genannten Länder konnten die Exporteure in Deutschland vergleichsweise hohe Anteile liefern. So hat beispielsweise Nigeria knapp die Hälfte seiner Importe aus der EU mit Ware aus Deutschland bezogen.

Weiterhin positiv gestaltete sich die Entwicklung der Käseexporte. Hier konnten die EU-Exporteure im Januar rund 19 Prozent mehr Ware am Weltmarkt platzieren als im Januar 2019. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die deutlich gestiegenen Ausfuhren in die USA. Als mengenmäßig bedeutendster Abnehmer von Käse aus der EU haben die Vereinigten Staaten rund 46 Prozent mehr Ware importiert als im Januar 2019. Dabei hat besonders Italien von der gestiegenen Importnachfrage seitens der USA profitiert. Ebenfalls zugelegt haben die Lieferungen von Vollmilchpulver auf den Weltmarkt. Die Mitgliedsstaaten konnten das Exportvolumen zu Jahresbeginn um 5,5 Prozent ausdehnen.

Starke Anstiege zeigten sich bei den Exporten von Butter und Butteröl. Die Exporte aus der EU haben im Januar um insgesamt gut 77 Prozent zugelegt. Dabei wurde rund acht Prozent mehr Ware in die USA geliefert. Die Vereinigten Staaten sind der größte Abnehmer von Butter aus der EU. Für den Anstieg der Gesamtexporte aus der Union sind jedoch die deutlich gestiegenen Lieferungen nach Saudi-Arabien, Marokko und in die Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich. AMI
Quelle: topagrar

Uneinheitliche Preisentwicklungen bei Schnittkäse

02.04.2020 (AMI) – Der Markt für Schnittkäse zeigte sich über den Monatswechsel weitgehend ausgeglichen. Dabei bewegte sich der Absatz im LEH auf einem erhöhten Niveau. Die Bestandssituation in den Reifelagern war weithegend unverändert. Preislich zeigten sich uneinheitliche Tendenzen.
Der Markt für Schnittkäse war über den Monatswechsel mengenmäßig in einer weitestgehend ausgeglichenen Verfassung. In den einzelnen Absatzkanälen, wie auch in preislicher Hinsicht, stellte sich das Bild aber uneinheitlich dar. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ruft nach wie vor sehr umfangreiche Mengen bei den Herstellern ab. Durch die Verlagerung des Konsums in die eigenen vier Wände hat sich der Bedarf der Verbraucher auf einem erhöhten Niveau eingependelt. Teils versuchen die Hersteller ihre Produktion in diese Richtung anzupassen. Zumeist zu Lasten von Produkten für den GV-Bereich und den Food Service, die derzeit in bestimmten Bereichen deutlich geringere Mengen nachfragen. Bei der Industrie fiel der Bedarf, je nach Produktstruktur und Absatzmöglichkeiten, unterschiedlich aus. Im Export wurde der Warenabfluss als stetig eingeschätzt, vor allem bei haltbaren Produkten für den LEH. Alles in Allem berichten die Molkereien für die zurückliegenden Wochen von umfangreichen Abrufen, wodurch sich eine recht stabile Bestandssituation ergab. Der zusätzliche Absatz in Richtung Handel konnte den Wegfall im GV-Bereich und Teilen der Industrie größtenteils auffangen.
Auch wenn sich der Markt dadurch in der Summe recht ausgeglichen präsentierte, war die preisliche Situation in der Detailbetrachtung uneinheitlich. Während Artikel für den privaten Konsum gesucht und teils knapp waren, gab es in den Werken noch Ware für den GV-Bereich, die noch abgesetzt werden musste. Letzteres war teils nur mit Preiszugeständnissen möglich, sodass sich am Spotmarkt zuletzt auch schwächere Erlösmöglichkeiten zeigten. In den langfristigen Verträgen, beispielsweise mit dem Handel, waren die Tendenzen hingegen fester.
Quelle: AMI

Auszahlungsleistung für Bio-Milch im Februar stabil

02.04.2020 (AMI) – Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch lagen im Februar dieses Jahres im Bundesdurchschnitt in etwa auf dem Vormonatsniveau. Damit haben sich die festeren Tendenzen, die seit August 2019 zu erkennen waren, nicht fortgesetzt. Die Mehrheit der Molkereien hat dabei die Auszahlungsleistung im Vergleich zu Januar konstant gehalten.
Im Februar zeigten sich die Milchpreise im Bundesgebiet überwiegend stabil. Die Bio-Milchbetriebe erhielten im bundesweiten Schnitt nach ersten Schätzungen der AMI rund 47,6 Ct/kg für ihren ökologisch erzeugten Rohstoff mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das war so viel wie im Vormonat. Damit hat sich die Befestigung der Bio-Milchpreise, die in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres das Bild dominierte, vorerst nicht fortgesetzt. Nachdem die Auszahlungsleistung im Januar das Vorjahresniveau noch knapp übertroffen hatte, lag sie im Februar leicht darunter.
Der Abstand zwischen den Preisen für ökologisch und konventionell erzeugte Milch lag zuletzt mit 14,3 Ct ebenfalls auf dem Niveau des Vormonats, da bei der konventionellen Variante in etwa der gleiche Verlauf wie beim ökologisch erzeugten Rohstoff zu erkennen war. Die konventionell wirtschaftenden Milchviehhalter erhielten 33,3 Ct/kg für ihren Rohstoff und damit ebenso viel wie im Januar.
Quelle: AMI

Wenig Bewegung bei den Erzeugerpreisen

03.04.2020 (AMI) – Im ersten Quartal bestimmen bei den Erzeugerpreisen für Milch in der Summe weitgehend stabile Tendenzen das Bild. Regional waren die Entwicklungen jedoch uneinheitlich und teils gegenläufig. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten noch verstärken.
Im Februar erhielten die Milchviehhalter in Deutschland für ihren konventionell erzeugten Rohstoff mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß nach ersten Berechnungen der AMI im bundesweiten Mittel rund 33,3 Ct/kg. Damit zeigten sich die Erzeugerpreise zu Jahresbeginn sehr stabil. In der Summe dominierten bei den regional teils entgegengesetzten Entwicklungen die festeren Tendenzen, sodass das Ergebnis vom Januar marginal übertroffen wurde.
Das Vorjahresniveau wurde derweil weiter unterschritten, der Rückstand hat aber in Folge der schwächeren Tendenzen Anfang 2019 weiter auf 0,4 Ct abgenommen. Gleichzeitig entsprachen die Auszahlungsleistungen der Molkereien im Mittel denen vom Februar 2018. Diese waren seit Mitte 2019 teils erheblich verfehlt worden.
Quelle: AMI

Update: Agrarmärkte durch Corona-Krise unter Druck

Berlin - Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Verbraucher auf eine funktionierende Logistik angewiesen sind. Die steht aber gehörig unter Stress.
Geschlossene Restaurants einerseits, eine starke Nachfrage im Einzelhandel andererseits haben die Warenströme plötzlich und tiefgreifend verändert.
Der Warenverkehr an den Grenzen im europäischen Binnenmarkt war gestört, läuft aber wieder. Die Frage der grenzüberschreitenden Verfügbarkeit von Arbeitskräften wird drängender – in der Landwirtschaft, in der Ernährungswirtschaft und in der Logistik. Nachfolgend ein aktueller Bericht der DBV-Marktexperten mit Informationen der Agenturen AMI, MEG Eier und Geflügel sowie ZMB über wichtige Agrarmärkte in dieser Woche.

Milch

  • Die Inlandsnachfrage ist weiter stark vom Coronavirus-Geschehen beeinflusst. Im LEH sind vor allem lagerfähige Produkte (H-Milch, Sahne, Butter, Schnittkäse, usw.) stark gefragt. Gleichzeitig gibt drastische Nachfragerückgänge aus dem Hotel- und Gaststättenbereich. Die Molkereien stehen vor vielen logistischen Herausforderungen, z.B. vermehrte Klein-Verpackungen. Je nach Produktportfolio sowie bisherigem Absatzkanal sind die Molkereien unterschiedlich stark von den aktuellen Einschränkungen betroffen.
  • Im EU-Binnenmarkt kam es an den Grenzen vorübergehend zu längeren Staus und Wartezeiten, was sich jedoch in den vergangenen Tagen entspannt hat. Zum Teil fehlen LKW-Fahrer aus Osteuropa.
  • Bei Butter und Käse wird der Nachfragerückgang durch Großabnehmer durch die stark gestiegene Nachfrage im Lebensmittelhandel zum Teil mehr als kompensiert. Die Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmittelhändlern für Käse und Butter mit Gültigkeit ab dem 1. April 2020 konnten dementsprechend mit einem Plus abgeschlossen werden.
  • Anders ist die Lage bei Milchpulver: China ist wichtigster Importeur von Molke-, Mager- und Vollmilchpulver. Es bestehen weiter Unsicherheiten, wie schnell China seine Wirtschaft und die Häfen wieder ins Laufen bringt. Ein längerer Ausfall wäre sehr belastend für den Milchmarkt. Inzwischen stehen wieder mehr Leercontainer in den europäischen Häfen zur Verfügung, allerdings sind die Kosten für Container und Frachten deutlich gestiegen. Auch die Magermilchpulver-Kurse an der EEX weisen eine fallende Tendenz auf und liegen für die kommenden Monate deutlich unter 2.000,- EUR/Tonne.
  • Die Milcherzeugerpreise liegen derzeit bei ca. 33 Ct/kg, was dem langjährigen Mittelwert entspricht. Die in Deutschland erzeugte Milchmenge liegt höher als im Vorjahr. Während sich vor zwei Monaten die Marktakteure an der EEX auf einen Börsenmilchwert für die Monate April-Dezember 2020 in Höhe von durchschnittlich 37,1 Ct/kg gesetzt haben, liegt dieser Wert heute bei 26,1.

Schwein / Rind / Schaf

  • Bei Schlachtschweinen hat sich die erste Verunsicherung über die Absatzmöglichkeiten gelöst. Das zunächst relativ umfangreiche Schlachtschweine-Angebot hat sich verringert, so dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot der Schweinehalter und Nachfrage seitens der Schlachtereien besteht. Die VEZG Preisempfehlung vom 1.4.2020 liegt wie in der Vorwoche bei 1,89 EUR/kg Schlachtgewicht.
  • Gegenüber den vorangegangenen zwei Wochen hat sich die Nachfrage im LEH beruhigt. Die Konsumenten scheinen sich eingedeckt zu haben. In den kommenden Tagen und Wochen wird mit einer Belebung der Grillfleischnachfrage gerechnet.
  • Allmählich nehmen die Lieferungen von gefrorenem Schweinefleisch nach China wieder zu. Es wird auf hohem Niveau geschlachtet, auch um die Gefrierbestände wieder zu füllen.
  • Der Schlachtrindermarkt hat sich stabilisiert, ist aber weiterhin von Unsicherheit geprägt. Aufgrund der Corona-Krise ist die zum Osterfest übliche Marktbelebung, verbunden mit Preisaufschlägen, ausgeblieben. Gerade Rindfleisch ist im Außer-Haus-Verzehr beliebt und leidet unter den Schließungen der Gastronomie und vieler Kantinen. Insofern sollten die Importe von Rindfleisch zurückgefahren und zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft regional erzeugtes Rindfleisch verwendet werden.
  • Nach dem Preiseinbruch in den Vorwochen haben sich die Preise für 'Schlachtkühe immerhin gefangen, für Jungbullen konnten sogar etwas höhere Preise erzielt werden. Die Mäster blicken dennoch mit Sorge in die Zukunft, zumal das Angebot an schlachtreifen Tieren zuletzt etwas zugenommen hat, so dass der Handel in den kommenden Wochen und Monaten schwierig bleiben dürfte.
  • Lammfleisch: Die Beschränkungen der Coronavirus-Pandemie haben aktuell die nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen EU-Ländern zu einem Nachfragerückgang geführt. Zuvor waren die Lammfleischpreise bis Anfang März angestiegen auf bis zu 6 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Doch innerhalb einer Woche ist der Preis um über 30 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht gesunken.
  • Der Außer-Hausverzehr von Lammfleisch findet aufgrund der bekannten Einschränkungen nicht mehr statt. Auch der Verkauf im LEH geht eher zurück. Verunsicherung besteht auch bei den Direktvermarktern, wo der Absatz von Lammfleisch deutlich zurückhaltender als in den Vorjahren ist.
  • Weiter sorgt in der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie die Frage der Verfügbarkeit von Arbeitskräften aus anderen EU-Mitgliedstaaten aufgrund von Reisebeschränkungen für erhebliche Verunsicherung.

Eier und Geflügel

  • Verbraucher haben sich im LEH auch mit Eiern bevorratet. Dagegen ging der Absatz von Eiern im Außer-Haus-Verbrauch stark zurück. Im Monatsverlauf kam es insbesondere bei deutscher KAT-Ware mit weiteren Spezifizierungen (z.B. VLOG-Zertifizierung, unkupierte Schnäbel) zur Verknappung. Abgesehen von der Menge des Angebots führte die aktuelle Situation auch zu Herausforderungen bei Logistik und Verpackungen.
  • Am Geflügelmarkt berichten Marktteilnehmer von deutlich steigenden Preisen für Importware, was die Situation für Inlandsware verbessert. Die hiesige Produktion von Hähnchenfleisch wurde flott vom Markt aufgenommen. Die Großhandelspreise tendierten für lose gehandelte Ware fester. Mit dem Nachfrageboom im Lebensmitteleinzelhandel endete die in den vorherigen Monaten zu verzeichnende Schwächeneigung der Preise für Putenbrust. Die beschränkte Einreise von Arbeitskräften betrachtet auch die Geflügelbranche mit Sorge. Es bleibt abzuwarten, ob alle Lieferketten und Produktionsabläufe aufrechterhalten werden können.

Getreide und Ölsaaten

  • Die Terminmarktnotierungen für Weizen sind in den zurückliegenden Tagen weiter gestiegen und erreichten für Mai 2020 zwischenzeitlich 198 Euro/t. Ursächlich hierfür ist die lebhafte Rohstoffnachfrage der Verarbeitungsindustrie, welche sich aus der weiterhin hohen Verbrauchernachfrage nach Getreideprodukten wie Mehl, Brot und Nudeln ergibt. Die höheren Terminmarktnotierungen beflügeln auch die Erzeugerpreise für Brotweizen der Ernte 2019, für den im Bundesdurchschnitt wieder knapp 170 Euro/t erlöst werden können – eine Steigerung von rund 10 Euro/t innerhalb von einer Woche. Mit Blick auf die Vermarktung der Ernte 2020 finden Verkäufer und Käufer angesichts der gestiegenen Preise derzeit nicht zusammen.
  • Etwas Verunsicherung in die Märkte bringt die von Russland erwogene Exportbegrenzung auf 7 Mio. Tonnen Getreide im Zeitraum April bis Juni, um die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern und die Inlandspreise zu stabilisieren. Diese Exportquote entspräche aber nur den ohnehin zu erwartenden Exportmengen Russlands.

Obst und Gemüse

  • Äpfel räumen weiter zügig, jetzt aber wieder auf normalem Niveau bei leicht anziehenden Preisen. Die Marktversorgung reicht voraussichtlich bis zur Ernte ab August/September.  
  • Lagergemüse (u.a. Kohl, Porree, Möhren, Zwiebel) räumt stabil, die Marktversorgung reicht bis voraussichtlich Mai. Die Preise sind insgesamt stabil. Allerdings gibt es auch hier starke Schwankungen. Nach einer hektischen Woche 12 war es in der Kalenderwoche 13 bei allen Lagergemüsearten sehr ruhig. Die Nachfrage nach z.B. Salatgurken und Rhabarber war letzte Woche unzureichend, jetzt wieder normalisiert.  
  • Insgesamt bleibt die deutliche Verlagerung der Versorgung stärker über den Lebensmitteleinzelhandel, weg von Restaurants, Großkantinen usw.  
  • Die Importe von Gemüse laufen, derzeit im Wesentlichen aus Italien und Spanien und jetzt zunehmend auch aus den Niederlanden und Belgien, dabei haben sich die Preise nach der Überhitzung am letzten Wochenende wieder normalisiert.  
  • Die Order des Lebensmittelhandels und die Nachfrage verlaufen derzeit in „Wellen“.  
  • Es gibt weiter große Unsicherheit bei den heimischen Betrieben aufgrund fehlender Saisonkräfte bei derzeit laufenden Pflanzarbeiten u.a. bei Salaten, Kohl und vielen anderen Gemüsearten sowie bei der beginnenden Ernte beim Frühgemüse und -obst wie Spargel, Rhabarber, Salaten und Erdbeeren und Salatgurken bleibt bestehen. Derzeit ungewiss, wie die Arbeiten erledigt werden können und in welchem Umfang. Eine schnelle Öffnung der Einreise von Saisonarbeitskräften aus z.B. Polen und Rumänien dringend, um negative Auswirkungen auf die heimische Versorgung im weiteren Saisonverlauf abzuwenden.

Kartoffeln

  • Der faktische Wegfall des Außerhaus-Verzehrs bringt den Absatz von Pommes Frites in ganz Europa praktisch zum Erliegen. Einige Verarbeiter haben die Produktion bereits stillgelegt bzw. planen dies. Marktexperten schätzen für Nordwest-Europa einen Überhang an Fritten-Kartoffeln von rund 2 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die gesamte Kartoffelernte Deutschlands beträgt etwa 10 Millionen Tonnen. 
  • Demgegenüber läuft der Absatz von abgepackten Speisekartoffeln über den LEH weiter zügig.

Lebensmittel aus ökologischem Landbau

  • Der mit Abstand wichtigste Öko-Absatzweg ist der LEH und dort wird seit Ende Februar deutlich mehr verkauft. Der Naturkostfachhandel berichtet von 30 bis 60 Prozent mehr Umsatz, besonders bei Getreideprodukten, Kartoffeln und Molkereiprodukten. Einige Konsumenten sind offenbar bereit, als Ausgleich für wegfallende Restaurantbesuche mehr für höherwertige Lebensmittel auszugeben. Mit Problemen müssen Direktvermarkter rechnen, da z.T. Wochenmärkte gesperrt werden. 
  • Es zeichnen sich dabei Engpässe in der Distribution, durch einen Mangel an Saison-Arbeitskräften und durch eine langsamere Grenzabfertigung ab. Außerdem wird ab Sommer wird ein Mangel an Öko-Sojabohnen aufgrund von Exportsperren der Hauptlieferländer China und Indien befürchtet, was wiederum den Anbau heimischer Eiweißpflanzen interessanter macht.

Futtermittel

  • Die EU-Kommission hat mit den „Green Lanes“ zur Aufrechterhaltung der Futtermittelversorgung beigetragen. In der Binnenschifffahrt läuft alles wieder reibungslos. Wie sich die neuen Quarantäne-Maßnahmen Ungarns auf die Verfügbarkeit von Schiffsbesatzungen auf der Donau auswirken, bleibt abzuwarten. 
  • Nachdem mit dem ersten Ausbruch von Corona in China die Versorgung mit Vitaminpräparaten ins Stocken geriet und die Preise hierfür in die Höhe schossen, ist die Versorgungslage heute wieder sichergestellt.  
  • Der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die weltweite Sojaernte auf 366 Millionen Tonnen gegenüber 341 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr.
  • Plötzlicher Nachfrageschub: Mit Blick auf die überraschend angeordneten Grenzschließungen und Diskussionen um die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten orderten deutsche Viehhalter Mitte März große Mengen an Mischfutter. Die massiven Käufe befeuerten die Mischfutterherstellung und ließen die Nachfrage nach Proteinkomponenten deutlich ansteigen. Beim Sojaschrot kamen weitere preistreibende Einflüsse vom Weltmarkt dazu. Infolge der rasant gestiegenen Nachfrage sind die Preise für Sojaschrot seit Mitte März um durchschnittlich 19 Prozent gestiegen. Rapsschrot legte im gleichen Zeitraum um 16 Prozent zu. 
  • Die Situation zeigt einmal mehr, dass die weltweite Logistikkette in Krisensituationen an ihre Grenzen gerät und dass die heimische Produktion von Eiweißkomponenten – etwa als Nebenprodukt der Biokraftstoffverarbeitung – einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährungs- und Versorgungssicherheit in Deutschland leistet.

Verbraucherpreise

  • Bei Nahrungsmitteln insgesamt (ohne Getränke) liegt die Teuerungsrate im März bei 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei frischen Lebensmitteln liegt die Teuerungsrate seit einigen Monaten darüber. Dem AMI-Frischeindex zufolge zahlen die Verbraucher in Deutschland dafür rund 5,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. 
  • Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung sind wie bereits in den vergangenen Monaten die Preise für Schweinefleisch und Fleischwaren. Seit Juni 2019 kostet Schweinefleisch auf Verbraucherebene mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.  
  • Bei länger haltbaren Produkten schließt der LEH in der Regel länger laufende Verträge mit der Ernährungswirtschaft, so dass kaum unmittelbare Preiseffekte auftreten.  
  • Der Gastronomie und der übrige Außerhaus-Absatz sind zum Erliegen gekommen. Das trifft typische Gastronomie-Artikel wie Fleisch-Edelteile, Großgebinde Pommes, Fresh Cut Salate. Hier sind unter Umständen rückläufige Preise zu erwarten.

Quelle: proplanta

Zahlen und Fakten zum Milchmarkt

06.04.2020 (AMI) – Im Jahr 2019 rückten die Verwertungen der Milch wieder näher zusammen. Die Preisextreme der Vorjahre relativierten sich. Bei moderatem Milchaufkommen und belebter Exportnachfrage stellte sich auch in preislicher Hinsicht wieder die gewohnte Normalität ein. Wie geht es 2020 weiter? Wie verändert das Coronavirus den Milchmarkt? Kann europäische Ware ihre Erfolgsgeschichte am Weltmarkt fortsetzen? Kommt zum Jahresende der Brexit-Bumerang? Die neue AMI Markt Bilanz Milch 2020 liefert hierzu ausführliche Zahlen und Fakten.
Der Milchmarkt ist vielversprechend ins neue Jahr gestartet. An den Produktmärkten kam es im Verlauf des Januars bei Industrieware überwiegend zu einer Belebung des Geschäftsverlaufes. Bei Milchpulver legten dadurch, bei gleichzeitig begrenztem Angebot, die Preise weiter zu. Hier verliefen die Anfragen über den Jahreswechsel ungewöhnlich rege, vor allem aus Drittländern. Auch bei Schnittkäse, Blockbutter und Molkenpulver waren die Marktverläufe im Januar lebhafter als sonst zu dieser Jahreszeit üblich und es zeigten sich festere Tendenzen. Die Abrufe von abgepackter Butter und Milchfrischerzeugnissen verliefen hingegen saisonal üblich in gedämpftem Umfang und kontraktbedingt auf unverändertem Preisniveau. Vor diesem Hintergrund waren auch die Erwartungen an die Entwicklungen der Erzeugerpreise Anfang 2020 weiter tendenziell nach oben gerichtet.

Coronavirus dämpft die Erwartungen
Mit dem Ausbruch des Coronavirus in China zu Jahresbeginn, und im weiteren Verlauf auch in den meisten anderen Regionen der Welt, haben sich die Erwartungen an die Marktentwicklung jedoch spürbar eingetrübt. Recht schnell waren die psychologischen Einflussfaktoren auf den Märkten für Milch und Molkereiprodukte stärker als die tatsächlichen Gegebenheiten bei Angebot und Nachfrage. Zudem kam es in Folge von knappen Containerkapazitäten und erhöhten Frachtkosten zu logistischen Problemen in der Lieferkette, vor allem im globalen Handel.
Die Preisanstiege an den Produktmärkten sind im Zuge dessen zum Stillstand gekommen, schnell folgten auch erste Rücknahmen. Davon waren vor allem exportorientierte Produkte wie Milch- und Molkenpulver, teils aber auch Butter und Schnittkäse betroffen. Andererseits sind, in Folge der Unsicherheiten und durch die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, die Absätze des Lebensmitteleinzelhandels an Milchprodukten sprunghaft gestiegen. Dabei zeigten sich deutliche Verschiebungen zwischen den Absatzkanälen. Da das öffentliche Leben in Deutschland weitgehend zum Stillstand gekommen ist, verlagerte sich der Konsum der Bevölkerung mehr und mehr in die eigenen vier Wände. Dies hatte einen erhöhten privaten Bedarf zur Folge.

Die mit der Ausnahmesituation einhergehenden Ängste der Bürger führten darüber hinaus zu umfangreichen Bevorratungskäufen von Milcherzeugnissen wie Konsummilch, Butter und Käse. Der Lebensmitteleinzelhandel orderte produktübergreifend hohe Mengen bei den Molkereien nach, um ihre Lager so auszustatten, dass die Versorgung in den Läden gesichert ist. Diese Bestellungen konnten teils nicht vollständig bedient werden, obwohl der Bedarf in anderen Bereichen zeitgleich abgenommen hat. Dies war insbesondere im GV-Bereich und im Foodservice der Fall, dem die Kunden durch die Verlagerung des Konsums weitgehend wegbrachen.

Erzeugerpreise zunächst recht stabil
Die ab Februar rückläufigen Preise an den Produktmärkten werden sich im ersten Halbjahr voraussichtlich dämpfend auf die Auszahlungsleistungen der Molkereien auswirken, die verstärkten Käufe der Verbraucher hingegen möglicherweise die längerfristigen Kontrakte zwischen Molkereien und Handel bei Käse und Produkte der Weißen Linie beflügeln. Zum Ende des ersten Quartals deuteten sich hier erste Anhebungen an. Die Folgen für die Erzeugerpreise sind daher voraussichtlich regional, in Abhängigkeit von dem Produktportfolio der ansässigen Molkereien, unterschiedlich. Deutschlandweit dürften sich beide Effekte wohl gegenseitig kompensieren und bis zum Ende des ersten Quartals zu weitgehend stabilen Erzeugerpreisen für Rohmilch führen. Im weiteren Verlauf dürften Rücknahmen aber wohl nicht zu verhindern sein.

Weitere Entwicklungen ungewiss
Da vollkommen ungeklärt ist, wie lange und in welchem Umfang sich die Corona-Pandemie auf den Milchmarkt auswirkt, bleibt ein Blick nach vorne mit starken Unsicherheiten behaftet. Es ist aber zu befürchten, dass der Absatz, vor allem im internationalen Handel, zunächst weiter mit Einschränkungen verläuft. Da nicht nur einzelne Bereiche, sondern die gesamte Wirtschaft betroffen ist, ist zu befürchten, dass die Auswirkungen auch für die Milchbranche in Deutschland, die stark auf den Export von Milchprodukten ausgerichtet ist, möglicherweise in allen Stufen der Wertschöpfungskette längerfristig und deutlich ausfallen.
Quelle: AMI

Die Entwicklung am Milchmarkt ist weiter von Auswirkungen und Maßnahmen der Corona-Epidemie geprägt.

Die Nachfrage nach Milchprodukten entwickelt sich jedoch weiter sehr unterschiedlich. Je nachdem ob die Ware bei Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel ungewöhnlich stark nachgefragt ist – wie haltbare Milch oder auch Päckchen-Butter – oder ob es Milch-Produkte sind, die in saisonüblichen Mengen abfließen. "Die Aufträge seitens des Lebensmitteleinzelhandels sind aktuell doppelt so hoch wie in einer "normalen Woche" um diese Zeit", sagt der Sprecher des Deutschen Milchkontors (DMK), Oliver Bartelt. Gleichzeitig ist der Verkauf in die Gastronomie tot.
Hinzu kommt jedoch ein zunehmend schwieriger Verkauf in andere EU-Länder – insbesondre nach Italien, aber auch in andere Staaten mit Quarantänemaßnahmen. "Wir haben eine extreme Änderung der Warenströme innerhalb sehr kurzer Zeit", beobachtet Hans-Jürgen Seufferlein, vom Verband der Milcherzeuger Bayerns.
Preisdruck kommt nach Auskunft von Molkereien und Händlern jedoch auch aus dem Exportgeschäft – ganz besonders bei Milchpulver. Dieses Problem zeigt sich weiterhin sehr deutlich an den Terminmärkten. Dort sind die Kontraktpreise für Milchpulver und Butter – für den Monat April – deutlich niedriger als für den März. „Die Notierungen an den Börsen sind aber die Vorboten des physischen Marktes“, warnt Peter Guhl von der Nord MeG.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die in Deutschland an Molkereien gelieferte Milchmenge liegt weiterhin deutlich über dem Vorjahr – auch wenn der Zuwachs zuletzt wieder etwas kleiner war. In der zweiten Märzhälfte wurden etwa 2,0 Prozent mehr Milch an Molkereien geliefert als im Vorjahr. Zum Monatsbeginn betrug der Zuwachs zeitweise sogar 2,5 Prozent. Im Februar hatten die Molkereien zwischen 1,7 Prozent und 1,3 Prozent mehr Milch gemeldet. In Verbindung mit den derzeitigen Problemen auf der Absatzseite könnte der kräftige Angebotszuwachs bei Rohmlich den Druck auf die Milchpreise weiter erhöhen.
Doch erst einmal hat sich der Markt wieder stabilisiert: Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch haben sich nach dem Absturz in der Vorwoche wieder deutlich erholt. Je nach Region bewegen sich die Kurse wieder zwischen 31,50 Cent je kg und 32,50 Cent. Zur Vorwoche sind die Spotmilchpreise damit zwischen 3,0 und 1,5 Cent nach oben geklettert und haben fast wieder das Niveau von vor der Corona-Panik erreicht.
Der aus der finanziellen Verwertung von Butter und Magermilch errechnete ife-Rohstoffwert ist im Februar erstmals seit Juli vorigen Jahres zurückgegangen. Das Ife-Institut in Kiel errechnete einen Wert von 35,5 Cent/kg. Das waren 0,7 Cent weniger als Januar mit 36,2 Cent ermittelt wurden.

Der am Mittwoch (25.03) aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilch errechnete Ife-Börsenmilchwert lag allerdings noch deutlich niedriger. Doch auch die Börsenmilchwerte haben sich gegenüber dem Absturz der Vorwoche wieder leicht erholt.
Für den auslaufenden Monat März ergibt sich ein fast unveränderter Wert von 32,2 Cent. Für den April errechnet sich nur ein Rohstoffwert von 29,2 Cent. Das sind zwar 1,7 Cent mehr als in der Vorwoche, zugleich jedoch 6,3 Cent weniger als der aktuelle Ife-Rohstoffwert ausweist. Bis zum Jahresende werden auf Basis der Rohstoffverwertung dann Preise zwischen 28,9 Cent und 30,8 Cent errechnet

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Mittwoch (25.03) für den auslaufenden März-Termin mit 3.375 Euro je t. Für die Monate April und Mai wurden nur noch 3.200 Euro je t notiert. Damit haben sich die Butterpreise für diese beiden Termine gegenüber der Vorwoche nicht verändert, notieren jedoch 175 Euro niedriger als der Märzkontrakt.
Außerdem sind das die niedrigsten Butterpreise seit mehr als drei Jahren (Juni 2016). Und der Terminmarkt für die kommenden Monate bewegt sich derzeit recht deutlich unter den am europäischen Kassamarkt notierten Butterpreisen.
Im europäischen Großhandel haben sich die Preise für Butter jedoch ebenfalls wieder etwas gefangen. Der durchschnittliche Butterpreis lag – wie in der Vorwoche – bei 350 Euro je 100 kg. Vor vier Wochen wurden allerdings noch 360 Euro je 100 kg gezahlt. Im deutschen Großhandel wurden Mitte März Butterpreise von 359 Euro notiert. Das waren 5 Euro mehr als in der Vorwoche und fast 10 Euro mehr im Schnitt der EU.

Offenbar haben Hamsterkäufe im LEH die Preise hierzulande zeitweise deutlich nach oben getrieben. Händler berichten jedoch, dass sich die Handelsmengen bei Markenbutter zuletzt wieder auf ein normales Niveau eingependelt haben. In den Niederlanden wurde Butter im Großhandel zuletzt nur noch mit 341 Euro je 100 kg gehandelt. Das war Minus von etwa 5 Euro zur Vorwoche.

Auch die Preise für Magermilch-Pulverpreise (MMP) haben sich am europäischen Terminmarkt stabilisiert. Am Dienstag (24.03) lagen die Kurse für den auslaufenden März-Kontrakt bei 2.300 Euro je Tonne und damit auf dem gleichen Niveau wie ind er Vorwoche. Für die Monate April und Mai wurden 2.075 Euro je Tonne notiert und damit rund 100 Euro mehr als in der Vorwoche. Dennoch liegen die Kontraktpreise etwa 345 Euro unter dem Niveau der aktuellen Kassapreise.

Ähnlich wie bei Butter würde sich die finanzielle Verwertung der Milch also in den nächsten Monaten weiter verschlechtern. Im europäischen Großhandel lagen die Preise für Magermilchpulver (MMP) Mitte März bei 242 Euro je 100 kg. Das waren 12 Euro weniger als in der Woche zuvor und 20 Euro weniger als im Januar.

Aus Deutschland wurden Mitte März MMP-Preise von 235 Euro gemeldet. Das waren 17 Euro weniger als in der Woche zuvor. In den Niederlanden notierte man MMP nur noch mit 223 Euro je 100 kg und damit 23 Euro niedriger als in der Vorwoche und 12 Euro niedriger als in Deutschland.
Die Preise für Käse (Edamer) waren im europäischen Großhandel Mitte März weiterhin stabil. Damit hat sich die wichtigste wertmäßige Verwertung der Milch nicht verschlechtert. Zur Monatsmitte bewegten sich die Käsepreise im europäischen Großhandel jedenfalls seitwärts.
Aus Deutschland meldete man allerdings einen eingeschränkten Verkauf in andere EU-Länder – insbesondre nach Italien, aber zunehmend auch in andere Staaten mit Quarantänemaßnahmen. Das könnte die Preise zunehmend unter Druck setzten.
Die Kommission meldete für Edamer im Mittel noch Preise von 326 Euro. Die europäischen Cheddar-Preise notieren zuletzt ebenfalls stabil bei 305 Euro je 100 kg. Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel hingegen zurückgegangen. Die Kommission meldete Mitte März für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 296 Euro. Das ist ein Minus von 4 Euro gegenüber der Vorwoche.
Quelle: topagrar

Globaler Handel mit Milchprodukten startet gedämpft ins neue Jahr

26.03.2020 (AMI) – Der weltweite Handel mit Milchprodukten hat sich zu Jahresbeginn uneinheitlich dargestellt. Bei Magermilch- und Vollmilchpulver lagen die Exportmengen deutlich unter dem Niveau des vorangegangenen Jahres. Käse wurde derweil umfangreicher gehandelt.
Im ersten Monat von 2020 hat der internationale Handel mit Milchprodukten, gemessen an den Ausfuhren der weltweit größten Exporteure, etwas abgenommen. In Milchäquivalent wurde rund 3 % weniger Ware am Weltmarkt abgesetzt als vor Jahresfrist. Deutliche Rückgänge verzeichneten dabei die ausgeführten Mengen an Vollmilch- und Magermilchpulver. Im Gegensatz dazu fielen die Ausfuhren von Käse umfangreicher aus als ein Jahr zuvor. Bei Butter lagen die Mengen nahezu auf dem Vorjahresniveau.
Die rückläufigen Tendenzen bei Milchpulver im Januar waren im Wesentlichen auf eine deutlich geringere Nachfrage aus dem asiatischen Raum zurückzuführen. Der verhaltene Geschäftsverlauf kam hier wohl insbesondere durch den Ausbruch des Coronavirus zustande. In Folge lag das öffentliche Leben sowie das Exportgeschäft nahezu lahm. Zudem führten logistische Probleme zu Lieferschwierigkeiten. Auf Seiten der Importeure war die Datenbasis noch recht lückig. Bei den vorliegenden Zahlen zeigten sich aber im Januar 2020 zumeist ein deutlicher Rückgang der Einfuhrmengen. Auch für China, dem wichtigsten Abnehmer von Milchpulver am Weltmarkt, wird mit starken Rückgängen gerechnet.

Weiterer Verlauf mit Unsicherheiten behaftet
Wie sich der internationale Handel mit Milchprodukten in den kommenden Monaten darstellen wird, hängt nicht nur vom Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Preisentwicklung ab, sondern auch maßgeblich von den weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Konzentrierte sich die Epidemie zu Jahresbeginn noch auf den asiatischen Raum, sind mittlerweile auch die Absatzmärkte in Europa stark betroffen und können nicht in gewohntem Umfang agieren. Wann eine Normalisierung der Lage einsetzt, ist derzeit nicht abzuschätzen.
Quelle: AMI

Ruhiger Handel mit Blockbutter

26.03.2020 (AMI) – Ende März hat der Markt für Blockbutter einen anhaltend ruhigen Verlauf gezeigt. In Folge der regen Nachfrage nach abgepackter Butter wurde die Produktion von Blockware reduziert, um die Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels zu gewährleisten. Das hat die Preise für Blockbutter stabilisiert.

Der Markt für Blockbutter war Ende März anhaltend von einem ruhigen Verlauf gekennzeichnet. Gespräche fanden zwar hier und da statt, diese mündeten hingegen nur selten in Abschlüsse. Die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern lagen teils deutlich auseinander. Im Zuge dessen stellte sich das Neugeschäft in der Berichtswoche nochmals ruhiger dar als in der Woche zuvor. Kamen dennoch Geschäfte zustande, fanden diese überwiegend auf der bisherigen Preisbasis statt. Auch bestehende Kontrakte wurden kontinuierlich abgerufen. Durch die rege Nachfrage nach abgepackter Butter berichteten die Hersteller von Verschiebungen in der Produktion. Vorhandene Kapazitäten wurden von der Blockbutterherstellung abgezogen, um die Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels mit Formware sicher zu stellen.

Der Handel mit Drittländern war nach wie vor deutlich von den Auswirkungen des Coronavirus geprägt und es kamen, trotz vorhandener Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Ware am Weltmarkt, kaum Geschäfte zustande.
Quelle: AMI

Ausreichend Milch für alle - auch in der Coronakrise

Einige Supermärkte geben vor, wie viel Milch ein Kunde höchstens kaufen darf. Milch sei derzeit aber keinesfalls ein knappes Gut versichert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband.
Aufgrund der Coronakrise hat eine deutliche Nachfrageverschiebung im Inland stattgefunden, erklärt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in einer Pressemitteilung. Die Nachfrage von Milchprodukten durch Gastronomie oder Mensen sei weggebrochen, werde aber durch die stark gestiegene Nachfrage der Kunden im Lebensmitteleinzelhandel aufgefangen.

Nach Angaben des WLV müssen einige Molkereien nun ihre Produktion umstrukturieren. Denn Milchprodukte für Gastronomie werden normalerweise in großen Gebinden verpackt. Die deutlich höhere Nachfrage kleinerer Gebinde könne maschinell besonders in kleineren Molkereien nicht realisiert werden und bringe auch große Molkereien an die Auslastungsgrenzen. Die Milchanlieferung der Bauern an die Molkereien sei in Deutschland derzeit sehr hoch und nicht der limitierende Faktor.

Corona als Chance?
„Die Versorgung läuft“, bestätigt Markus Teubner, Sprecher von Arla gegenüber top agrar. "Die Milch wird ganz regulär von den Höfen abgeholt, in den Werken verarbeitet und anschließend auf der Straße zu den Lagern gebracht."
Auch Jan Kruise, Managing Director von FrieslandCampina Germany zeigt sich optimistisch: „Grundsätzlich gehören Milchprodukte zu den Lebensmitteln, die weiterhin nachgefragt und verkauft werden. Die Situation um den Coronavirus führt uns derzeit auf die (wichtigen) Grundlagen zurück. Und das könnte eine Chance für die Milchwirtschaft im Allgemeinen sein, sie ist eine bedeutende Kategorie. Die Zukunft wird es zeigen."
Quelle: topagrar

Molkereien befürchten Domino-Effekt

Bei Molkereien, die Produkte für die Außerhausverpflegung und für den Export erzeugen, ist der Absatz durch Corona geradezu eingebrochen. Droht auch für andere eine Abwärtsspirale?
Wer bisher Käse für den Italien- oder Spanienmarkt produziert hat, wie etwa die Milchwerke Schwaben in Ulm, muss derzeit massive Absatzeinbrüche hinnehmen. Hinzu kommt der Wegfall der Außer-Haus-Verpflegung durch die Schließung von Kantinen und Gaststätten, der das Geschäft mit Großverbrauchern im Inland fast zum Erliegen gebracht hat.
Auf der anderen Seite profitieren Molkereien mit Frischmilch sowie haltbaren Milchprodukten von der aktuellen Lage: "Die Nachfrage nach unseren haltbaren, aber auch unseren Frischeprodukten ist temporär bei allen Produktlinien krisenbedingt stark angestiegen", erklärt Caroline von Ehrenstein von der Schwarzwaldmilch in Freiburg. Um die Nachfrage zu bewältigen, habe man den Schichtdienst inzwischen auf Sonntag ausgedehnt.
Auch Hochland aus Heimenkirch im Allgäu verzeichnet deutlich höhere Bestellungen aus dem LEH. "Wir haben daher seit einigen Tagen die Produktion hochgefahren", so Sprecherin Petra Berners von Hochland. Man habe zusätzliche Zeitarbeitskräfte rekrutiert und Zusatzschichten eingerichtet. Denn sogar aus dem Ausland kämen deutlich mehr Bestellungen als bisher. Die durch Grenzschließungen bedingten anfänglichen Logistikprobleme habe man inzwischen größtenteils bewältigt. Zu zeitweisen Engpässen, z.B. durch Wartezeiten an den Grenzen oder durch die größere Nachfrage nach Ware, käme es allerdings immer noch.

Läuft die Milcherfassung noch?
Die Milcherfassung läuft in den Molkereien nach eigenen Angaben bisher reibungslos. Allerdings seien intensive Schutzmaßnahmen einzuhalten. Sollten die Fallzahlen weiter deutlich steigen, werde die Herausforderung, die Lieferkette aufrechtzuerhalten, größer, sagen die Molkereien.
Insgesamt betreibt die Molkereiwirtschaft bereits seit Mitte Februar einen hohen organisatorischen Aufwand, um alle Mitarbeiter und Milchlieferanten zu schützen: In der Produktion arbeite man in Schichten, um persönliche Kontakte zu vermeiden. Dienstreisen oder Messeauftritte wurden abgesagt, der Außendienst abgezogen.
"Wir tragen als Käsehersteller Mitverantwortung für die zuverlässige Abholung der Milch unserer Lieferanten sowie für die lückenlose Versorgung der Verbraucher mit Lebensmitteln", teilt Hochland auf Südplus-Anfrage mit und lobt dabei das umsichtige und solidarische Verhalten der Mitarbeiter.

Runter mit der Milchmenge?
Bisher appelliere man noch nicht an die Erzeuger, ihre Anlieferungsmenge zurückzufahren. Es könnte aber in den nächsten Tagen zu solchen Empfehlungen kommen, da derzeit der Absatzmarkt für große Milchmengen in der Branche weggebrochen sei, teilt Hochland mit.
Durch die hohe Vernetzung der bayerischen Milchwirtschaft könne es auch zu einer Art Dominoeffekt in der Branche kommen. Als wirksame Gegenmaßnahmen schlägt Hochland jetzt die Öffnung der Intervention und die private Lagerhaltung vor.
Quelle: topagrar

AMI-Agrarrohstoffindex trotz COVID-19 im März stabil

27.03.2020 (AMI) – Der deutsche Agrarrohstoffindex lag trotz der unsicheren Zeiten im März 2020 nur 0,2 % unter dem Niveau des Februars und etwa 5,5 % über dem Niveau des Vorjahres. Die Einbußen am Getreidemarkt, vor allem erneut beim Raps und auch beim Brotweizen, überwogen die Preiszuwächse am Fleisch- und im geringen Maße auch Milchmarkt.
Der März war bei den Getreide- und Ölsaaten geprägt von hoher Volatilität. Aufgrund der Corona-Pandemie brachen in der ersten Monatshälfte die Kurse und damit auch die Kassapreise ein. Große Unsicherheit und die Angst vor einer Wirtschaftskrise legten Handel und Transport lahm, sodass in der zweiten Monatshälfte feste Preistendenzen überwogen.
Die Lage am Milchmarkt wurde durch die Auswirkungen der Krise spürbar eingetrübt. An den Produktmärkten stellten sich erste Preisrücknahmen ein. Davon waren vor allem exportorientierte Bulkprodukte wie Milch- und Molkenpulver, aber auch Blockbutter betroffen. Andererseits ist, durch die Unsicherheiten, der Bedarf an Trinkmilch, Butter Schnittkäse sowie weiterer Milchprodukte in Folge der Hamsterkäufe der Verbraucher sprunghaft gestiegen. Die Folgen für die Erzeugerpreise für Rohmilch sind voraussichtlich regional, in Abhängigkeit von dem Produktportfolio der ansässigen Molkereien, unterschiedlich.
Nachdem der Schlachtschweinepreis bis Mitte März stetig angestiegen ist, hat die Ausbreitung des Corona-Virus den Markt nun spürbar ausgebremst. Zeitweise haben die Preise deutlich nachgegeben. Der Handel mit Rindfleisch leidet aktuell stark unter dem fehlenden Außer-Haus Verzehr, die Preise für Schlachtrinder sind Mitte März abgestürzt.
Quelle: AMI

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