
23.07.2026 (AMI) – Bei der Herstellung von Milcherzeugnissen zeigten sich von Januar bis Mai 2026 nahezu produktübergreifend Mengensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere Butter, Pulver und Käse wurden umfangreicher produziert. Die Erzeugung von Konsum- sowie Kondensmilch verfehlte dagegen das Vorjahresniveau.
In den ersten fünf Monaten von 2026 wurde in Deutschland nennenswert mehr Milch erfasst als in den Jahren zuvor. Im Vergleich zum Referenzzeitraum in 2025 belief sich der Vorsprung mit insgesamt 14,4 Mio. t auf 6,6 %. Die Mehrmengen flossen dabei umfangreich in die Erzeugung von Milchprodukten, sodass nahezu alle Erzeugnisse in größerem Umfang hergestellt wurden als im Vorjahreszeitraum.
Von den betrachteten Molkereiprodukten konnte lediglich bei Konsummilch sowie bei Kondensmilch das Vorjahresniveau nicht erreicht werden. Von Januar bis Mai 2026 wurde hiervon 1,8 %
Quelle: AMI
23.07.2026 (AMI) – Die Milchanlieferung in Deutschland legte in der ersten vollen Juliwoche wieder zu, nachdem sie zuvor hitzebedingt deutlich gesunken war.
Anfang Juli ist die bundesweite Milchanlieferung entgegen dem saisonüblichen Trend wieder deutlich gestiegen. Zuvor hatten die Rekordtemperaturen rund um den Monatswechsel von Juni auf Juli zu einem spürbaren Rückgang der Milchmengen geführt. Mit der zuletzt wieder kühleren Witterung scheint sich das Rohstoffaufkommen jedoch rasch erholt zu haben. Nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wurden in der 28. Kalenderwoche 3,7 % mehr Milch erfasst als in der Vorwoche. Damit wurde auch das Vorjahresniveau wieder deutlicher um 4,0 % übertroffen; in der Vorwoche hatte sich der Vorsprung auf ein Minimum verringert. In der Summe der ersten 28 Kalenderwochen stand den Molkereien gut 5,8 % mehr Milch zur Verfügung als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Quelle: AMI
Lebensmittel kosteten vor fünf Jahren 36,3 % weniger. Laut Bundesregierung sind vor allem Geflügel, Milchprodukte, Eier und Öle deutlich teurer geworden.
Lebensmittel waren Mitte 2025 um stolze 36,3 % teurer als noch Anfang 2020. Und das, obwohl die allgemeine Inflation in dem Zeitraum bei 22 % lag. Das hat jetzt die Bundesregierung auf Anfrage der Linken Fraktion mitgeteilt.
Preise für Geflügel, Milch, Eier, Fette und Zucker steigen
Besonders stark stiegen demnach die Preise für Geflügelfleisch, viele Milchprodukte, Eier, Speisefette und Speiseöle sowie Zucker. Weniger stark verteuerten sich dagegen Obst, Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte sowie Getränke und Fertiggerichte.
Die Linken-Politikerin Ina Latendorf sieht die Schuld bei der Bundesregierung, die sich weigere, in die Marktmacht der vier Supermarkt-Riesen einzugreifen oder auch nur eine regulatorische Maßnahme zu ergreifen, sagte sie der Rheinischen Post.
Latendorf verlangt daher eine Preisbeobachtungsstelle und eine Begrenzung der Gewinnmargen von Lebensmittelkonzernen. Aus sozialen Gründen sei zudem eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel geboten, sagte sie.
Quelle: topagrar
16.07.2026 (AMI) – In den ersten fünf Monaten von 2026 haben die USA ihre Ausfuhren von Milchprodukten nahezu produktübergreifend deutlich ausgeweitet. Besonders kräftig legten die Exporte von Käse, Butter und Molkenpulver zu, während Magermilchpulver nahezu auf Vorjahresniveau verharrte.
Im bisherigen Jahresverlauf von 2026 sind die Ausfuhren von Milchprodukten aus den USA nahezu produktübergreifend gestiegen. Den deutlichsten absoluten Zuwachs verzeichneten in der Summe der ersten fünf Monate die Käseexporte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten die USA rund 57.000 t oder 23,7 % mehr hiervon am Weltmarkt platzieren.
Der größte prozentuale Anstieg konnte hingegen bei Butter/-fett beobachtet werden. Von Januar bis Mai exportierten die USA rund 76.000 t hiervon und damit 90,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum im Jahr 2024 haben sich die Ausfuhren damit sogar mehr als verfünffacht. Ebenfalls deutlich gestiegen sind in der Kumulation bis Mai die Molkenpulverexporte. Das Exportvolumen überschritt jenes des Vorjahreszeitraums um 24,1 %.
Quelle: AMI
Das Blauzungenvirus des Serotyps 8 breitet sich weiter aus. Nachdem in Niedersachsen der erste Fall nachgewiesen wurde, wird die bereits bestehende Sperrzone nun deutlich ausgeweitet.
Am Freitag, dem 17. Juli 2026, ist in einem Rinderbestand im Harz im Landkreis Göttingen das Blauzungenvirus des Serotyps 8 (BTV-8) nachgewiesen worden. Es handelt sich um den ersten bestätigten Fall dieses Serotyps in Niedersachsen während des aktuellen Seuchengeschehens.
BTV-8 breitet sich aus: Restriktionszone betrifft nun große Teile Niedersachsens
Bereits vor dem aktuellen Nachweis gehörten der Landkreis Göttingen sowie Teile der Landkreise Northeim, Holzminden und Goslar zur BTV-8-Restriktionszone. Hintergrund war ein Ausbruch des Virus Anfang Juni in einem Rinderbestand im hessischen Landkreis Fulda.
Nach dem aktuellen BTV-8-Fall wurde die Handelsrestriktionszone auf einen Radius von 150 Kilometern ausgeweitet. Dadurch fallen nun weitere Gebiete Niedersachsens unter die geltenden Beschränkungen.
Betroffen sind Landkreise im Süden des Bundeslandes sowie Bereiche der Landkreise Osnabrück, Nienburg, Diepholz, Verden, Heidekreis, Uelzen und Lüchow-Dannenberg.
Blauzunge auf dem Vormarsch: Einschränkungen beim Verbringen von Tieren
Für die Verbringung empfänglicher Tiere aus den BTV-8-Restriktionszonen in BTV-8-freie Gebiete Niedersachsens sowie anderer Bundesländer gelten festgelegte Auflagen und Beschränkungen. Weiterführende Informationen zu den geltenden Regelungen finden Sie hier.
Innerhalb der BTV-8-Sperrzone sowie bei der Verbringung in andere BTV-8-Restriktionszonen bestehen aus Sicht des Serotyps 8 keine Einschränkungen. Für den BTV-Serotyp 3 gelten innerhalb Deutschlands weiterhin keine Verbringungsbeschränkungen.
Nur die Impfung schützt vor schweren Verläufen der Blauzungenkrankheit
Schon seit Längerem gilt auch in Niedersachsen die Empfehlung, empfängliche Wiederkäuer gegen BTV-3 und BTV-8 zu impfen.
Es gibt keine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen, das heißt, Impfungen gegen BTV-3 bieten keinen Schutz gegen eine Infektion mit BTV-8 und umgekehrt.
Mit Material von LAVES
Quelle: agrarheute
16.07.2026 (AMI) – Die Pulvermärkte standen Mitte Juli im Zeichen von Ferienzeit und Hitzewellen. Urlaubsbedingt fanden zumeist nur wenig Aktivitäten statt. Molkenpulver wurde zumeist zu unveränderten Konditionen gehandelt.
Der Einbruch der Milchanlieferung Anfang Juli infolge der anhaltend hohen Temperaturen macht sich inzwischen auch an den Produktmärkten bemerkbar. Den Molkereien stand kurzfristig weniger Rohstoff zur Verfügung, auch aufgrund sinkender Inhaltsstoffe.
Mitte Juli hatte die Ferienzeit den Markt für Molkenpulver im Griff. Insgesamt waren wenig Aktivitäten zu verzeichnen, wenn auch hier und da Geschäfte mit Molkenpulver in Lebensmittelqualität zustande kamen. Das verringerte Rohstoffangebot machte sich ebenfalls bemerkbar, da weniger Milch in die Käsereien gelenkt wurde. Die Preise zeigten gegenüber der Vorwoche kaum Veränderungen. In Kempten wurde Molkenpulver in Lebensmittelqualität am 15.07.26 mit einer Spanne von 1.800 bis 1.980 EUR/t festgestellt. Während das untere Ende unverändert blieb, wurde das obere um 50 EUR/t gesenkt.
Quelle: AMI
Berlin - Die Kunden halten ihr Geld zusammen. Für den deutschen Einzelhandel ist das derzeit das größte Problem.
79 Prozent der Händler nennen die Kaufzurückhaltung als drängendste Herausforderung, wie eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen zeigt. Die Sparquote sei hoch, weil die Kunden nicht an die Zukunft glaubten, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.
Trotz eines leichten Aufwärtstrends ist die Konsumstimmung weiterhin stark getrübt, wie aktuelle Befragungen des HDE und des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) zeigen. Die Verbraucherstimmung liege auf dem Stand des zweiten Corona-Lockdowns, sagt von Preen. «Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war.»
Zwei Dinge könnten die Kauflaune aus Sicht des Handelsverbands deutlich heben: ein Ende der internationalen Krisen, wie etwa im Iran, und steuerliche Entlastungen - also mehr Netto vom Brutto.
Inflationsschock hallt nach
Die größte Sorge der Menschen hierzulande ist laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger die wirtschaftliche Lage. Im internationalen Vergleich fällt die Einschätzung in Deutschland demnach besonders kritisch aus. 51 Prozent bewerten die Situation negativ, nur 18 Prozent positiv.
Ein Hauptgrund: die gestiegenen Preise. Die Inflation hat sich zuletzt zwar deutlich abgeschwächt, doch die Folgen der Teuerungswelle der Vorjahre sind im Alltag noch spürbar, vor allem beim Lebensmitteleinkauf. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Nahrungsmittelpreise seit 2020 im Schnitt um 37 Prozent gestiegen.
Laut einer Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung wurden die Kaufkraftverluste durch höheren Mindestlohn sowie Tarif- und Rentenerhöhungen inzwischen ausgeglichen. Dennoch fühle sich eine Mehrheit der Menschen immer noch schlechter aufgestellt als vor fünf Jahren. Viele schränkten sich deshalb beim Konsum ein.
Deutliches Wachstum nur im Onlinehandel erwartet
Die Krise trifft nicht alle gleich. Die Umsätze im stationären Handel stagnieren laut HDE-Prognose 2026, der Onlinehandel legt hingegen deutlich zu. Real, also bereinigt um Preissteigerungen, wird ein Plus von 3,5 Prozent erwartet. Auf das Netz entfällt bereits etwa ein Siebtel der Erlöse im deutschen Einzelhandel - Tendenz steigend.
Das Internet hat die Konsumgewohnheiten grundlegend verändert. Die Vorzüge sind vielfältig: Online können Verbraucher sieben Tage rund um die Uhr einkaufen. Die Ware kommt schnell, teilweise schon am nächsten Tag, die Auswahl ist groß, Produkte kosten häufig weniger und Preisvergleiche sind einfacher. Viele Menschen sparen sich auch mangels Zeit den Weg in die Innenstadt und die Parkgebühren. Was nicht gefällt, kann meist kostenlos zurückgeschickt werden. In etlichen Warengruppen - wie Bekleidung oder Elektronik - ist der Onlinekauf schon Standard.
Neben dem Branchenriesen Amazon spielen asiatische Plattformen eine wachsende Rolle. Auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress entfielen im zweiten Quartal 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze hierzulande - ein Rekordwert, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland berichtet. Zwischen April und Juni steigerten die Portale ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Beliebt sind sie vor allem wegen ihrer niedrigen Preise.
Verbraucher kaufen trotz Bedenken
Der Preis ist Umfragen zufolge derzeit für viele das wichtigste Kaufkriterium, Schnäppchen und Rabatte sind besonders begehrt. Viele bestellen trotz Bedenken bei der Produktqualität bei Temu und Shein, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens Appinio zeigt. Der extreme Preisreiz hebele Sorgen systematisch aus, heißt es.
Das Forschungsinstitut IW Consult hat im Auftrag des HDE untersucht, wie stark Temu und Shein dem Einzelhandel zusetzen. Der Branche entgehen demnach jährlich Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Laut HDE entfällt etwa ein Drittel des Onlinewachstums 2026 auf Temu und Shein.
Vom hohen Preisbewusstsein profitieren auch Discounter. Anbieter wie Action oder Woolworth übernehmen nach Angaben des Handelsforschungsinstituts IFH Köln in vielen Warengruppen zunehmend die Rolle des Fachhandels. Handelsexperte Kai Hudetz sieht einen «Verlust der Mitte». Das Preiseinstiegssegment sowie Premium- und Luxusangebote gewännen an Bedeutung, mittlere Preislagen gerieten unter Druck.
Stimmung im Einzelhandel wird immer schlechter
Laut HDE-Umfrage geben 63 Prozent der Händler an, ihre Geschäftslage habe sich im ersten Halbjahr verschlechtert. Vor einem Jahr waren es 51 Prozent. Zwei Drittel erwarten 2026 niedrigere Umsätze als im Vorjahr, lediglich 18 Prozent höhere. Jeder sechste Einzelhändler fürchtet laut Ifo-Institut inzwischen um die Existenz, so viele wie nie zuvor.
Die Zahl der Insolvenzen erreichte 2025 nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade den höchsten Stand seit zehn Jahren. 2026 blieb das Niveau hoch, schwächte sich aber leicht ab. Der Dekohändler Depot und die Baumarktkette Hellweg stellten kürzlich Insolvenzanträge. Zehntausende Geschäfte schlossen bereits in den vergangenen Jahren, nicht nur insolvenzbedingt. Der HDE erwartet, dass die Zahl 2026 auf unter 300.000 sinkt. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000.
Knapp 80 Prozent der Händler berichten laut HDE-Umfrage, dass ihre Kundenfrequenz in den vergangenen zwei Jahren gesunken ist. Um das stationäre Geschäft zu beleben, fordert HDE-Präsident von Preen eine Lockerung der Regeln zu Sonntagsöffnungen. Unterstützung kommt von der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Präsident Peter Adrian spricht sich für eine Grundgesetzänderung aus, um die Rechtslage für verkaufsoffene Sonntage dauerhaft zu klären.
Quelle: proplanta/dpa
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind so stark gefallen wie seit über elf Jahren nicht mehr. Betroffen sind sowohl pflanzliche Produkte wie Kartoffeln und Getreide, aber auch die wichtigsten tierischen Erzeugnisse wie Milch und Schweine. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Gleichzeitig explodieren die Kosten, denn die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel wie Diesel, Dünger und Energie steigen immer weiter. Gleichzeitig blieben die Verbraucherpreise hoch.
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Mai 2026 um 13,9 % niedriger als im Mai 2025. Damit war der Preissturz bei Agrarprodukten so stark wie seit über elf Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -12,3 % gelegen, im März 2026 bei -8,8 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 1,5 %.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Mai 2026 um 10,4 % gegenüber Mai 2025, die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse fielen um 15,9 %.
Auch im Vergleich zum Vormonat verbilligten sich im Mai 2026 sowohl pflanzliche Erzeugnisse (-0,7 %) als auch Tiere und tierische Produkte (-2,0 %).
Kartoffelpreise und Getreidepreise fallen heftig
Der Preisrückgang bei pflanzlichen Produkten um 10,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist erneut unter anderem auf die gesunkenen Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im Mai 2026 um 53,5 % niedriger als im Mai 2025. Im April 2026 hatte die Vorjahresveränderung bei -54,7 %, im März 2026 bei -55,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2026 stiegen die Speisekartoffelpreise um 0,6 %.
Getreide war im Mai 2026 im Vergleich zum Mai 2025 um 9,5 % billiger. Die Preise für Handelsgewächse – wie Raps - insgesamt lagen im Mai 2026 um 2,6 % höher als ein Jahr zuvor, darunter verteuerte sich Raps um 5,6 %. Die Preise für Futterpflanzen stiegen leicht um 0,1 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies war der erste Preisanstieg seit März 2024 (+0,8 % gegenüber März 2023).
Die Erzeugerpreise für Obst waren im Mai 2026 um 22,5 % niedriger als ein Jahr zuvor. Deutliche Preissenkungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -33,3 %. Im Gegensatz hierzu verteuerten sich Erdbeeren um 3,3 % gegenüber Mai 2025.
Die Preise für Gemüse stiegen binnen Jahresfrist leicht um 0,2 %, wobei insbesondere Tomaten (+28,2 %) und Gurken (+21,5 %) teurer waren. Preissenkungen waren hingegen unter anderem bei Blumenkohl und Kohlgemüse zu beobachten, die sich binnen Jahresfrist um 11,0 % beziehungsweise 8,7 % verbilligten.
Absturz bei Milch und Schweinepreisen – Höhere Eierpreise
Der Preisrückgang für Tiere und tierische Erzeugnisse um 15,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die stark gesunkenen Preise für Milch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im Mai 2026 um 25,3 % niedriger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat April 2026 stiegen die Preise für Milch jedoch um 1,7 %.
Bei Eiern kam es binnen Jahresfrist hingegen zu einer Preissteigerung von 13,6 %. Die Preise für Tiere lagen im Mai 2026 um 11,4 % niedriger als im Mai 2025. Maßgeblich dafür war der Preisrückgang bei Schlachtschweinen um 19,5 %.
Auch bei Rindern sanken die Preise um 6,7 %, dies war der erste Preisrückgang seit April 2024 (-1,5 % gegenüber April 2023).
Die Preise für Geflügel waren im Mai 2026 um 0,7 % niedriger als im Mai 2025. Dies war die erste Preissenkung seit Oktober 2024 (-0,6 % gegenüber Oktober 2023). Ausschlaggebend hierfür war die Preissenkung bei Hähnchen um 4,7 %. Bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) kam es hingegen zu einem Preisanstieg um 5,7 %.
Dünger, Treibstoff und Eiweißfutter immer teuer
Auf der Kostenseite der Landwirtschaft ist der Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel (ohne Umsatzsteuer) von Januar bis April 2026 um 4,4 % gestiegen. Mit einem Stand von 135,3 (2020 = 100) lagen die Kosten (trotz fallender Agrarpreise) um 1,9 % über dem bereist sehr hohen vorjährigen Vergleichsniveau.
Von Januar bis April 2026 verteuerten sich vor allem die Preise für Treibstoffe (+34,1 %), Ölkuchen und -schrot (+12,2 %), Einzelnährstoffdünger (+8,9 %), Insektizide (+8,8 %) sowie Mehrnährstoffdünger (+8,5 %). Preissenkungen konnten demgegenüber bei Elektrischem Strom (-1,6 %) sowie Mischfuttermittel für Geflügel (-0,6 %) beobachtet werden.
Verbraucherpreise steigen trotzdem
Die Entwicklung auf Produzentenebene kommt offenbar nicht über die allgemeine Inflation auch bei den Endverbrauchern an. Die Verbraucherpreise insgesamt lagen im Juni vor allem wegen des Tankrabatts nur 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Mai betrug die Inflationsrate noch 2,6 Prozent.
Lebensmittel verteuerten sich im Mai mit 0,4 Prozent trotz fallender Erzeugerpreise aber weiter.
Viele Experten rechnen für Juli aber wieder mit einer stärkeren Jahresteuerung, da der erneut aufgeflammte Iran-Konflikt die Ölpreise bereits nach oben getrieben hat.
Quelle: agrarheute
09.07.2026 (AMI) – Im Mai 2026 sind die Erlöse der Bio-Milchbauern in Deutschland weiter leicht zurückgegangen und lagen erstmals im laufenden Jahr unter dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend waren anhaltend hohe Anlieferungsmengen.
Für den Monat Mai 2026 schätzt die AMI für Bio-Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß auf Basis eingegangener Milchgeldabrechnungen einen bundesweiten Auszahlungspreis von rund 64,3 ct/kg. Gegenüber April entspricht dies einem Rückgang von knapp 0,3 ct/kg. Damit setzte sich der seit November 2025 vorherrschende leichte Abwärtstrend fort, hat sich im Vergleich zu den Vormonaten aber weiter verlangsamt.
Im Mai fiel der Bio-Milchpreis erstmals im bisherigen Jahresverlauf unter das Vorjahresniveau, nachdem dieses in den ersten vier Monaten noch übertroffen worden war. Ausschlaggebend hierfür war die gegenläufige Entwicklung im Vorjahr: Während sich die Bio-Milchpreise von Januar bis Mai 2025 stetig fester entwickelten, verfolgten sie im gleichen Zeitraum dieses Jahres – ausgehend von dem hohen Ausgangsniveau – einen Abwärtstrend. Nachdem sich die Preise in den ersten vier Monaten 2026 sukzessive der Vorjahreslinie angenähert hatten, wurde diese im Mai schließlich um 0,4 ct/kg unterschritten.
Befestigung bei konventioneller Auszahlung
Der Preisabstand zwischen Bio-Milch und der konventionellen Variante ist im Mai nochmals leicht geschrumpft. Seit dem Erreichen des historischen Höchststands von 27,5 ct/kg im Februar 2026 zeigte sich die Differenz kontinuierlich rückläufig. Während die Preise für Bio-Milch im Mai leicht gesunken sind, haben die Preise für konventionelle Milch nochmals zugelegt. Im Bundesmittel erhielten konventionell wirtschaftende Landwirte nach ersten AMI-Hochrechnungen gut 39,0 ct/kg für Milch mit standardisierten Inhaltsstoffen. Das waren 0,7 ct/kg mehr als im Vormonat. Aufgrund der unterschiedlich ausgeprägten Entwicklungen zu Lasten der Bio-Milch ist der Preisabstand zwischen beiden Milcharten im Mai auf 25,3 ct/kg gesunken. Damit lag er zwar unter dem Höchstwert vom Februar, bewegte sich jedoch weiterhin auf einem langfristig überdurchschnittlichen Niveau.
Quelle: AMI
09.07.2026 (AMI) – Der Schnittkäsemarkt präsentierte sich Anfang Juli weitgehend ausgeglichen. Das Sommergeschäft verlief weiterhin lebhaft, während die infolge der hohen Temperaturen sinkende Milchanlieferung das Angebot zunehmend begrenzte.
Anfang Juli zeigte sich der deutsche Käsemarkt weiter in einer stabilen Verfassung. Der Absatz im Inland wurde von den Anbietern insgesamt als gut und saisonüblich eingeschätzt. Vom Lebensmitteleinzelhandel sowie aus dem GV-Bereich gingen weiterhin rege Bestellungen ein. Vor allem Mozzarella war angesichts der hohen Außentemperaturen verstärkt gefragt. Aber auch die Abrufe von Schnittkäse bewegten sich weiter auf hohem Niveau. Dämpfende Effekte aus der inzwischen in einigen Bundesländern begonnenen Ferienzeit waren bislang nur regional teils spürbar. Die Industrie rief Ware aus bestehenden Kontrakten planmäßig ab.
Anfang Juli standen sich Angebot und Nachfrage am Käsemarkt recht ausgeglichen gegenüber, was zuletzt zu einer weitgehend unveränderten Bestandssituation geführt hat. Die Hersteller beschrieben ihre Vorräte in den Reifelagern weiterhin als für die Jahreszeit eher unterdurchschnittlich und von junger Altersstruktur. Die Käseproduktionen mussten laut ersten Berichten Anfang Juli gedrosselt werden. Hintergrund war die infolge der Rekordtemperaturen eingebrochene Milchanlieferung. Dadurch stand an den Verarbeitungsmärkten weniger Rohstoff für die Schnittkäseherstellung zur Verfügung und die Werke liefen zuletzt nicht mehr auf Volllast.
Quelle: AMI
Die Rinderpreise fallen erneut. Landwirte bekommen weniger Geld für Jungbullen, Schlachtkühe und Färsen. Der Preisdruck ist vor allem auf die schwache Nachfrage zurückzuführen. Die Rinderbestände dürften langfristig weiter sinken und die Preise stützen.
Die Rinderpreise fallen am 6. Juli zum zweiten Mal in Folge. Für Jungbullen, Schlachtkühe und -färsen sinkt der Vereinigungspreis um je 10 Cent/kg SG. Der Grund für den Preisdruck ist vor allem die schwache Nachfrage.
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) beschreibt die Marktlage so: „Die weiterhin sehr ruhig verlaufenden Rindfleischgeschäfte bedingen eine schwache Nachfrage und fortgesetzten Preisdruck. Die Preise für Jungbullen, Schlachtfärsen und -kühe geben zu Wochenbeginn erneut nach.“
Rinderpreise fallen: 10 Cent weniger für Bullen, Kühe und Färsen
Für Jungbullen der Klasse R3 (Fleckvieh und Fleischrassen) liegt der Vereinigungspreis jetzt bei 6,00 Euro/kg SG. Damit hat er das Preisniveau von Ende Mai erreicht. Für Bullen der Haltungsform 3 (HF 3) sind es 40 Cent mehr je kg SG.
Die Preisempfehlung für Schlachtkühe ist ebenfalls um 10 Cent/kg SG gefallen. Für Kühe der Klasse O3 sind das 5,55 Euro/kg SG. HF3-Tiere erlösen 30 Cent mehr je kg.
Für höherwertige R3-Färsen fällt der Preis auch um 10 Cent/kg auf im Schnitt 6,10 Euro/kg SG, für O3-Tiere um 10 Cent auf 5,6 Euro/kg SG. Trotz der Abschläge befinden sich alle Preise auf einem im langjährigen Vergleich hohen Niveau.
Darum steht der Rindermarkt unter Druck
Als Hauptursache für den Preisrutsch nennen Marktbeobachter die gesunkene Fleischnachfrage. So wird saisonal aufgrund der hohen Temperaturen und der Ferienzeit, aber auch angesichts der schwächeren Kaufkraft weniger Fleisch verzehrt. Die Fleischgeschäfte liefen nur schwach.
Die Marktbeobachter der Landwirtschaftskammer in Schleswig-Holstein beschrieben die Nachfrage nach Rindfleisch Ende Juni als „fast nicht mehr vorhanden“. Wie sie berichten, sei das Lebendangebot im Norden als normal einzustufen, südlich der Elbe stünden jedoch teils sehr große Partien zur Schlachtung an, die bewusst ins neue Wirtschaftsjahr geschoben worden seien. Das meldete zuletzt auch der Bayerische Bauernverband. Wie er berichtete, konnte das Angebot den Bedarf leicht decken und sei teilweise zu groß gewesen.
Aufgrund der aktuell geringen Fleischnachfrage sei laut den Marktkennern in Schleswig-Holstein über alle Kategorien mit Mengenkürzungen und dem Aussetzen ganzer Schlachttage zu rechnen.
Rinderbestände sinken weiter
Das Sommerloch hält an. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit hat der Druck auf die Rinderpreise zugenommen. Die Bullenpreise sind zuletzt auch im EU-Durchschnitt gefallen. In ihrem kurzfristigen Marktausblick Anfang Juli erwartet die EU-Kommission jedoch, dass die Rindfleischproduktion in der EU 2026 und 2027 aufgrund sinkender Rinderbestände zurückgehen wird. Das dürfte die Preise trotz anfänglicher Abschwächung hochhalten, so die Kommission.
In Deutschland wurde zuletzt der Abwärtstrend der Rinderbestände unterbrochen: Im Mai blieb der Rinderbestand im Vergleich zum Vorjahr stabil (+0,2 % oder 17 200 Tiere), zeigen die Zahlen der aktuellen Viehbestandserhebung. Gegenüber dem Stichtag 3. November 2025 verringerte sich der Bestand jedoch leicht um 0,7 % (-67 800 Tiere). Im Zehnjahresvergleich setzt sich der rückläufige Trend fort: Im Vergleich zu Mai 2016 sank der Bestand an Rindern um 17,6 % (-2,2 Millionen Tiere).
Quelle: agrarheute
02.07.2026 (AMI) – Nach Jahren rückläufiger Entwicklungen sind die Rinder- und Kuhbestände in Deutschland erstmals wieder leicht gestiegen, so die Ergebnisse der aktuellen Viehbestandserhebung im Mai 2026. Gleichzeitig hat sich die Zahl der rinder- und kuhhaltenden Betriebe weiter verringert. Damit hat sich der Strukturwandel fortgesetzt.
Entgegen dem langfristig vorherrschenden Abwärtstrend der Rinderbestände in Deutschland wurden bei der Viehbestandserhebung des statistischen Bundesamtes (Destatis) zum Stichtag am 03.05.26 erstmalig wieder mehr Rinder gezählt. Insgesamt wurden 10,35 Mio. Rinder erfasst und damit 0,2 % mehr Tiere als im Mai 2025. Neben steigenden Kälberzahlen hat auch die Anzahl an Kühen zu der Unterbrechung des Abwärtstrends der Rinderbestände beigetragen. Zum Stichtag im Mai wurden rund 4,22 Mio. Kühe in Deutschland gehalten. Davon zählten 3,59 Mio. Tiere als Milchkuh. Im Vergleich zu den Zählungen im Mai 2025 hat sich Anzahl an Milchkühen damit um 10.374 Tiere oder 0,3 % vergrößert.
Herdengröße steigt weiter
Die Zahl der Milchviehbetriebe in Deutschland ist im betrachteten Jahr insgesamt um 1.488 Betriebe oder 3,1 % gesunken. Damit gab es zum Stichtag am 03.05.26 noch 46.231 Milchviehhalter in Deutschland. 10.478 Halter davon bewirtschafteten eine Betriebsgröße von mehr als 100 Milchkühen. Das waren 169 Betriebe mehr als bei den Viehzählungen im Mai 2025. Gleichzeitig beherbergten 35.753 Milchviehhalter weniger als 100 Kühe. Die Anzahl dieser kleineren Betriebsgruppen war im Vorjahresvergleich um 1.657 Haltungen zurückgegangen.
Die durchschnittliche Herdengröße in Deutschland lag im Mai 2026 bei knapp 78 Kühen pro Milchviehbetrieb. Das waren im Durchschnitt knapp 3 Tiere je Betrieb mehr als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Der Strukturwandel von vielen kleinen Betrieben hin zu weniger größeren Betrieben hat damit nochmals mehr an Fahrt aufgenommen, da die Zuwachsraten in den Vorjahren im Vergleich geringer ausfielen. Insgesamt lebten 65.288 Milchkühe mehr auf Betrieben mit einer Größenklasse von über 100 Kühen, während 54.914 Kühe weniger in einer Haltungsform von unter 100 Kühen untergebracht waren.
Quelle: AMI
Die Hitzewelle ist vorbei – doch die Folgen bleiben: Milchverluste, Fruchtbarkeitsprobleme und Klauenschäden belasten viele Betriebe.
Während manche Milchviehhalter kaum Leistungseinbußen melden, berichten andere von dramatischen Verlusten: bis zu 10 Liter weniger Milch pro Kuh und Tag, ausbleibende Brunst, sinkende Milchfettgehalte und erste Klauenprobleme. Ein Landwirt fragte in den sozialen Medien: „Wie hat sich die extreme Hitze auf eure Herde ausgewirkt?“ Die Antworten zeigen, wie unterschiedlich Betriebe betroffen sind – und warum die eigentlichen Folgen vielerorts erst noch bevorstehen.
Die Rückmeldungen aus der Praxis könnten unterschiedlicher kaum sein. Einige Betriebe berichten von nahezu stabilen Milchleistungen. Andere verloren innerhalb weniger Tage 5 bis 10 Liter Milch je Kuh und Tag.
Diese Verluste erleiden Milchviehhalter durch die Hitze
Ein Betrieb mit rund 100 Kühen und zwei Melkrobotern schildert:
Auch Tage nach dem Temperatursturz fehlen noch rund 2 Liter Milch je Kuh
Ein anderer Betrieb meldet:
Trotz sieben Großventilatoren herrschten im Stall Spitzenwerte von 41 °C
Demgegenüber stehen Betriebe mit guter Stallkühlung, die lediglich rund 1 Liter Milchverlust verzeichneten.
Auffällig: Milchfett, Brunst und Futteraufnahme leiden besonders
Unabhängig von der Milchmenge tauchen mehrere Beobachtungen immer wieder auf.
Viele Landwirte berichten über:
erhöhte Wasseraufnahme.
Ein Landwirt beschreibt: „Die Milchmenge ist kaum zurückgegangen, aber der Fettgehalt ist deutlich eingebrochen. Eigentlich hätten einige Kühe brünstig werden müssen – davon war nichts zu sehen.“
Diese Erfahrungen decken sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bereits ab einem Temperature-Humidity-Index (THI) von etwa 68 geraten hochleistende Milchkühe unter Hitzestress. Mit zunehmendem THI sinken Trockenmasseaufnahme und Milchleistung deutlich.
Die Fruchtbarkeit leidet oft noch Wochen später
Besonders kritisch ist die Wirkung auf die Fruchtbarkeit.
Mehrere Betriebsleiter berichten übereinstimmend:
Sorge vor langfristigen Fruchtbarkeitsproblemen.
Diese Einschätzung bestätigen aktuelle Studien. Hitzestress beeinträchtigt die Entwicklung der Eizellen bereits Wochen vor dem Eisprung. Dadurch verschlechtern sich Trächtigkeitsraten noch lange nach einer Hitzewelle. Untersuchungen zeigen unter anderem:
deutlich sinkende Trächtigkeitsraten bei hohen THI-Werten.
Auch Kälber tragen die Folgen – oft schon vor der Geburt
Die Auswirkungen enden nicht bei den Milchkühen. Ist eine hochtragende Kuh während der Trockenstehzeit Hitzestress ausgesetzt, können auch die Kälber betroffen sein. Studien zeigen unter anderem ein geringeres Geburtsgewicht, eine schwächere Immunabwehr, eine schlechtere Kolostrumverwertung und später eine geringe Milchleistung der weiblichen Nachzucht. Damit wirkt sich eine Hitzewelle unter Umständen über mehrere Laktationen hinweg wirtschaftlich aus.
Klauenprobleme könnten erst noch zunehmen
Neben der sinkenden Milchleistung berichten erste Betriebe bereits über mehr Klauenprobleme. Das überrascht Tierärzte kaum. Während Hitzeperioden stehen Kühe deutlich länger, um Körperwärme abzugeben. Gleichzeitig fressen sie seltener größere Portionen, wodurch das Risiko von Stoffwechselstörungen steigt. Beides kann sich in den Wochen nach einer Hitzewelle verstärkt auf die Klauengesundheit auswirken. Außerdem schwächt Hitzestress nachweislich das Immunsystem und erhöht die Krankheitsanfälligkeit.
Nach Jahren steigender Milchanlieferungen erwarten Marktanalysten der Rabobank für 2027 einen leichten Rückgang der globalen Milchmenge. Was das für den Milchmarkt und Landwirte bedeutet.
Die Margen der deutschen Milchviehbetriebe stehen unter Druck. Der Grund dafür sind die seit Herbst 2025 gesunkenen Erzeugerpreise bei hohen Produktionskosten. Der zentrale Treiber für den Absturz der Milchpreise ist die weiterhin hohe Milchanlieferungsmenge – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.
Der aktuelle Milchmarktbericht der Rabobank für das zweite Quartal gibt nun Anlass zur Hoffnung: Das globale Produktionswachstum bremst sich aus. Für 2027 erwarten die Analysten einen leichten Rückgang der globalen Milchproduktion. Das könnte die Milchpreise stützen. Doch für Landwirte bedeutet das noch keine Entlastung.
Große Milchmengen sorgen für Preisdruck - das könnte sich 2027 ändern
Die globale Milchproduktion wächst im zweiten Quartal 2026 langsamer als zuvor, zeigt der Bericht der Rabobank. Der Anstieg der Milchproduktion wird sich im dritten Quartal stabilisieren und im vierten Quartal sogar leicht zurückgehen (-1,6 % zu Vorjahr), erwarten die Analysten. Auf Jahressicht bleibt das Angebot jedoch hoch. Erst 2027 dürfte die Produktion insgesamt leicht sinken und damit zu einer Neuausrichtung des globalen Angebots beitragen, sagen die Analysten.
In Deutschland wurden im April laut BLE immer noch 6 % mehr Milch angeliefert als im Vorjahr. Infolge des weltweit gestiegenen Angebots sind die Preise für zahlreiche Milchprodukte gefallen. Die Erzeugerpreise für Landwirte haben daher seit Anfang Herbst 2025 deutlich nachgegeben.
Der agrarheute-Milchpreisvergleich zeigt: IM Mai sind die Milchpreise in Deutschland moderat gestiegen – doch der Rohstoffwert Milch zeigte schon wieder nach unten. Für eine nachhaltige Preiserholung müsste die Milchmenge spürbar sinken, sagen Marktkenner.
Laut Rabobank gibt es in Deutschland erste Hinweise auf strukturelle Anpassungen. So sind die Kuhschlachtungen im März 2026 um 5 % höher ausgefallen als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Milchanlieferung bislang über Vorjahresniveau. Für Milcherzeuger bleibt vor allem die Kostenseite kritisch.
Hohe Produktionskosten setzen Milchbauern unter Druck
Mit den gesunkenen Milchpreisen sind die Gewinnspannen der Landwirte zurückgegangen. Zugleich sind die Produktionskosten hoch – und werden die Margen weiterhin unter Druck setzen.
Steigende Inputkosten stellen in den meisten Regionen die größte Herausforderung dar, schreiben die Analysten der Rabobank. Steigende Ausgaben für Energie, Düngemittel und Kapital belasten die Rentabilität und dürften den Margendruck bis in die zweite Jahreshälfte und bis ins Jahr 2027 verstärken, so die Marktanalysten.
Zusätzlich sorgen die Spannungen im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus den Experten zufolge für Unsicherheit bei den Ölpreisen, der Düngemittelverfügbarkeit und den Futterkosten. Dies trage laut Rabobank zu Rentabilitätsproblemen bei und berge zugleich Potenzial für einen Produktionsrückgang in späteren Quartalen.
„Insgesamt dürften höhere Inputkosten, sinkende Margen und eine unsichere Milchpreislage die wichtigsten Faktoren sein, die es zu beobachten gilt“, so die Rabobank-Analysten.
Mit Material von Rabobank
Quelle: agrarheute
02.07.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch setzten im Mai ihren Aufwärtstrend fort. Gestützt wurden sie von den überwiegend festen Preistendenzen bei den Verarbeitungsprodukten im Frühjahr. Zu Beginn des Sommers hat der Aufschwung am Milchmarkt jedoch an Dynamik verloren.
Die Molkereien in Deutschland haben ihre Auszahlungsleistung im Mai den zweiten Monat in Folge angehoben. Nach ersten Berechnungen der AMI zahlten sie im bundesweiten Mittel 39,0 ct/kg für Milch aus konventioneller Fütterung sowie mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das waren 0,7 ct/kg mehr als im April dieses Jahres.
Der Rückstand gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich nur geringfügig verringert und belief sich im Mai auf 14,2 ct/kg. Im Vorjahr waren die Milchpreise allerdings aufgrund des knappen Rohstoffangebotes infolge der Spätfolgen der Blauzungenkrankheit überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Aber nicht nur das hohe Vorjahresniveau wurde verfehlt, die Milcherzeugerpreise lagen außerdem deutlich unter ihrem Fünf-Jahresmittel.
Liquidität gesunken
Für die Milchkuhhalter bedeutet dies gleichzeitig, dass die Liquidität auf den Betrieben gesunken ist. Nach einer Modellrechnung der AMI lag die Marge aus Erlösen und variablen Kosten im Mai knapp unter 10 ct/kg, woraus allerdings noch die fixen Kosten zu bedienen sind. Vor Jahresfrist waren es noch rund 23 ct/kg.
Von den deutlich reduzierten Erzeugerpreisen waren bislang allerdings noch kaum produktionsdämpfende Effekte ausgegangen. Die Milcherzeugung in Deutschland lag in den ersten vier Monaten von 2026 nach den amtlichen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) um 6,5 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese Tendenz hat sich nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB), abgesehen von leichten wöchentlichen Schwankungen, bis Mitte Juni fortgesetzt. Mit der Hitzewelle Ende Juni in Deutschland ist jedoch ein verstärkter saisonaler Rückgang zu erwarten.
Quelle: AMI
02.07.2026 (AMI) – Die Abrufe von Formbutter haben sich über den Monatswechsel zum Juli leicht abgeschwächt, bewegten sich jedoch weiterhin im saisonüblichen Rahmen. Die Notierung wurde zur Vorwoche unverändert fortgeschrieben.
Die Nachfrage nach abgepackter Butter bewegte sich über den Monatswechsel hinweg weiter in ruhigen Bahnen. Die Abrufe des Lebensmitteleinzelhandels fielen im Zuge der teilweise bereits begonnenen Sommerferien niedriger aus als in den Wochen zuvor. Zudem dürfte die hochsommerliche Wetterlage Ende Juni den Absatz zusätzlich gedämpft haben. Laut nationaler Verkaufsstatistik wurden die Mengen der entsprechenden Vorjahreswochen dadurch unterschritten. Insgesamt bewerteten die Marktbeteiligten den Absatz jedoch weiterhin als saisonüblich.
Preislich stellte sich die Situation in der Berichtswoche weiter stabil dar. Die Notierung für Formbutter wurde von der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse am 01.07.26 gegenüber der Vorwoche unverändert bei 3,85 bis 4,45 EUR/kg belassen. Auf diesem Preisniveau bewegt sich die Notierung bereits seit Anfang Mai. Für Verbraucher kostete ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment Anfang Juli weiterhin 1,05 EUR. Damit blieb der Preis gegenüber dem Vormonat unverändert und lag zugleich um 94 ct unter dem Niveau von Juli 2025.
Quelle: AMI
29.06.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex gab im Juni 2026 leicht auf 124 Punkte nach. Belastend wirkten vor allem rückläufige Erzeugerpreise für Getreide, Raps und Schweine, während sich die Milchpreise weitgehend stabil entwickelten.
Die Milchanlieferung lag im Juni weiter deutlich über Vorjahr. Die Rohstoffmärkte entwickelten sich uneinheitlich: Eiweißprodukte waren gefragt, die Fettseite tendierte schwächer. Käse zeigte sich bei hoher Produktion und lebhafter Nachfrage weitgehend ausgeglichen. Die Milcherzeugerpreise dürften zunächst stabil bleiben.
Am Markt für Vieh und Fleisch standen die Schweinepreise weiter unter Druck. Neben schwacher Inlandsnachfrage belastete die starke innereuropäische Konkurrenz. Bei Schlachtrindern sorgte das knappe Angebot dagegen für festere Jungbullenpreise.
Am Markt für Getreide und Ölsaaten blieb das Geschäft ruhig. Brot- und Futtergetreide gaben überwiegend nach, Körnermais befestigte sich weiter. Raps schwankte zwischen Vegetationssorgen und schwächeren Rohölvorgaben und gab leicht nach.
Quelle: AMI
Aldi meldet Erfolg beim Haltungswechsel. Für Tierhalter ist jedoch entscheidend, ob die Tierwohlprogramme langfristig Bestand haben.
Aldi Süd meldet den nächsten Erfolg bei seinem „Haltungswechsel“: Mehr als 40 Prozent der gekühlten Fleisch- und Wurstwaren der Eigenmarke stammen nach Unternehmensangaben inzwischen aus den Haltungsformen 3, 4 und 5. Der Discounter bewertet das als Beleg für eine ungebrochene Nachfrage nach Produkten aus höheren Haltungsformstufen.
Was steckt hinter den 40 Prozent?
Doch die Zahlen lassen erheblichen Interpretationsspielraum. So bezieht sich die Angabe ausschließlich auf gekühlte Fleisch- und Wurstwaren der Eigenmarke. Wie hoch der Anteil höherer Haltungsformen am gesamten Fleisch- und Wurstsortiment einschließlich der Tiefkühlware, verarbeiteter Produkte oder Markenartikel ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Anfrage des Wochenblatts, welchen Anteil die gekühlten Eigenmarkenprodukte überhaupt am gesamten Fleisch- und Wurstumsatz haben, beantwortete Aldi bislang nicht. Damit bleibt offen, welche Bedeutung die nun verkündeten „über 40 Prozent“ tatsächlich für das Gesamtsortiment haben.
Aldi nennt keine Mengen zum Haltungswechsel
Auch bei den realen Mengen hält sich der Discounter bedeckt. Wie viele Tonnen Fleisch oder wie viele Tiere hinter den angegebenen Prozentwerten stehen, veröffentlicht Aldi ebenso wenig wie entsprechende Umsatzgrößen. Bereits bei früheren Mitteilungen hatte das Unternehmen entsprechende Nachfragen nicht beantwortet.
Tierwohlprogramme müssen langfristig verlässlich sein
Für viele Tierhalter sind die Tierwohlprogramme des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) ein wichtiger Baustein für den Umbau ihrer Ställe. Die Aussicht auf langfristige Vermarktung und höhere Erlöse hat zahlreiche Erzeuger dazu bewegt, erhebliche Summen in tiergerechtere Haltungsverfahren zu investieren. Gerade deshalb kommt der Verlässlichkeit der Programme eine zentrale Bedeutung zu. Denn Stallumbauten sind Investitionen für Jahrzehnte. Ändern Handelsunternehmen ihre Programme später, schränken sie sie ein oder stellen sie sie ganz ein, geraten Betriebe schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Edeka zeigt Risiken für Tierwohlprogramme
Der Fall Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen (NST) hat erst vor Kurzem gezeigt, wie schnell eine solche Partnerschaft ins Wanken kommen kann. Wie betroffene Schweinemäster berichteten, kündigte Edeka NST bestehende Tierwohlvereinbarungen oder änderte die Verträge zu ihren Ungunsten. Für Betriebe, die ihre Investitionsentscheidung auf solche Programme gestützt haben, ist das ein erhebliches Risiko.
Stallumbau erhöht wirtschaftlichen Druck auf Betriebe
Zugleich erhöht die Umstellung auf höhere Haltungsformstufen den Investitionsdruck auf die Betriebe. Gerade kleinere und mittlere Betriebe sehen sich angesichts unsicherer wirtschaftlicher Perspektiven häufig nicht in der Lage, die erforderlichen Investitionen zu stemmen. Dadurch könnte sich der ohnehin laufende Strukturwandel in der Tierhaltung weiter beschleunigen und insbesondere kleinere und mittlere Betriebe zum Ausstieg zwingen.
Quelle: agrarheute
25.06.2026 (AMI) – Die Milcherzeugung in Neuseeland erreichte in der Summe des Milchwirtschaftsjahres 2025/26 historische Rekordmengen.
Das Milchwirtschaftsjahr in Neuseeland geht von Juni bis zum Mai des Folgejahres. Damit wurde die Saison 2025/26 im Mai abgeschlossen - und das mit Rekordniveau. Insgesamt erfassten die neuseeländischen Molkereien von Juni 2025 bis Mai 2026 knapp 22,4 Mio. t Milch. Zum einen lagen die Milchmengen damit um 3,6 % über dem Vorjahresniveau, zum anderen war das Milchwirtschaftsjahr 2025/26 damit das milchreichste Jahr in Neuseeland welches jemals aufgezeichnet wurde.
Im gesamten Zeitraum von Juni 2025 bis Mai 2026 lag das Milchaufkommen in Neuseeland stetig über dem Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats. Besonders deutlich wurden die Vorjahresmengen im Juni 2025 um 14,5 % und im März 2026 um 9,8 % übertroffen. Im Mai lag das Plus im Vorjahresvergleich bei 3,6 %.
Quelle: AMI
25.06.2026 (AMI) – Die bundesweiten Milchmengen haben zur Monatsmitte ihren saisonüblichen Abwärtstrend unterbrochen und legten im Vergleich zur Vorwoche wieder zu.
Mitte Juni hat die Milchanlieferung in Deutschland, entgegen ihrem saisonüblichen Trend, erneut zugelegt. Unter anderem das vergleichsweise kühle und nasse Wetter dürfte dazu beigetragen haben, dass sich die Milchleistung der Kühe nach der Hitzewelle über den Monatswechsel wieder erholte. Nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wurden in der 24. Kalenderwoche bundesweit 0,6 % mehr Milch erfasst als in der Woche zuvor. Der Vorsprung auf die Vorjahreslinie vergrößerte sich damit wieder auf 7,2 %. In der Kumulation seit Beginn des Jahres lagen die Milchmengen um 6,1 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Quelle: AMI