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Deutsche verbrauchen weniger Milch, dafür mehr Käse und Butter

Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) verbrauchten die Menschen in Deutschland 2025 pro Person mit gut 45 Kilogramm rund ein Kilogramm weniger Konsummilch als im Vorjahr. Käse und Butter hingegen wurden beliebter: So verbrauchte jeder Mensch rund ein Kilogramm Käse sowie ein Päckchen Butter (250 Gramm) mehr als noch 2024.


Die jetzt veröffentlichte BZL-Versorgungsbilanz zeigt zudem: Während die Zahl der Milchviehbetriebe um knapp 1.500 sank, setzte sich der Trend eines sinkenden Milchviehbestands erstmals seit 2015 nicht weiter fort.

Laut der BZL-Versorgungsbilanz Milch lieferten heimische Erzeuger im Jahr 2025 rund 31,6 Millionen Tonnen Milch an deutsche Molkereien. Das war gut ein Prozent mehr als im Vorjahr. Daraus wurden unter anderem vier Millionen Tonnen Konsummilch, 2,8 Millionen Tonnen Käse und 518.100 Tonnen Butter sowie Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse (in Produktgewicht) hergestellt. 

Hergestellte Milchmenge sinkt weiter
Die hergestellte Menge an Konsummilch sank zum fünften Mal in Folge, diesmal um 2,6 Prozent. Der rechnerische Verbrauch fiel um rund ein Kilogramm auf 45,1 Kilogramm pro Kopf. Der Selbstversorgungsgrad blieb 2025 mit 106,3 Prozent nahezu konstant (Vorjahr: 106,6 Prozent).

Butter und Streichfetterzeugnisse mit Plus von über neun Prozent
Die Herstellungsmenge von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen stieg 2025 um 9,4 Prozent. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch stieg um 250 Gramm auf 5,6 Kilogramm (in Produktgewicht). Die gesteigerte Produktion, die geringere Einfuhr (-7,9 Prozent) und die größere Ausfuhr (+5,2 Prozent) führten insgesamt zu einem höheren Selbstversorgungsgrad von 111,5 Prozent (2024: 106,6 Prozent).

Beliebtheit von Käseerzeugnissen nahm zu
Die Käseherstellung wuchs leicht von 2,74 (2024) auf 2,76 Millionen Tonnen. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg bei den meisten Käseerzeugnissen (Hart-, Schnitt- und Weichkäse und vor allem bei Frischkäse) an. Ausnahmen stellen Pasta filata und Schmelzkäse dar. Insgesamt verbrauchten die Bürgerinnen und Bürger mit 26,4 Kilogramm Käse pro Person erneut knapp ein Kilogramm mehr als im Jahr zuvor. Der Selbstversorgungsgrad sank auf 125 Prozent (Vorjahr: 129 Prozent). 

Mehr Milchkühe, weniger Betriebe
Der seit 2015 anhaltende Trend, dass die Anzahl an Milchkühen sinkt, setzte sich 2025 nicht fort. Es zeichnete sich ein leichter Anstieg um mehr als 7.000 auf knapp 3,6 Millionen Tiere ab, während sich die Zahl der Milchviehbetriebe jedoch um 3,1 Prozent auf 47.157 verringerte und damit wieder einen neuen Tiefstand erreichte. 2025 hielt somit jeder Milchviehbetrieb durchschnittlich 76 Kühe. (Quelle: BZL)

Bundesweiter Trend auch in NRW
Diesen aktuellen Trend steigender Milchkuhzahlen trotz einer weiter leicht sinkenden Zahl an Betrieben, beobachtet die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e. V. auch im eigenen Bundesland: So gab es in NRW im Jahr 2025 mit 4.413 Milchkuhhaltern rund 1,8 % weniger milcherzeugende Betriebe als 2024, jedoch mit 367.046 Milchkühen einen um rund 2,2 % höheren Milchkuhbestand in NRW als im Vorjahr. Die durchschnittliche Bestandsgröße erreichte 2025 in NRW mit 83 Kühen pro Betrieb einen neuen Rekord. 


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