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Forum Milch NRW 2021 in Schwerte - Welche Zukunft braucht Milchwirtschaft

Podium beim Forum Milch NRW 2021 in Schwerte
(v.l.n.r.: Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW, Wilhelm Brüggemeier, Westfälischer Vorsitzender der LV Milch NRW, Ludwig Börger, Geschäftsführer vom QM Milch e.V. und Referatsleiter Milch beim Deutschen Bauernverband, Heinrich Gropper, Geschäftsführer der Molkerei Gropper GmbH und Co. KG, Georg Geuecke, Vorsitzender vom Bundesverband Rind und Schwein e. V. und Mitglied in der Borchert-Kommission, Benedikt Langemeyer, Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit und DMK-Aufsichtsrat, Detlef Steinert, Chefredakteur LZ Rheinland, Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer LV Milch NRW)
Rege Podiumsdiskussion bei Dialog Milch zum Thema ist Milch der neue Diesel

Das 14. Forum Milch NRW der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (LV Milch NRW) fand am 28. September 2021 in der Rohrmeisterei in Schwerte statt.

Rund 100 Branchenvertreter diskutierten dort das Thema: „Welche Zukunft braucht Milchwirtschaft?“ Zusätzlich wurde die Veranstaltung per Livestream auch im Netz übertragen.

In Ihrem Grußwort brachte die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, ihre Anerkennung zum Ausdruck, dass Milcherzeuger und Molkereien in der Corona-Pandemie bewiesen haben, wie konkurrenzstark und krisensicher sie aufgestellt sind. Die Versorgung mit Milch und Milcherzeugnissen sei zu jeder Zeit sichergestellt gewesen. Mit Blick in die Zukunft müsse sich aber auch die Milchwirtschaft verändern, um den gesellschaftlichen Anforderungen an das Tierwohl, den Klima- und Umweltschutz sowie der Biodiversität gerecht zu werden. Die Milchbranche könne sich dabei auf ihre Stärken stützen. Die notwendigen Änderungen müssten gemeinsam verfolgt werden und mit der Sektorstrategie sei bereits ein guter Grundstein gelegt. Klar sei aber auch, ein gesellschaftlich gewollter oder gesetzlich festgeschriebener höherer Aufwand müsse durch einen entsprechenden Ausgleich kompensiert werden. Unter dem Strich müsse sich das Geschäft für den Landwirt und die Molkereien rechnen.

Der Geschäftsführer der Molkerei Gropper GmbH und Co. KG in Bissingen, Heinrich Gropper, erklärte, dass die deutsche Milchwirtschaft in Zukunft vor allem eine Vision und Leidenschaft brauche. Ihre Zukunftsvorstellungen realisiere sie am besten mit Reaktionsschnelligkeit, der entsprechenden Kostenstruktur und einem verstärkt an den Bedürfnissen der Verbraucher orientierten Produktportfolio. Dabei könnten beispielsweise Mehrwertkonzepte zu den gesellschaftlichen Fokus-Themen (Tierwohl, Regionalität, Nachhaltigkeit), die in Partnerschaften zwischen Erzeugern, Molkereien und Handel erarbeitet und umgesetzt werden, auch eine bestimmte Rolle einnehmen. Nur so könne ihr Bestehen im Wettbewerb mit anderen internationalen Unternehmen auf den Märkten gesichert werden.

Für Georg Geuecke, Vorsitzender vom Bundesverband Rind und Schwein e. V. und Mitglied in der Borchert-Kommission, hat Milchwirtschaft auch zukünftig ihren festen Platz. Dies begründe sich gerade mit Blick auf die Klimadiskussion schon allein aus dem Wirtschaften in einer Gunstregion, in der Milch vergleichsweise ressourcenschonend produziert werde. Milchwirtschaft sei mit Blick auf die Zukunft der Welternährung immer auch im globalen Kontext zu betrachten. Für ihn sei es wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Position der Familienbetriebe stärken.

Ludwig Börger, Geschäftsführer vom QM Milch e.V. und Referatsleiter Milch beim Deutschen Bauernverband in Berlin, stellte fest, die Milchwirtschaft benötige für den langfristigen Erfolg vor allem Unternehmer, die bereit seien, die Erwartungen des Marktes zu erfüllen. Diese Erwartungen würden sich mit Blick auf Umwelt-, Klima- und Tierschutz mit immer höherer Schlagzahl weiterentwickeln. Der Erfolg politischer und wirtschaftlicher Initiativen solle deshalb vor allem daran gemessen werden, ob und in welchem Maß sie zu einer höheren Verlässlichkeit für landwirtschaftliche und milchwirtschaftliche Unternehmen beitragen. Die Umsetzung der Vorschläge der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft könne unter dieser Voraussetzung für die neue Bundesregierung zu einem Mammutprojekt werden. Es zeige sich, dass die Akteure aus der Lebensmittelkette schneller agieren – das solle bei allen politischen Aktivitäten Berücksichtigung finden.

Für Benedikt Langemeyer, Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der LV Milch NRW und DMK-Aufsichtsrat, brauche es für eine gute Zukunft zum einen verlässliche Rahmenbedingungen durch Politik und Handel, die den in Deutschland geleisteten Mehraufwand für Maßnahmen im Bereich Tierwohl, Tierschutz, Klima und Nachhaltigkeit entsprechend honorieren. Zum anderen wünscht er sich eine Diskussionskultur, die ehrlich, vertrauensvoll und von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Moderiert vom Chefredakteur der LZ-Rheinland, Detlef Steinert, nutzten die Teilnehmer im Publikum die Gelegenheit, die angesprochenen Aspekte eingehend mit den Referenten zu diskutieren und zu vertiefen. Aktiver Dialog am „runden Tisch“ der Milchwirtschaft.

Bild 1: Frau Ministerin Heinen-Esser mit Impulsen zur Zukunft der Milchwirtschaft.

Bild 2: Aktiver Dialog am „runden Tisch“ der Milchwirtschaft (v.l.n.r.: Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW, Wilhelm Brüggemeier, Westfälischer Vorsitzender der LV Milch NRW, Ludwig Börger, Geschäftsführer vom QM Milch e.V. und Referatsleiter Milch beim Deutschen Bauernverband, Heinrich Gropper, Geschäftsführer der Molkerei Gropper GmbH und Co. KG, Georg Geuecke, Vorsitzender vom Bundesverband Rind und Schwein e. V. und Mitglied in der Borchert-Kommission, Benedikt Langemeyer, Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit und DMK-Aufsichtsrat, Detlef Steinert, Chefredakteur LZ Rheinland, Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer LV Milch NRW)

Bild 3: Reges Interesse an Podiumsdiskussion beim Forum Milch NRW


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Frank Maurer

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